Genau! Also ma schön die Fresse halten und der weltbesten Musik überhaupt huldigen!
*Lachtränen wegwisch* ...und jetzt ein Kaffee.
Montag, 8. Januar 2007
Sonntag, 7. Januar 2007
Samstag, 6. Januar 2007
Quo Vadis CDU?
Gestern wurde davon berichtet, dass die Entwicklung rechtsextremer Straftaten in Deutschland immer weiter ansteigt. Die Politik äußerte sich im ersten Angriff sehr verhalten und sehr ausweichend zu dem Thema. Die SPD fordert einen "Demokratiegipfel". Die FDP hält die "Selbstreinigungskräfte der Gesellschaft" für überfordert und will zusätzlich Polizei, Justiz und Sicherheitsbehörden ausreichend personell besetzen. Die Linksfraktion fordert eine parteiübergreifende Strategie gegen den Rechtsextremismus, der nicht nur als innenpolitisches Problem der Strafverfolgung angesehen werden darf, sondern es muss viel mehr präventive Maßnahmen geben. Die Grünen sehen das genauso wie die Linksfraktion und sie sehen dabei besonders für die Politik eine Vorbildfunktion.
Die CDU hingegen sieht das alles viel gelassener. Nicht etwa ein gesellschaftliches Problem mit großer Tragweite liegt hier vor, sondern etwas viel profaneres. Innenminister Wolfgang Schäuble hofft nach eigenen Angaben auf eine größere Integrationskraft seiner Partei am rechten Rand in den östlichen Bundesländern. Nach seinen Worten sei es ein "besonderes parteipolitisches Problem für die Union, wenn eine rechtsextreme Partei bei Wahlen erfolgreich ist".Es kann ja durchaus sein, dass ich gerade etwas falsch verstehe, aber deklariert Herr Schäuble hier gerade die Rechtsextremen in Ostdeutschland zum Wählerklientel der CDU und im gleichen Atemzug rechtsextreme Parteien als "parteipolitisches Problem"? Rechtsextremes Gedankengut zu absorbieren und auf diesem Wege zu verinnerlichen ist "besser" als es zu bekämpfen?
(Quelle: Tagesschau)
Labels:
Deutschland,
Justiz,
Politik,
Rechtsradikal,
Schäuble,
Seltsam
Geheimdienst und Kirche
Die Kirche, so die gängige Lesart, kümmert sich um das Seelenheil der Gläubigen. Der Auftrag der Kirche ist es, Hoffnung zu spenden und darauf zu pochen, dass die Gebote des Glaubens eingehalten und befolgt werden. Die katholische Kirche hat da schon länger ein wenig eigene Ansichten. Die Säkularisierung auch heute noch nicht verkraftend, trachtet sie gerne und intensiv danach, den Weg zurück an die Spitze der Staatsführungen rund um den Globus zu finden, auch wenn seit ziemlich langer Zeit in den Verfassungen der allermeisten Staaten der westlichen Welt eine strikte Trennung von Kirche und Staat verankert ist.In Polen zum Beispiel zeigt sich das seit einiger Zeit ganz deutlich und sorgt deshalb für einige Irritation. Sicher, man kann sich darüber streiten, ob es richtig ist, wenn eine christliche Kirche sich in den Dunstkreis des rechtsextremen Gedankengutes hineinbewegt und sicher kann man darüber streiten, ob sich die Kirche an der Geschichtsschreibung und deren Deutung beteiligen sollte. Weniger darüber streiten wird man aber wohl bei der Frage, ob Kirchen mit Geheimdiensten zusammenarbeiten sollten.
In der katholischen Kirche und in Polen sieht man das ganz anders. Dort wurde jüngst der 67jährige Stanislaw Wielgus offiziell zum Warschauer Erzbischof ernannt. Der bisherige Bischof hatte selber jahrelange Kontakte zum Geheimdienst im ehemals kommunistischen Polen eingeräumt, bestreitet aber eine Kollaboration mit der polnischen Staatssicherheit:
"Niemals habe ich jemandem Leid angetan, weder in Taten noch in Worten"Er bezeichnet sein Unterzeichnen der Erklärung über die Zusammenarbeit mit dem polnischen Geheimdienst im Jahre 1978 als einen Moment der persönlichen Schwäche.
Nun ist es nicht so, dass aus den eigenen Reihen keine Kritik käme. Ganz so schlimm ist es noch nicht. Der Erzbischof Tadeusz Goclowski aus Danzig kritisiert die Entscheidung von Wielgus, die Nominierung als Warschauer Erzbischof anzunehmen. Nach seiner Ansicht gibt es viele belastende Dokumente, deren Echtheit kaum angezweifelt werden kann. Darum kommt er zu dem Schluß:
"Ich kann nicht sagen, was Erzbischof Wielgus machen soll. Aber wenn ich in dieser Situation gewesen wäre, hätte ich den Vatikan gebeten, mich zu entlassen."Die "Historische Kommission" der katholischen Kirche in Polen (eine Art interner Untersuchungsausschuß der Kirche, den es in lokalen Variationen überall gibt) hatte vorher von "zahlreichen Belegen" dafür gesprochen, dass die Geheimpolizei und Wielgus eine Zusammenarbeit vereinbart und aufgenommen hatten. Der Bericht der Kommission soll noch dem Vatikan übergeben werden.
Erzbischöfe werden direkt vom Vatikan ernannt, durch den Papst. Mit der Verlesung der päpstlichen Nominierung gilt man offiziell als zum Erzbischof ernannt. Dem Vatikan kann nicht verborgen geblieben sein, welche Vorwürfe gegen den neuen Erzbischof erhoben werden. Es heißt, der Papst habe Wielgus bewusst die Mission in der Erzdiözese anvertraut. Daraus lässt sich schließen, dass die Spitze der katholische Kirche keinerlei Zweifel an ihrer Entscheidungskompetenz aufkommen lassen will. Allerdings ergeben sich daraus eine Reihe Fragen, die nicht nur auf Polen beschränkt bleiben.Wenn Die Kirche dort nicht nur Über - vorsichtig formuliert - "geheimdienstliche Kontakte" hinweg sieht, sondern darüber hinaus auch noch bewußt solche fördert, denen diese "Kontakte" und sogar eine Zusammenarbeit nachgewiesen werden kann, dann stellt sich die Frage, wie eng die Verflechtung hinter den Kulissen tatsächlich ist. Gerade die katholische Kirche ist eine internationale Organisation und gerade in der katholischen Kirche gilt die Beichte als heilige Pflicht der Gläubigen, weshalb zum Beispiel in Deutschland Priester ein umfassendes Recht auf Verweigerung der Aussage gegenüber Polizei und Gericht haben.
Aber was macht die Kirche tatsächlich mit ihrem Wissen? Ist die Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst in Polen, wie auch in anderen kommunistischen Staaten zur Zeit des Kalten Krieges, tatsächlich nur das Resultat der besonderen Repressalien, denen Geistliche "damals" ausgesetzt waren? Ist diese "Zusammenarbeit" wirklich so einseitig und erpresserisch, wie sie dargestellt wird? Was wenn das die Regel ist und die "Zusammenarbeit" genau das ist: Ein beiderseitiges Geben und Nehmen?
Ist es wirklich so abwegig zu vermuten, dass hier mehr passiert, als nur das in der Öffentlichkeit gezeigte Bild des armen, unschuldig malträtierten Priesters, der nur deshalb "pro forma" ein Stück Papier unterschrieb, damit er auch weiterhin einzig seinem
Update (07.01.07)
Vielleicht war es doch zu offensichtlich, vielleicht gab es auch zu viel internationale Aufmerksamkeit oder vielleicht bekam die Kirche aus anderen Gründen sprichwörtlich "kalte Füße". Jedenfalls wurde heute Mittag bekannt, dass der neue Erzbischof Warschaus, Stanislaw Wielgus, auf sein Amt verzichtet. Wer jetzt stattdessen Erzbischof in Warschau wird, ist unbekannt. Bis ein Nachfolger gefunden wird, wird das Erzbistum durch Kardinal Jozef Glemp geleitet.
(Quelle: Tagesschau)
Freitag, 5. Januar 2007
Rechtsdrift
Mal wieder wurden die Zahlen der rechtsradikalen Straftaten in Deutschland durch die Bundestagsfraktion der In der gesamten Bundesrepublik hat die Polizei von Januar bis November nach vorläufigen Zahlen 11.254 Straftaten "rechtsextremer Kriminalität" registriert. Im Vorjahr waren es insgesamt 10.271 Straftaten. Alleine im November wurden nach Angaben der Bundesregierung 1.100 rechtsextreme Straftaten begangen, davon 64 "Gewalttaten" mit insgesamt 45 Verletzten.
Zwei Dinge muss man sich bei diesen Zahlen vor Augen halten. Erstens: Diese Zahlen sind vorläufige Zahlen. Die endgültigen Zahlen werden - systembedingt - höher ausfallen. Zweitens: Die Erfassung dieser Zahlen ist ein Politikum. Es wird längst nicht alles als "rechtsextreme Kriminalität" erfasst, was der "Normalbürger" darunter versteht. Daraus folgt: Die nicht erfasste Dunkelziffer dürfte um einiges höher ausfallen, die "tatsächliche" Anzahl rechtsextremer Straftaten deutlich höher liegen.
Niels Annen, Mitglied des Vorstandes der SPD sagte, dass die Zahlen mehr als erschreckend sind. Seiner Ansicht nach wird es langsam zur traurigen Routine, diese zu kommentieren. Für ihn ist die notwendige Konsequenz ein "Demokratiegipfel", derkeine Alibi-Funktion haben soll, sondern ein echtes Zeichen gegen die rechtsextremen Straftaten setzt. Die neuen Zahlen lassen seiner Ansicht nach ein Leugnen der Dringlichkeit nicht mehr zu.
Ein Demokratiegipfel? In einem Land, in dem der Bundesinnenminister versucht den Einsatz des Militärs gegen die Zivilbevölkerung im Grundgesetz zu verankern? In dem Grundrechte wie Unverletzlichkeit der Wohnung, Brief- und Fernmeldegeheimnis und so weiter zunehmend nur noch auf dem Papier bestehen? Ein Demokratiegipfel in einem Land, das sich politisch immer weiter von einer Demokratie weg bewegt, in der der Bürger zunehmend als Bedrohung wahrgenommen wird? Ein Demokratiegipfel in einem Land, in dem Symbole gegen die Rechtsextremismus kriminalisiert werden und den Initiativen gegen Faschismus durch den Staat finanziell ausgetrocknet werden?
Wer soll denn da wohl bitte veralbert werden? Fast jeder, der in den letzten Jahren mal die Augen aufgemacht, den Leuten zugehört und auch mal etwas anderes als die Bild oder die MoPo gelesen hat, dürfte wissen, wie es gerade um das Thema "rechte Faschos" steht. Wer meint, diesem Problem mit einer tollen Versammlung irgendwo mit toll viel Presse und lecker Häppchen und einer Kapelle und vielen tollen Büttenreden begegnen zu können, der hat das Problem zwar erkannt, unterschätzt aber dessen Dimension gewaltig.
Es ist toll, dass wenigstens jetzt die Politik langsam mal aufwacht und erkennt, was es bedeutet, wenn die politisch bereinigte Statistik Durchschnittlich 2,5 rechtsextreme Übergriffe jeden Tag in Deutschland zugibt. Vielleicht dringt so langsam mal durch, was genau es aussagt, wenn der Leiter der Staatsschutzabteilung der Dresdner Staatsanwaltschaft, Jürgen Schär, zur Nachrichtenagentur ddp sagt, dass es alleine in Sachsen etwa 40 rechtsextremistische "Freie Kameradschaften" mit 1800 Mitgliedern gibt und dann bemerkt: "Die würde ich gern überprüfen, aber das schaffen wir derzeit einfach nicht."
Wahrscheinlich wird aber dieses Thema genauso schnell wieder unter den Tisch gekehrt, wie viele andere unwichtige Themen. Oder was war jetzt wegen der Probleme an Schulen getan worden? Und was genau tut sich wegen der Integrationsproblematik? Und die Auswandererzahlen? Die Geburtenzahlen? Dauerarbeitsverhältnisse? Militär? Gesundheitswesen?
Manchmal frage ich mich, ob die Politik "da oben" eigentlich begreift, dass mit Geheimniskrämerei über das eigene Tun nicht erreicht wird, dass der Bürger Vertrauen in die Politik und damit das System entwickelt. Nur wer am bestehenden System zweifelt, sich sozusagen zu den "Opfern des Systems" zählt, der ist überhaupt empfänglich für extreme Ideologien. Kommt da dann noch mangelhafte Bildung hinzu, ist das Problem perfekt. Wahrscheinlich überzeichne ich diesen Zusammenhang jedoch und in Wirklichkeit ist das alles ganz ganz harmlos.
(Quelle Tagesschau, danke Jhary)
Labels:
Grundrechte,
Kritik,
Politik,
Polizei,
Rechtsradikal,
Studie
Spielzeugwerbung
Werbung für Spielzeug ist nicht immer so, das Erwachsene damit irgendetwas anfangen können. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Werbung für Spielzeug, die erzeugt bei Erwachsenen sozusagen "auf der Stelle" eine bleibende, zu intensivem Hass tendierende Aversion. Schön zu sehen, dass es mehr Leute gibt, denen es gerade bei dieser Werbung ganz genau so geht wie mir:
(Danke |WARPIG|)
(Danke |WARPIG|)
Verteidigung von These und Weltanschauung
Im ARD-Magazin Kontraste wurde vor einiger Zeit im Rahmen der medialen Aufbereitung des zweiten bisher überhaupt bekanntgewordenen Amoklaufes an Schulen in Deutschland über den Zusammenhang zwischen Computerspielen, insbesondere Ego-Shooter wie Counter-Strike, Battlefield, Halflife und ähnliche und der Bluttat berichtet. Nach Ansicht des Magazins Kontraste besteht überhaupt kein Zweifel an dem Kausalzusammenhang und die ARD sieht es als wissenschaftlich statistisch bewiesen an, dass die Computerspiele mit (vorsichtig formuliert) gewalttätigem Inhalt auslöser für diese Tat waren.
In Anbetracht der Masse der Zuschriften verschickt die ARD computergenerierte Emails, in denen sehr eloquent zu den Vorwürfen Stellung genommen wird:
Das kann man so erst einmal sacken lassen. Die These ist klar herausgestellt und damit hinterfragbar. Als Belege werden die "Experten" angeführt, nur worin deren Expertise besteht, bleibt im Dunkeln.
Bemerkenswert sind mehrere in der Antwort zu findende Aussagen. Wer sich als "nicht gewalttätige Ausnahme" anführt, ist die Ausnahme. Selbst wenn sich von den rund 83 Millionen Bundesbürgern 82 Millionen als "nicht gewalttätig" melden würden, wären sie nach Ansicht des Magazins "Ausnahmen". Warum es dann erst ganze zwei Amokläufe gab ist eine Frage, die den Autoren des Magazinbeitrags offenbar nicht in den Sinn gekommen ist oder aber bewusst ignoriert wurde. Man darf spekulieren. Aber merke: Ausnahme ist, was nicht die eigene These bestätigt.
Die angeführten Thesen und Studien - der "Bericht der Kommission Gutenberg-Gymnasium" ist nicht in dem Sinne eine Studie, sondern eben genau das: ein Bericht, eine subjektive Einschätzung mit Thesen der Berichtenden - kommen eben nicht übereinstimmend und auch nicht weit überwiegend und schon gar nicht eindeutig zu dem wissenschaftlich fundiertem Ergebnis, dass Computerspiele mit gewalttätigen Inhalten auf jeden Fall Auslöser für gewalttätiges Verhalten sind. Zwar wird überwiegend die Möglichkeit eines solchen Verhaltens als Resultat postuliert und die Amokläufe werde als möglicher Beweis solcher Thesen angeführt, ein empirischer Beleg ist dies jedoch nicht unbedingt. Je nach "Studie" wird das auch mehr oder weniger deutlich zum Ausdruck gebracht, dass es lediglich um ein Postulat geht und ein Beweis dafür noch zu erbringen wäre.
Interessant, dass die Vielzahl der gegenteilig lautenden Studien nicht erwähnt werden, sondern unter "einige Gegenargumente" zusammengefasst werden.
Auch wenn es die ARD und insbesondere das Magazin "Kontraste" noch so gerne möchte: Hier wird populistische Panikmache betrieben. Seriöse Berichterstattung, insbesondere bei einem in der Erforschung befindlichen Themengebiet sollte anders gehen, aber das lernt man eben nur, wenn man lernt, wissenschaftlich zu arbeiten. Damit allerdings lässt sich in den Medien weder Geld noch Ruhm verdienen, denn wie "toll" wäre ein reißerischer Bericht über die Brutalität der Computerspiele, der im selben Atemzug der Verteufelung zugeben muss, dass diese These nicht nur unbewiesen, sondern wissenschaftlich sogar überwiegend widerlegt ist?
Ein paar Meinungen, Thesen, Ansichten, Studien und so weiter zu den durch die ARD verteidigten Thesen sind hier aufgeführt: Studie "Spielplatz Deutschland", "Essential Facts about the computer and video games industry 2006", "Computer machen schlau", "Die verkannten Genies", "Kinder und Computer", "Medienpaket", "Kinder, Freizeit und Computer", "Führen Computernetze in die Vereinsamung?", "Identitätsentwicklung unter dem Einfluss neuer Kommunikationstechnologien - Chance oder Gefahr?", "Einsame neue Welt? Einsamkeitsmythos und Alltagspraxis - kulturwissenschaftliche Anmerkungen zur Internetnutzung", "Medien machen krank ?!", "Maßvolles Computer spielen fördert Intelligenz", "Neuere Entwicklungen der Internetnutzung Jugendlicher – Eine empirische Untersuchung am Beispiel ihrer gesellschaftspolitischen Interessen", "Lebenslagen junger Menschen heute", "Kinder und Computer", "Persönlichkeitseinstellungen und Computernutzung bei Studentinnen und Studenten", "MUS-Spezial".
(Quelle: PC Games. Danke Gex!)
In Anbetracht der Masse der Zuschriften verschickt die ARD computergenerierte Emails, in denen sehr eloquent zu den Vorwürfen Stellung genommen wird:
Sehr geehrter Herr Bxxxxxx.,
aufgrund der Vielzahl von Zuschriften, die wir zum Thema "Gewalttätige Computerspiele" erhalten haben, ist es uns leider nicht möglich, auf jede Zuschrift einzeln einzugehen. Wir bitten dafür um Ihr Verständnis!
Es ist den Autoren aber wichtig, folgende Punkte herauszustellen.
Hauptthese des Stückes war und ist:
"Gewalttätige Computerspiele machen brutal und dumm, und zwar um so mehr, um so jünger der Spieler ist, um so gewalttätiger die Spiele sind, um so länger die Spielzeit pro Tag ist."
Computerspiele sind ein Faktor unter anderen, aber ein klar messbarer und höchst signifikanter Faktor. Der Zusammenhang ist ein statistischer - wie beim Lungenkrebsrisiko durch Rauchen. Alle wissen, dass Rauchen das Lungenkrebsrisiko erhöht. Und alle kennen die Geschichte vom 80-jährigen Kettenraucher, der vom LKW überfahren wurde und vom 30-jährigen Nichtraucher, der an Lungenkrebs stirbt. Aber in der Masse ist es nicht zu leugnen, dass Rauchen das Lungenkrebsrisiko fördert. All die empörten Spieler von Killerspielen, die sich selbst in Ihren E-mails Friedlichkeit und Intelligenz attestierten (und so meinten, den Beitrag ad absurdum geführt zu haben), dürfen sich also als den statistischen Ausreißer betrachten. Das gilt natürlich insbesondere für jene, die ohne valide Argumente vorzubringen, uns schlechte Recherche, unseriöse Berichterstattung, geistige Armut, Verschleuderung von Gebühren etc vorwerfen. Exemplarisches Zitat: "Ihr seid so welche Spacken. Dümmer gehts nicht" "Ihr seid doch alles spasten ihr hundesöhne. Fickt euch." (Fehler aus dem Original übernommen)
Unsere Experten sind keine Pseudo-Experten, die Studien keine Chimären, auch wenn viele E-mail-Schreiber deren Existenz nicht wahrhaben wollen. Für alle Interessierten, insbesondere für all die Intelligenzbestien, die Killerspiele völlig harmlos finden, sei empfohlen, einen Blick in die Originalstudien zu werfen:
Studie der Gutenberg-Kommission nach dem Amoklauf in Erfurt:
http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta_media/ta.KomGut.pdf
Überblick über die vielen Studien zur o. a. Hauptthese:
http://www.mediengewalt.de/forschung/forschung-computerspiele.shtml
Sehr interessant hier die Interpretation der Studien durch die Produktionsfirma Electronic Arts ("Der Pate"), hier dürften sich einige E-mail-Schreiber wieder finden.
Ganz besonders lesenswert ist die Metastudie von Kunczik und Zipfel:
http://www.bundespruefstelle.de/bpjm/redaktion/PDF-Anlagen/medien-
gewalt-befunde-der-forschung-sachbericht-langfassung,property= pdf,bereich=bpjm,rwb=true.pdf
Zu einigen Gegenargumenten:
http://www.merz-zeitschrift.de/detail.php?beitrag_id=150
Und schließlich als Anhang die Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen "Mediennutzung, Schulerfolg, Jugendgewalt und die Krise der Jungen"
Viel Spaß bei der Lektüre, wünscht
Sxxxxxx Mxxxxxx
ARD-KONTRASTE
Das kann man so erst einmal sacken lassen. Die These ist klar herausgestellt und damit hinterfragbar. Als Belege werden die "Experten" angeführt, nur worin deren Expertise besteht, bleibt im Dunkeln.
Bemerkenswert sind mehrere in der Antwort zu findende Aussagen. Wer sich als "nicht gewalttätige Ausnahme" anführt, ist die Ausnahme. Selbst wenn sich von den rund 83 Millionen Bundesbürgern 82 Millionen als "nicht gewalttätig" melden würden, wären sie nach Ansicht des Magazins "Ausnahmen". Warum es dann erst ganze zwei Amokläufe gab ist eine Frage, die den Autoren des Magazinbeitrags offenbar nicht in den Sinn gekommen ist oder aber bewusst ignoriert wurde. Man darf spekulieren. Aber merke: Ausnahme ist, was nicht die eigene These bestätigt.
Die angeführten Thesen und Studien - der "Bericht der Kommission Gutenberg-Gymnasium" ist nicht in dem Sinne eine Studie, sondern eben genau das: ein Bericht, eine subjektive Einschätzung mit Thesen der Berichtenden - kommen eben nicht übereinstimmend und auch nicht weit überwiegend und schon gar nicht eindeutig zu dem wissenschaftlich fundiertem Ergebnis, dass Computerspiele mit gewalttätigen Inhalten auf jeden Fall Auslöser für gewalttätiges Verhalten sind. Zwar wird überwiegend die Möglichkeit eines solchen Verhaltens als Resultat postuliert und die Amokläufe werde als möglicher Beweis solcher Thesen angeführt, ein empirischer Beleg ist dies jedoch nicht unbedingt. Je nach "Studie" wird das auch mehr oder weniger deutlich zum Ausdruck gebracht, dass es lediglich um ein Postulat geht und ein Beweis dafür noch zu erbringen wäre.
Interessant, dass die Vielzahl der gegenteilig lautenden Studien nicht erwähnt werden, sondern unter "einige Gegenargumente" zusammengefasst werden.
Auch wenn es die ARD und insbesondere das Magazin "Kontraste" noch so gerne möchte: Hier wird populistische Panikmache betrieben. Seriöse Berichterstattung, insbesondere bei einem in der Erforschung befindlichen Themengebiet sollte anders gehen, aber das lernt man eben nur, wenn man lernt, wissenschaftlich zu arbeiten. Damit allerdings lässt sich in den Medien weder Geld noch Ruhm verdienen, denn wie "toll" wäre ein reißerischer Bericht über die Brutalität der Computerspiele, der im selben Atemzug der Verteufelung zugeben muss, dass diese These nicht nur unbewiesen, sondern wissenschaftlich sogar überwiegend widerlegt ist?
Ein paar Meinungen, Thesen, Ansichten, Studien und so weiter zu den durch die ARD verteidigten Thesen sind hier aufgeführt: Studie "Spielplatz Deutschland", "Essential Facts about the computer and video games industry 2006", "Computer machen schlau", "Die verkannten Genies", "Kinder und Computer", "Medienpaket", "Kinder, Freizeit und Computer", "Führen Computernetze in die Vereinsamung?", "Identitätsentwicklung unter dem Einfluss neuer Kommunikationstechnologien - Chance oder Gefahr?", "Einsame neue Welt? Einsamkeitsmythos und Alltagspraxis - kulturwissenschaftliche Anmerkungen zur Internetnutzung", "Medien machen krank ?!", "Maßvolles Computer spielen fördert Intelligenz", "Neuere Entwicklungen der Internetnutzung Jugendlicher – Eine empirische Untersuchung am Beispiel ihrer gesellschaftspolitischen Interessen", "Lebenslagen junger Menschen heute", "Kinder und Computer", "Persönlichkeitseinstellungen und Computernutzung bei Studentinnen und Studenten", "MUS-Spezial".
(Quelle: PC Games. Danke Gex!)
Donnerstag, 4. Januar 2007
So geht das
Wir wollen uns ja nicht nachsagen lassen, das wir nichts für die Aufklärung der Jugend tun wollen. Darum als Anschauungsmaterial unter welch archaischen Bedingungen wir "früher" lernen mussten, mit dem anderen Geschlecht umzugehen hier ein zeitgenössisches Stück filmischer Höchstleistung zum Thema:
Man beachte die eigenartige Überleitung vom Tanzen zum... äh... Bett und auch die überaus zeitgemäßen Statements der Jugendlichen. Auch die überaus hilfreichen und sachdienlichen Hinweise...
Und wem der erste Teil nicht ausgereicht hat, hier der zweite Teil:
Und sowas mussten wir in fortschrittlichen Schulen ertragen. Vielleicht erklärt das ja manchen, warum manche mit der Sexualität so umgehen, wie sie es tun...
Man beachte die eigenartige Überleitung vom Tanzen zum... äh... Bett und auch die überaus zeitgemäßen Statements der Jugendlichen. Auch die überaus hilfreichen und sachdienlichen Hinweise...
Und wem der erste Teil nicht ausgereicht hat, hier der zweite Teil:
Und sowas mussten wir in fortschrittlichen Schulen ertragen. Vielleicht erklärt das ja manchen, warum manche mit der Sexualität so umgehen, wie sie es tun...
Geld und Wissen
In Berlin steht das Deutsche Technikmuseum. Es ist nicht nur ein Museum mit internationalem Ruf, sondern auch eines der größten Museen für Technik in der Welt. Gezeigt werden in Exponate aus der Kulturgeschichte der Verkehrs-, Kommunikations-, Produktions- und Energietechniken, mit Ausstellungen zu Binnen- und Hochseeschifffahrt und Schienenverkehr, einem Oldtimer Depot mit 70 Automobilen und Motorrädern, sowie dem Museumspark mit Brauerei und Mühlen und einer Dauerausstellung zur Luft- und Raumfahrt. Insgesamt ein umfangreiches und bedeutendes Museum.Dieses Museum hat - wie viele andere Museen auch - ein Platzproblem: Man hat einfach mehr wertvolle Exponate als man Platz zum ausstellen hat. Deshalb wollte das Museum schon seit langer Zeit einen Neubau errichten, um so seine Ausstellungsfläche zu vergrößrn. Ein solches Vorhaben kostet Geld, besonders mitten in Berlin. Und so bat man denn die Stadt und den Staat um Hilfe. Die Stadt Berlin, seit jeher chronisch pleite, winkte dankend ab, aber auch der Staat sah sich nicht in der Lage, der Kulturstätte weiterzuhelfen.
So war das Museum denn gezwungen, sich nach anderen Geldquellen umzusehen, die, in Anbetracht der benötigten Summen, eher dürftig gesät sind. Man fand aber doch jemanden, der bereit war, dem Museum mit einer erheblichen Geldspende unter die Arme zu greifen. Nicht etwa einen deutschen Großindustrieellen oder eine deutsche Stiftung oder soetwas. Nein, weit gefehlt. Ausgerechnet ein Mäzen aus dem Inselkönigreich auf der anderen Seite des Kanals kündigte an, dem Museum mit einigen Millionen Euro unter die Arme greifen zu wollen.
Der Direktor des Museums, Dirk Böndel, bekam vom edlen Spender Glenn Lacey, einem kinderlosen industrieellen aus der englischen Grafschaft Surrey, dessen Testament gezeigt, in der dem Museum insgesamt rund 14,5 Millionen Euro vermacht werden. 5,5 Millionen Euro sollten bereits Ende 2005 überwiesen werden und das war auch der Grund, warum das Museum Grundstücke erwarb, auf denenen der Erweiterungs- und Neubau entsehen sollte: Man verließ sich auf die Versprechen des englischen Sponsors, der sein Geld nicht nur mit Flugzeugen verdient, sondern auch für diese wieder
Zur allgemeinen Verwirrung traf das Geld aber nicht wie versprochen Ende 2005 ein und bis heute wartet man beim Museum auf das versprochene Geld. Dafür hat man jetzt allerdings einige Quadratmeter Land mitten in Berlin für eben jene 5,5 Millionen Euro gekauft, auf denen jetzt nichts passiert. Aus Kreisen der Politik hört man, als sich der Sponsor nicht mehr meldete, seitens der Kultur- und Wissenschaftsverwaltung noch "Mahn- und Bittbriefe" an ihn gesandt habe. Wohl ohne Erfolg. Deshalb sprang mehr oder weniger gezwungener Maßen die Stadt Berlin ein und streckte die Summe vor.
Die Gründe für die ausbleibende Überweisung klingen etwas eigenartig: Zuerst hatte Lacey Zweifel daran, dass der Senat die Spende zweckgemäß einsetzen wird. Dann brauchte er das Geld für seine eigenen Unternehmen und am Ende wurde auf Komplikationen mit dem Steuerrecht verwiesen. Auch bei Direktor Böndel machten sich gestern erste Zweifel breit: "Vielleicht war ich zu gutgläubig.“
Der Vorgang für sich ist ja schon haarsträubend genug. Was an der Geschichte wirklich traurig ist, ist der Umstand, dass das Museum überhaupt solche zweifelhaften ausländischen Investoren in Betracht ziehen musste. Sicher, Deutschland muss schon irgendwie sparen, aber nicht am Kapital der Zukunft, der Bildung und Kultur, denn das ist der einzige "Rohstoff", den wir hier wirklich produzieren.
So gesehen ist dieser Vorgang nicht etwa eine Ausnahme, sondern Symptomatisch. Bundesweit werden seit Jahren die Ausgaben für solche "unbedeutenden Nebensächlichkeiten" wie Museen, Denkmalschutz etc. immer weiter zurückgefahren, während gleichzeitig Milliarden in die Rüstung und andere, überaus sinnvolle Projekte investiert werden - verwiesen sei nur am Rande auf das "Schwarzbuch" des Bundes der Steuerzahler.
Zwar haben Museum und Schule auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun, aber beides sind Sachen des Kultuswesens. Es darf fleißig spekuliert werden, ob die Länder und Komunen in einen Teilbereich dieses Sektors investieren, was sie im anderen einsparen, die deutlich sichtbaren Zustände und entwicklungen in diesem Sektor lassen jedoch die Prognose recht eindeutig erscheinen. "Richtig" ist es aber bestimmt nicht.
(Quelle: Tagesspiegel)
Mittwoch, 3. Januar 2007
Sachen gibts... (108)
Normalerweise sind Fahrradfahren und Skisfahren zwei ziemlich verschiedene Sportarten, die sich scheinbar nicht wirklich kombinieren lassen. Ok, es gibt eine ganze Reihe Verrückte, die mit ihrem Drahtesel irgendwelche Skipisten runterfahren, aber das ist eher die Ausnahme.
Die Firma Ktrack hat sich da wohl gedacht "Das muss ja nicht sein" und bietet einen Umbausatz für das im Winter oft ein wenig zu kurz kommende Mountainbike an, mit dem sich aus dem Zweirad eine Art pedalgetriebener "Motor"Schlitten bauen lässt. In der Praxis sieht das dann so aus:
Durch den Umbausatz wird das - ehemalige - Fahrrad um zweieinhalb bis vier Kilogramm schwerer. Kosten wird der Spass um die US$ 400 für den Umbausatz hinten plus weitere US$ 140 für das Kit vorne - wer also wirklich will, kann vorne auch sein geliebtes Speichenrad behalten und muss nicht auf den Monoski ausweichen. Mit der Markteinführung ist in Kürze zu rechnen. Ein Importeur ist noch nicht bekannt und (mangels Schnee) in unseren Breiten ja auch nicht wirklich notwendig.
Ob der Betrieb dieses Gefährts durch die eigene Unfallversicherung abgedeckt wird, sollte man besser vorher erfragen, denn manche Versicherungen schließen inzwischen Schäden aus, die durch fortgeschrittenen Irrsinn verusrsacht werden...
Die Firma Ktrack hat sich da wohl gedacht "Das muss ja nicht sein" und bietet einen Umbausatz für das im Winter oft ein wenig zu kurz kommende Mountainbike an, mit dem sich aus dem Zweirad eine Art pedalgetriebener "Motor"Schlitten bauen lässt. In der Praxis sieht das dann so aus:
Durch den Umbausatz wird das - ehemalige - Fahrrad um zweieinhalb bis vier Kilogramm schwerer. Kosten wird der Spass um die US$ 400 für den Umbausatz hinten plus weitere US$ 140 für das Kit vorne - wer also wirklich will, kann vorne auch sein geliebtes Speichenrad behalten und muss nicht auf den Monoski ausweichen. Mit der Markteinführung ist in Kürze zu rechnen. Ein Importeur ist noch nicht bekannt und (mangels Schnee) in unseren Breiten ja auch nicht wirklich notwendig.
Ob der Betrieb dieses Gefährts durch die eigene Unfallversicherung abgedeckt wird, sollte man besser vorher erfragen, denn manche Versicherungen schließen inzwischen Schäden aus, die durch fortgeschrittenen Irrsinn verusrsacht werden...
Parasiten
Wenn wir das Wort "Parasiten" hören, denken wir meistens an Würmer, oder Viren, Bakterien, Wanzen, Schaben und andere Getier. Die Natur ist aber um einiges kreativer, wie dieser Film aus dem südamerikanischen Dschungel zeigt:
Wo gab es dieses Anti-Pilz-Zeugs zu kaufen?
Wo gab es dieses Anti-Pilz-Zeugs zu kaufen?
Geld machen (21)
Seit dem ersten Januar darf man für seinen "internetfähigen PC" Gebühren zahlen. Das gilt im Prinzip auch für Handys oder andere Geräte, die irgendwie ins Internet können. Ganze 5,32 Euro kostet es im Monat sind an die GEZ abzudrücken. Nach Angaben der GEZ betrifft die neue Gebühr die meisten Privatpersonen nicht. Haushalte, die bereits mindestens ein Radio angemeldet haben, dürfen auch einen internetfähigen PC als "Zweitgerät" betreiben, ohne extra dafür bezahlen zu müssen. Aber auch die Wirtschaft darf zahlen. Arztpraxen, Handwerksbetriebe und so weiter dürfen seit gestern auch für ihre PCs mit Internetzugang zahlen, was diese bestimmt freuen wird. Immerhin gilt aber auch für "Mittelständler" die sogenannte "Zweitgeräteregelung". Das ist doch toll.
Neu als Einnahmequelle der GEZ hinzukommen werden vor allem kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler, die ihrer Arbeit vom eigenen Arbeitszimmer in der eigenen Wohnung aus nachgehen. Für den gewerblich genutzten PC werden jetzt in jedem Fall zusätzlich 5,52 Euro fällig, selbst wenn andere Geräte in der Wohnung angemeldete sind. Der Rundfunkstaatsvertrag besagt, dass die Gebührenbefreiung der Zweitgeräteregelung nicht für Geräte in Räumen gilt, die zu anderen als privaten Zwecken genutzt werden. Toll, nicht?
Streng genommen gilt das auch für die gelegentliche Nutzung des privaten PCs für berufliche Zwecke - meint jedenfalls die GEZ. Ausgenommen von der Gebührenpflicht sind Lehrer und Richter sowie ehrenamtliche Tätigkeiten. Was allerdings alles unter "ehrenamtliche Tätigkeiten" fällt, ist nicht so ganz klar, wird aber wohl auch nicht so die breite Masse betreffen.
Aber für was bezahlt man da eigentlich? Sogenannte Podcasts und Streams von Sendungen der Tagesschau, die zeitversetzt im Netz angesehen werden können, gelten nicht als Rundfunk im Sinne des Gesetzes und können damit wohl kaum als Argument für diese Gebühr herhalten. Wahrscheinlich für die handvoll mal mehr, mal weniger mau funktionierender Streams des Radioprogramms ins Netz, die zumindest bei einigen Radiostationen der Öffentlich rechtlichen Radiosender zu finden sind - wenn man denn ausgiebig genug sucht und bereit ist, sich mit den zum Teil Haarsträubenden Lösungen auseinanderzusetzen.
Ein paar Stichproben, zum Beispiel bei Radio Bremen, ernüchtern. Zwar wirbt dieser Sender in den News "mit den beiden ersten Bremen-Vier-Webchannels", der Haken: "Unsere Sendungen (...) laufen dort in einer Endlos-Schleife." Genau so stellt man sich Radio vor - Endlosschleife vom Band. Bei anderen Sendern sieht es oft nicht viel anders aus, aber es sind auch genug direkte 1:1 Übertragungen des Radioprogramms ins Internet zu finden - wenn man die denn findet und erfolgreich abgespielt bekommt.
Und wie siehts aus mit Fernsehen? Fehlanzeige. Zwar bieten einige Sender ausgewählte Mitschnitte ausgewählter Sendungen an, aber mit "Live-Streaming" oder gar "Senden ins Internet" hat das nichts zu tun. Wahrscheinlich sieht man das auch in erster Linie unter dem Gesichtspunkt, dass die Gebühr für Internet-PCs ja gerade mal der für ein Radiogerät entspricht, also macht man auch nur Radio. Fernsehn wird frühestens dann kommen, wenn die Gebühreneinnahmen auch in Höhe der vollen Rundfunkgebühr gezahlt werden.
Dennoch steht die Frage im Raum, wer sowas eigentlich will. Das Konzeptradio der öffentlich-rechtlichen tut in den Ohren weh und die Werbepausen im Radio sind um ein Vielfaches penetranter und nerviger als die im Fernsehen. Trotzdem muss jeder zahlen - ob er will oder nicht.
Auswandern wäre eine Alternative.
Dienstag, 2. Januar 2007
Militär gegen das Volk
Es gibt Themen, die sind so hartnäckig, wie nervig. Eines der wohl hartnäckigsten und nervigsten Themen der jüngeren Vergangenheit ist das Thema "Bekämpfung des Terrorismus". Wir haben dazu jede Menge tolle Texte gehört und gelesen und eins ist inzwischen jedem klar: Das Argument der ständigen Bedrohung durch Terroristen - inzwischen weitestgehend gleichgesetzt mit "islamistische Extremisten" - wird von entsprechend eingestellten Politikern benutzt, um an Grundrechten abzuschaffen, was nur irgendwie abzuschaffen geht. Gerade in dieser Hinsicht ganz weit vorne dabei: Bundesminister des Inneren Wolfgang Schäuble (CDU).Herr Schäuble scheint ein Fan der Idee zu sein, die Probleme im Inland durch das Militär regeln zu lassen. Besonders im Vorfeld zur Fußball WM 2006 tat er sich durch einige nicht ganz unumstrittene Maßnahmen und Ideen hervor, die seinen Ruf als "Rechtsaußen" festigten. Was ist eigentlich so kritisch daran, das Militär im Inland einzusetzen und Polizeiaufgaben erledigen zu lassen? Zusammengefasst: Das Militär schützt den Staat, die Polizei die Bevölkerung. Wenn das Militär die Aufgabe der Polizei übernimmt, werden die Bürger zu Feinden des Staates. Welche Ausmaße das schnell annimmt, kann man in jedem besseren Geschichtsbuch zum Beispiel unter "Drittes Reich" nachlesen.
Nun hat sich Herr Schäuble mal wieder des Themas der täglichen Bedrohung angenommen, vor der es den Staat zu schützen gilt. Im Moment bereiten ihm die vielen Flugzeuge Sorge, die jeden Tag über unser Land fliegen. der "11. September" (2001, New York) hat uns gelehrt, dass Flugzeuge hervorragend dazu verwendet werden können, viel Schaden anzurichten. Herr Schäuble, ganz Fan der Überzeugung "es gibt eine absolute Sicherheit" will, dass man entführte Flugzeuge abschießen darf. Da seine erste Idee zu diesem Thema aber von den höchsten Gerichten abgelehnt wurde, musste er sich mit dem Thema neu befassen.
Herausgekommen ist dabei eine Idee, die im Prinzip aus einer Flugzeugentführung einen Verteidigungsfall macht. In den §87a des Grundgesetzes soll eingefügt werden, dass die Bundeswehr auch "zur unmittelbaren Abwehr eines sonstigen Angriffs auf die Grundlagen des Gemeinwesens" eingesetzt werden kann. Bisher darf die Regierung sie nur im Verteidigungsfall und zu Hilfsmaßnahmen bei größeren Katastrophen aus der Kaserne holen.
Wird ein Flugzeug entführt und drohen die Entführer mit einer Aktion ähnlich der des 11. Septembers, soll nach Ansicht des Herrn Schäuble der "Quasi-Verteidigungsfall" gelten. Damit gelten dann auch die Regeln des Kriegsvölkerrechts. Besonders hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die Regeln des Genfer Abkommens über den Schutz der Opfer bewaffneter Konflikte. Die besagen, dass nur solche Angriffe völkerrechtlich verboten sind, "die in keinem Verhältnis zu erwarteten konkreten und unmittelbaren militärischen Vorteilen stehen". Nach Ansicht von Herrn Schäuble ist es deshalb völlig legitim die unschuldigen Passagiere eines Flugzeugs zu töten, wenn so eventuell eine größere Katastrophe verhindert werden könnte.
Im Kern wägt Herr Schäuble nicht nur ein Leben gegen ein anderes Leben ab, sondern er macht das Töten von Zivilisten möglich, sofern es den Staat schützt. Die scharfe Trennung zwischen dem Einsatz des Militärs und dem Einsatz der Polizei wird bewußt aufgehoben. Wo aber ist die Definition der "Grundlagen des Gemeinwesens"? Was ist darunter zu verstehen? Fällt darunter wirklich nur eine Entführung eines Flugzeugs durch Terroristen? Wie ist es denn zum Beispiel mit Massenprotesten gegen Maßnahmen der Regierung? Bedrohen die nicht auch die Grundlagen des Gemeinwesens?
Der Tenor ist klar erkennbar und sollte gerade bei einem Innenminister des Bundes jedem ernsthafte Sorgen machen, denn gerade dieser Posten hat die Aufgabe, die Bevölkerung zu schützen und nicht die Bevölkerung zu Feinden des Staates zu erklären.
Labels:
Bundeswehr,
Deutschland,
Grundrechte,
Militär,
Schäuble,
Terrorismus
Desasteromaten zum Jahreswechsel
Dunkel wars, der Mond schien helle,als das neue Jahr blitzesschnelle
langsam um die Ecke kam.
Und mit einem leisen "klick" veränderte sich die Welt für uns Nikotin-Junkies. Während draussen für rund 100 Millionen Euro Raketen und Knaller die Nacht erhellten und in einen lauten Ort verwandelten, schalteten die Cigarettenautomaten in der deutschen Landschaft still und leise um: Zum Kauf des Suchtmittels ist seit dem 1.1.2oo7 ein Altersnachweis notwendig. Das ist Gesetz, und wenn man sich das Einstiegsalter grade für Cigaretten ansieht, macht das sogar Sinn. Irgendwie.
Das Problem dabei ist nicht einmal, daß diese Identifikation mitnichten intuitiv funktioniert, sondern man sich durch eine Reihe von Schritten in der korrekten Folge kämpfen muss, oder mit der vielsagenden Fehlermeldung "Der Vorgang wurde abgebrochen" belohnt wird.
Das Problem liegt eher darin, daß wir uns nun - mit einer entsprechend neuen Bankkarte oder einem Führerschein (nur die neuen Karten, euer alter rosa oder gar grauer Lappen hilft nicht) als entsprechend alt identifizieren müssen.
Und da wird wirklich nur das Alter verifiziert? Wer sagt mir das? Oh - OK. Wer sagt mir das, dem ich traue?
Nein, ich rede hier nicht von Überwachung zwecks Terrorbekämpfung. Aber passend zum Jahreswechsel kam (mal wieder) das Thema "Höhere Krankenkassenbeiträge für Raucher" auf den Tisch - Zufall? Brandenburg hat vorgemacht, wie schnell Bürgerrechte, grade im Bereich des Datenschutzes, ausgehebelt werden können. Kommt jetzt also die Frage, ob die neuste Datensammlung des Staates um Faktoren wie Kippenkonsum ergänzt wird - und ob allgemeine und private Krankenkassen dann auch folgerichtig drauf zugreifen dürfen.
Beziehungsweise - mittlerweile ist die Frage eher, ab wann sie es dürfen.
Als unbedarfter Konsument frage ich mich aber doch, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, den Tabakverkauf an Geschäfte, Tankstellen und die Gastronomie zu übertragen, statt rund 300 Millionen Euro für die Umrüstung von einer halben Million Automaten und die begleitende Werb... Verzeihung, Informationskampagne zu verplempe... zu investieren.Aber ich bin ja auch nicht vom Fach...
Labels:
Deutschland,
Grundrechte,
Innere Sicherheit,
Politik,
Silvester,
Sucht,
Überwachung
Montag, 1. Januar 2007
Frohes Neues!
Silvester ist vorbei und langsam - ganz langsam - stellt sich auch wieder eine gewisse Nüchternheit ein. Ich hoffe, alle haben die vergangene Nacht gut überstanden und machen sich nicht zu viele Sorgen darum, wie sie das neue Anhängsel denn nun am besten den Bekannten und der eigenen Familie erklären, nicht wahr Herr T. aus O. an der H.? :-)
Ich hatte jedenfalls meinen Spass und bin recht gut ins neue Jahr gekommen - auch wenn mir irgendwann heute Nacht irgendwie eine Plombe abhanden gekommen ist und sich darum schon morgen das neue Jahr wegen des jetzt anstehenden Zahnarztbesuchs einige seiner Kredite versaut. Aber wie heißt es so treffend? "Irgendwas ist ja immer."
Noch ein paar Impressionen der vergangenen Nacht:
Ich hatte jedenfalls meinen Spass und bin recht gut ins neue Jahr gekommen - auch wenn mir irgendwann heute Nacht irgendwie eine Plombe abhanden gekommen ist und sich darum schon morgen das neue Jahr wegen des jetzt anstehenden Zahnarztbesuchs einige seiner Kredite versaut. Aber wie heißt es so treffend? "Irgendwas ist ja immer."
Noch ein paar Impressionen der vergangenen Nacht:
Abonnieren
Posts (Atom)