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Dienstag, 7. Juni 2011

Gerade, im Chat...

XXXX: "Ich hab gerade gelesen, dass Du so komische Elektrokacke hörst?"
ich: " *?* "
XXXX: "Ja hier auf Facebook hast Du voll den kranken Link gepostet zu so Kackmusik... Wie kannst Du sowas nur anmachen und dann auch noch weiterverbreiten?"
ich: " *???* "
XXXX: "Das ist doch echt das Allerletzte. Wer diesen Elektroscheiß hört, so ne Elektroschlampe ist, der ist doch auch Nazi."
ich: "...äh..."
XXXX: "Du bist doch auch son Nazi."
ich: "Du weißt schon mit wem Du gerade chattest, ja?"
XXXX: "Deine verkackte Tapirherde ist doch auch son rechtes Dreckloch. Verboten gehört sowas."
ich: "wat? wait... WAT?"
XXXX: "Pass bloß auf Du Naziwichser. Wir kommen die Tage mal vorbei und zeigens Dir!"
ich: "okay..."

(Name und Adresse bekannt, Rechtschreibung großflächig korrigiert)
Irgendwie bekommt das Wetter manchen Leuten nicht...

Mittwoch, 24. März 2010

Zitat des Tages (5)

"Der durchschnittliche digitale Profi ist 36,1 Jahre alt, meist männlich und berufstätig. Dieser Typus verfügt sowohl Zuhause als auch im Büro über eine sehr gute digitale Infrastruktur. Seine Kompetenzen sind umfangreich, was sich insbesondere in ihren professionellen Fähigkeiten widerspiegelt. Ob Makroprogrammierung oder Tabellenkalkulation, der digitale Profi fühlt sich auch auf diesem komplexen Terrain zuhause."

tns infratest, Pressemitteilung vom 18.03.2010

Montag, 15. März 2010

25 Jahre

CNN erinnerte mich gerade daran, dass heute vor 25 Jahren, am 15. März 1985, die erste .com Webseite im Internet erschien: "Symbolics.com". Gut zwei Jahre später gab es immerhin schon 100 Sites. 1995 waren bereits 18.000 Websites online. Heute existieren nach Auskunft der Information Technology & Innovation Foundation (ITIF) mehr als 80 Millionen .com-Domains. Die ersten 10 Jahre des Web erlebten nur ca. 0.1% des Wachstums, die vergangenen 15 Jahre machten dagegen 99,9% aus. Ein Ende des Wachstums des Internet ist noch lange nicht abzusehen: Der Handel im Internet machte nach einer vergangenes Jahr veröffentlichten Studie von Hamilton Consultants und der Harvard Business School gerade 2% des Gesamtvolumens der US-Wirtschaft aus. Wie eine Freundin von mir zu sagen pflegte: "Da geht noch was..."

Ich bin zwar noch keine 25 Jahre "online", aber nahe dran. Erinnere ich mich an die Anfänge und vergleiche ich das mit der Situation heute, dann fallen mir vor allem zwei Dinge auf. Erstens: Die Benutzung ist zwar einfacher, aber nicht weniger komplex geworden. Sich im Internet zu bewegen setzt noch immer ein umfangreiches Wissen über die Benutzung verschiedener Programme und vor allem das Suchen, Finden und Strukturieren von Informationen voraus. Zweitens: Die Verfügbarkeit des Internet hat sich zunehmend in eine Abhängigkeit gewandelt. Nicht in Form einer Sucht, obwohl auch das ein nicht unwichtiges Thema ist, sondern in eine faktische Abhängigkeit. Immer mehr alltägliche Funktionen hängen direkt oder indirekt vom Internet ab. "Damals" galt ich bei der Mehrheit meiner Bekannten als Freak, als Sonderling, der ein merkwürdiges Hobby hat. Und heute? Heute gilt oft als Sonderling, wer keinen Zugriff auf das Internet hat, nicht online ist.

Ein schöner Anlass für mich, einen Augenblick inne zu halten und einen Blick zurück auf den Weg zu werfen, den ich vom TTY- und BBS-Anwender (Subetha, New Order, D-Box Hamburg), Newsnetleser zum Blogger Tapirherde und darüber hinaus gegangen bin. Namen und Gesichter fallen mir wieder ein, die mal sehr wichtig in meinem (Netz-)Leben waren und seit Jahren in der Versenkung verschwunden sind (RedRat, KrystalFlame, Black, Raskir, Gianni, und wie sie alle heißen), aber auch Netzknoten, an denen ich viel Zeit verbracht habe (Nightfall, Sorcery Net). Wie meine Netzwelt in 25 Jahren wohl aussehen mag?

Donnerstag, 4. März 2010

China und das Internet - Wussten Sie schon...?

Wenn ich mich mit anderen über Asien unterhalte, speziell über China, begegne ich überwiegend der Überzeugung, dass Chinesen im Prinzip genau so "sein" müssten, wie wir Europäer, dass sie bloß das Pech haben, nicht in einer Demokratie zu leben. Darum müsse "man" (gemeint ist hier wohl "der Westen") den armen, unterdrückten Chinesen helfen. Wenn ich darauf vorsichtig entgegne, dass gerade wir, die hier in Deutschland aufgewachsen sind, meistens weder Ahnung von der Mentalität, noch eine Vorstellung davon haben, wie das Leben in China tatsächlich funktioniert, sind die Reaktionen für mich vorhersehbar: Sie reichen von Ablehnung und Unglauben über Bedauern ob meiner Ignoranz und meines Unwissens, bis hin zur Unterstellung, dass ich ja ein Gegner von Demokratie und Menschenrechten sein müsse.

Ich glaube keinesfalls, dass ich ein "Kenner" oder "Experte" oder gar "Insider" bin, was speziell China angeht. Aber ich glaube, dass ich mir im Laufe der Jahre ein gewisses Begreifen darüber angeeignet habe, wie gewaltig die Unterschiede zwischen den Kulturen und deren Weltanschauungen sind und wie viel auf beiden Seiten über den jeweils anderen noch zu lernen ist. Gerade vor dem Hintergrund, dass China auf dem Weg ist zu einer, wenn nicht sogar zu der, Weltmacht aufzusteigen. Ohne Grund diskutieren Politiker und Militärs in den USA bestimmt nicht in zunehmender Offenheit darüber, wie zukünftig mit China umzugehen ist und was dieser Aufstieg für das geopolitische Gleichgewicht der Zukunft bedeutet.

Erst vor einigen Tagen (okay, etwas mehr als eine Woche ist es schon her) hatte ich eine Unterhaltung mit einem Bekannten darüber, welche Rolle und Bedeutung das Internet in China heute wohl haben mag. Mein Gesprächspartner wies darauf hin, dass, gemessen an der Gesamtbevölkerung, die Anzahl der Internetnutzer in China vergleichsweise klein sei. Wir fanden (dem mobilen Internet in der Hosentasche sei Dank) heraus, dass Mitte 2009 knapp 26% der Einwohner Chinas Internetuser waren. Zum Vergleich: In Deutschland wurde die Zahl 2009 auf etwas mehr als 67%, in den USA auf mehr als 74% der Bevölkerung geschätzt. Im Vergleich klingt das prozentual wenig. Allerdings wird gerne die Größe ignoriert. In Deutschland leben nach aktuellen Schätzungen knapp 82 Millionen und in den USA fast 309 Millionen Einwohner. In China leben hingegen 1,3 Milliarden Menschen, von denen mehr als ein Viertel das Internet benutzen und das wiederum sind fast so viele Menschen, wie in den USA und Deutschland zusammengezählt leben, nämlich ungefähr 338 Millionen Chinesen, Tendenz deutlich steigend.

In unserer Unterhaltung konnten wir die Frage schlussendlich nicht befriedigend beantworten, welche Rolle das Internet im Alltag in China spielen mag. Dazu waren die Informationen zu vielfältig, widersprüchlich und auch zu schlecht zu überprüfen. Aber Phänomene wie zum Beispiel die professionellen "Goldfarmer" in WoW und auch die wahrscheinlich auf Hacker aus China zurückgehende Attacke auf Google neulich ließen uns vermuten, dass wir die Bedeutung aus unserer Perspektive heraus wahrscheinlich deutlich unterschätzen.

Diese Unterhaltung hätte ich bestimmt bald wieder vergessen, wenn heute nicht in der New York Times ein Artikel erschienen wäre, der - oh Wunder der Choreographie - sich mit diesem Thema beschäftigt, wenn auch mit einem Aspekt, von dem ich nicht einmal ansatzweise vermutete, dass der eine Rolle spielen könnte: renrou sousuo yinqing - Sinngemäß übersetzt "Suchmaschinen für menschliches Fleisch".

Auch wenn der Titel es vermuten lässt: Es geht dabei weder um Organhandel noch um die Suche nach Prostituierten oder Kannibalismus. Es geht in dem Artikel um einen Aspekt sozialer Vernetzung, Interaktion und Kooperation, gegen den mir "Anonymous" wie ein unbedeutender Nebeneffekt aus dem Tollhaus pubertierender Jugendlicher vorkommt. Der Artikel ist unbedingt lesenswert, denn er eröffnet eine - zumindest mir - völlig neue Sichtweise darauf, wie die ins Internet hineinwachsende Bevölkerung Chinas "tickt" - und was wir von ihr in Zukunft vielleicht zu erwarten haben.

Dienstag, 2. März 2010

Lesetipp: Skriptum Internet-Recht

Wer sich mit dem Internet beschäftigt, insbesondere als Betreiber einer Webseite, eines Weblogs oder sonstwie aktiv ist, der gerät früher oder später in die Situation, dass er (oder sie) sich mit dem geltenden Recht auseinander setzen muss. Gesetzestexte lesen ist nun wirklich nicht jedermanns Sache und so ganz ohne Erklärung versteht der Laie viele dieser Texte beim ersten Lesen völlig falsch.

Das Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht der Uni Münster hat da aber ein sehr praktisches Hilfsmittel parat: Das Skriptum Internet-Recht. Dieses kostenlos erhältliche Buch (PDF) gibt einen sehr umfangreichen Überblick über die in Deutschland geltende Rechtslage für alle möglichen Bereiche. Der Haken? Es ist mit 522 Seiten ein wenig länger...

Meiner Meinung nach eine nahezu unverzichtbare Lektüre, die man ruhig griffbereit haben sollte.

PS: Und wer als Gewerbetreibender im Netz aktiv ist, sollte bei der Gelegenheit ruhig mal einen Blick auf dieses Merkblatt werfen.

Sonntag, 28. Februar 2010

Liberale Grundrechte

Wenige werden bestreiten, dass das Internet eine Revolution war, die fast jeden Lebensbereich moderner Gesellschaften auf die eine oder andere Art tangiert. Für Menschen wie mich ist das Internet eine Selbstverständlichkeit geworden, zum Teil sogar eine Notwendigkeit des Alltags. Ich denke da insbesondere an die Kommunikation mit anderen, die ich ohne das Internet nicht nur nicht erreichen könnte, sondern wahrscheinlich auch nie kennengelernt hätte. In der Zeitspanne, die ich die Entwicklung des Netzes überschauen kann, haben sich extrem viele Dinge verändert und sehr viele dieser Veränderungen empfinde ich als sehr positiv. Andererseits sind auch Entwicklungen zu beobachten, die problematisch sind. Eine der wohl problematischsten Entwicklungen ist die Handhabung von personenbezogenen Daten.

Firmen und staatliche Stellen haben aus unterschiedlichen Gründen einen schier unstillbaren Datenhunger. In immer deutlicherem Umfang zeigt sich, dass Daten ohne Wissen und oft auch ohne Zustimmung des Anwenders aus unterschiedlichsten Bereichen zusammengeführt und genutzt werden. Firmen haben zum Beispiel ein enormes Interesse daran, über ihre tatsächlichen und potentiellen Kunden möglichst viel zu Wissen. Der Handel mit Daten ist nicht ohne Grund ein riesiger Wachstumsmarkt. Der Anwender steht dieser Zusammenführung oft hilflos gegenüber, denn will er verschiedene Dienstleistungen nutzen, bleibt ihm meistens nichts anderes übrig, als der Nutzung seiner persönlichen Daten durch den Anbieter zuzustimmen. Zwar hat er hier und da Auskunftsrechte und auch die Möglichkeit zum Widerspruch, aber ob das auch wirklich so eingehalten wird und von wem, das kann er meistens nur sehr indirekt überprüfen.

Dieses Problem betrifft nicht nur Deutschland, sondern alle. Im zunehmenden Maße wächst der Druck auf, aber auch das Eigeninteresse der Politiker weltweit, Regeln zu finden und Mechanismen zu schaffen, die dem Anwender zumindest einen Grundstock an Mitspracherecht einräumen. Heute wandte sich der amtierende Bundesminister des Innern, Thomas De Maizière (CDU), an die Öffentlichkeit:
"Selbstbestimmung im Netz setzt zudem voraus, dass Softwarehersteller und Diensteanbieter ihre wirtschaftliche Macht nicht ausnutzen und ausnutzen können. Die Nutzer müssen eine echte Wahl haben, ob sie etwa die Weitergabe ihrer Daten akzeptieren oder nicht. " "Die Privatautonomie ist ein hohes Gut und dient der freien Entfaltung der Persönlichkeit." "Zur Selbstbestimmung gehört auch die Möglichkeit der nachträglichen Kontrolle." "Das Wissen darüber, welche Wege die Daten genommen haben, ermöglicht mir, mein Verhalten gegebenenfalls zu überdenken und für die Zukunft zu ändern. Es ist zudem Voraussetzung für die Gewährung von Rechtsschutz, mit dem die Löschung von Daten, die Haftung bei Rechtsverletzungen oder gar strafrechtliche Sanktionen geltend gemacht werden können." "Schließlich muss der Einzelne die Wahl haben, wie er im Internet kommuniziert, ob er seine Identität preisgibt oder nicht. Es ist legitim und schützenswert, bestimmte Kommunikationsformen im Internet anonym oder unter einem Pseudonym zu nutzen."
De Maizière schlägt deshalb vor, dass sich Politiker, Vertreter der Wirtschaft und auch Anwender zusammensetzen und gemeinsam Methoden und Werkzeuge entwickeln, mit der dieser Anspruch umgesetzt werden kann.

Zur Zeit sieht es ja eher so aus, dass der Anwender im Netz nur mit Glück erfährt, dass seine Daten genutzt werden. In welchem Umfang sie genutzt werden, erfährt er meistens nicht und die Möglichkeiten zum Widerspruch sind begrenzt und oft unglaublich kompliziert. Der Anwender ist im Prinzip gezwungen, von jedem einzelnen Unternehmen entsprechende Informationen einzufordern. Aber wer weiß denn schon, welche Unternehmen Daten über ihn gesammelt haben? Wenn es darum geht zu erfahren, wohin diese Daten weitergegeben wurden, steht der Anwender auf verlorenem Posten. Zu Recht fordert De Maizière ein, dass die in der Verfassung garantierten Grundrechte zu achten sind und nicht nur für Firmen gelten, sondern eben für alle und dazu gehört auch der einzelne Anwender. Kaum jemand wird der Idee widersprechen, dass die Grundrechte nicht irgendein Fantasiegebilde sein dürfen und wer sich mit dem Problem der Sicherheit seiner persönlichen Daten befasst hat, wird auch sehr schnell zustimmen, dass hier enormer Nachholbedarf besteht.

Ach wirklich?

Die innenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Gisela Piltz, verkündete stellvertretend für die FDP als direkte Antwort auf den Vorschlag des Innenministers folgende Haltung:
"Ein solcher bürokratischer Aufwand, der mit hohen Kosten für die Unternehmen verbunden ist, ist durch nichts gerechtfertigt."
Die FDP ist der Ansicht, dass der vom Innenminister vorgeschlagene Ansatz viel zu bürokratisch ist. Natürlich sollten die Daten von Firmen "möglichst kostenlos" zur Verfügung gestellt werden. Eine Verpflichtung von Unternehmen diese Informationen ungefragt mitteilen zu müssen, lehnt sie aber kategorisch ab. Wer weiß denn schon, ob der Bürger das wirklich wissen will? Nachher fühlt er sich noch belästigt.

Diese Haltung verdeutlicht zwei grundlegende Einstellungen der FDP. Erstens: Grundrechte des Bürgers interessieren gefälligst einen Scheiß, wenn deren Einhaltung Firmen Geld kostet. Zweitens: Wenn der Bürger schon auf sein Recht bestehen können soll, dann darf es ihm doch bitte nicht zu einfach gemacht werden. Nachher reißt das noch ein und der Bürger kommt auf die Idee, seine Rechte oder gar den Grundsatz "gleiches Recht für alle" für bare Münze zu nehmen.

Ich meine, die Linkspartei lässt man vom Verfassungsschutz in manchen Bundesländern beobachten, weil man ihr nachsagt, dass einige ihrer Thesen nicht zur freiheitlich demokratischen Grundordnung passen sollen. Wenn ich mir im direkten Vergleich jedoch anschaue, welche Haltung die FDP in aller Öffentlichkeit zum Thema Grundrechte einnimmt, dann frage ich mich, wie eine solche Partei allen ernstes als Bestandteil einer REGIERUNG auch nur eine Minute lang geduldet werden kann.

Vermutlich ist aber einfach nur mein Verständnis von Grundrechten nicht mit Deutschland zu vereinbaren.

Dienstag, 23. Februar 2010

In eigener Sache: Twitter

Mir gingen ein paar Leute ziemlich lange damit auf den Sack und haben es letztendlich dann sogar geschafft, mich von den "Vorteilen" zu überzeugen - lies: Man hat lange genug an meiner Neugierde und Experimentierfreude herumgespielt. Tapirherde hat jetzt Twitter. Oder besser: Ich habe einen Twitter-Account. Ob das der Weisheit letzter Schluss ist, weiss ich auch nicht, aber es sieht zumindest witzig aus und es ist billiger als SMS.

Wer dem Leittier "folgen" möchte: http://twitter.com/Alphatapir.

Rechts am Rand ist darum jetzt auch dieses Twitter-Dingsi eingebaut und so wie es aussieht, tut das sogar! Ich bin begeistert.

Montag, 15. Februar 2010

Der falsche Klick

Das OLG Hamburg fällte heute ein Urteil (AZ: 2-27/09 REV), das bei vielen Computerbenutzern auf die eine oder andere Art für Aufmerksamkeit sorgen wird. In einem Verfahren, in dem es um den Besitz um Kinderpornographie ging, musste das OLG in einem Revisionsverfahren darüber entscheiden, ob es maßgeblich für den "Besitz" ist, dass die auf dem Computer gespeichert werden. Die bisherige Rechtsprechung urteilte, dass straffrei ausging, wer entsprechendes Material auf seinem Rechner betrachtete, ohne entsprechende Daten auf den Rechner herunterzuladen und zu speichern.

Nach Ansicht des OLG Hamburg ist bereits das Betrachten (!) von Kinderpornographie auf Internetseiten strafbar. Das Vorhandensein der Daten im Arbeitsspeicher eines Rechners, auch ohne manuelles Abspeichern, mache den Benutzer zum Besitzer der Daten im Sinne der Rechtsprechung. Nach Auffassung des OLG reicht das vorsätzliche (aka: das bewusste und gewollte) Abrufen und Betrachten von Daten mit kinderpornographischem Inhalt aus, um den Straftatbestand des Besitzes zu erfüllen. Nach Auffassung des Gerichts hat der Benutzer bereits beim Aufrufen der Daten die volle Verfügungsgewalt über diese Daten.

Der vorsitzende Richter G. Harder spricht dem Urteil eine große rechtspraktische Bedeutung für den Alltag zu. Der Wille des Gesetzgebers in Bezug auf den Begriff des "Besitzes" müsse auch bei nicht körperlichen Dingen wie Daten aus dem Internet gelten. Zwar habe der Gesetzgeber die Lücke erkannt, die politische Diskussion um dieses Problem jedoch eingeschlafen.

Ohne Frage hat dieses Urteil sehr weitreichende Konsequenzen. Wenn das Vorhandensein von Daten im Arbeitsspeicher des Rechners bereits den Besitz qualifiziert, dann gilt das nicht nur für Kinderpornographie. Das Urteil wurde zwar speziell für einen solchen Fall gesprochen, aber der Tenor ist das Entscheidende. Der Auffassung dieses Urteils folgend gilt der Besitz demnach auch für Webstreams, die auf einem Rechner abgespielt werden. Das wiederum dürfte besonders die Medienindustrie interessieren, der bereits seit langer Zeit Webradios und die in jüngerer Vergangenheit zunehmend beliebter werdenden Film-Portale ein Dorn im Auge sind.

Erhebliche Probleme dürfte es für den Benutzer geben, wenn es um die Frage des Vorsatzes geht. Wie will man nachweisen, dass man einen Link "aus Versehen" angeklickt hat oder wie will man beweisen, dass sich das Fenster ohne eigenes Zutun öffnete? Was wenn man gar nicht weiß, dass entsprechende Daten im Hintergrund über den eigenen Rechner transportiert werden, etwa weil man einen Proxy betreibt oder der eigene Rechner gehackt wurde? Zwar schafft das Urteil insofern Rechtssicherheit, als dass Kinderpornographie in Zukunft noch besser bekämpft werden kann, aber es schafft auch erhebliche Unsicherheit für den Anwender.

Ich frage mich ernsthaft, wie man als Anwender beweiserheblich dokumentieren und nachweisen soll, was auf dem Rechner mit Wissen und Wollen des Anwenders passiert. Ich meine, man hat ja schon wenig Einfluss darauf, was eine Webseite, die man öffnet, für Inhalte präsentiert. Wie soll ein Anwender, der keine Ahnung von Computern hat, nachweisen, dass er eben nicht weiß, was für Programme auf seinem Rechner installiert sind, geschweige denn, was diese tun?

Irgendjemand eine Idee?

Donnerstag, 11. Februar 2010

Wir wollen auch!

Wir machen uns hier in Deutschland mal mehr, mal weniger, deutlich und umfangreich Sorgen um "Zensur". Die letzte groß angelegte öffentliche Debatte rankte sich "neulich" um das BKA-Gesetz und die von der (damaligen) Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend von der Leyen (CDU) initiierten Stoppschilder. Letztere Gesetzesinitiative wurde zunächst vom Bundespräsidenten Köhler wegen einiger Verfassungsrechtlicher Bedenken nicht unterzeichnet und an die Regierung mit der Bitte um weiter Erläuterungen zurückgegeben und ist jetzt offiziell ganz vom Tisch.

In anderen Ländern hingegen treiben die Zensurbestrebungen immer seltsamere Blüten. Die Rede ist dabei gar nicht von den üblichen Verdächtigen, lies China oder Iran (z. B.), sondern von einem Land, das wir hier meistens gar nicht mit Zensur in Verbindung bringen, nämlich Australien. Erst jüngst hatte man dort ein Gesetz eingeführt, nachdem anonyme politische Meinungsäußerungen künftig illegal sind. Heute wurde bekannt, dass die australische Regierung mit noch einer sehr viel weitreichenderen Idee hantiert. Die Regierung trat an Google heran und verlangte, dass Google als Betreiber von Youtube, doch bitte dafür zu sorgen habe, dass in Australien als "refused classification content" bewertete Inhalte nicht aufrufbar sein.

Solcher "refused classification content" (RC) ist nun nicht etwa das, was bei uns mit Werbe- und oder Verkaufsverboten belegt wird, sondern umfasst ein weitaus größeres und umfangreicheres Spektrum an Materialien und Informationen. So werden unter RC zum Beispiel Anleitungen für die sichere Handhabung von Drogen gefasst, aber auch Hinweise zum Anbringen von Graffiti, Informationen über Euthanasie und vieles anderes mehr. Es geht dabei nicht mal um Inhalte, die Aufforderungen zur Nachahmung enthalten, sondern generell um alle Informationen darüber. Man stelle sich vor, das in Deutschland geltende Verkehrsverbot für Adolfs "Mein Kampf" gelte für alle Informationen über Verbrechen des NS-Regimes.

In Australien wird zurzeit eine Gesetzgebung erarbeitet, die ISP dazu zwingt, dass Webseiten, die auf einer RC-Blacklist stehen, von Australien aus nicht mehr aufrufbar sein dürfen. Die Regierung bestätigt, dass sie "Gespräche" mit Google führe, um zu erreichen, dass sich diese Firma an das Gesetz halte und entsprechende Inhalte für Australien blockiere. Die Australische Regierung will die Filterung von Google umgesetzt sehen, weil man sich darüber im Klaren ist, dass ein entsprechender nationaler Filter den internationalen Internetverkehr erheblich ausbremsen würde und außerdem sehr sehr teuer wäre.

Google reagierte darauf nicht begeistert und teilte mit, dass durch das Ansinnen der Politiker auch eine Menge zwar politisch kontroverser, insgesamt jedoch völlig harmloser Inhalte zensiert würden. Google lehnte das Ansinnen der Politiker deshalb rundweg ab. Laut Google sei es von vitalem Interesse für jede Demokratie, dass solche Themen der Öffentlichkeit zugänglich sind, damit solche Themen diskutiert werden können.

Conroy wiederum reagierte auf die Antwort von Google etwas verschnupft und sagte in einem Fernsehinterview:
"What we're saying is, well in Australia, these are our laws and we'd like you to apply our laws." "Google at the moment filters an enormous amount of material on behalf of the Chinese government; they filter an enormous amount of material on behalf of the Thai government."
Google wiederum reagierte auf den Vergleich mit China und Thailand sehr allergisch und ließ über die australische Verantwortliche für Googles Richtlinien mitteilen, dass Conroys Vergleich mit China weder relevant noch hilfreich sei. Vor dem Hintergrund, dass Google jüngst wegen exakt dieser Zensuransinnen der Regierung angedroht hat sich aus China zurückzuziehen, kann ich das sogar gut verstehen. Außerdem wirft es doch ein sehr merkwürdiges Licht auf Australien, wenn die Politiker dort das Vorgehen in China als nachahmenswertes Vorbild betrachten und im eigenen Land umgesetzt sehen wollen. Google ließ unterstreichen, dass man in diesem Unternehmen sehr deutlich für das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung eingestellt sei.

Wenn es nur um Inhalte ginge, die ohne Debatte nicht unkontrolliert zirkulieren sollten - oder besser noch: gar nicht (ich denke da z. B. an Kinderpornographie u. ä.) - ich würde der australischen Regierung sogar zustimmen. Aber was man sich dort gerade einfallen lässt, geht weit darüber hinaus. RC-Content ist quasi alles, was irgendwie im Zusammenhang mit irgendwelchen Gesetzesübertretungen gesehen werden kann. An der Stelle muss man dann doch mal fragen, wie viel zu viel ist. Ich sehe die Entwicklung in Australien jedenfalls mit einiger Sorge und finde es bemerkenswert, dass Google sich so offen gegen das Ansinnen der Politiker stellt - auch wenn ich eher glaube, dass im Hintergrund eher das Geld und nicht die moralische Überzeugung den Ausschlag gibt, aber ich kann mich da ja auch irren.

Interessant wäre auch zu verfolgen, wie Australien die Einhaltung dieser diskussionswürdigen Gesetze erzwingen will. Die Infrastruktur und Daten befinden sich nicht in Australien, sondern in den USA und es wäre doch etwas sehr seltsam von einer in den USA beheimateten Firma zu verlangen, dass sie sich in den USA an Gesetze halten muss, die in Australien gelten.

Aber das könnte eine reichlich akademische Diskussion sein.

Dienstag, 9. Februar 2010

Nützlicher Link

Mit einem Bekannten hatte ich gerade eine interessante Unterhaltung über das Thema "soziale Netzwerke als Datenkraken". Da das Thema zur Zeit an vielen Stellen hinreichend zu Tode debattiert wird, erspare ich es mir und Euch, meinen Senf dazu abzugeben: Wirklich neue Erkenntnisse oder Gedanken habe ich der Diskussion auch nicht beizusteuern.

Mein Bekannter machte mich während unserer Unterhaltung auf einen Link aufmerksam, den ich für ziemlich nützlich und sinnvoll halte und der auch Euch vielleicht interessiert:


Hinter diesem Link ist die Facebook-Seite "Von Datenbank entfernen" (sic) zu finden, über die man als Nichtnutzer dieses Netzwerkes der Speicherung seiner Daten untersagen kann. Wer eingetragener Nutzer ist und sich vielleicht doch nicht so besonders wohl bei dem Gedanken fühlt, was genau Facebook wohl alles mit seinen Daten treibt, der kann über einen weiter oben auf jener Seite zu findenden Link seinen Account löschen (lassen), muss darauf aber 14 Tage warten.

Donnerstag, 11. September 2008

Datum

ZeitungWohl fast jedem ist es schon mal passiert einen Artikel zu lesen und sich zu fragen, von wann dieser Text eigentlich ist. Manche Medienhäuser halten es für eine grandiose Idee, ihre Online-Artikel durch das Vorenthalten des Datums der Veröffentlichung interessant zu gestalten. Immer wieder findet man im Netz Publikationen, die sich hartnäckig weigern, dem Leser in irgend einer Form Auskunft darüber zu geben, von wann ein bestimmter Artikel ist. Die Begründungen - wenn man denn überhaupt eine erhält - reichen von abstrusen technischen Behauptungen ("Das geht nicht") über haarsträubende Verweise auf das Urheberrecht bis hin zu der Feststellung, dass wirtschaftliche Aspekte im eigenen Haus dies so vorgeben ("Das Marketing will das so").

Man kann dieses eigenwillige Verhalten beurteilen, wie man will. Eins ist es mit Sicherheit nicht: Klug. Leser einer Internetzeitung in Florida hielten eine Mitteilung von 2002 für "brandaktuell" und super toll, das United Airlines pleite sein soll. Sie hielten diese Uraltmeldung für dermaßen "toll", dass sie mit der "Vote News" Funktion dafür sorgten, dass diese Mitteilung im Ranking der Webseite weit nach vorne gelangte. Welcher Leser macht sich schon die Mühe und vergleicht mit anderen Medien?

Derart nach vorne geschoben fand der Newscrawler von Google diese undatierte Nachricht von 2002 und hielt sie, wohl auch wegen des aktuellen Bezugs zum 11. September, für "neu". Der Haken ist allerdings, dass das zwar 2002 aktuell war, heute aber überhaupt nicht den Tatsachen entspricht. Da dieser Artikel aber nicht datiert war, setzte der Newscrawler die Mitteilung am 8. September 2008, mehr als sechs Jahre nach dem Event, als "News von heute" auf die Titelseite.

Kaum dort erschienen, reagierten andere Automatismen. Weitere Webseiten griffen die Story auf und die automatischen Schutzmechanismen des Finanzmarktes griffen ein, um das Kapital der Anleger zu schützen. Vereinfacht: Banken grasen automatisiert Webseiten ab, um wichtige Meldungen zu finden. Taucht eine solche auf mehreren bestimmten Webseiten auf, werden automatisch bestimmte Mitteilungen verschickt. In diesem Fall wurde im Prinzip die Mitteilung verschickt "United pleite, Aktien sofort verkaufen".

Die Anleger taten genau das und so fiel die Aktie binnen kürzester Zeit von 12 US$ auf 3US$, was einem Kapitalverlust von 1.4 Milliarden US$ entspricht. Zwar erholte sich die Aktie im Laufe des Tages wieder, schaffte es aber nur wieder auf knapp 10 US$ zu steigen. United Airlines verlor so rund 300 Millionen US$ Kapital.

Ob dieser Vorfall Folgen haben wird, ob z. B. United Airlines die Zeitung verklagen werden, ob sich die Börsenaufscht einschaltet oder ähnliches, ist unklar, dürfte aber nicht ganz unwahrscheinlich sein. South Florida Sun-Sentinel hält sich zu dem Thema jedenfalls bedeckt und datiert jetzt seine Meldungen...

(Quelle: Wall Street Journal, Google)

Sonntag, 3. August 2008

Überschrift des Tages (81)

Wie sorgt man dafür, dass das Internet ein sicherer Platz wird? Genau! Man sorgt dafür, dass möglichst viele Dummuser aus dem Netz verschwinden. Dieser Prämisse folgend veröffentlicht die Welt folgenden Artikel:

Liste der 100 gefährlichsten Internetseiten
Nun belässt man es nicht etwa dabei, in branchenüblicher Manier über die Gefahren des Webs zu diskutieren oder von den Risiken zu erzählen. Nein, weit gefhlt. Fein säuberlich sortiert und kategorisiert listet die Welt 100 URLs auf, wo es zum Beispiel die besten Virenbaukästen gibt, wo man Cracks und illegale Filme herbekommt und vieles mehr. Aber immerhin warnt die Redaktion eindringlich: "Kleinste Fehler gefährden Sie selbst und andere".

Da kann man eigentlich nur noch gratulieren.

(Quelle: Welt)

Montag, 14. Juli 2008

The Website is down

Für alle geplagten Admins, Callcenter- und technischen Kundendienstmitarbeiter das folgende Video:

(Danke Hoffi)

Montag, 7. Juli 2008

Das Salzige darin...

Fotografen sind ein äußerst eigenwilliges Völkchen. Wie eigenwillig erschließt sich Außenstehenden meistens nicht und auch mir wurde erst nach und nach klar, was für bemerkenswerte Mitmenschen vergleichbare Interessen wie ich haben. Heute in einem großen Forum:

Anmerkungen: Canon verwendet kein Leder am Gehäuse seiner Kameras (Nikon übrigens auch nicht), sondern sehr festes Gummi. Die Griffe einer Kamera sind mit Sicherheit nicht das Empfindlichste an einer Kamera...

(Quelle: DSLR-Forum)

Freitag, 23. Mai 2008

Gema, Schwedenstyle

MP3 Download Illegal Internet MusikWenn heute vom Internet gesprochen wird, dann geht es in den Köpfen nicht weniger entweder um Pornographie oder um Musik, die man sich aus dem Internet "besorgt". Natürlich wird niemand vor großem Publikum zugeben, dass auch er oder sie das tue. Das ist ja schließlich böse. Die Medienindustrie betrachtet nicht ganz ohne Grund pauschal jeden Internetanwender als potentiellen Dieb. Angesichts von knapp 312 Millionen alleine von Deutschen angeblich geklauten Titeln dürfte jeder einzelne Deutsche rund 4 Lieder pro Jahr "klauen". Da das aber niemand wirklich macht, sind diese Zahlen natürlich völlig frei erfunden.

Egal wie das mit diesen Zahlen nun ist. Egal, wer jetzt tatsächlich oder vermeintlich welchen Anteil daran hat und ob das jetzt so schwerwiegend ist, wie die Medienbranche behauptet, oder alles vollkommen übertrieben, wie die viele aus dem anderen Lager behaupten. Die Politik ist mit den Forderungen der Medienindustrie konfrontiert und die fordert eine ganze Menge.

nter anderem wird gefordert, dass Internetzugangsprovider Filter installieren sollen, die den Datenstrom des Kunden nach urheberrechtlich geschütztem Material durchsuchen und gegebenenfalls sperren sollen. Auf der Konferenz Computers, Freedom, and Privacy 2008 in New Haven kam dieses Thema ausführlich zur Sprache. Experten für Recht, Firmenvertreter und Wissenschaftler äußerten extreme Bedenken gegen diese Idee und warnten eindringlich davor, sie umzusetzen. Eine solche technische Maßnahme wäre einerseits viel zu leicht auszuhebeln, andererseits wären Zensur und Unterdrückung von Grundrechten Tür und Tor geöffnet.

Von einer ganz anderen Seite geht man in Schweden das Problem an. Die dortige Regierung geht auf Grundlage einer Studie davon aus, dass im vergangenen Jahr in Schweden insgesamt 700 bis 900 Millionen Musik-Dateien illegal aus dem Internet gezogen worden sind. Das entspricht ungefähr 500 bis 700 Musikdateien pro Einwohner und Jahr. Die Schwedische Regierung möchte deshalb eine Art Internetabgabe einführen, mit der jeder Anwender jede über das Internet verfügbare Musik legal abspielen kann. Quasi eine Art Gema-Abgabe auf Musik aus dem Internet.

Die Einnahmen sollen den Rechteinhabern zur Verfügung gestellt werden und unter denen aufgeteilt werden. Zwar ist man sich noch nicht ganz einig, wie man die herausfinden will, welchem Rechteinhaber wieviel Geld zustehen soll und auch die genaue Höhe der Abgabe steht noch nicht fest. Aber ein paar Näherungswerte hat man wohl schon: Eine Software soll die MP3-Tags auslesen und anonymisierte Statistiken an die Behörde übertragen. Die Gebühr soll "optional" sein, d. h. jeder Schwede kann sich dafür oder dagegen entscheiden und die Gebühr soll wahrscheinlich bei rund fünf Euro pro Monat liegen.

Im Herbst dieses Jahres will man in Schweden ausprobieren, ob das so alles klappen könnte, wie man sich das bisher gedacht hat. Eine nicht ganz unkritische Frage wird allerdings sein, ob das mit der Software und dem Rumschnüffeln in MP3 Dateien von den Anwendern akzeptiert wird. Bei "analysieren" und "Staat" und "Daten übermitteln" gehen schließlich bei nicht wenigen Menschen sämtliche Warnlampen an.

Irgendwie erinnert mich das sehr an die Idee, die die Kanadier vor einiger Zeit schon hatten. Im Prinzip war die der jetzt von den Schweden ersonnenen ziemlich ähnlich, nur wollte man da umgerechnet 3,39 Euro pro Monat haben, die Gebühr war nicht optional, sondern für jeden Staatsbürger verpflichtend und auf eine Analysesoftware wollte man auch verzichten.

Aber davon mal abgesehen finde ich die Idee noch immer wirklich gut.

(Quelle: Heise, Dagens Nyheter

Dienstag, 1. April 2008

Emails weg?

BriefSeit lange Jahren bin ich grundsätzlich zufriedener Kunde bei der Telecom und T-Online. Ja, diese Firma ist mit ihren Angeboten teurer als viele Mitbewerber. Das weiß ich. Trotzdem bleibe ich bislang bei diesem Anbieter, weil nach meiner Erfahrung die Technik grundsolide funktioniert und dem Kunden sogar geholfen wird, wenn er denn dazu in der Lage ist, sein Problem auch prägnant zu vermitteln. ;ir wurde jedenfalls bisher immer zu meiner Zufriedenheit geholfen und das weit überwiegend auch noch ziemlich schnell.

Okay, dass bei mir seit ich ISDN habe die Rufnummernübermittlung von meiner Seite aus nicht funktioniert und das trotz mittlerweile sieben Umzügen, auch in andere Städte, nehme ich inzwischen als "gottgegeben" hin. Generationen von Technikern verzweifelten bereits an diesem Problem und konnten immer nur bestätigen "es liegt nicht an ihnen..." Sei es drum, ich nehme das inzwischen mit Humor.

Seit einiger Zeit jedoch fallen mir immer wieder "fehlende Emails" auf. Diverse Accounts zur Administration verschiedenster Zwecke sollten mir eigentlich Emails an meinen T-Online Account schicken. Sollten. Eigentlich. Das Problem ließ sich trotz intensivster Fehlersuche nicht klären. Bis heute.

Gerade las ich auf nämlich auf heute.de, dass sich T-Online damit rühmt, kaum noch Spam-Mails zuzustellen. Solche Spam-Mails würden von den Mailservern bei T-Online automatisch abgewiesen. Man sei sehr stolz auf das neue System. "Wir haben unseren Plattformschutz optimiert", freut sich T-Online. "Dies dient dazu, den technischen Betrieb unserer Infrastruktur abzusichern und verschont unsere Kunden vor Spam" frohlocken die Betreiber. Wenn das System mit hinreichender Sicherheit davon überzeugt ist, dass es sich bei einer E-Mail um Spam handelt, wird die Annahme verweigert. "Hinreichende Sicherheit"? Was ist "hinreichend" und wer definiert das?

Nun, ich hab mir die Mühe gemacht und in den T-Online Foren nachgelesen. Die paar Beiträge zu dem Thema, die nicht zensiert wurden, sprechen eine andere Sprache. Dutzendfach klagen User darüber, dass auch "legitime" Emails nicht zugestellt werden. T-Online sieht das Problem nicht bei sich, sondern bei allen anderen. Selbstverständlich gäbe es keinen automatischen Spam-Filter, der 100% zuverlässig arbeitet, aber das ist schließlich kein Grund, einen solchen Filter nicht zu verwenden. Das aktuelle System, auf das man sich bei T-Online fürchterlich einen einbildet, sei über Jahre hinweg verbessert worden und deshalb gut.

Gut bedeutet in diesem Fall, dass bloß 2-25% der gewünschten Emails fälschlich als Spam abgewiesen werden. Eingriffsmöglichkeiten der User gibt es nicht, denn der Bouncer arbeitet oberhalb derjenigen Ebene, auf die User überhaupt Zugriff haben, nämlich direkt bei der Annahme durch den Mailserver, der die dann wiederum die eingehenden Mails an die einzelnen Konten der User weiter verteilt. Der Haken? Der User erfährt nichts davon. Der Absender sollte eine Bounce-Mail bekommen, die ihn darüber informiert, dass seine Mail abgewiesen wurde.

Nun, ich weiß nicht, wie man sich das bei T-Online vorstellt, aber ich sehe da mehr als ein Problem: 2-25% falsche Bounces sind alles Andere als "trivial". Wenn die Post 2-25% der Briefe nicht zustellt, gäb es ziemlichen Stress, wetten? Es gibt dutzende automatisierte Systeme, die eingehende Mails komplett ignorieren oder verwerfen oder - noch schlimmer - eingehende Mails als Beschwerde verstehen und die entsprechende Emailadresse aus dem Verteiler löschen. Besonders bei Newslettern ist das nicht selten der Fall. Woher soll ich wissen, warum mein Newsletter "plötzlich" nicht mehr bei mir ankommt?

Richtig katastrophal wird es jedoch, wenn Mails von Geschäftskunden nicht zugestellt werden. Davon berichten nämlich auch etliche hoch erfreute T-Online Benutzer im Forum des Providers. Wie soll ein Kunde, der lediglich diese eine Emailadresse hat mit mir Kontakt aufnehmen, wenn seine Mails alle als Spam geblockt werden? Telepathie? Nachschauen kann der Kunde selber schließlich nicht, denn die Emails landen nicht, wie zB. bei Gmail, in einem "Spam"-Ordner, wo sie manuell selektiert werden könnten.

T-Online sieht das alles sehr gelassen. Ein Erfolg gegen den Spam sei das. Einzelschicksale sind zwar bedauerlich, aber unvermeidlich. Das Problem ist nicht der Mailserver von T-Online, der die Annahme verweigert sondern das absendende System. Oder aber der User, der auf die Mail wartet. Oder aber generell der Kunde. Der kann sich ja darum kümmern, dass er von den nicht an ihn zugestellten Emails erfährt. Wie er das machen soll, das ist natürlich das Problem des Kunden und nicht das von T-Online, denn da mache man ja alles richtig.

Ich habe es mir erspart, mich in den T-Online Foren mit den ausschließlich "wir sind toll, ihr seid doof" antwortenden Mitarbeitern dieses Serviceproviders auseinander zu setzen. Es bringt nichts, wie viele frustrierte Beiträge von Anwendern zeigen. Darum habe ich schlicht meine Emailadressen alle umgestellt und benutze jetzt ausschließlich solche von anderen Anbietern.

Was soll ich sagen? Während ich diesen Text schreibe klingelt es an der Tür. Zwei Jungen in schlecht sitzenden Anzug stehen da, strahlen mich an und wollen mir die neuesten Produkte der Telekom und T-Online verkaufen. Das finde ich toll, darum schlage ich vor, dass sie mir doch als allererstes funktionierende Email-Accounts verkaufen sollen. Das Lächeln friert ein. Wie ich das denn meine. Ich schildere das Problem. Ihr Vorschlag? Ich sollte mich an das Forum wenden, da würde man mir helfen. Nein, entgegne ich, da wird nicht geholfen. Siehe oben. Ja dann sollte ich bei der Hotline anrufen.

Bei der Hotline wiederum hatten schon etliche Forenbenutzer angerufen und ihre Erlebnisse mitgeteilt: Dort weiß man nicht mal, dass es einen solchen Spam-Filter bzw. -Bouncer überhaupt gibt. Auch das ließ ich die Jungs wissen. Ja das wäre ja nicht so gut, aber die beiden könnten mir jetzt auch nicht helfen. Das wäre aber bestimmt alles nicht so schlimm und würde sich bestimmt schnell wieder einrenken.

Nun, daran habe ich so meine Zweifel, denn T-Online will das Mailaufkommen reduzieren, denn die Mengen, mit denen T-Online zu tun hat, fordern massiv Ressourcen und die sind teuer. Sparen ist aber die Devise. Also muss das Mailaufkommen insgesamt reduziert werden. Und was ist ein sicherer Weg, um das zu reduzieren? T-Online hat ihn gefunden: Erkläre den Kunden zum Problem und weise einfach alle an ihn gerichteten Mails ab...

Nur so aus Neugierde: Kennt jemand einen zuverlässigen, guten ISP, der besser, günstiger und technisch ausgereifter als die Telekom ist und in Oldenburg verfügbar ist? Kommt mir bitte nicht mit EWE-Tel, die zum Teil dramatischen Erfahrungen im unmittelbaren Freundeskreis sprechen Bände...

Mittwoch, 26. März 2008

Kinder im Internet

Häufig glauben Menschen, dass es völlig harmlos wäre, wenn Kinder schon früh den Umgang mit Computern und dem Internet lernen. Ebenso häufig glauben manche Eltern, dass es eine gute Idee™ wäre, wenn sie ihr Kind dem Internet überlassen, weil das eine adäquate Erziehung wäre. Oft genug zeigen sich die Resultate in erschreckender Form. Noch viel häufiger ist in zahllosen Foren und "Communities" zu lesen, wie übertrieben das ja alles wäre. Manchmal allerdings bleibt es einfach dem Zuschauer überlassen, sich die Frage zu stellen, was zur Hölle mit manchen Menschen los ist, so wie in diesem Fall:

Mittwoch, 13. Februar 2008

Teure Versteigerung

BabyIch wundere mich nicht darüber, dass die kontaktunfähigen Menschen von heute die Anonymität des Internet als "undurchdringbaren Schutz" verstehen wollen. Ich verstehe auch, dass diese Anonymität vielen die - nicht selten strunzendämliche - Anmache des aversierten Geschlechtspartners scheinbar vereinfacht. Käuflicher Sex ist auf der anderen Seite so alt wie die Menschheit selber und verschiedene Hinweise deuten an, dass auch die Menschen dieses Verhalten lediglich übernommen haben, zeigen doch manche Primaten ein ganz ähnliches Verhalten: "Ich entlause Dich, wenn Du mich ran lässt..."

Wen wundert es, dass beides miteinander verbunden wird? Niemanden. Darum verwundert es wohl auch nicht, dass es Frauen gibt, die sich selbst im Internet meistbietend versteigern, um sich dann für das Geld "anonym" bumsen zu lassen. Eine Frau ließ sich gleich sechs mal ersteigern und besteigen. Nicht ungewöhnlich und auch nicht gänzlich unerwartet: Sie wurde schwanger - Verhütung? Was ist das? Wie war das noch mit dem Zusammenhang von Verhütung und Bildung? Egal, ich schweife ab. Jedenfalls, die Frau wurde schwanger. Welchem ihrer sechs Be- bzw. Ersteiger der Glücksschuss gelang, war allerdings unklar. Mehr noch: Die Webseite, die jene Versteigerung überhaupt erst ermöglicht hatte, warb mit "garantierter Anonymität".

Was also tun? Genau! Ab vors Gericht. Die Gerichte haben ja noch nicht genug zu tun. Also bemühte sich das LG Stuttgart und verurteilte unter dem Aktenzeichen 8 O 357/07 jene Internetseite dazu, der Frau die Namen aller in Frage kommenden Männer bekanntzumachen. Das Interesse des noch ungeborenen Kindes an der Feststellung der Vaterschaft stehe eindeutig über dem Interesse der Männer an Geheimhaltung ihrer Namen, so das Gericht.

Ob parallel dazu auch Merkbefreiungen verteilt wurden, ist unbekannt.

(Quelle: Süddeutsche Zeitung)

Donnerstag, 17. Januar 2008

Filme im Netz

Inzwischen werden Filme speziell fürs Internet produziert und ganze Websites leben davon. Siehe Atomfilm, youtube und co. Das Niveau dieser Produktionen legt immer mehr an Klasse zu, wie das folgende Beispiel zeigt:

Etwaige Ähnlichkeiten mit noch lebenden "Stars" wären in Anbetracht des Machers bestimmt rein zufällig...

(Danke MetalMonster)

Dienstag, 11. Dezember 2007

The Internet is for...

Wofür ist das Internet gemacht und wofür wird es genutzt? Ein paar interessante Fakten arbeitet dieses Video sehr reizend und für jeden klar verständlich auf.