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Dienstag, 11. Oktober 2011

Steve Jobs ist Tot.

[Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von mysticfriese und ist als Aufforderung zur Diskussion zu sehen. Der Artikel deckt sich nicht unbedingt mit meiner Sichtweise, aber ich halte die Sichtweise für bemerkenswert.]

Wir hatten eine Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit. Und wenn nicht alles täuscht, stehen wir schon mitten drin in der Siliziumzeit.
Douglas R. Crocket

Steve Jobs ist Tot.

Na und? Würde Alfred E. Neumann sagen. Hat Steve nicht selbst gesagt der Tod sei in Ordnung, "denn der Tod ist höchstwahrscheinlich die beste Erfindung des Lebens." Er hat sich für die Arbeit entscheiden, als sich voll und ganz dem Krebs zu widmen. Wird interessant sein zu sehen wie es mit der Firma weitergeht. Eine Firma, die ihn damals geschasst hat und im Angesichts des Untergangs wieder zurückholte. Der zunächst zögernde Jobs, inzwischen etwas reifer und durch Pixar und Next auch erfahrener hat aus dem ferner liefen Unternehmen wieder das Unternehmen geschaffen. Und mehr. Vielleicht mehr als damals zu Apples guten alten Zeiten. Viele Nachrufe werden erscheinen, dass er Apple war. Der Messias. Für Nerds. Für alle. Der Jesus der IT oder so. Und schon ereifern sich Verfasser den iGod als den bedeutendsten in der Computerwelt hochzuschreiben. Guttenberg war gestern, hier starb soeben der wichtigste Philosoph und Revolutionär des -doch noch so jungen-21. Jahrhunderts. Ist natürlich tragisch, das ein Konzern durch diese eklatante Personifizierung zunächst himmelhochjauchzend abhob und nun zu Tode betrübt sein muss, denn was wird Apple ohne Steve sein? Eine Firma wie jede andere? Was bleibt vom Apple-Ifone-hysterie? Von einer Firma, dessen Aktien nach unten gingen, wenn Angaben über seinen Gesundheitszustand durchsickerten und damit mittelbar auch einen Einblick gaben auf die Frage wie stark der Dualismus Realwirtschaft / Spekulationsgeschäft bei der ITWelt ist.

Ein Blick zurück in die 80er. Zuse lebte noch, war aber im Wesentlichen verkannt und vergessen. Vielleicht hätte bei seinen Erfindungen den Bereich der "Prozesssteuerung" patentieren lassen sollen, aber bei einem Reichspatentamt, dass ohnehin so manches unterschätzte, war wohl daran nicht zu denken. US Konzerne wie Apple hätten das. Und noch mehr. Aber dazu später. Es gab seinerzeit in Deutschland seinerzeit keine Californische Kreativitätsinsel sondern die (faustische) Situation Computerentwicklung zu betreiben. Und im zerstörten Nachkriegsdeutschland gab war seine Revolution gänzlich ohne die Propagandageissel der Frühen Neuzeit: Marketing. Und da war ja noch IBM. Und der Umstand, dass die "Computerwelt" damals ebenso wenig mit den "Juppie 80ern" zu vergleichen war wie die heutige Zeit mit den ersten 386ern lässt schnell die zeithistorische Bedeutung Zuses und mancher anderer Pioniere vergessen.

Die 80er waren eine Zeit, in denen die ersten Revolutionen der Generation Zuse überrollt wurden durch die Garagenfraktion.

IBM machte seinerzeit drei kleine "Fehler". 1. die Unterschätzung, dass Heimpc - Bastelsets für Nerds wie sie Commodere oder Atari anboten einen völlig neuen Markt eröffnen würden und damit das Ende der Mainframe Rechnergeneration einläuten würde. 2. die Veröffentlichung der Hardwarespezifikationen für Hersteller (IBM-Kompatibel), um auf diesem Terrain Boden wettzumachen. Dies führte zwar zu einer Normierung, Verbilligerung und schnelleren Verbreitung aber nicht langfristig zu dem gewünschten Firmenziel, der Hersteller für Heimpc´s zu werden. 3. Die Sache mit dem Betriebssystem, Bill Gates Microsoft, Windows pp. Diese "Fehleinschätzungen" waren der Träger der Heimpc Revolution und nichtsdestoweniger steht IBM heute ausgezeichnet da.

Zurück zur Garagenfraktion. Die eine Garage konzentrierte sich auf die Software. Die andere Garage auf Hard- und Software aus einer Hand. Beide "inspirierten" sich gegenseitig, nahmen von einander das ein oder andere (Windows-Icons waren auf einem Apple zuerst zu sehen) und verdienten dabei trotz Konkurrenz und / oder Beteiligungen mehr als mancher hanseatischer Pfeffersack oder Salzstadt des Mittelalters. Und doch so verschieden. Apple, das war Design, Avantgarde, Bedienungsfreundlichkeit, Stabilität und -sieht man mal von wenigen Ausnahmen ab-: Teuer. Apple, das waren "die anderen", die Kreativen, die Minderheit, nerdig, das Gute. Pc´s mit Microsoft war das Normale, alltägliche, Massenmarkt. Bezahlbarer aber irgendwie auch leidvoller (Systemerror) und gefühlt der große bösere Spieler in dieser Welt. Allerdings faulte der Apfel nach dem (notwenigen?) Rauswurf von Jobs, vor sich hin. Die trotzige Fangemeinde hielt zwar leidvoll die Stange, aber die erste Kultwelle drohte in einem immer dynamischerem Marktumfeld endgültig ein Nischendasein zu fristen. Was konnte man mit dem heimgekehrten Sohn also falsch machen? Nichts. Nach der Zusegeneration, der Lochkartenära, der Großrechner und der GaragenGeneration folgte eine im wesentlichen von Jobs forcierte Welle: Die I-Welle.

Die Stagnation in Sachen Rechendings ist zwar durch die Entwicklung der Hardware (Moorsche´s Gesetz, Grafikarten und Spieleindustrie) relativ zu betrachten, aber ein Sprung wie z.B. Großraumrechner hin zum heimischen Desktoppc lies auf sich warten.

Jobs erkannte, dass da nicht mehr viel zu holen ist, jenseits des Pcs aber ein Potential ist. Rechner und Telefon sind zwei Pole in dessen Umfeld sich viele Dinge zum Geld verdienen implementieren ließen, die etwas von beidem haben. Das Internet und das Handy stellten beide in Ihrer Gewichtung der Kommunikation Mitte/Ende der 90er völlig neue Faktoren dar und flankierten neue Geräte und neue mobile Anwendungen, die i-Viecher. I-pod rettete Apple, Tabletts waren nicht mehr nur dem Kellner vorbehalten und eine neue Welle brach über die IT Welt hinein. Der Pc ob nun "alternativ" (apple) oder "böse" (microsoft) wurde -nunmehr schnöde und selbstverständlich- abgelöst durch Verschmelzungsprozesse von Pc-hardware und Handy, von Internet und mobiler Kommunikation. Aus dem "Knochen" wie eines der ersten Handys hieß und einem 2 Kilo Laptop wurden Geräte mit Unterhaltungswert, das biblische Manna trat in Erscheinung als die "Apps". Und nebenbei erfuhr der Musikmarkt eine Umwälzung, wie sie vielleicht das letzte Mal von Schellackplatten auf Vinyl geschah. Der internetbasierte Plattformvertriebsgedanke (itunes) mag in Zeiten von Amazon und Ebay als alltäglich betrachtet werden, aber auf die Idee, dass eine Pc Schmiede sich mit einer "anderen" Branche, der Musikindustrie, hinsetzt und was neues ausprobiert, darauf muss man erstmal kommen.

Ein unglaublicher Hype entstand, Werbung sei dank. Apple war nicht nur wieder da, Jobs Maßnahmen krempelten den Markt um wie lange nicht mehr. Der Messias hob Apple auf dem Olymp. Apple, Google, Facebook die teuflische Trinitatis des 21. Jahrhunderts. Microsoft, IBM? na jaaaaa.... Aber halt, war da nicht was? Apple, die Avantgarde, die Alternativen, die Guten? Der Phönix aus der Asche lebte von einem Image und nun mehr den je von ihrem kreativ wie mutigen iGod. Doch die neue große Macht, die da strahlte am Marketinghorizont des Gadget-haben-will Himmels überstrahlte das Factum, dass Apple sich nunmehr zu den "Bösen" gesellte. So böse, dass Microsoft zumindest nicht mehr als schlechter bezeichnet werden kann. Da bastelt jemand Tshirts mit einem Ei und einen Teetopf (ipott). Apple (=Steve) erspürt eine Erschütterung der Macht und vernichtet diese Gotteslästerung. Du programmierst Apps? Schön. Du willst daran verdienen? Aber bitte warum denn. Naja, wenn deine Apps einen signifikanten Trafficschwellwert überschritten haben, dann kriegst Du was. Vielleicht. Abzüglich unserer Beteiligung versteht sich. Früher und auch heute beschwerte man sich über Microsofts viel zu teure Software, die zudem fehlerhaft war und ist. Ok, manchmal auch überflüssig (siehe Vista). Es wurde stets ein Vergleich mit einem Auto herangezogen, dass bei ähnlicher Fehlerquote niemals verkauft werden dürfte. Aber Microsoft hat die Macht, der Verbraucher nutzt die wenigen Alternativen nicht, ergo Pech gehabt, lieber Anwender. Und bei Apple? Ja, liebe Zeitung, Du hast den Artikel verfasst, aber wenn Dein Leser unsere Hardware hat wo nur unsere Apps drauf dürfen, dann musst Du uns auch dafür bezahlen. An Apps verdient vor allem Apple. Das Autobeispiel ersetze ich mal durch einen Brötchenkauf: Sowie ich das Brötchen (i-bread) mit Wurst vom Schlachter belege, muss ich dem Bäcker eine Gebühr dafür entrichten. Was für Zeiten. Und der von Apples Jesus indoktrinierte Konsument steht dafür sogar Schlange. Inzwischen gibt's Konkurrenz im Brötchensegment, bleibt zu hoffen, das der Teig besser und der Brotaufstrich dadurch bezahlbarer bleibt, sowohl für den Hungrigen als auch für den Metzger. Wie siehts denn mit der Unternehmenspolitik von Apple aus? Geheimhaltung dient neben der Spionageabwehr auch der Inszenierung. Aber Art und Umfang sind derart Stasilike, dass Mitarbeiter seinen Brötchengeber mehr fürchten müssen als ein Bürgerrechtler der DDR den Staatsapparat. Nein, Apple ist nicht mehr das, was es einmal gefühlt war. Die Machtausnutzung nach urtypisch amerikanischer Fasson ist hier größer gleich Microsoft geworden. Danke, Steve. Komisch dass das medial weniger präsent ist als bei anderen. Oder handelt es sich hier um Blasphemie eines Ungläubigen?

Ihm war Geld nie wichtig, arbeitete zuletzt für einen Dollar. Warum ist Apple dann teurer? Und wieso hat Jesus seine Macht nicht genutzt die Welt zu retten? Laut derzeitiger medialer Befeuerung hätte er das doch tun müssen. Einige meinen das ja auch.

Apple damals entspricht nicht Apple heute. Sowohl vom unternehmerischen Gesamteindruck her als auch von der Bedeutung in der Geschichte.

Die Innovationen damals wie der Durchbruch der Maus, Standardisierung der Routinen, Pictogramisierung der Oberflächen sind wichtiger gewesen als der Austausch des Walkmens durch den Mp3 Player. USB ist unverzichtbar geworden, berührungsempfindliche Displays sind es nicht.

Die Implementierung der i-Viecher ist für die Welt längst nicht so bedeutsam gewesen wie die eingangs erwähnten Umwälzungen. Letztlich sind diese Dinge zivilisatorischer Luxuskonsum, mobiler, kommunikativer Schnickschnack, nützlich aber nicht überlebenswichtig. Steve hatte daran seinen Anteil. Er bescherte den Märkten neue Dinge und seinen Jüngern neues Spielzeug, das wichtiger erscheint als Kühlschrank oder Waschmaschine. Apple als Status, Kult und Schwanzvergleich. Da erscheint mit der Ablasshandel moralisch weniger verwerflich.

Aber woher diese Grals-artige Verehrung neuer iGadgets? Schnellere, kleinere, buntere und hübschere Konsumgüter für die sich Leute eher verschulden als für einen Wäschetrockner?

Die Medien scheinen sich wohl verpflichtet fühlen, demjenigen Verehrung entgegen zu bringen, der ihnen diese völlig neue Plattformwelt mit ermöglicht hat. Wie sonst ist zu erklären, dass die i-Viecher mehr Würdigung erfahren als die Apples Innovationen der 80er (?)

Und wieso wird er nicht so dargestellt wie er sich selbst sah, als ein Pionier unter vielen? Sicher die Marketingverzahnung ad personam sowie sein tragisches Frühableben sind verstärkende Faktoren, aber rechtfertigt das eine derartige Überhöhung?

Um sein Wirken zeithistorisch einzuordnen müsste man zunächst einmal Jahre vergehen lassen damit man dann die Folgen seines Handelns nachweisen kann. Geht aber schlecht in einer Zeit, wo ein online geschalteter Artikel schneller out ist als die Zeitung von gestern. Und rechtfertigt das zudem die Ignoranz der Fakten? Wo bitteschön ist denn die versuchte Einordnung im Rahmen der Geschichte des Rechendings? Wenn andere vergessen werden, und sich überhaupt nicht die Mühe gemacht wird sich die Historie einzuarbeiten sei es betreffend Personen oder Innovationen, dann kann ja nur der "Fehler" passieren ihn als den Großen darzustellen.

Diejenigen die da schreiben, er sei die wichtigste Persönlichkeit des Computeruniversums (gewesen) der vergisst andere der letzten Jahrzehnte, deren Erfindungs-und Entwicklungsgeist wesentlich bedeutsamer und relevanter war. Er soll bedeutsamer als Edison sein? Solche Wertigkeiten sollte man nicht irgendwelchen Internetredaktionen überlassen, sondern Personen vom Fach z.B. Historikern, die nicht persönlich vom Apple Schnickschnack befangen sind.

Gefühlt mögen die i-Viecher putzig sein. Putzig ist aber kein Kriterium um eine Linie zu ziehen zwischen Guttenberg, Gaus und Eddison. Der Applejünger sieht das gerne anders, aber die Medien sollten naturgemäß einen anderen Blickwinkel haben und in ihrer Bewertung von relativen Personen der Zeitgeschichte schlicht ihre Hausaufgaben machen. Eine zivilisatorische Wertigkeit von Erfindungen herzuleiten ist nicht einfach, aber zu behaupten die i-Viecher sind gleich bedeutsam mit der Glühbirnenerfindung ist schlicht lächerlich.

Weder bemerkt noch bemängelt werden die Schnitzer der Medien, die durch ihr Werk den Hype geradezu befeuern. Traurig. Aber was will man von denen noch groß erwarten, wenn die mobile vertwitterte Welt immer schneller obsolet werdende News durch den Äther jagt. Da ist keine Zeit mehr für Recherche und Bewertung im eigentlichen Sinn. Und die Historie speziell der Rechendinger interessiert weder die IT Branche noch die Medien, beides Welten wo das heute schon als gestern gilt (Was war noch mal mit Ehec oder Tepco´s feiste Atompolitik?) Es werden immer schneller neue Schlagzeilen und News verkauft, deren Lebenszeit kürzer ist als eine Eintagsfliege obwohl die Ereignisse selbst nicht schneller stattfinden.

Was aus Apple wird? Ich war weder Fan noch Gegner, allerdings tendiere ich angesichts der neueren Unternehmenskultur zunehmend zu kritischer Distanz. Die Art und Weise wie Medien allerdings das Wirken von Steve Jobs kommentieren und bescheiden zeigt, wie sich die schöne schnelle (online) MedienWelt qualitativ entwickelt hat: i-diotisch

Zu seinem Ableben bewies Steve noch mal unfreiwillig sein Verkaufstalent. Wie sehr hätte die nicht ganz so revolutionäre Präsentation des Ifone4S gelitten, wenn er am selben Tag verschieden wäre. Oder einen Tag vorher. Das hätte der Aktie nicht gut getan, die Überlagerung seines Todes mit seinen Wunderwerken. Aber einen Tag danach, Glück gehabt. Die Trauer seiner Jünger kann gleich kompensiert werden mit einem Kauf, nimmt so Anteil an seinem Vermächtnis, dass ja laut Medien das Größte der Menschheit ist. Naja fast.

"Der virtuelle Mensch, bewegungslos vor seinem Computer, macht Liebe per Bildschirm und hält seine Vorlesungen per Telefonkonferenz. Er wird ein Bewegungsbehinderter, und zweifellos auch ein geistig Behinderter."
Jean Baudrillard (*1929), frz. Philosoph u. Soziologe, Vertreter d. Postmoderne

Donnerstag, 17. März 2011

Mittags am Telefon

Das Telefon klingelt.
ich: "Braade, guten Tag?"
er: "Guten Tag, Müller(*) hier. Ich rufe an wegen Vorgang blahfasel."
ich: "'Tschuldigung, aber damit kann ich nichts anfangen. Wen wollten sie denn erreichen?"
er: "Na den Herrn Schmitt(*)..."
ich: "Den kenne ich nicht. Wo wollten sie denn hin?"
er: "Zur Künstlersozialkasse."
ich: "Sie haben sich verwählt. Sie sind hier bei mir gelandet, ich habe mit der Künstlersozialkasse nichts zu tun."
er: "Oh, Entschuldigung."
ich: "Kein Problem. Wiederhören."
(* Namen geändert)

Fünf Minuten später. Das Telefon klingelt.
ich: "Braade, guten Tag?"
er: "Guten Tag, Müller hier. Ich rufe an wegen Vorgang blahfasel."
ich: "Ah, hallo Herr Müller. Wir haben gerade schon telefoniert. Sie sind wieder nicht bei der KSK, sondern bei mir ge..."
er (brüllt mich an): "DAS IST JA WOHL EINE UNVERSCHÄMTHEIT! WOLLEN SIE MICH VERARSCHEN?!"
ich: "... Entschuldigung, aber ich kann nichts dafür, dass ich nicht die KSK bin. Und dafür, dass sie die falsche Nummer wählen, kann ich auch nichts."
er: "Verbinden sie mich gefälligst mit dem Sachbearbeiter!"
ich: "Das kann ich nicht."
er (brüllt noch immer): "WAS KÖNNEN SIE ÜBERHAUPT?!"
ich: "Nun, ich kann zum Beispiel auflegen. Guten Tag." *klick*

Wenige Sekunden später. Das Telefon klingelt.
ich: "Bra...
er (noch lauter als vorher): "ICH WILL JETZT SOFORT DEN SACHBEARBEITER SCHMITT SPRECHEN!"
ich: "Herr Müller, nocheinmal. ICH BIN NICHT DIE KÜNSTLERSOZIALKASSE!"
er: "DAS IST MIR SCHEISSEGAL! IHRE NUMMER STEHT HIER! ALSO TUN SIE GEFÄLLIGST IHREN JOB!"
ich: "... meinen Job?"
er: "Sie verlangen von mir, dass ich mit Ihnen wegen dieses Vorgangs Kontakt aufnehme und jetzt tun Sie so, als ginge Sie das nichts an?! WAS FÄLLT IHNEN EIGENTLICH EIN?"
ich: "Zu der Sache? Keine Ahnung. Zu Ihnen? Eine Menge."
er: "ICH WILL SOFORT IHREN VORGESETZTEN SPRECHEN!"
ich: "Kein Problem, ich verbinde mal eben weiter, Moment... bleiben Sie bitte eben in der Leitung..."

ISDN-Funktionen sind toll. Gespräch halten und frischen Kaffee holen. Ich gehe wieder ran.
ich: "Sie wollten mich sprechen?"
er: "Was für ein Kackladen ist das da bei Ihnen eigentlich? Was für unverschämte Stümper verplempern da mein Geld? blahblah SCHIKANE! blahblah DIENSTAUFSICHTSBESCHWERDE! blahblah ANWALT!!!"

Ich lasse ihn erstmal eine Runde toben. Freisprecheinrichtungen sind eine praktische Erfindung. Irgendwann ist es still in der Leitung...
er: "HALLO?!"
ich: "So, Herr Müller. Extra für Sie, langsam und zum Mitschreiben. Sie sind hier bei Anschluss $meine_nummer. Sie sind NICHT bei der KSK."
er: "...aber..."
ich: "Sie haben drei Mal ein und dieselbe Nummer gewählt. Sie haben drei Mal mit mir telefoniert. Entweder Sie wollen mich verarschen, oder Sie sind zu blöd zum Telefonieren. Angesichts Ihres Verhaltens tippe ich auf letzteres. Rufen Sie die Auskunft an, die verbinden Sie gerne. Und wenn Sie rumpöbeln wollen: Gehen Sie zum Fußball, da gehört das dazu. Und jetzt verschwinden Sie aus meiner Leitung! Tschüss!" *klick*

Eine Bundestagsabstimmung später: Das Telefon klingelt.
ich: "Braade, guten Tag?"
er: "Entschuldigung. Ich war ein Arschloch. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und verzeihen Sie mir bitte mein Verhalten." *klick*
ich: "..."

Dienstag, 22. Februar 2011

Einkaufen (11)

Ich: "Haben Sie BluRayDisc Player?"
Sie: "Ja, hier..."
Ich: "Das ist ein DVD-Player."
Sie: "Ja, stimmt. DVDs kann der auch."
Ich: "Auf dem Gerät steht "DVD Player"."
Sie: "Ja. Ist doch dasselbe."
Ich: "Vielen Dank. Wo sind hier die Verkäufer mit Ahnung?"
Sie: "Was erlauben Sie sich?"
Ich: "Und was erlauben Sie sich? Keine Ahnung haben, dafür Geld haben wollen und jetzt auch noch frech werden oder was?"
Er: "Um was geht es denn?"
Ich: "Die Dame hier will mir diesen DVD-Player als BluRayDisc Player aufschwatzen."
Er: "Das ist ein DVD-Player."
Ich: "Sag ich doch."
Sie: "Das ist doch alles dasselbe." schmollt, dreht sich um, geht weg.
Er: "Ähm.. ja, das tut mir jetzt leid..."
Ich: "Ist die neu?"
Er: "Nein, neu ist sie nicht, aber meine Frau."

Ich bin dann gegangen. Ohne Gerät, aber mit Grinsen.

Montag, 15. März 2010

25 Jahre

CNN erinnerte mich gerade daran, dass heute vor 25 Jahren, am 15. März 1985, die erste .com Webseite im Internet erschien: "Symbolics.com". Gut zwei Jahre später gab es immerhin schon 100 Sites. 1995 waren bereits 18.000 Websites online. Heute existieren nach Auskunft der Information Technology & Innovation Foundation (ITIF) mehr als 80 Millionen .com-Domains. Die ersten 10 Jahre des Web erlebten nur ca. 0.1% des Wachstums, die vergangenen 15 Jahre machten dagegen 99,9% aus. Ein Ende des Wachstums des Internet ist noch lange nicht abzusehen: Der Handel im Internet machte nach einer vergangenes Jahr veröffentlichten Studie von Hamilton Consultants und der Harvard Business School gerade 2% des Gesamtvolumens der US-Wirtschaft aus. Wie eine Freundin von mir zu sagen pflegte: "Da geht noch was..."

Ich bin zwar noch keine 25 Jahre "online", aber nahe dran. Erinnere ich mich an die Anfänge und vergleiche ich das mit der Situation heute, dann fallen mir vor allem zwei Dinge auf. Erstens: Die Benutzung ist zwar einfacher, aber nicht weniger komplex geworden. Sich im Internet zu bewegen setzt noch immer ein umfangreiches Wissen über die Benutzung verschiedener Programme und vor allem das Suchen, Finden und Strukturieren von Informationen voraus. Zweitens: Die Verfügbarkeit des Internet hat sich zunehmend in eine Abhängigkeit gewandelt. Nicht in Form einer Sucht, obwohl auch das ein nicht unwichtiges Thema ist, sondern in eine faktische Abhängigkeit. Immer mehr alltägliche Funktionen hängen direkt oder indirekt vom Internet ab. "Damals" galt ich bei der Mehrheit meiner Bekannten als Freak, als Sonderling, der ein merkwürdiges Hobby hat. Und heute? Heute gilt oft als Sonderling, wer keinen Zugriff auf das Internet hat, nicht online ist.

Ein schöner Anlass für mich, einen Augenblick inne zu halten und einen Blick zurück auf den Weg zu werfen, den ich vom TTY- und BBS-Anwender (Subetha, New Order, D-Box Hamburg), Newsnetleser zum Blogger Tapirherde und darüber hinaus gegangen bin. Namen und Gesichter fallen mir wieder ein, die mal sehr wichtig in meinem (Netz-)Leben waren und seit Jahren in der Versenkung verschwunden sind (RedRat, KrystalFlame, Black, Raskir, Gianni, und wie sie alle heißen), aber auch Netzknoten, an denen ich viel Zeit verbracht habe (Nightfall, Sorcery Net). Wie meine Netzwelt in 25 Jahren wohl aussehen mag?

Freitag, 26. Februar 2010

Physik nach SPON:

Mein WTF zum Frühstück von SPON:
je kleiner der Sensor desto durchgehender die Schärfe
Mit anderen Worten: Die Schärfentiefe hängt vom Sensor ab, nicht von der Blende. Ich sollte meine Physiklehrer verklagen...

Freitag, 12. Februar 2010

It'a lady's problem

Wir alle freuen uns immer wieder über neue und umfangreiche Warnungen vor Terroranschlägen. Besonders im Rahmen des Luftverkehrs sehen sich die Kunden der Fluggesellschaften seit einigen Jahren zum Teil mit abstrus anmutenden Sicherheitsbestimmungen konfrontiert, deren Wirksamkeit zu Recht diskutiert wird. Der britische Geheimdienst fügt der Reihe potentieller Bedrohungen nun ein neues Quantum hinzu: Brustimplantate.

Nach Angaben eines Sprechers des britischen Geheimdienstes wurden per Satellit Gespräche zwischen Angehörigen bekannter Terrororganisationen aus Pakistan und dem Yemen aufgezeichnet, in denen darüber gesprochen wurde, wie Selbstmordattentäterinnen Sprengstoff in ihre brustvergrößernden Implantate eingesetzt werden könnte. Nach Angaben des ehemaligen FBI Direktors Don Clark nimmt die US-amerikanische Behörde für Homeland Security diese Bedrohung sehr ernst.

Der britische Geheimdienst berichtete, dass mehrere plastische Chirurgen, die in einigen der besten Kliniken Englands ausgebildet wurden, in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind und dort praktizieren. Ein plastischer Chirurg aus Houston, Texas, Dr. Franklin Rose, der zur theoretischen Realisierbarkeit solcher Sprengsätze befragt wurde, sagte aus, dass die es vergleichsweise einfach wäre, solche Bomben zu implantieren.

Unbekannt ist, wie gut derzeitige Scanner Sprengstoffe aufspüren können, die sich im Innern menschlicher Körper befinden. Die US-amerikanische Transportation Security Administration gab an, dass die zur Zeit eingesetzten Scanner nach explosiven Materialien und deren Rückständen suchen.

Ich frage mich, wie bei der Kontrolle am Flughafen auf dieses Problem reagiert werden soll. "Abtasten" alleine reicht ja nicht, denn erstens gibt es eine große Vielfalt flüssiger und gelartiger Sprengstoffe und zweitens bezweifle ich, dass die normalsterbliche Frau sich von jedem X-beliebigen Sicherheitmopel an den Titten rumgrabbeln lassen wird. Andererseits sind Geräte für Mamografie nicht ganz billig und pauschal alles röntgen, was fliegen will, ist vielleicht auch nicht so die gute Idee...

Vielleicht heißt es ja in Zukunft: "Flugverbot für Frauen mit Brust-OP" oder so ähnlich. Ob das wiederum für uns Männer ein Vorteil ist, lasse ich mal dahin gestellt.

Freitag, 3. Oktober 2008

Talent und Dummheit

Auch unsere Großeltern hatten schon eigenartige Ideen und noch viel eigenartigere Zeitgenossen...

(Danke Fragman)

Freitag, 19. September 2008

Sachen gibts... (198)

Da Vinci ClockIch hab ja was übrig für freakige Uhren. Marc Owens auch. Während ich die Dinger aber nur bestaune, ist er Designer und bastelt sowas. Nicht nur ihm kam die Idee, dass das Konzept "Uhr" insgesamt irgendwie falsch ist, denn Uhren sind kein Maßstab für Zeit, sondern ein Maßstab für andere Uhren. Darum verwarf er in seinem Entwurf auch jegliche Zeitanzeige und griff zurück auf die ultimative Anzeige des Zustands des Betrachters.

Seine "Da Vinci Alarm Clock" (sic) kann genau zwei Dinge anzeigen: "SLEEP" und "AWAKE". Schaltet man die Uhr an, zeigt sie auf ihrem Retro-LED-Dot-Matrix-Display "Awake" an. Für exakt 3 Stunden und 30 Minuten. Dann wechselt die Anzeige auf "Sleep" und ein nervig lauter Alarm ballert los, bis man den Resetschalter des Alarms betätigt. Die Uhr zeigt für 30 Minuten "Sleep" an, bis sie wieder auf "Awake" umschaltet. Natürlich wieder begleitet vom gnadenlos sympathischen Alarm. Dieser 4-Stunden-Rhythmus wird so lange beibehalten, bis die Uhr ausgeschaltet wird.

Die Idee ist, dass der Anwender durch mehrphasigen Schlaf eine insgesamt längere Wachphase durchlaufen kann. Die Therie dahinter stammt von J.S. Szymanski. Ob Benutzer dieser Uhr tatsächlich den versprochenen Erfolg erzielen, ist unbekannt, denn noch ist diese Uhr nicht im Handel erhältlich, aber ich kenne eine menge Leute, die sich sowas sofort kaufen würden...

Donnerstag, 28. August 2008

Raptor lahmt

F-22 Raptor WikipediaDas Pentagon will die US-Luftwaffe modernisieren. Zentraler Bestandteil dieser Modernisierung ist der F-22A Raptor. Diese Entwicklung, der auf europäischer Seite der "Eurofighter" gegenüber steht, wird von den Amerikanern gerne in den grünen Klee gelobt, wie toll er doch sei und wie überlegen und so weiter. Allerdings wartet die Welt jetzt schon seit geraumer Zeit darauf, den Raptor mal im großen Maßstab im Einsatz zu sehen. Stattdessen wird das Auslaufen der Lebenszyklen der Strike Eagles und Tomcats immer weiter hinausgezögert und es werden sogar schon komplette Geschwader von Kampffliegern gegen Drohnen (UAV) ausgetauscht, aber der Raptor ist irgendwie nicht so richtig präsent.

Liest man sich den Report to Congressional Committees des United States Government Accountability Office (in etwa das Gegenstück zum Bundesrechnungshof in Deutschland) zum Thema "Acquisitions - Assessments of Selected Weapon Programs" vom März 2008 durch, der jetzt veröffentlicht wurde, dann versteht man auch, woran das liegt. Auf Seite 86, unten, findet man folgende Passage:
"The Air Force also budgeted $132 million in fiscal years 2007 and 2008 for reliability and maintainability upgrades, $28 million more than the amount budgeted for fiscal years 2006 and 2007. Despite these efforts, the F-22A continues to operate below its expected reliability rates. A key reliability requirement for the F-22A is a 3-hour mean time between maintenance intervals, which is required by the time the program achieves 100,000 operational flying hours, now projected for fiscal year 2010. Mean time between maintenance is defined as the number of operating hours divided by the number of maintenance actions. Currently, the mean time between maintenance is less than 1 hour, or about half of what was expected by the end of system development in December 2005. There has been no significant change reported regarding the current mean time between maintenance since last year’s review."
Mit anderen Worten: Obwohl nochmal weitere 132 Millionen US$ in das Wartungsprogramm der F-22A gesteckt wurden, kommt die Raptor über eine MTBM (Mean Time Between Maintenance) von weniger als einer Stunde nicht hinaus, obwohl schon 2005 eine MTBM von zwei Stunden erreicht sein sollte und eine MTBM von drei Stunden für die F-22A vorgeschrieben ist. Auch an vielen anderen Stellen dieses Berichts liest man mehr oder weniger deutlich, dass die Ideen zwar toll, aber die praktische Umsetzung häufig sehr weit hinter den Erwartungen zurück bleibt. Scheint so, als hätte das US-Amerikanische Militär noch erheblich mehr handfeste Probleme als "nur" das Thema Nachwuchs und die Heimatfront.

(Quelle: GAO)

Freitag, 22. August 2008

Schranken

Gerade hatte ich eine Diskussion darüber, wie einfach es doch angeblich sei, Absperrungen und besonders automatisierte Kontrollpunkte zu durchbrechen. Es war klar, dass meine Diskussionspartner sich in erster Linie auf Kenntnisse der segensreichen Informationsquelle "Hollywood" stützten, aber das hinderte sie keinesfalls daran, Spielfilm und Realität beliebig zu vermengen.

Wer entgegen jeder Vernunft tatsächlich vorhaben sollte, moderne "Schranken" zu durchbrechen, sollte sich vorher genau überlegen, was er da plant. Dieses Video könnte dabei helfen:

Samstag, 19. Juli 2008

Neulich in der Wildnis

Naturdoku mal anders:

(Teil 1)
(Teil 2)
(Danke gondi)

Montag, 14. Juli 2008

Kind im Automaten

Hier ein Video für unsere jungen Eltern. Was tun, wenn der Sprössling sagt: "Meine Schwester? Die ist im Automaten..."

Beste Grüße an Stu! Pass auf, dass Deine nicht auch auf solche Ideen kommen :-)

The Website is down

Für alle geplagten Admins, Callcenter- und technischen Kundendienstmitarbeiter das folgende Video:

(Danke Hoffi)

Sonntag, 13. Juli 2008

Darwin Award to come

(Danke Devender, GexMax)

Donnerstag, 10. Juli 2008

TechProbs

Stoerung IconManche Tage... Man setzt sich an den Rechner, tut Dinge und wundert sich irgendwann, warum denn wohl der Thunderbird nix von sich hören lässt. Na is ja auch logisch: Der meldet sich auch nur, wenn Email angekommen ist. Keine Email, kein Hinweis. Und warum kommt da keine Email? Ganz einfach, weil kein Internet da ist. Super. Suche nach den "üblichen Verdächtigen" brachte nix, also TechSupport angedrahtet.
"Zur Zeit haben wir für ihren Vorwahlbereich eine Störung beim DSL-Zugang. Die Techniker sind schon vor Ort und arbeiten daran.
Okay, glauben wir mal so. Aber Stunden später noch immer kein Netz. Frühen Abend noch immer nix Netz. Wieder angerufen.
Support: "Haben sie in den letzten Tagen ein Windows-Update installiert?"
Ich: "Öh... ja, da war was."
Support: "Und sie haben eine Software-Firewall eines Drittanbieters im Betrieb?"
Ich: "Öhm, jaaa...?"
Support: "Das ist Ihr Problem. Mit dem Update hat Microsoft diverse Firewalls 'deaktiviert', Mit dem Problem hatten wir heute Abend schon ein paar Tausend Anrufer, aber da gabs im Internet einen Hinweis und einen Patch zu..."
Ich: "Im Internet?"
Support: "Ja. Unter anderem auch bei uns, aber ganz bestimmt auf der Seite des Herstellers."
Ich: "In dem Internet, in das ich nicht reinkomme?"
Support: "Äh..."
Ich: "Aber vielen Dank, dann haben wir dieses Problem jetzt ja gelöst. Was ist denn mit der DSL-Störung für meinen Vorwahlbereich?"
Support: "Welche DSL-Störung?"
Ich: "Na die von heute Vormittag. Für meinen Vorwahlbereich."
Support: "...ähm... Moment..."
(Betriebsame Hektik)
Support: "Soweit ich das hier sehe gab es heute bei ihnen im Netz keine Probleme wo haben sie das denn her?"
Ich: "Von ihrem Kollegen. Macht aber nichts. Schönen Abend noch."
Firewall aus, Seite des Herstellers, Patch gezogen, installiert und siehe da: Ich habe wieder Internet.

Montag, 7. Juli 2008

Das Salzige darin...

Fotografen sind ein äußerst eigenwilliges Völkchen. Wie eigenwillig erschließt sich Außenstehenden meistens nicht und auch mir wurde erst nach und nach klar, was für bemerkenswerte Mitmenschen vergleichbare Interessen wie ich haben. Heute in einem großen Forum:

Anmerkungen: Canon verwendet kein Leder am Gehäuse seiner Kameras (Nikon übrigens auch nicht), sondern sehr festes Gummi. Die Griffe einer Kamera sind mit Sicherheit nicht das Empfindlichste an einer Kamera...

(Quelle: DSLR-Forum)

Mittwoch, 2. Juli 2008

Linzensierter PC Schrauber

JustiziaWelch Qualifikationen man sich von einem Computerschrauber erhofft, dürfte im EInzelfall variieren. Grundsätzlich dürften die meisten Kunden wohl "irgendwas mit Computer" erwarten, vielleicht noch handwerkliches Geschick, in jedem Fall aber "Plan vom Rechner". Weltweit sollte das in etwa den Mindestvorraussetzungen entsprechen, die der Kunde erwartet und erwarten darf. Denkt man zumindest. Wie zu erwarten war: Das gilt nicht überall - in Deutschland muss man heutzutage ja schon Ingenieur sein oder Handwerksmeister, aber ein Blick über den Teich zeigt, dass selbst wir noch dazulernen können, wenn es um Reglementierungswahn geht.

In Texas (USA) gilt ab sofort ein Gesetz, das allen gewerbsmäßigen Computerschraubern vorschreibt, ab sofort eine spezielle Lizenz zu erwerben, um den Beruf auch weiterhin ausüben zu dürfen. Eine sehr spezielle Lizenz. Wer in Texas Computer reparieren will, muss ab sofort lizensierter Privatdetektiv sein. Um diesen Zettel vom Staat zu bekommen, muss man entweder einen Abschluss in Jura vorweisen, oder aber ein dreijähriges Praktikum beim Staat Texas absolvieren. Wer diese Lizenz nicht hat, darf 4.000 US$ abdrücken und riskiert bis zu einem Jahr Knast. Außerdem wird der Laden zugemacht. Als Kunde riskiert man übrigens auch die Geld- und Haftstrafe.

Aus Texas stammt übrigens auch der scheidende US Präsident, der jüngst das Gesetz durchdrückte, wonach freiwillig und ohne Gesetzesgrundlage für den Staat Telefone überwachende Firmen straffrei bleiben...

(Quelle: PC Magazine)

Freitag, 20. Juni 2008

Sachen gibts... (191)

UFO-DetectorWer kennt das nicht? Da liegt man seelig schnarchend im Bett und freut sich am nächsten Morgen über eine wundervoll entspannte und erholsame Nacht und was erzählt einem die ganze Nachbarschaft beim Bäcker an der Brötchentheke? Alles verpennt hast Du! SCHON WIEDER! Alle haben die Story des Tages, inklusive Wunderbeutel und Coolness-Faktor und Chick-Magnet XXL und Du? Dreck!

Damit Du beim nächsten Mal nicht schon wieder die Story des Tages verpennst, gibt es jetzt ganz neu den neuen Ufo-Detector. Besser und zuverlässiger als sein Vorgänger überwacht er die Umgebung und misst zuverlässig Magnetismus und Elektromagnetismus. Sollte es die üblichen Störungen feststellen, die immer wieder im Zusammenhang mit der Landung von Ufos auftreten, schlägt der neue UFO Detector zuverlässig Alarm. Nie wieder die Landung der Aliens vom Planeten Zempf verpennen! Das ist doch was, oder?

Diese unglaubliche High Tech Errungenschaft wird mit handelsüblichen 9V Lithium Batterien betrieben (leider nicht im Lieferumfang enthalten), passt bequem in jedes Bücherregal und ist in hübscher Transparentoptik gestaltet. Ein Muss für jeden Fan wiederkehrender Alien-Erlebnisse!

UFO-DetectorWer dieses unglaubliche Stückchen Ingenieurskunst auch haben möchte, der kann es für nur noch $64.95 als Bausatz oder für $94.95 fertig montiert und getestet (plus Porto etc.) bestellen. Lieferbar in zwei Versionen: Entweder als klassische Nerd-Tonne im Stil "Eau de teure Technik - Sieht scheiße aus, ist aber geil!" (siehe rechts) oder als Emo-Zapfen im zeitlosen Tribal-Acryl-Design mit der unverzichtbaren Aussage "Ich hab keine Ahnung, aber Geld" (siehe oben).

Wenn also das nächste Mal irgend ein metallenes Dingsbums im Garten auftaucht und Dein Ufo-Detector schlägt keinen Alarm: Schlaf ruhig weiter, es ist bloß ein Wetterballon.

Dienstag, 10. Juni 2008

Eigenes Risiko

Es heißt, dass Handys "vollkommen ungefährlich" sind und die Strahlung nicht gefährlich sei und sich niemand sorgen zu machen brauche. Das folgende Experiment (von dem es inzwischen etliche Videos gibt, die das Experiment wiederholen) macht zumindest mich doch etwas nachdenklich:



Und wo wir gerade von "eigenes Risiko" sprechen. Bislang glaubte man ja, dass man versichert sei, wenn einem Dinge vom Leib gerissen würden, denn das wäre ja Raub (Wegnahme mit Gewalt). Irrtum. Das Landgericht Konstanz urteilt (AZ: 2 O 437/07 D ), dass eine brutale Wegnahme nicht unbedingt "Gewalt" im Sinne des §249 StGB ist und deshalb Brutalität nicht zwangsläufig einen Raub qualifiziert. Im vorliegenden Fall wurde einem Mann eine Uhr vom Handgelenk gerissen, wobei der sich Blessuren zuzog. Das Gericht sah die rabiate Entwendung jedoch nicht als "Gewalt" an, sondern als "Trickdiebstahl". Die Versicherung des Opfers braucht damit nicht zu leisten und der Mann ist doppelt gearscht.

Was lernen wir daraus? Versicherungen und Handys besser mit Vorsicht genießen und vielleicht kennt nicht jeder Richter die Welt außerhalb seines Büros...

(Quelle: N24)

Mittwoch, 19. März 2008

Robots-a-gogo (2)

Vor einiger Zeit stellte Boston Dynamics den "Big Dog" vor, der zu der Zeit nach einem recht interessanten Experiment aussah. BDI hat an dem "Big Dog" weitergearbeitet und diesem Roboter einiges beigebracht, wie zum Beispiel das Gehen durch Schnee, über Eis und anderes schwieriges Gelände. Auch das Reagieren auf plötzliche Stöße von der Seite ist deutlich "runder" geworden:

Das Video mag auf den ersten Blick nicht besonders eindrucksvoll sein, aber bedenkt man, dass dieses Gerät sämtliche gestellten Probleme ohne das Eingreifen menschlicher Helfer bewältigt und dabei noch "mal eben" rund 150 Kilogramm schleppt, dann ist das schon recht eindrucksvoll. Auch wenn das Motorengeräusch nach wie vor etwas sehr nervig ist, aber so ein Ding beim Einkauf dabei zu haben, könnte schon ziemlich cool sein...

(Danke Masamune)