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Sonntag, 22. April 2018

Der Echo ist Schuld! - Nein, ist er nicht.

Der Eklat um die entgleisten Preisverleihungen an die Kollegah und Bang im Rahmen des Echo 2018 fand seinen bisherigen Höhepunkt nicht etwa in der Debatte um den Echo oder in der Rückgabe bereits verliehener Echos. Auch die Entschuldigung seitens des BVMI und die Suspendierung der "Zusammenarbeit" von BMG mit Bang und Kollegah sind nicht das Herausragende.

Es sickert bei der Masse der sich über den Echo Echauffierenden ein, dass eine Verleihung des Echos bedeutet, dass sich die Musik eines Künstlers wie bescheuert verkauft hat. Der Echo ist eine Auszeichnung für Erreichtes. Er ist keine auf die Zukunft ausgerichtete Auszeichnung für Nachwuchs, Hoffnungsträger oder vielversprechende Talente. Er ist keine Auszeichnung für künstlerischen Ausdruck, Vielfalt, kulturelle Leistung oder Verdienst um die Musikgeschichte. Es geht beim Echo einzig um zwischen März diesen und März letzten Jahres erzielten Umsatz. Nicht mehr, nicht weniger.

Es kommt auch langsam bei den sich Aufregenden an, dass sich die Politik auffällig aus der Diskussion heraushält. Denn: Der Echo ist ein Preis, den privatwirtschaftliche Unternehmen an ihre eigenen Produkte verleihen für "Leistungen", die diese in der privaten Marktwirtschaft mit Privatpersonen erzielt haben. Am Echo hat die Politik ungefähr so viel Anteil, wie der Jupiter Einfluss auf Deine Geburt hatte, nämlich so gut wie gar keinen.

Was soll die Politik auch zur Verleihung des Echo sagen? Als Amtsinhaber können Politiker dazu nicht Stellung nehmen, weil die Freiheit der Kunst im Grundgesetz (Artikel 5 Absatz 3) garantiert ist. Sobald sich irgendein Politiker dazu als Amtsinhaber äußerte, gäbe es sofort massiven Gegenwind wegen Einmischung in etwas, wo die Politik qua Verfassung nichts zu suchen hat. Und das zu Recht. Als Privatperson kann sich aber kein Politiker äußern, ohne sofort mit seinem Amt, mindestens aber mit seiner Partei gleichgesetzt zu werden: "Die Nahles von der SPD hat gesagt..." "Der Seehofer von der CSU hat gesagt".

Immerhin will BMG (der Musikkonzern hinter den umstrittenen Alben) jetzt 100.000 Euro ausgeben, um was gegen Antisemitismus zu tun. Das ist zwar löblich, aber gleichzeitig auch so unfassbar verlogen. Millionen hat das Label mit genau der Musik verdient, für deren "Schaden" es jetzt versucht sich mit einer offenkundigen PR-Aktion zu entschuldigen. Die Ernsthaftigkeit dieser Spende ist mehr als fragwürdig, angesichts des Gesamtprogramms. Weder Kollegah noch Bang sind Einzelfälle.

Rap ist aktuell das Musikgenre mit dem größten "Entwicklungspotenzial". Hier ist in der nächsten Zeit das meiste Geld zu holen. Da kann man sich natürlich nicht hinstellen und einer Grundsatzdebatte zustimmen, in der über das Produkt schädliche Fragen gestellt und diskutiert werden. "Es geht doch nur um Musik, habt Euch mal nicht so." "Das ist wie Werbung, da wird eben polarisiert und übertrieben." So oder ähnlich dürften die Reaktionen bei den Oberen der Musikbranche tatsächlich aussehen.

Wer heute noch glaubt, dass es bei dem Verkauf von Musik um "höhere Ziele und Ideale" geht, hat entweder einen Knall oder lebt hinterm Mond. Den Mechanismen des Zusammenspiels von Subkultur und Mainstream entspringt das, was populäre Musik am Ende auszeichnet und erfolgreich macht. Moral spielte dabei schon immer eine untergeordnete Rolle. Oder warum wohl sonst nennt Hartwig Masuch (Chef BMG) Kollegah und Bang explizit nicht "antisemitisch", sondern "geschmacklos"?

Er gibt damit offen zu, dass etwas Geschmackloses durchaus legitim vermarktet werden kann und darf und er als Label-Chef daran auch nichts Verwerfliches findet. Wie denn auch? Seit es die kommerzielle Massenvermarktung gibt, gibt es den provozierenden Grenzgang. In jeder Generation versuchen sich die Kids von ihren Eltern durch genau diesen musikalischen Grenzgang musikalisch abzugrenzen. Man denke nur an die Beatles, an die Rocker-Bewegung, an Jazz, an Punk, New Wave oder, oder, oder. Es ist nichts Neues, dass Eltern über die Musik ihrer Kinder "entsetzt" sind. Das war bei uns nicht anders.

Allerdings ist die Jugend heute nicht mehr so beschützt und gesellschaftlich wie selbstverständlich aus sich selbst heraus überwiegend wohlmeinend. Spätestens seit bekannt wurde, dass sich an den ausländerfeindlichen Angriffen in Rostock-Lichtenhagen und Hoyerswerda auch Jugendliche prominent beteiligt haben, sollte diese Vorstellung vom Tisch sein. Unvergessen die Diskrepanz zwischen den von diesen Jugendlichen getragenen Abzeichen der Szene-Ikonen Malcom-X und Dinosaur Jr. und den von ihren Trägern verübten Taten.

Gerade im Rap, der zunehmend populär wird, geht es nicht um heile Welt, Freundschaft, oder die Ideale des Menschseins. Das kann eigentlich jedem klar sein, selbst ohne sich intensiv mit den Wurzeln dieser Musik auseinanderzusetzen. Filme wie 8 Mile, Straigt outa Campton, Boyz'n the Hood verraten eigentlich schon alles, was man wissen muss. "Politische Korrektheit" ist im Rap das Allerletzte, das man dort suchen sollte. Beleidigungen, verbale Aggressionen und Grenzüberschreitungen aller Art sind zentrales Element und Mittel dieser Musik.

Sido, Kollegah, Haftbefehl, Frauenarzt, Bushido und wie sie alle heißen, bedienen sich dieses Repertoires nicht erst seit gestern und nicht erst seit dem Echo 2018 fallen solche Künstler durch Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie auf. Ein wenig in der Zeitung blättern hilft, um sich eine ganze Reihe "Skandale" wegen eben genau solcher Musik der letzten Jahre wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Allerdings darf man bei dieser ganzen, meiner Meinung nach dringend notwendigen, Diskussion die Jugendlichen nicht vergessen. Musik ist ein elementares Ding der Selbstfindung und auch der Peerbildung während des Erwachsenwerdens. Wer will denn schon die Musik hören, die auch seine Eltern hören, um sich genau von denen abzugrenzen? Wie soll sich ein heute 15jähriger Teenager denn bitte von seinen Eltern emanzipieren, wenn die alle Alben von Metallica, Nirvana, Rammstein, Prince, The Cure, Sexpistols, Black Flag und so weiter im Schrank stehen haben?

Wie soll irgendein Jugendlicher dagegen anstinken? Punker werden? Gruftie? Metaller? Ich bitte Dich. Wenn Dir Dein Spross ankäme und verkündete, er hätte da ein total geiles Album gehört, Du würdest genauso in den Schrank greifen und verkünden "ich hab' da was für Dich...", wetten? Als mein Spross bei mir ankam, um mich mit seiner Vorstellung schockierender, düsterer Musik zu erschrecken, habe ich ihm voller spontanter Begeisterung Marduk, Gorgoroth und Satyircon in die Hand gedrückt. Erwartet hatte er das sicher nicht und ob er das so geil fand? Schwierig.

Was bleibt denn übrig? Schlager? Volksmusik? Beides finden - ähnlich Aldi - alle Scheiße und trotzdem verkauft es sich wie blöde (frag mal, wie viele Alben Andrea Berg und Helene Fischer so verkauft haben) aber kennst Du auch nur einen Teenager, der das wirklich, ernsthaft, ehrlich aus eigenem Antrieb viel und gerne hört? Ich nicht. Und wenn doch, würde ich mit dem zum Arzt gehen. Letztendlich bleibt im Moment doch nur Rap, um sich von den Altvorderen musikalisch abzugrenzen, denn alles andere haben wir durch, inklusive aller Variationen elektronischer Tanzmusik.

Und selbst im Rap wird es eng. Wir kennen Notorious B.I.G., Public Enemy, Tupac Shakur, Run DMC, Beatie Boys und wie sie alle heißen. Und selbst im "Deutschrap" haben wir genug aus unserer eigenen Partyvergangenheit vorzuweisen. Deichkind, Fanta 4, Beginner, Tobi und das Bo, Massive Töne, Samy Deluxe, Ferris MC und so weiter und so fort. Als schockierendes Moment bleiben nur noch Grenzüberschreitungen, die wir aus völlig anderen Gründen ausgeklammert haben. Nur darum geht es den Kids eben: Grenzen überschreiten, sich abgrenzen, sich frei machen vom Elternhaus.

Insofern passt es zusammen, dass Künstler wie eben Kollegah und Haftbefehl und wer auch immer genau dieses Bedürfnis mit ihrer Musik befriedigen und gerade bei den Jugendlichen ein überaus dankbares Klientel finden. Das andererseits dadurch genau diese Musik wiederum Mainstream wird, liegt in der Natur der Sache. Musik will populär werden. Welcher Musiker will nicht bekannt und erfolgreich sein?

Wenn man mal ganz ehrlich zwischen die Zeilen schaut, dann war das schon immer so und auch die Grenzverletzungen waren schon immer da, selbst beim Schlager. Nicht in jedem Song, aber wenn man mal die Texte überdenkt (Serge Gainsbourg anybody?), die in manchen Songs verbreitet werden, sollte man sich vielleicht ein wenig zurückhalten mit der Kritik an Machern und Konsumenten von heute. Wir haben als Gesellschaft einige für uns als "gesetzt" geltende Grenzen. Eine davon ist eben genau der Antisemitismus, über den wir plötzlich total erschrocken sind, ihn in der Musik unserer Kinder vorzufinden.

Es ist ja nicht so, dass diese Alben alle in den letzten zwei Wochen plötzlich und aus dem Nichts aufgetaucht wären. Wir haben uns nur nicht die Mühe gemacht, uns damit mal zu beschäftigen. Wer von uns aus der Generation 30+ hätte denn vor zwei Wochen aus dem Stand irgendetwas zu den Texten von Kollegah sagen können? Und wer kann es heute, abgesehen von ein oder zwei Textstellen, über die sich die Postille episch auslässt? Über was singt Bang denn in Wachstumshormone (Asphalt Massaka 3) oder in Drive-By (Jung, brutal, gutaussehend 2)? Beide Alben sind einige Jahre alt. Aber wir tun so, als hätten wir gar nichts damit zu tun.

Und genau das ist unser Fehler. Wir haben es versäumt, den Jugendlichen zu vermitteln, warum genau die Grenzen, vor denen selbst wir als medienüberladene, durchgesexte, partyerfahrene, drogenliberalisierende, Anti-Bundeswehr, Anti-AKW, Anti-Tierverusche, Anti-irgendwas Generationen zurückschrecken, so wichtig sind. Wir haben es nicht gebacken bekommen, unserem Nachwuchs zu erklären, was es unterm Strich bedeutet, Homophobe Slogans zu skandieren, Antisemitische Parolen zu verharmlosen, rassistische Ideen unreflektiert wiederzugeben.

Die meisten der Kids, die sich heute gegenseitig auf dem Schulhof mit "Du Jude!" oder "Schwuler!" oder "Spasti!" oder "Kartoffelfresser!" beschimpfen, sind außerhalb davon eigentlich total liebe und normale Kids, denen gar nicht klar ist, was sie da tun. Sie bemerken nur, dass die Erwachsenen schockiert sind und genau das finden sie toll. Das "Warum" ist ihnen nicht mal im Ansatz klar und sogar weit überwiegend so egal wie nicht was. Aber auch dafür müsste man in diese Welt eintauchen und zuhören. Wer hat dazu schon ernsthaft Zeit? Von Lust will ich gar nicht reden.

Natürlich gibt es auch genau die Jugendlichen, die völlig entgleist sind, deren Sozialisation weit entfernt vom in unseren Köpfen vorherrschenden Ideal stattfindet. Die Realität vieler Familien sind desolate Einkommensverhältnisse, Chancenlosigkeit, Gewalt, Entfremdung. Diese Realität auszublenden und die Schuld daran anderen zu geben, ist wie das kleine Kind, das sich die Augen zu hält und glaubt, es werde nicht gesehen: Naiv. Das Problem ist deshalb nicht der Echo. Obwohl es am Echo viel zu kritisieren gibt und der Echo ganz bestimmt nicht das Ideal einer gesellschaftlich-kulturellen Auszeichnung ist. Aber am Ende des Tages ist der Echo nicht die Ursache, sondern das Resultat.

Die Ursachen haben wir als Gesellschaft selber gesetzt. Wir haben die Politik laufen lassen und uns von Politikern weitgehend entfremdet. Vielen ist Politik scheißegal, solange sie nicht nervt und macht, was man für sich selbst als das beste hält, weil es das meiste Geld auf das eigene Konto spült. Sobald Politik davon abweicht, darf man ausgiebig über unfähige, korrupte, ignorante, weltfremde Politiker herziehen und sich beliebig über System und Regierung aufregen, die ja alle eh keine Ahnung haben, dafür aber machen, was sie wollen, vor allem sich aber selbst die Taschen vollstopfen. Jenseits dieser Skandale lässt die Mehrheit die Politiker aber tun und lassen, was die wollen.

Dabei ist Politik Sache des Volkes, schon dem Wort nach. Politik geht jeden an. Vielleicht nicht jedes politische Thema. Ganz grundsätzlich fehlt uns die gesellschaftlich verankerte Erkenntnis, dass Politik kein Randspektakel für elitäre Spinner ist, sondern das, was unser Zusammenleben steuert. Ohne Politik keine Demokratie, denn Demokratie ist die Macht des Volkes, die sich um die Sache des Volkes kümmert. Das bedeutet eben nicht, dass die Politik macht, was Du willst, wenn Du nicht sagst, was Du willst, was die Politik tun soll. Genau das haben wir aber komplett ausgeblendet.

Doch nicht nur das. Wir nehmen das gesellschaftliche Miteinander als selbstverständlich, nachgerade gottgegeben hin, verkennen aber dabei, dass Gesellschaft etwas ist, das aktiv gestaltet werden muss. Regeln des Zusammenlebens ergeben sich aus dem gelebten Kontext. Nur solche Regeln und Mechanismen werden gesellschaftlich akzeptiert und weitergegeben, die anerkannt und (vor-)gelebt werden.

Wie sollen Zuwanderer denn unsere gesellschaftlichen Normen und Regeln verstehen, wenn wir uns selber nicht daran halten? Wenn wir uns selber bei jeder sich bietenden Gelegenheit über unsere eigenen Gesetze hinwegsetzen, sei es beim Tempolimit, Steuererklärung oder Download von Musik, wenn wir eigentlich selbstredende Normen komplett ignorieren, sei es beim Umgang mit den Nachbarn oder wie man über Polizei redet, und das Einhalten sogar verächtlich belächeln, sei es über den, der als Fußgänger an der roten Ampel stehen bleibt oder den, der nicht in zweiter Reihe parkt, wie soll dann jemand, der neu in diese Gesellschaft kommt, diese Normen erlernen, verinnerlichen und respektieren, wenn wir selber das schon nicht tun?

Unser Nachwuchs ist "neu" in dieser Gesellschaft, genauso wie Flüchtlinge. Wir sind entsetzt darüber, dass beide Gruppen uns überspitzt und teils sogar ausnutzend vorführen, wo unsere teils bigotten Verhaltensweisen inhaltsleere Phrasen sind. Immerhin: Es gibt Grenzen, bei denen wir doch noch zusammenzucken und feststellen, dass gerade irgendetwas nicht so ganz astrein läuft. Allerdings neigen wir dazu, die Schuld zuerst bei anderen zu suchen. Im Falle des Echos bei denen, die die Preisträger ausgewählt haben, oder bei Politikern, die nichts getan haben, oder bei Nachbarn, die sich nicht um ihre Kinder kümmern oder den Bekannten, die AfD wählen.

Trotzdem: Ein Anfang. Wenn wir uns jetzt noch die Frage stellen, was wir selber besser machen können...

Sonntag, 15. April 2018

Zitat des Tages (14)

"Im Zuge der aktuellen Debatte mussten wir erkennen, dass wir uns in einem Umfeld wiederfinden, das den Preis in ein falsches Licht rückt."
(Florian Drücke, Geschäftsführer Bundesverband der Musikindustrie)

Was soll man auch sonst sagen, wenn man gerade dabei ertappt wurde, dass man zwei antisemitischen Arschlöchern den wichtigsten deutschen Musikpreis ausgerechnet dafür in den Hintern schiebt, dass deren widerwärtiges Machwerk zu den bestverkauften Produkten der deutschen Musikindustrie gehört? Hat ja keiner ahnen können, dass das irgendjemandem auffällt. Und überhaupt Holocaustgedenktag... Habt Euch mal nicht so. Das ist bloß ein unglücklicher Zufall! Ganz ganz ehrlich!

In der Musik geht es eben am Ende nur ums Geld und nicht um Inhalte oder wenigstens Symbole. Das hätte man schon begreifen können, als Xaviar Naidoo vor noch gar nicht all zu langer Zeit mit ähnlich widerwärtigem Gedankengut vor die Wand der öffentlichen Aufregung fuhr, aber nöööö... Hach der singt ja so schön, was kann der schon böses... Und jetzt ein paar Rapper... Sind ja nur Rapper, die können ja nichts dafür. Schlimme Kindheit und so. Lasst uns denen mit ein paar millionen Euro und etwas Publicity helfen. Ihr müsst deren Musik als Gesprächstherapie verstehen. Die meinen das ja gar nicht so.

Hauptsache, ihr konsumiert schön weiter. Aber bitte denkt nicht nach oder übt etwa noch Kritik. Das findet der BVMI total undufte, wenn über offenkundige Ignoranz gegenüber vergoldetem Antisemitismus debattiert wird, statt millionenfach verkauftes, hochwertiges Liedgut eines Ed Sheeran zu feiern.

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Dschingis Khan

Das epische Meisterwerk von Ralf Siegel mal etwas anders:

(Danke Fragman)

Samstag, 4. Oktober 2008

Überschrift des Tages (86)

Gott lobt Bushido - n24
Ich lasse das mal kommentarlos so stehen...

(Quelle: N24)

Dienstag, 30. September 2008

Best Video Ever

Mtv nannte die Musikszene im Inselkönigreich lange Zeit "the worlds fastest changing". Mit einigem (beiläufigen) Interesse verfolgte ich die Wahl zum besten / tollsten / großartigsten / whatever Musikvideo "aller Zeiten". "Aller Zeiten" dürfte in dem Zusammenhang wohl nicht das bedeuten, was es dem Wortlaut nach bedeutet, sondern bestenfalls "was wir heute glauben" oder "was wir ausnahmsweise heute unseren Kunden zugestehen" oder irgendwie sowas. Egal wie, das aktuell "beste Musikvideo aller Zeiten" ("Greatest Video Ever") wurde gewählt und ich muss zugeben, ich bin hinreichend ... sprachlos.

Hier die Top10, beginnend bei Platz 10:

Platz 10: "Here It Goes Again" - OK Go

Platz 9: "Like A Prayer" - Madonna

Platz 8: "Virtual Insanity" - Jamiroquai

Platz 7: "Just" - Radiohead

Platz 6: "Smells Like Teen Spirit" - Nirvana

Platz 5: "Svefn G Englar" - Sigur Ros

Platz 4: "Thriller" - Michael Jackson

Platz 3: "Take On Me" - A Ha

Platz 2: "All Is Full Of Love" - Bjork

und Platz 1 ist...

Klick hier

Ganz ehrlich: Ich wäre im Leben nicht darauf gekommen ausgerechnet dieses Video zum besten Video aller Zeiten zu wählen, aber was weiß ich denn schon von Musikvideos?

(Quelle: mtv uk)

Dienstag, 12. August 2008

Pink Floyd meets Olympia

Speziell für Seigu und meine anderen China-Freunde:

Samstag, 9. August 2008

The Hand-Job Protest Song

War ein paar Tage im Urlaub, Berichte und Bilder folgen. Zur Ablenkung erstmal der hier:

(Danke gondi)

Mittwoch, 2. Juli 2008

Deutsche Grausamkeit

Der weltbekannten Erfolgsband "Jazzkantine" aus Braunschweig haben wir den folgenden Grund für erneutes Flächenbombardement durch alliierte Streitkräfte zu verdanken:

Diese "Band" war sich übrigens auch nicht zu schade, "Nothing else matters" durch Xaviar Naidoo covern zu lassen, aber das gibt es gottseidank noch nicht als Video.

Manche Dinge sollten einfach unter Strafe stehen.

Freitag, 13. Juni 2008

Star Wars

Disney und Star Wars haben mehr gemeinsam, als ich bislang wissen musste:

(Danke Gex)

Dienstag, 10. Juni 2008

Kazoo

Musik von heute ist oft langweilig und wenig inspiriert, aber hin und wieder tauchen Musiker(innen) auf der Bühne auf, die ...äh... kreativ sind.

"Kazoo" nennt sich übrigens das gespielte Instrument, nicht die Frau, die es spielt...

Thriller Tanzen

Tanzschulen waren mir schon immer suspekt und ich habe durchaus schon mehr als einmal Gelegenheit gehabt, meine Meinung bestätigt zu sehen. Welches Grauen den armen Opfern solcher Folterkeller aber tatsächlich angetan wird, lässt das folgende Video zumindest ansatzweise erahnen:

(Danke Thiemo)

Montag, 9. Juni 2008

Oldschool Radiohead Remix

Radiohead veranstaltete einen Online Wettbewerb, in dem es darum ging, einen Remix ihres Songs "Nude" vom Album "In Rainbows" zu produzieren. Nicht ganz einfach, denn "Nude" hat einen 6/8 Takt und 63 bpm. Zum Vergleich: Club-Music hat meistens 4/4 bei 120 bpm. Einen Walzer in ein DJ-Set hineinzumischen ist offensichtlich nicht ganz einfach.

Jameas Houston von der Glasgow School of Art präsentiert sein Abschlussprojekt, mit dem er sein Studium der Visuellen Kommunikation beenden will. Indem er den Untertitel des Stücks ("Big Ideas: Don't get any") wörtlich nahm, ging er die Aufgabe ganz anders an, als die anderen Teilnehmer des Wettbewerbs. Er kombinierte einen Stapel ausgemusterter Hardware und sorgte dafür, dass diese Hardware etwas tut, was sie eigentlich nicht tun sollte. Das Ergebnis klingt nicht gerade nach Studioqualität, aber das ist - so James Houston - auch gar nicht gewollt.

Die Deadline für den Wettbewerb hat er verpasst, darum gibt es das Resultat jetzt online für alle:



"Artists":
Sinclair ZX Spectrum - Guitars (rhythm & lead)
Epson LX-86 Dot Matrix Printer - Drums
HP Scanjet 4c - Bass Guitar
Hard Drive array - als Kaskade schlechter Lautsprecher - Vocals & FX

Samstag, 7. Juni 2008

HDL-Song

Selten hat ein Song mir mehr aus der Seele gesprochen:

(Danke kork)

Freitag, 6. Juni 2008

Jede Zelle

Fans aus fernen Landen informieren mich hin und wieder über ihren alltäglichen Wahnsinn, Dinge, die mit denen sie so konfrontiert werden. Felidae wird zum Beispiel von ihrer Verwandtschaft mit musikalischen Hochleistungsprodukten der folgenden Art beglückt. Ich wiederum meine, dass es doch wirklich eine Schande wäre, meiner Leserschaft das vorzuenthalten:

Na, auch schon ganz glücklich?

(Danke, Felidae)

Dienstag, 3. Juni 2008

Hitze

Zu diesem Wetter passen nur zwei Dinge:

Cuba Libre (Ein High Ball Glas mit Eis füllen, zur Hälfte mit Cola auffüllen. Im Shaker zwei Shots Rum mit dem Saft einer halben Limette und Eis shaken. Über das Eis seihen. Der Mix sollte über der Cola schweben.) und passende Musik:

(Danke Gex für das Video)

Montag, 2. Juni 2008

Heavy Metal

All die Dinge, die wir schon immer über Heavy Metal wissen wollten:

(Danke Edekavertreter)

Sonntag, 25. Mai 2008

Sangeskunst

Musik ist ja nach Meinung sowohl der Medien- als auch der Musikindustrie das Allerwichtigste überhaupt und es gibt nichts auf der Welt, was auch nur annähernd an die Bedeutung dieses kulturellen Wegwerfproduktes herankommt - weder politisch, noch kulturell und schon gar nicht wirtschaftlich. Alles hat dahinter zurückzutreten, erst recht Grundrechte, wie uns die RIAA, MPAA und wie sie alle heißen immer wieder in aller Deutlichkeit zeigen.

In diesem Zusammenhang dürfte klar sein, dass die musikalische Leistung einzelner Nationen insgesamt eher belanglos ist, denn es ist des große Ganze, das eigentlich zählt. Diese Sichtweise erklärt auch, wie die Sängerin Jessica nicht wenig selbstherrlich und realitätsvergessen nach der gestrigen Vollpleite in der internationalen Karnevalsveranstaltung namens "Eurovision Songcontest" von sich geben kann:
"Ich bin etwas geschockt, aber wir können stolz sein."
Mal ehrlich, wie fern der Welt muss man sein, um die Fanpunkte eines schon im Vorfeld ausgeschiedenen Landes, dem ein Bandmitglied abstammt, und die Gnadenpunkte eines Nachbarlandes als "Erfolg" feiern zu wollen? Egal wie, aber ich bin mir sicher, dass es irgendwelche Medikamente gibt, mit denen sich diese Haltung erklären lässt.

Hat sich aber mal jemand insgesamt angesehen, was da gestern Abend präsentiert wurde? Ist irgendjemandem aufgefallen, was für musikalischer Schrott da dem Kunden aufgetischt wurde? Die Quintessenz des Abends war doch eindeutig mal wieder "Titten & Arsch + technische Nachhilfe über Talent und Können". Und da wundern sich die Firmen, dass niemand mehr Musik kaufen will?

Grandios fand ich aber die Haltung der in der Vorausscheidung knapp den "No Angels" unterlegenen Furtwanger. Man konnte ihr deutlich anmerken, dass sie mit jeder Pore die Nachricht versprühte: "Seht ihr? Jetzt habt ihr bekommen, was ihr wolltet!" Ich bin mir sicher, dass die sich nach ihrem Auftritt bei Hermanns auf der Reperbahn, erst einmal eine Flasche Sekt oder so gegeben hat und die Niederlage der talentfrei gecasteten Hupfdohlen ordentlich gefeiert hat.

Und ganz im Ernst: Ich habs ihr gegönnt!

Freitag, 23. Mai 2008

Gema, Schwedenstyle

MP3 Download Illegal Internet MusikWenn heute vom Internet gesprochen wird, dann geht es in den Köpfen nicht weniger entweder um Pornographie oder um Musik, die man sich aus dem Internet "besorgt". Natürlich wird niemand vor großem Publikum zugeben, dass auch er oder sie das tue. Das ist ja schließlich böse. Die Medienindustrie betrachtet nicht ganz ohne Grund pauschal jeden Internetanwender als potentiellen Dieb. Angesichts von knapp 312 Millionen alleine von Deutschen angeblich geklauten Titeln dürfte jeder einzelne Deutsche rund 4 Lieder pro Jahr "klauen". Da das aber niemand wirklich macht, sind diese Zahlen natürlich völlig frei erfunden.

Egal wie das mit diesen Zahlen nun ist. Egal, wer jetzt tatsächlich oder vermeintlich welchen Anteil daran hat und ob das jetzt so schwerwiegend ist, wie die Medienbranche behauptet, oder alles vollkommen übertrieben, wie die viele aus dem anderen Lager behaupten. Die Politik ist mit den Forderungen der Medienindustrie konfrontiert und die fordert eine ganze Menge.

nter anderem wird gefordert, dass Internetzugangsprovider Filter installieren sollen, die den Datenstrom des Kunden nach urheberrechtlich geschütztem Material durchsuchen und gegebenenfalls sperren sollen. Auf der Konferenz Computers, Freedom, and Privacy 2008 in New Haven kam dieses Thema ausführlich zur Sprache. Experten für Recht, Firmenvertreter und Wissenschaftler äußerten extreme Bedenken gegen diese Idee und warnten eindringlich davor, sie umzusetzen. Eine solche technische Maßnahme wäre einerseits viel zu leicht auszuhebeln, andererseits wären Zensur und Unterdrückung von Grundrechten Tür und Tor geöffnet.

Von einer ganz anderen Seite geht man in Schweden das Problem an. Die dortige Regierung geht auf Grundlage einer Studie davon aus, dass im vergangenen Jahr in Schweden insgesamt 700 bis 900 Millionen Musik-Dateien illegal aus dem Internet gezogen worden sind. Das entspricht ungefähr 500 bis 700 Musikdateien pro Einwohner und Jahr. Die Schwedische Regierung möchte deshalb eine Art Internetabgabe einführen, mit der jeder Anwender jede über das Internet verfügbare Musik legal abspielen kann. Quasi eine Art Gema-Abgabe auf Musik aus dem Internet.

Die Einnahmen sollen den Rechteinhabern zur Verfügung gestellt werden und unter denen aufgeteilt werden. Zwar ist man sich noch nicht ganz einig, wie man die herausfinden will, welchem Rechteinhaber wieviel Geld zustehen soll und auch die genaue Höhe der Abgabe steht noch nicht fest. Aber ein paar Näherungswerte hat man wohl schon: Eine Software soll die MP3-Tags auslesen und anonymisierte Statistiken an die Behörde übertragen. Die Gebühr soll "optional" sein, d. h. jeder Schwede kann sich dafür oder dagegen entscheiden und die Gebühr soll wahrscheinlich bei rund fünf Euro pro Monat liegen.

Im Herbst dieses Jahres will man in Schweden ausprobieren, ob das so alles klappen könnte, wie man sich das bisher gedacht hat. Eine nicht ganz unkritische Frage wird allerdings sein, ob das mit der Software und dem Rumschnüffeln in MP3 Dateien von den Anwendern akzeptiert wird. Bei "analysieren" und "Staat" und "Daten übermitteln" gehen schließlich bei nicht wenigen Menschen sämtliche Warnlampen an.

Irgendwie erinnert mich das sehr an die Idee, die die Kanadier vor einiger Zeit schon hatten. Im Prinzip war die der jetzt von den Schweden ersonnenen ziemlich ähnlich, nur wollte man da umgerechnet 3,39 Euro pro Monat haben, die Gebühr war nicht optional, sondern für jeden Staatsbürger verpflichtend und auf eine Analysesoftware wollte man auch verzichten.

Aber davon mal abgesehen finde ich die Idee noch immer wirklich gut.

(Quelle: Heise, Dagens Nyheter

Mittwoch, 30. April 2008

Ken Li!

Kennt ihr den "weißen Neger Wumbaba" von Axel Hacke? Ja? Aus derselben Kategorie kommt das folgende Meisterwerk menschlicher Schaffenskunst, das wir alle dem überaus geschätztem Deichshaf zu verdanken haben, der das unbedingt auf der Tapirherde gefeatured haben wollte:

Ich sag mal: Grandios! Ein weiterer Grund, Fernsehn pauschal zu verbieten.

(Danke Deichshaf!)

Mittwoch, 23. April 2008

Roy Dogg

Snoop Dogg? Roy Black? Geht es schlimmer? Eindeutig Ja: Man könnte es kombinieren. Warum "könnte"? Warum nicht tun? Okay, tun wir es...