Dienstag, 8. August 2006

Violators will be shot!

Vor einiger Zeit war von dem halbautonomen Hubschrauber mit automatischen Schrotflinten zu lesen, der als "Überwachungssystem" vertrieben wird. Eine andere Firma hat sich derselben Waffe angenommen, und daraus zwar stationäre, aber dafür vollständig automatisierbare Waffentürmchen gebaut. Das System kann entweder in die bestehende Steuerungslogik des Roboters integriert werden oder aber per Fernsteuerung durch einen Operator bedient werden. Grund dafür dürfte in erster Linie der Mangel an zuverlässigen Freund-Feind Erkennungssystemen sein. Im Betrieb sieht sowas dann ungefähr so aus:


Der Hersteller schreibt über sein System:
"HAMMER offers unique robot-deployed counter-IED, breaching, non-lethal, and special weapon capabilities. The system is characterized by very low recoil, near zero maintenance, large magazine capacity, and excellent reliability. HAMMER is intended for rapid deployment on lightweight EOD and tactical robots such as iRobot's PackBot tactical mobile robot. The HAMMER system may also be deployed on unmanned aerial vehicles, larger tactical robots, manned vehicles, and fixed installations."
Mit diesem System kann man also aus anderen robotischen Systemen leicht effiziente Einheiten für den bewaffneten Kampf zusammenklicken.

Sachen gibts... (23)

Benzingetriebene Skateboards gibt es schon länger, auch die ziemlich cool ausehende Variante "Wheelman" ist nicht gerade neu. Neu ist dagegen dieser Version eines elektrisch betriebenen Skateboards, das von zwei 12 Volt Batterien gespeist wird und dank seiner modernen Elektromotoren flüsterleise ist. Per Handsteuerung kann die Geschwindigkeit kontrolliert werden, die - laut Hersteller - aus eigener Kraft bis zu 20 km/h erreichen kann.

Allerdings kostet der Spaß rund 700 US-Dollar (plus Porto und so weiter).

Knapp vorbei

Weil die schwedischen Piloten eines gecharterten Flugzeugs in Spanien die Kürzel zweier Flughäfen verwechselten, bogen sie "leicht" falsch ab und flogen statt nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens in den Süden, in die sicher auch sehr schöne Stadt Sevilla in der Touristenregion Andalusien.

Die Fluggesellschaft Spanair wies in einer Presseerklärung darauf hin, daß die Piloten der von Nordic Airways gecharterten Maschine kein Spanisch sprächen und dies zu dem Fehlflug beigetragen habe. So weit, so gut, und die Passagiere wurden nach einem kurzen Stop dann auch an ihren Zielort gebracht...

Und dann fällt einem wieder ein, daß nach dem Willen der großen Koalition die Zuwanderung "für Hochqualifizierte und Selbständige" erleichtert werden soll. Sind Piloten "hochqualifiziert"? Oder Ingenieure in Atomkraftwerken?

Danke, liebe Politik, jetzt kann ich wieder ein Stück besser schlafen...

(Quelle: DPA)

Trau, schau, wem! (1)

Die Nachrichtenagentur Reuters hat einen handfesten Skandal an den Hacken. Der als freier Mitarbeiter für die Agentur tätige Fotograph Adnan H. stellte der Agentur ein Bild zur Verfügung, dass Reuters am Samstag mit der Bildunterschrift "Smoke billows from burning buildings destroyed during an overnight Israeli air raid on Beirut's suburbs." ("Rauch steigt von brennenden Gebäuden auf, die während eines nächtlichen Luftangriffs der Israelischen Luftwaffe auf die Vororte Beiruts zerstört wurden.") veröffentlichte. Das Bild war jedoch offenbar bearbeitet worden.

Es ist nicht eben unangenehm, dass die ziemlich schlecht gemachte retouche überhaupt aufgefallen ist. Besonders unangenehm ist, dass ausgerechnet dem pro-israelischen Weblog Little Green Footballs die offensichtliche Bearbeitung auffiel und so Reuters in eine nicht eben angenehme Situation geriet. Für den eigenen Eindruck hier die Bilder, links Fälschung, rechts Original (klick Bild für größere Version):

Bearbeitetes Foto Originalfoto
Reuters zog das Bild inzwischen zurück und entschuldigte sich öffentlich für die "Panne". Unterstellungen, nach denen das Bild insgesamt gefälscht sein soll und der Luftangriff der israelischen Luftwaffe nicht stattgefunden habe, wies nicht nur Reuters, sondern auch die zu diesem Vorfall befragte Associated Press als absurd zurück. Offen bleibt allerdings die Frage, wer das Bild bearbeitet hat: der Fotograph oder ein Redakteur bei Reuters? Auch die zwischenzeitliche Entlassung des Fotographen macht das nicht eben durchschaubarer.

Trotzdem wirft dieser Event - ob nun Bagatelle oder grandiose Unglaublichkeit mag jeder für sich selber entscheiden - einige Fragen auf. Früher gab es Negative. Mit denen konnte sehr eindeutig bewiesen werden, ob ein Bild bearbeitet worden war oder nicht. Heute gibt es aber kaum noch Negativfilme, denn fast alle Aufnahmen werden heutzutage mit Digitalkameras gemacht. Digitale Daten sind "geduldig" und ein Original ist nicht ohne Weiteres von seiner Kopie zu unterscheiden.

Wie häufig werden tatsächlich "geschönte" Bilder präsentiert, ohne dass wir es merken? Wie häufig werden den Medien Bilder "untergeschoben", die teilweise oder komplett überarbeitet wurden oder ver- wenn nicht gar komplett gefälscht sind? Sicher mag eine Farbkorrektur, um einen ungünstigen Rotstich zu kaschieren, noch ohne größere Diskussion von jedem akzeptiert werden. Aber Farbfilter lassen sich auch zu anderen Zwecken einsetzen und aktuelle Bildbearbeitungssoftware kann weit mehr, als nur "ein wenig an den Farben" herumbasteln.

Fehlt es an einer Art "Echtheitszertifikat" für digitale Aufnahmen? Oder vielleicht ist eine Art dokumententenechtes "Write Once" Speichermedium für Digitalkameras die Lösung, auf dem die Aufnahme und eventuell sogar noch weitergehende Daten festgehalten werden? Was ist mit bewegten Bildern? Was mit einem Bild automatisiert gemacht werden kann, kann leicht auch mit Bilderserien gemacht werden.

Kann man dem "Bildbeweis" heute noch trauen?

Montag, 7. August 2006

Game-Retailer Schulungsvideo



Diese Schulung ist zwar schon rund zwei Jahre alt und es geht um eine Kette, die in Deutschland nicht wirklich vertreten ist. Andere (größere) Firmen werden ähnliche Schulungsfilmchen wie diesen benutzen. Es zeigt eine Menge Mechnaismen, mit denen die Retailer versuchen das Zeug an den Mann und die Frau zu bringen.

Sehenswert und es beantwortet einige Fragen, die ich mir in Bezug auf Verkäufer schon häufiger gestellt habe.

Sonntag, 6. August 2006

Strom gegen Alkohol

BaijiuIn China gehört Bestechung nicht nur zum alltäglichen Leben dazu, sondern ist quasi Bestandteil des guten Tons. Diese Gepflogenheit nicht einzuhalten kann schon mal zu unangenehmen Nebenwirkungen führen, wie kürzlich zwei Managerinnen eines neu eröffnenden Hotels in der zentralchinesischen Provinz Huan festellen mussten.

Nachdem zwei Beamte der chinesischen Energiebehörde nicht zur Eröffnungsfeier eingeladen worden waren, schalteten diese kurzerhand den Strom für das Hotel ab. Sie wären auch gerne bereit den Strom irgendwann wieder anzuschalten. Die Managerinnen könnten aber sehr dazu beitragen, den Stromausfall zu verkürzen:

Für jede Flasche Baijiu (ein starker Getreideschnaps ähnlich Wodka), die die beiden Manager austrinken, würden die Beamten den Stromausfall um eine Stunde verkürzen, berichtete die Beijing Times.

Die beiden Beamten wurden infolge dieses Vorfalls entlassen, weil sie dem Ansehen der Energiebehörde "nachhaltig Schaden zugefügt" hätten. Außerdem sei es in der Umgebung des Hotels zu erheblichen sozialen Störungen aufgrund des Stromausfalls gekommen.

Nicht bekannt ist allerdings, wieviele Flaschen die beiden Managerinnen geschafft haben...

(Quelle: Reuters)

Gastfreundschaft auf See

PrisonWie die USA an der Grenze zu Mexiko oder Europa aus Richtung Afrika, so hat auch Australien ein Problem mit illegalen Einwanderern aus Asien. Um besonders das Problem der illegal an der entlegenen Nordküste Australiens landenden Fischer bewältigen zu können, greift man in Down Under auf Ideen zurück, die auch schon früher in der Geschichte erfolgreich angewandt wurden: Die Illegalen sollen zukünftig auf Gefängnisschiffen inhaftiert werden.

Die australische Zollbehörde versucht deshalb jetzt ein Schiff zu chartern, dass bis zu 30 Gefangene aufnehmen kann. Das Schiff soll zusätzlich mit an Deck montierten MGs bewaffnet werden, um sich vor Kaperversuchen schützen zu können. Die Gefangenen sollen für drei bis vier Tage an Bord bleiben, damit die Patroullien der Küstenwache fortgesetzt werden können. Bislang muss jeder aufgegriffene illegale Einwanderer sofort in den nächsten Hafen gebracht werden.

Die Idee stößt allerdings nicht überall in Australien auf Gegenliebe. Zwar hatte Australiens Premierminister John Howard unter weitgehender Zustimmung sehr strenge Gesetze zum Schutz der Grenzen in Kraft gesetzt (in Australien aufgegriffene Asylsuchende werden in jedem Fall zunächst inhaftiert), aber Senator Kerry Nettle sagte zu der Idee eines Gefängnisschiffes:
"Dieses Vorgehen greift zurück in Australiens Geschichte der Bestrafung, während wir eigentlich an vorderster Front stehen sollten, um humane und menschenwürdige Lösungen des Grenzproblems zu finden."
Australien war früher eine Strafkolonie des Britischen Empires. Die britische Regierung deportierte auf dem Seeweg zwischen 1788 und 1868 alleine rund 160.000 Sträflinge nach Australien, überwiegend in Straflager in New South Wales und in der Mündung des Brisbane River. Von daher hat man dort eine gewisse "Erfahrung" im Umgang mit Gefangenen zur See.

Ich bin mir sicher, dass dieses Experiment auch außerhalb Australiens mit einiger Aufmerksamkeit beobachtet werden wird. Besonders im Mittelmeer und bei den Canarischen Inseln dürfte man einiges Interesse an effizienten Lösungen dieses Problems haben...

(Quelle: Reuters)

Modernisierung in Polen

Richtblock und HenkerbeilBis gerade eben dachte ich noch, auch in Polen sei das 21. Jahrhundert angebrochen. Allerdings scheine ich mich damit ziemlich geirrt zu haben, denn in Polen hat man nicht nur interessante Ideen zum Thema "Kritik" und auch bemerkenswerte Ansichten zum Thema Nationalsozialismus und der Interpretation historischer Fakten. Seit neuestem hat man dort nun auch die Idee, dass man als frisch gebackenes Vollmitglied der Europäischen Gemeinschaft ja unbedingt den Rückschritt in die Rechtsprechung des Frühmittelalters machen und die Todesstrafe wieder einführen sollte.

Das zumindest erwägt die Staatsführung in Polen und ganz ehrlich: Eigentlich überrascht mich das überhaupt nicht. Im Gegenteil. In Anbetracht der übrigen Entwicklungen in diesem Staat bin ich sogar eher überrascht, dass diese "Initiative" erst jetzt kommt, aber naja, manchmal braucht sowas eben seine Zeit.

Jedenfalls brachte der polnische Präsident Lech Kaczynski vergangene Woche seine politische Einstellung in juristischen Fragen unmißverständlich zum Ausdruck:
"Ich persönlich war, bin und bleibe ein Anhänger der Todesstrafe"
Damit nicht sofort die Truppen gegen Warschau in Marsch gesetzt und jegliche wirtschaftlich nützliche Finanzhilfe eingefroren wird, schob er aber sofort eine Relativierung nach:
"Gegenwärtig ist eine Wiederkehr zu dieser Strafe nicht möglich, ich zähle aber darauf, dass in Zukunft ein günstigeres Klima in der EU herrschen wird."
Auch wenn man es nicht so recht glauben mag: Lech Kaczynski redet nicht einfach so daher und stammelt unüberlegtes Zeug in irgendwelche Mikrofone. Im Gegentteil, er überlegt sogar sehr genau, was er so alles sagt. Nur vor der innenpolitischen Lage in Polen kann man diese Äußerung verstehen. Die Partei seines Bruders und deren rechtsextreme Koalitionspartner haben ein ernsthaftes Problem und es droht eine schwere Wahlniederlage. Darum sollen die eigenen Anhänger ein wenig gestreichelt werden. Dazu dann noch ein guter Schuß Eigenwilligkeit und Uneinsicht, der die polnische Außenpolitik definieren soll, denn nur über die ständigen Reibereien mit den anderen europäischen Staaten können sie ihr Selbstverständnis als Hüter der polnischen Nation profilieren.

Ob Polen wirklich schon reif genug ist für die EU Vollmitgliedschaft? Ich habe da so langsam ernsthafte Zweifel.

(Quelle: Die Zeit)

Wem man besser nicht kondoliert

Wappen von JordanienDie USA sind mächtig stolz auf ihren Kampf gegen den internationalen Terrorismus, auch wenn das mit den tatsächlich vorweisbaren "Erfolgen" häufig nicht ganz so einfach ist. Um so mehr ist man bemüht, "Erfolge" um jeden Preis auch als Erfolg verteidigen. Diese Erfahrung haben jetzt auch zwei Abgeordnete des jordanischen Parlaments gemacht.

Nachdem der Top-Terrorist im Irak, Abu Mussab al-Sarkawi, medienwirksam (quasi vor laufender Kamera) umgebracht wurde, hielten es diese beiden für angemessen, den Hinterbliebenen zu kondolieren. Daraufhin wurden sie von einem Staatssicherheitsgericht in Amman zu Gefängnisstrafen von anderthalb bzw. zwei Jahren verurteilt. Nach Ansicht des Gerichts haben sich die Abgeordneten der Förderung nationaler Zwietracht und der religiösen Aufwiegelung schuldig gemacht.

Es stimmt schon irgendwie nachdenklich, wenn die Mitglieder des Parlaments zu den Hinterbliebenen eines Terroristenführers gehen, um quasi das Bedauern darüber zum Ausdruck zu bringen, dass der tot ist...

(Quelle: AFP)

Absturz

Agenturmeldungen haben oft das Problem, dass sie an viele Medien verteilt werden. Damit es nun nicht so aussieht, als schrieben alle dasselbe, werden diese Agenturmeldungen redaktionell aufgearbeitet. Nicht immer gelingt das erfolgreich, wie das folgende Negativbeispiel eindrucksvoll zeigt:

Tagesschau Hiroshima 61 Jahre

Atombomben, besonders die, die am 6. August 1945 auf Hiroshima und Nagasaki (Japan) fielen, stürzen nicht einfach so ab, im Gegenteil. Gerade diese beiden Atombomben wurden bewußt und gezielt von Kampfbombern der US-Streitkräfte abgeworfen, denn es handelte sich um den ersten und bislang einzigen Einsatz von Atombomben zu Kriegszwecken weltweit.

Samstag, 5. August 2006

Diskussionshindernis

Isolde CharimIsrael kann es ja überhaupt nicht leiden, wenn Kritik am eigenen Vorgehen geübt wird. In Richtung Deutschland verbittet man sich deshalb jegliche Kritik gerne mal mit dem Hinweis auf die Zeit von '33 bis '45 und dem Zusatz, dass man sich doch gerade in Deutschland darüber klar sein möge, dass jegliche Kritik aus dieser Richtung in Bezug auf irgendwelche "Fehlverhalten" doch wohl völlig fehl am Platze wären.

Gleichzeitig ist man sich im Küstenstaat am östlichen Mittelmeer aber überhaupt nicht zu schade dafür, mit beiden Händen alles an Waffensystemen aus deutschen Rüstungsschmieden mitzunehmen, was irgendwie zu bekommen ist. Wenn das Ganze dann auch noch staatlich subventioniert (Normalbürger würden sagen "geschenkt") ist, wie zum Beispiel die U-Boote von neulich, um so lieber.

Nun hat sich inzwischen aber der Druck auf Israel ein wenig vergrößert und nicht nur aus dem kritikfreudigen Deutschland, sondern weltweit wird Kritik am Vorgehen geäußert. Grund genug sich auf die Hinterbeine zu stellen und - wie angekündigt - mit einer eigens initiierten PR-Kampagne die eigenen Interessen zu wahren und die Lage im Nahen Osten mal ins "richtige" Licht zu rücken. Lies: "Alle Mann die Fresse halten, wir sind die Guten, alle anderen sind die Bösen!"

Da auch der Hinweis auf das Vorgehen der USA (Präventiver Angriffskrieg als Maßnahme der Selbstverteidigung, siehe Irak) und der Hinweis auf die nicht gerade pro-westlich eingestellten Staaten Syrien und Iran nicht ausreichten, um die Kritiker gerade aus Europa und hier besonders die aus Deutschland zum Schweigen zu bringen, spannt man hierzulande die gewohnt kontroversen Medien für die eigene Propaganda ein. Die Taz übernimmt diese Rolle gerne und gibt in der Ausgabe vom 2.8.2006 der in Österreich lebenden Philosophin Isolde Charim die Gelegenheit darzustellen, wie ihrer Meinung nach Kritik an Israel auszusehen habe.

Nun ist es immer hilfreich, wenn von unabhängiger Seite einige Ratschläge vorgetragen werden, wie sich einem bestimmten Thema sachlich und fundiert nähert. Es ist auch hilfreich, wenn außenstehende Denkfehler oder Inkonsistenzen oder Irrtümer aufzeigen. Was die Taz aber Frau Charim tun lässt, ist selbst mit ganz viel gutem Willen bestensfalls als halbherzig kaschierte Propaganda für den eigenmächtigen israelischen Feldzug gegen alles und jeden zu verstehen.

In acht Punkten soll dem Leser beigebracht werden, wie Kritik an Israel auszusehen hat, welche Inhalte und Themen angesprochen werden dürfen und welche nicht. Dem Leser werden allgemeingültige Floskeln der ziviliserten Diskurskultur ("Wählen Sie den richtigen Ton!", "Argumentieren Sie aktuell!") nahegebracht und mit der altbekannten Differenzierung "Israel hier, der Rest der Welt dort, Deutschland am Pranger" beginnt der Exkurs durch die pro-Israelische Kriegsbefürwortung.

Selbstverständlich benutzen Deutsche jegliche Kritik an Israel ausschließlich zur Überwindung ihres eigenen Schuldkomplexes. Sonnenklar! Wie konnten wir das nur vergessen? Und da ja gerade hier jede Diskussion dieses Themas nur unter direkter Einbeziehung der eigenen Person (und deren Vergangenheit) möglich ist, dürfte jedem Deutschen klar sein, dass er im Grunde gar nicht mitreden darf.

Falls man sich doch traut, dann muss man sich darüber klar sein, dass Israelis von jeglichen Moralansprüchen freigestellt sind. Frau Charim erklärt das eindrucksvoll:
"Juden haben keine besondere Verpflichtung zur Moral, sondern ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis. Auschwitz war keine Schule für Gutmenschentum!"
Damit sind schonmal zwei wichtige Aspekte ausgeklammert: Deutsche dürfen nicht mitreden und Diskussionen über einen moralischen Wertemaßstab sind ebenfalls aus historischen und durch Deutschland verschuldeten Gründen passé. Damit dürfte ein Großteil der Diskussionsteilnehmer aus Deutschland ausgeschaltet sein.

Nun gilt es all jene mundtot zu machen, die mit etwaigen Forderungen nach einer "Ausgewogenheit", oder mit anderen Worten der Wahrung der Verhältnismäßigkeit der Mittel bis hier hin durchhalten konnten. Das geht verblüffend einfach. Das Argument dieser Forderung ist als solches nicht zu entkräften - Israel kümmert sich in seinem Vorgehen um den Punkt der Verhältnismäßigkeit einen gepflegten Scheiß und der Autorin ist das nur zu bewußt. Deshalb lautet die zwingende Logik: Wer mit dieser Forderung argumentiert, argumentiert pro-arabisch. Wer pro-arabisch argumentiert, argumentiert zwangsweise gegen Israel. Und wer gegen Israel argumentiert, der hat sowieso jedes Recht verwirkt, überhaupt mitreden zu dürfen.

Übrig bleiben jetzt noch diejenigen, die nach der Schuldfrage und den historischen Ursachen des Konfliktes suchen. Was liegt näher, als darauf hinzuweisen, dass der Konflikt viel zu kompliziert ist, und jede historische Analyse immer auf das Infragestellen der Legitimation des Staates Israel hinauslaufen. Im Klartext: Wer die Geschichte heranzieht, um den Konflikt zu analysieren, stellt das Existenzrecht Israels in Frage und das ist so dermaßen verwerflich, dass man sich schämen sollte, daran auch nur zu denken! Das Frau Charim eben diese historische Analyse eingangs benutzte, um das Gros der Diskussionsgegner kaltzustellen, läßt sie geflissentlich unter den Tisch fallen.

Damit sich der jetzt beschämt zurückziehende, eines besseren belehrte Ex-Kritiker aber nicht zu schlecht fühlt, bietet Frau Charim im lächelnd die Hand, denn schließlich ist Israel etwas ganz besonderes, das man einfach nicht kritisieren darf. Israel ist eben etwas besonderes und hat deshalb jede Freiheit, die Israel meint in Anspruch nehmen zu müssen, denn letztendlich ist es die religiöse Rechtfertigung, die alles erklärt. Schließlich geht es doch um die Erlösung!

So leid es mir tut, aber mit solchen PR-Kampagnen schafft es kein Staat dieser Welt sich bei mir Sympathien zu verdienen.

Sachen gibts... (22)

USB PendelWir alle kennen das Problem: Irgendwo im heimischen Chaos hat man sein Handy, die Schlüssel, die Handtasche, die Uhr oder sonstirgendein jetzt gerade dringend benötigtes Dingsbums verlegt. Und wie es natürlich nicht anders sein kann, findet man es um so eher nicht wieder, je dringender man dieses Dingsbums braucht. Typisch.

Damit dem technologisch bewanderten Kundigen des Okkulten auch in der modernen Zeit ein effektives und probates Mittel im Kampf gegen die Unbillen des Alltags zur Verfügung steht, hat eine Firma aus Japan ein eigentlich naheliegendes und in jedem Fall unverzichtbares Produkt auf den Markt gebracht: Das digitale Pendel.

Per Pendeln lassen sich durch kundige Personen "zuverlässige" Prognosen und Aussagen über eben gesuchtes Dingsbums in Erfahrung bringen. Dazu muss man das Pendel mit zuverlässigen Informationen über das Dingsbums "füttern". Ein Foto auf Papier hat man ja nicht immer zur Hand und manchmal findet man nur im Internet irgendwelche Beschreibungen oder soetwas in der Richtung. Damit es dem überzeugten Anwender einfacher fällt auch solche Informationen möglichst verlustfrei und unverändert an das allwissende Pendel zu übermitteln, hat ein Hersteller einen 256 mb USB Speicherstick und ein Metallpendel miteinander kombiniert.

Das ca. 65 Euro kostende Produkt (plus Porto und Verpackung) kann allerdings auch ohne die USB-Einheit benutzt werden und so zum Beispiel Haare oder andere Spuren bzw. Teile des gesuchten aufnehmen, sofern sie in den 2cm x 6,7cm langen Zylinder hineinpassen.

Passt gut zum Wasseraufbereiter und der Fitnessstimmgabel...

Ladenhüter

XBox 360 JapanEs heisst ja, dass die XBox und die XBox 360 "der Knaller schlechthin" sein sollen. Glaubt man den Herstellern (Console wie Spiele), dann müsste sich dieses Gerät verkaufen wie frische Brötchen. Im High-Tech Markt Japan, wo "coole Gadgets" sozusagen ein "gesellschaftliches Muss" sind, lässt sich gut ablesen, wie angesagt ein Produkt tatsächlich ist. Und gerade hier liegen die XBoxen wie Blei in den Regalen. Eine Erhebung der Digitimes vom 1. August zeigt, dass die XBox 360 gerade 1.472 Mal verkauft wurde. Im gleichen Zeitraum wurde dagegen die PS2 22.288 Mal und der Nintendo DS Lite 262.453 Mal verkauft.

Es ist nicht das erste Mal, dass die XBox 360 durch schleppenden Absatz von sich reden macht und es ist auch nicht wirklich erstaunlich, dass die Kunden aus ihren Erfahrungen im Umgang mit Microsoft gelernt haben und Produkte meiden, bei denen die Gefahr ernsthafter und im Fall von Consolen auch teurer Bugs besteht.

Raupen

In Schweden gibt es nicht nur Elche und viel Gegend, sondern zumindest auch in diesem Sommer enorm viele Raupen. Das hört sich im ersten Moment noch nicht so wild an. Die Tiere sind allerdings schon wegen ihrer legendären Gefräßigkeit ein Problem, aber sie haben dann auch noch die unangenehme und arbeitsintensive Eigenart, überall Spinnfäden zu ziehen.

Es geht hier aber nicht um "insgesamt ein paar Hundert", sondern um einige Milliarden. Und in diesen Mengen sind "ein paar Spinnfäden" schnell ein ernstzunehmendes Problem, wie die Bildersammlung von Sven Sandberg eindrucksvoll zeigt.

Ziemlich gespenstische Vorstellung plötzlich das eigene Fahrrad, ganze Bäume oder sogar das eigene Haus eingesponnen wiederzufinden...

Sachen gibts... (21)

Manche Leute haben einfach eigenartige Ideen, wenn es um "Werbung" geht. Die Schmuckwelten Pforzheim kamen auf die Idee, einen Porsche zu vergolden. Ich bin mir nicht so sicher, ob das wirklich sooo toll aussieht, aber witzig ist die Idee schon. "Lackschäden" dürften da jedenfalls eine ganz besonders interessante Reaktion des Besitzers hervorrufen.

Es ist nicht bekannt, ob es Firmen gibt, die soetwas "in Serie" herstellen, deshalb tippe ich mal auf "Einzelstück", aber wer weiß? Das richtige Angebot, die richtige Summe...