Posts mit dem Label Kanada werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kanada werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 23. Mai 2008

Gema, Schwedenstyle

MP3 Download Illegal Internet MusikWenn heute vom Internet gesprochen wird, dann geht es in den Köpfen nicht weniger entweder um Pornographie oder um Musik, die man sich aus dem Internet "besorgt". Natürlich wird niemand vor großem Publikum zugeben, dass auch er oder sie das tue. Das ist ja schließlich böse. Die Medienindustrie betrachtet nicht ganz ohne Grund pauschal jeden Internetanwender als potentiellen Dieb. Angesichts von knapp 312 Millionen alleine von Deutschen angeblich geklauten Titeln dürfte jeder einzelne Deutsche rund 4 Lieder pro Jahr "klauen". Da das aber niemand wirklich macht, sind diese Zahlen natürlich völlig frei erfunden.

Egal wie das mit diesen Zahlen nun ist. Egal, wer jetzt tatsächlich oder vermeintlich welchen Anteil daran hat und ob das jetzt so schwerwiegend ist, wie die Medienbranche behauptet, oder alles vollkommen übertrieben, wie die viele aus dem anderen Lager behaupten. Die Politik ist mit den Forderungen der Medienindustrie konfrontiert und die fordert eine ganze Menge.

nter anderem wird gefordert, dass Internetzugangsprovider Filter installieren sollen, die den Datenstrom des Kunden nach urheberrechtlich geschütztem Material durchsuchen und gegebenenfalls sperren sollen. Auf der Konferenz Computers, Freedom, and Privacy 2008 in New Haven kam dieses Thema ausführlich zur Sprache. Experten für Recht, Firmenvertreter und Wissenschaftler äußerten extreme Bedenken gegen diese Idee und warnten eindringlich davor, sie umzusetzen. Eine solche technische Maßnahme wäre einerseits viel zu leicht auszuhebeln, andererseits wären Zensur und Unterdrückung von Grundrechten Tür und Tor geöffnet.

Von einer ganz anderen Seite geht man in Schweden das Problem an. Die dortige Regierung geht auf Grundlage einer Studie davon aus, dass im vergangenen Jahr in Schweden insgesamt 700 bis 900 Millionen Musik-Dateien illegal aus dem Internet gezogen worden sind. Das entspricht ungefähr 500 bis 700 Musikdateien pro Einwohner und Jahr. Die Schwedische Regierung möchte deshalb eine Art Internetabgabe einführen, mit der jeder Anwender jede über das Internet verfügbare Musik legal abspielen kann. Quasi eine Art Gema-Abgabe auf Musik aus dem Internet.

Die Einnahmen sollen den Rechteinhabern zur Verfügung gestellt werden und unter denen aufgeteilt werden. Zwar ist man sich noch nicht ganz einig, wie man die herausfinden will, welchem Rechteinhaber wieviel Geld zustehen soll und auch die genaue Höhe der Abgabe steht noch nicht fest. Aber ein paar Näherungswerte hat man wohl schon: Eine Software soll die MP3-Tags auslesen und anonymisierte Statistiken an die Behörde übertragen. Die Gebühr soll "optional" sein, d. h. jeder Schwede kann sich dafür oder dagegen entscheiden und die Gebühr soll wahrscheinlich bei rund fünf Euro pro Monat liegen.

Im Herbst dieses Jahres will man in Schweden ausprobieren, ob das so alles klappen könnte, wie man sich das bisher gedacht hat. Eine nicht ganz unkritische Frage wird allerdings sein, ob das mit der Software und dem Rumschnüffeln in MP3 Dateien von den Anwendern akzeptiert wird. Bei "analysieren" und "Staat" und "Daten übermitteln" gehen schließlich bei nicht wenigen Menschen sämtliche Warnlampen an.

Irgendwie erinnert mich das sehr an die Idee, die die Kanadier vor einiger Zeit schon hatten. Im Prinzip war die der jetzt von den Schweden ersonnenen ziemlich ähnlich, nur wollte man da umgerechnet 3,39 Euro pro Monat haben, die Gebühr war nicht optional, sondern für jeden Staatsbürger verpflichtend und auf eine Analysesoftware wollte man auch verzichten.

Aber davon mal abgesehen finde ich die Idee noch immer wirklich gut.

(Quelle: Heise, Dagens Nyheter

Donnerstag, 9. August 2007

Wenn gar nichts mehr geht...

AlkoholAuch in Kanada gibt es Alkohol. Das ist soweit nichts Besonderes. Allerdings versteht man dort so rein gar keinen Spaß, wenn jemand Alkohol (oder Lack) gesoffen hat und sich dann hinters Steuer eines Autos klemmt und die wilde Pistensau spielt. So kam es, dass neulich ein 19jähriger auf einer Landstraße in der Provinz Ontario angehalten wurde. Die Polizisten baten ihn doch mal eben hier in das Röhrchen zu pusten.

Der Nachwuchssäufer dachte sich wohl "ich bin clever!" und legte mit den Gegenmaßnahmen los. Er kippte sich erstmal seine Kontaktlinsenflüssigkeit in den Hals, stopfte dann noch ein Stück seines Hemdes hinterher und fing dann auch noch an, seine Socken aufzuessen. Das wiederum fanden die Cops so rein gar nicht lustig und wollten eingreifen. Es kam zum Handgemenge, dass die ziemlich entnervten Polizisten schließlich mit einer gehörigen Ladung Pfefferspray beendeten.

Der junge Mann wurde auf die Wache verfrachtet. Dort sollte dann wohl die Sache mit dem Alkoholtest nochmal in aller Ruhe angegangen werden. Dazu hatte der 19jährige aber wohl so rein gar keinen Bock und versuchte den Test dadurch zu verhindern, das er seinen Kopf ins Toilettenbecken steckte.

Wie der Alkotest am Ende ausging, ist unbekannt, aber eins ist klar: Ganz heile ist der Kerl nicht. Immerhin: In Kanada wird man für den Widerstand gegen einen Alkoholtest ebenso hart bestraft, wie für das Fahren unter Alkohol selbst...

(Quelle: AFP)

Freitag, 13. Juli 2007

Vater werden...

KinderwagenManche Menschen wollen einfach nicht Eltern werden oder sein. Oft sind es die Männer, die auf Nachwuchs einfach keinen Bock haben. Die Gründe dafür sind vielfältig und kompliziert und sie hier auszuwalzen ginge einfach zu weit. In Kanada ist das mit dem "nicht Eltern sein wollen" aber so eine Sache.

Dort nämlich hat der Oberste Gerichtshof Kanadas einen Mann dazu verurteilt, sich als Vater eines Kindes zu betrachten. Das mag zunächst nicht weiter verwunderlich klingen, aber das Kind stammt nicht von ihm, sondern entstand durch künstliche Befruchtung. Diese künstliche Befruchtung wiederum fand statt, nachdem der Mann mit seiner Partnerin schriftlich vereinbart hatte, dass er für kein Kind jemals verantwortlich sein wolle und werde. Never!

"Never!" war auch in etwa die Ansage des Gerichts. "Never sollst Du Dich wehren, Vater zu sein!" und zack war der Mann dazu verknackt Vater sein zu wollen, ohne tatsächlich Vater zu sein. Dabei ignorierte das Gericht ein bereits vom Gericht in der Vorinstanz erlassenes Urteil überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, in dem geurteilt wurde, dass die Vereinbarung zwischen den Partnern nichtig sei.

Merke: Wenn Du keine Kinder willst, aber Deine Frau schwanger ist und das nicht von Dir, dann streite die Vaterschaft ab und verlange klipp und klar einen Vaterschaftstest. Und wenn sie Dir mit künstlicher Befruchtung kommt, dann schlepp sie zum Notar und sag da klar und deutlich "NEIN!" und zieh um Himmels Willen nicht nach Kanada!

(Quelle: AFP)

Mittwoch, 2. August 2006

Der kleine Tierfreund

Es kommt vor, dass sich Wildtiere in Städte "verirren" und es ist auch nicht völlig ungewöhnlich, dass Wildtiere in Städten heimisch werden. Man denke dabei nur an Waschbären und Füchse. Es kommt auch vor, dass diese ehemaligen "Wild"tiere ein wenig lästig werden und der genervte Stadtbewohner professionelle Hilfe braucht, um seine Mülltonnen zu verrammeln. Aber was tun, wenn plötzlich 2-3 Meter lange und bis zu einer Tonne schwere, wilde Büffel im Garten stehen? Und was, wenn es nicht nur ein oder zwei sind, sondern eine große Herde?

Ein Problem dieser Art hat der kleine Ort Fort Providence in Kanadas Northwest Territories. Der 800 Einwohner zählende Ort hat seit einiger Zeit "Besuch" von einer stattlichen Herde Waldbisons, die sich dort sehr wohl fühlen. Immerhin gibt es hier keine Wölfe und andere lästige Zeitgenossen, das Futter ist immer gut gepflegt und ordentlich drapiert. So ein Garten ist doch was Feines. Und so einen Kleinlaster kann man auch schonmal umschubsen.

Die Bewohner fanden das am Anfang ja noch ganz lustig, inzwischen aber werden die Büffel aber doch lästig, zumal die 800 Einwohner ein wenig in der Unterzahl sind: Die Herde umfaßt ungefähr 2.400 Tiere, von denen manchmal welche in die umliegenden Wälder verschwinden, manchmal aber auch andere wieder dazu kommen. Da das wildlebende Waldbison geschützt ist, kann - und will - man die Herde nicht einfach abschlachten. Darum sucht der Ort jetzt professionelle Hilfe von Fachleuten, die eine Bisonherde weglocken können...

(Quelle: AFP)

Freitag, 10. März 2006

Schicksale

RettungsdienstAutofahren ist riskant. Über die Straße gehen ist auch riskant. In Bayern haben mindestens 100 Menschen am eigenen Leib erfahren, dass beides zusammen erst recht riskant sein kann.

Der Auslieferungsfahrer eines Paketdienstes erlitt einen Herzanfall und raste ungebremst in einen Trauerzug auf dem Weg zum Friedhof. Statistik: 4 Tote, 35 Verletzte, 11 Rettungshubschrauber, 1 Großraumhubschrauber der Bundeswehr, 30 Rettungsfahrzeuge, 60 Einsatzkräfte von vier Freiwilligen Feuerwehren, 12 Helfer THW, zahlreiche Ärzte. Wieviele Fernsehteams und Reporter anwesend waren lässt sich nicht feststellen, aber wenn selbst die internationale Presse über diesen Vorfall berichtet (und ich bin mir sicher, dass in Deutschland noch mindestens 2-3 Tage davon berichten wird), dann dürfte die Zahl der Presseleute ungefähr so hoch gewesen sein wie die der übrigen Beteiligten.

Das es auch ganz anders sein kann, zeigte sich Vancouver (Kanada). Dort verbrachte ein älterer Herr zusammen mit seinem Hund mindestens drei Tage am Steuer seines Pkw am Rande einer dicht befahrenen Schnellstraße. Das Kennzeichen des stehenden Fahrzeugs wurde nachweislich in der Zeit von der Polizei mehrfach überprüft, jedoch fiel niemandem auf, dass der Mann tot war.

Wie sehr sich der Tod doch unterscheiden kann.

Sonntag, 12. Februar 2006

Zocken und mehre Sprachen == gut!

Kanadische Wissenschaftler haben laut globeandmail.com Belege dafür gefunden, dass es dem Altern des Gehirns maßgeblich vorbeugt, wenn man viele Dinge gleichzeitig tut. Es scheint sogar so zu sein, dass Computerspiele ähnlich vorteilhaft für das Gehirn sind, wie das Aufwachsen in einer mehrsprachigen Umgebung. Vergleichbar mit der Fähigkeit eine Sprache auszublenden, während man eine andere benutzt, können Gamer störende Effekte der Umgebung ausblenden und so ihre Aufmerksamkeit nach Bedarf den Fokus ihrer Wahrnehmung zwischen unterschiedlichen Aufgaben fließend schwenken, aufweiten oder verengen.

Eine aktuelle Studie aus Toronto, Kanada, zeigt, dass Gamer ihren nicht am Computer spielenden Altersgenossen regelmäßig deutlich überlegen sind, wenn es um komplizierte Denksportaufgaben geht. Wenn sie dazu noch mehre Sprachen beherrschen, sind sie in dieser Studie nahezu unschlagbar gewesen. Die Psychologin Ellen Bialystock, Professorin an der York University, sagt, dass diejenigen unter den Probanden, die Computerspieler sind, deutlich besser, aber auch schneller in den Tests abschnitten. Diejenigen, die mehrsprachig und gleichzeitig intensive Computerspieler sind, erreichten eindeutig die besten Ergebnisse - besonders bei den schwierigsten Aufgaben.

Auch andere Studien der letzten Jahre zeigen, dass Computergaming zu mentalen Vorteilen führen kann, zum Beispiel im Bereich der visuellen Fähigkeiten und im Kurzzeitgedächtnis. Zwar kann noch niemand einschätzen, wie sich das auf das alltägliche Leben auswirkt, aber Gamer berichten regelmäßig, dass ihnen das Gaming wertvolle mentale Fähigkeiten eröffnet hat. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass Computergaming dem Menschen dabei hilft störende Effekte auszublenden, während er sich mit einer bestimmten Aufgabe beschäftigt.

Eine weitere Studie, die in Kürze veröffentlicht werden wird, zeigt, dass es gerade die fehlende Fähigkeit des Ausblendens störender Geräusche ist, die ältere Menschen so anfällig für Ablenkungen macht. Deshalb sind gerade ältere Menschen besonders schlecht darin, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Im Alter verliert der Mensch die Fähigkeit, bestimmte Regionen im Gehirn bewusst zu aktivieren und wieder zu deaktivieren. Im Alter zwischen 20 und 30 Jahren ist dagegen diese Fähigkeit nachweislich deutlich stärker ausgeprägt. Ab dem mittleren Alter beginnt diese Fähigkeit nachzulassen und ab ungefähr 60 sind kognitive Defizite zu beobachten.

Die in der heutigen Jugend zu beobachtenden Effekte lassen darauf schließen, dass deren Gehirne sich anders entwickeln werden. Die Jugendlichen von heute benutzen ständig und andauernd alle möglichen komplizierten Geräte gleichzeitig. Das könnte im Alter einen deutlichen Unterschied ausmachen, genauso wie es bereits heute bereits im Falle der Mehrsprachigkeit nachweisbar ist. Es ist nachweisbar, dass motorische Übungen das Gehirn verändern. Vermutlich verändern mentale Übungen das Gehirn ebenfalls. Allerdings dürften auch die heutigen Teenager im Alter vor dem Problem stehen, dass sie von den nachwachsenden Generationen überflügelt werden.