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Samstag, 25. Oktober 2008

Überschrift des Tages (89)

Wann immer die Katholische Kirche und ihre Vertreter irgendetwas "verlangen" oder "fordern", lohnt es sich genau hinzuhören, denn oft genug erhält man so Einblicke in einen völlig anderen Wirklichkeitskosmos. Aus der Welt, in der es den Gott, den es gibt, nicht gibt erreicht uns heute per Spon folgende Überschrift:

Das muss man sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen. Ein Mensch mit Namen Marx muss immer damit rechnen, in besonderem Kontext zu seinen Äußerungen über Geld, Wirtschaft und so weiter gestellt zu werden. Das ist nicht so sehr verwunderlich, dazu ist der Name zu stark vorbelastet. Wenn dieser Mensch dann aber ausgerechnet Erzbischof der katholischen Kirche ist und in dieser Funktion von Bankern Buße verlangt, dann wird es grotesk. War nicht gerade die katholische Kirche ein durch und durch auf Geldtransfer und Kaptial ausgerichtetes Unternehmen? War es nicht die gerade die Katholische Kirche, die sich für alles bezahlen lässt? War nicht die Katholische Kirche inhaber internationaler Fonds? Ich meine schon.

Und wenn derselbe Spitzenfunktionär dieses Finanzunternehmens, der mit seiner Forderung nach "Buße" durch die Banker Aufsehen erregen möchte, verkündet, dass er sich auf genau jenen Marx beruft, dessen Namensvetter er ist und gleichzeitig verkündet, dass man ihn sehr viel besser verstehen werde, wenn man denn sein in Kürze erscheinendes Buch läse, dann muss zumindest ich schon herzhaft lachen. Der krönende Abschluss der Geschichte ist jedoch der Titel des Buches. Er lautet:

Das Kapital.

(Quelle: Spiegel, danke Jhary)

Sonntag, 19. Oktober 2008

Überschrift des Tages (88)

Ich fand das schon vor einigen Stunden und hatte meine ganz eigenen Gedanken dazu:

Pekinger Viezebürgermeister zum Tode verurteilt - Tagesschau
Die gingen im Prinzip schon in die Richtung "Vielleicht doch mal was bei den Asiaten abkupfern?" Aber dann dachte ich an die vielen vielen bösen Kommentare, die ich daraufhin zu erwarten hätte. Darum ließ ich das dann doch lieber sein. Bis Jhary zu genau derselben Überschrift meinte: "Da würde wohl auch 'nem Ackermann das Grinsen aus dem Gesicht fallen. Aber ich bin ja gegen jede Form der Todesstrafe *selbst erinner*" Da dachte ich mir dann: "Jetzt erstrecht!"

Vielleicht ist das doch eine sinnvolle Ergänzung der Agenda für die bevorstehenden Weltwirtschaftsgipfel? Ich mein, wenn die Wirtschaftsspezialisten schon meinen, sie müssten sich nicht an Regeln halten, warum sollte sich dann die sie umgebende Gesellschaft an Regeln halten? "Quid pro quo" ist doch ein gängiges Wirtschaftskonzept...

(Quelle: Tagesschau)

Samstag, 11. Oktober 2008

Überschrift des Tages (87)

Jörg Haider tödlich verunglückt - Tagesschau
Wohl zu weit rechts gefahren...

(Quelle: Tagesschau, Danke Abtacha)

Samstag, 4. Oktober 2008

Überschrift des Tages (86)

Gott lobt Bushido - n24
Ich lasse das mal kommentarlos so stehen...

(Quelle: N24)

Freitag, 3. Oktober 2008

Überschrift des Tages (85)

Jetzt wird mir einiges klar:

Steuerfreier Rum gegen die Krise - Tagesschau
Will auch! Will auch!

(Quelle: Tagesschau)

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Überschrift des Tages (84)

Okay, nicht ganz eine Überschrift, aber eine grandiose Aussage:

Trittin: Die Grünen verhindern erfolgreich Kohlekraftwerke. - Tagesschau
Ja, "überall", nur nicht da, wo sie es versprechen...

(Quelle: Tagesschau)

Samstag, 6. September 2008

Überschrift des Tages (83)

Die Tagesschau titelt gerade:

Job-Chancen in Deutschland stark von Bildung abhängig - Tagesschau
Spontan möchte man da einfach nur sagen: "Ach was?", aber diese Zahlen beschreiben eine ganz andere Realität. Es ist eben nicht so, dass jeder, der Arbeit haben will, auch Arbeit bekommt. Die Zahlen des Arbeitsmarktes belegen das recht eindrucksvoll.

Vom Statistischen Bundesamt wurde beim Vergleich mit anderen Mitgliedsstaaten der EU festgestellt, dass es in Deutschland vergleichsweise schwer ist, überhaupt einen Job zu bekommen, je geringer der Bildungsabschluss ist. Waren 2007 von allen Erwerbsfähigen in Deutschland 17,7 Prozent mit einfachem Bildungsniveau (entsprechend maximal Realschule ohne Berufsausbildung) erwerbslos, standen dem "nur" 3,7 Prozent mit Hochschulabschluss oder höherer berufsfachlicher Ausbildung gegenüber. Im EU-Durchschnitt waren 2007 aber nur 9,2 Prozent der niedrig gebildeten und nur 3,6 Prozent der höher gebildeten 25- bis 64-jährigen Erwerbsfähigen ohne Job.

Deutschland stand 2007 damit auf dem Platz 23 von 25 EU-Staaten in Bezug auf die Berufszugangschancen, nur noch überholt von der Tschechischen Republik (19,1%) und der Slowakischen Republik (41,5%). Immerhin noch auf Platz 22 von 25 kam Deutschland bei den mittleren Bildungsabschlüssen und immerhin auf Platz 18 von 25 bei den höheren Bildungsabschlüssen.

"Deutschland, ein Staat auf dem Weg an die Spitze." - kein Wunder, denn weiter nach unten geht kaum noch.

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Freitag, 15. August 2008

Überschrift des Tages (82)

Irgendwie kenn ich das aus meinem eigenen Leben, von die Tage:

USA droht Kreml mit Dauer-Beziehungskrise
Das beruhigt mich. Warum soll es Staaten besser gehen als mir. Aber eine Frage bleibt: Wer muss ausziehen, wenn einer von beiden Schluss macht?

(Quelle: Spiegel)

Sonntag, 3. August 2008

Überschrift des Tages (81)

Wie sorgt man dafür, dass das Internet ein sicherer Platz wird? Genau! Man sorgt dafür, dass möglichst viele Dummuser aus dem Netz verschwinden. Dieser Prämisse folgend veröffentlicht die Welt folgenden Artikel:

Liste der 100 gefährlichsten Internetseiten
Nun belässt man es nicht etwa dabei, in branchenüblicher Manier über die Gefahren des Webs zu diskutieren oder von den Risiken zu erzählen. Nein, weit gefhlt. Fein säuberlich sortiert und kategorisiert listet die Welt 100 URLs auf, wo es zum Beispiel die besten Virenbaukästen gibt, wo man Cracks und illegale Filme herbekommt und vieles mehr. Aber immerhin warnt die Redaktion eindringlich: "Kleinste Fehler gefährden Sie selbst und andere".

Da kann man eigentlich nur noch gratulieren.

(Quelle: Welt)

Dienstag, 22. Juli 2008

Überschrift des Tages (80)

Zwei Überschriften stachen mir heute ins Auge, die ersteinmal wenig mit einander zu tun haben. Da wäre zunächst die Festsllung einer Umfrage der Gesellschaft für Erfahrungswissenschaftliche Sozialforschung (GEWIS), die 1057 Mütter zwischen 30 und 65 Jahren mit Töchtern über zwölf Jahren befragt hat. Das Resultat:

Töchter Vorbild für Mütter
Mütter holen sich nicht nur in Fragen der Mode Inspiration bei ihren Töchtern (12 Prozent), sondern auch in Fragen, in denen von der älteren Generation mehr Erfahrung erwartet werden sollte: In Fragen der Toleranz (10 Prozent) und Lockerheit im Alltag (9 Prozent) lernen Frauen vom Nachwuchs. Das wirft ein ganz anderes Licht auf das Ergebnis einer Auswertung des Herzinfarktregisters Dresden:

Frauen sorgloser als Männer
Die Untersuchung ergab, dass Frauen zwar seltener und später als Männer von Herzinfarkten betroffen sind, aber insgesamt für Frauen im Ernstfall von Hausärzten seltener der Notarztwagen gerufen wird - weil sie es selber nicht wollen. Auch gehen Frauen wegen solcher Beschwerden seltener in eine Klinik. Und falls doch, dann oft in kleinere, unzureichend ausgestattete. Auch sind Frauen nach einem Infarkt seltener bereit als Männer, das Rauchen aufzugeben: 80 Prozent Männer gegengüber 67 Prozent der Frauen. Das gilt auch für kardiologische Voruntersuchungen und die Bereitschaft Sport zu treiben.

Legt man diese Überschriften nebeneinenader stellt sich doch irgendwie die Frage, ob sich die Frauen nicht vielleicht an der falschen Stelle Rat holen, den sie für maßgeblich halten und ob es nicht besser wäre, hin und wieder mal auf den Mann zu hören. Wahrscheinlich verbietet das aber die Emanzipation oder so...

(Quelle: n-tv)

Sonntag, 20. Juli 2008

Überschrift des Tages (79)

Eine Erkenntnis, der wir sicher alle problemlos zustimmen können:

Jedenfalls ist das die Überzeugung des Designers Michael Michalsky, die er angesichts der Konzeptstudie BMW-CS auf der zuendegehenden Berliner Modewoche der Welt mitteilen musste.

Donnerstag, 17. Juli 2008

Überschrift des Tages (78)

Im Kampf der Geschlechter haben wir wohl echt verloren:

Männer überflüssig - Frauen wärmen Füße jetzt selber
(Quelle: heute)

Dienstag, 8. Juli 2008

Überschrift des Tages (77)

Das nenne ich mal eine gute Nachricht:

Ab heute dürfen die Detuschen ihr Geld behalten - Berliner Morgenpost
Gleich mal beim Einkaufen ausprobieren...

(Quelle: Berliner Morgenpost)

Montag, 7. Juli 2008

Überschrift des Tages (76)

Kurt Beck (SPD) in Hochform:

Merkel kratzt uns die letzte Butter vom Brot
Komisch. Als damals der Arbeitslose vor ihm stand und nach Hilfe rief, antwortete der jetzt so Jammernde selbstbewusst: "Wenn Sie sich waschen und rasieren, haben Sie in drei Wochen einen Job." Vielleicht mal an die eigenen Vorschläge halten und statt Gejammere mal was tun?

Sach- statt Machtpolitik! Wenn Ihr da bei der SPD Euch auch noch die letzte Butter vom Brot nehmen lasst, dann seid Ihr doch selber Schuld! Oder erwartet ihr, dass jetzt der strahlende Ritter auf weißem Ross angaloppiert kommt und für Euch ganz selbstlos die Kanzlerschaft rettet, weil ihr so herzerweichend lamentiert? Werdet endlich Euren Ballast los, räumt mit den schwachsinnigen Utopien in den eigenen Reihen auf und wendet Euch wieder echten Zielen zu, dann werdet ihr vielleicht irgendwann vom Wähler wieder ernst genommen. Oder eifert ihr der Bayernpartei nach?

(Quelle: Tagesschau)

Donnerstag, 26. Juni 2008

Überschrift des Tages (75)

Selten hat eine Überschrift bei mir mehr Fragen auf einmal ausgelöst, als diese:

Wir waren die besseren Türken - FAZ
"Bessere Türken"? Wer sind denn dann die schlechteren Türken? Und wieso "Waren"? Kann man sich die Nationalität jetzt aussuchen? Das würde bestimmt eine ganze Menge Leute freuen: "Och, gestern war ich Inder, heute bin ich mal Türke" oder wie muss man sich das vorstellen? Und wieso wird solch eine eigenwillige Aussage Überschrift in der FAZ?

(Quelle: FAZ)

Sonntag, 15. Juni 2008

Überschrift des Tages (74)

Berlin hilft China mit Schulen
Ich weiß nicht, ob es nur unfreiwillig grotesk klingt oder ob dahinter eiskaltes Kalkül steht, aber ausgerechnet das zu exportieren, wovon man sich selber gerade erst bescheinigt hat, nichts zu verstehen, find ich schon "nicht schlecht"...

(Quelle: heute)

Donnerstag, 5. Juni 2008

Jammern

Jammerei auf ganz hohem Niveau:

Ob die (Diplom-) Agrarbetriebswirte jemals mit den Begriffen "Freie Märkte", "Globalisierung" und "Preisgestaltung am Markt" etwas anfangen können? Unwahrscheinlich, aber Hoffnung bleibt. Das ewige Jammern wird aber niemals enden, denn schon droht der nächste Grund, die Preise um "angemessene 30%" anzuheben:

Jedem anderen rät man "wenn alles so Scheiße ist, dann lass es doch sein und mach was Anderes", bei Bauern jedoch...

(Quelle: Süddeutsche, Bild, Netzeitung, heute, Tagesschau, uvm.)

Dienstag, 27. Mai 2008

Überschrift des Tages (73)

Einen Slogan, den ich instinktiv einer völlig anderen Gruppierung zugeordnet hatte, haben sich die Bauern auf die Fahnen geschrieben, um ihrer Angst vor der Abschaffung der Milchquote Ausdruck zu verleihen:

Milch ist Macht und wir haben die Milch
Ganz ehrlich, ich hatte hinter diesem Slogan eher irgendeinen militanten Mütterclub vermutet...

(Quelle: Tagesschau)

Freitag, 23. Mai 2008

Überschrift des Tages (72)

KernkraftwerkWohl damit die Grünen mit ihrer Forderung nach einem Überdenken der Energiepolitik nicht ganz alleine die Lorbeeren einsacken und damit sie sich als zukünftige Koalitionspartner schon mal auf irgendetwas einstellen können, gab unsere Bundeskanzlerin gestern auf dem Katholikentag in Osnabrück folgendes Leckerli zum Besten. Über die von Rot-Grün durchgesetzte Energiepolitik fällte sie ein recht eindeutiges Urteil:

Unser Atomausstieg ist lächerlich - Angela Merkel - FAZ
Deutschland macht sich in ihren Augen "lächerlich", wenn in Deutschland ein "gutes Gewissen" dadurch geschaffen werden soll, dass Atom- und Kohlekraftwerke stillgelegt werden, gleichzeitig aber Strom, der aus denselben Energieträgern erzeugt wird, aus den Nachbarländern importiert wird. Gleichzeitig sprach sie sich auch gegen ein pauschales Tempolimit auf den Autobahnen aus: "Die Masse von CO2 entsteht im Stau und nicht durch das schnelle Fahren."

Es ist nicht bekannt, ob sich Tante Angie mit Onkel Silvio aus Italien abgesprochen hat, der heute (bzw. gestern) bekannt gab, dass Italien die Sache mit dem Ausstieg aus der Kernenergie jetzt mal sein lasse und demnächst den Grundstein für ein neues AKW legen werde. Italien hatte nach dem Reaktorunfall in Block 4 des Kernkraftwerks in Чернобыпь (Tschernobly) per Volksentscheid die Nutzung der Kernenergie aufgegeben. Falls ja, hätte sie in ihm ja auch gleich den Wegbereiter für den Einsatz der Bundeswehr im Inland ohne Änderung des Grundgesetzes gefunden, hatte Onkel Silvio doch gerade erst Mülldeponien zu Plätzen von "nationalem, strategischem Interesse" erklärt und sie so der Herrschaft des Militärs unterstellt. Aber auch unabhängig davon fällt irgendwie auf, dass sich EADS gerade erst an dem französischen Ausstatter von Kernkraftwerken beteiligt hat und zusammen mit dem überlegt, wie man Siemens aus dem Markt drängen könnte...

Wollen wir wetten, dass demnächst ein neues AKW in Deutschland gebaut wird?

(Quelle: FAZ, FTD, Spiegel)

Freitag, 16. Mai 2008

Überschrift des Tages (71)

Die heutige Überschrift des Tages verdanken wir dem Deutschlandchef der Tankstellenkette Orlen/Star, Josef Busch. Der sagte gegenüber der Bild nämlich folgendes:

Benzin ist zu billig
Ich bin mir sicher, dass er damit bei jedem Autofahrer auf volles Verständnis stoßen wird, der gerne für den Liter Sprit drei Mark (aka. 1,50 Euro) und mehr auf den Tisch des Hauses legt. Besonders dann, wenn zum gegenwärtigen Preis gesagt wird, dass damit "zu wenig Gewinn" gemacht wird und deshalb der Preis eigentlich noch mal um 5-6 Cents erhöht werden muss.

(Quelle: 2DF)