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Dienstag, 19. Dezember 2006

Fehler

Error 404 Page not found im Buch
Zwar kann uns das bei gedruckten Büchern eher nicht passieren, aber ob "Booksplus" bei der Erstellung der Werbekampagne auch an die sogenannten "Ebooks" und an das allgegenwärtige Problem "DRM" gedacht hat?

(Quelle: Scaryideas)

Donnerstag, 18. Mai 2006

Manche Leute haben Ideen...

PizzaDer Geruch von frischer Pizza ist wohl so ziemlich überall bekannt, genau so wie der Duft von frischem Kaffee oder der von frisch gebakenem Brot. Die Firma Cilija aus Litauen will sich die geistigen Urheberrechte am Duft frischer Pizza sichern. Sie behauptet, dass dieser Duft speziell mit ihrem Produkt assoziiert wird. Das hätten Meinungsumfragen in Litauen und im benachbarten Lettland ergeben. Darum wäre es nur naheliegend, dass der Duft frischer Pizza dem Urheberrecht dieser Firma unterliegt.

Wenn dieses Markenzeichen tatsächlich erteilt werden sollte, dann müssten andere Firmen zwar nicht aufhören Pizzen zu produzieren, aber nur die Firma Cilija dürfte behaupten, dass ihre Produkte wie "frisch gebackene Pizza" riechen. Gleichzeitig würde das aber auch beweisen, dass bei der Erteilung von Markenrechten der gesunde Menschenverstand keinerlei Rolle spielt.

Vielleicht sollte ich mir das Konzept "schwachsinnige Ideen" patentieren lassen.

(Quelle: AP)

Montag, 15. Mai 2006

Filme legal downloaden und brennen

Stefani MorganFilme gibt es nicht nur von Disney oder Warner oder Sony. Filme gibt es zum Beispiel auch von Vivid Entertainment. Der Unterschied zwischen diesen Firmen ist nicht etwa nur der Grad der Bekanntheit, sondern auch und besonders der Kundenkreis. Während die einen Produkte im Angebot haben, die sich an alle Altersklassen richten, haben die anderen das eher "erwachsene" Publikum im Sinn: Vivid Entertainment ist Publisher von "exotischen Medien". Platt formuliert: Pornofilme. Und Vivid verkauft eine Menge davon. Rund ein Drittel aller in den USA verkauften Pornos stammt von diesem Publisher.

Diese Firma hat sich vorgenommen, der übrigen "Mainstream" Industrie mal zu zeigen, was man mit dem Internet so alles tolles machen kann. Ab heute wird dieses Unternehmen ganze Filme in DVD-Qualität zum Download und zum legalen Brennen auf DVD anbieten. Während Firmen wie Sony den Kunden in erster Linie als Verbrecher betrachten und entsprechend behandeln (man denke nur an die tollen Werbefimle im Kino, die Rootkits, "Region Codes", "Content Scrambling System", die Gerichtsverfahren, die Novelle des Urheberrechts und anderes), geht Vivid Entertainment offen auf den Kunden zu und bietet ihm an die Filme direkt zu ziehen und zu brennen. Gegen Gebühr, versteht sich, dafür aber ohne jeden Fallstrick, ohne Hintertür. Einzige Restriktion: Einmal gebrannte Filme dürfen nicht dupliziert werden. Bezahlen, downloaden, Deins - mach damit, was Du willst.

Entsprechend süffisant fiel das Statement von Michael Greeson, dem Gründer von "The Diffusion Group", einem Think Tank für Verbraucherelektronik in Plano, Texas, aus:
"Leave it to the porn industry once again to take the lead on this stuff"
DVD Regal EinzelhandelDer Vorteil, den sich dieser Publisher zu nutze macht, ist in erster Linie der Struktur dieses Marktes zu verdanken, den sich die Pornoindustrie weitestgehend selber aufgebaut hat. Es gibt hier keine "dominanten Verkaufsstellen" oder "marktbestimmende Vertriebswege", wie sie für andere Medien existieren: Man denke zum Beispiel an Wal-Mart oder Blockbuster Video und andere Firmen dieser Art. Immerhin macht die Filmindustrie mehr Umsatz mit Filmen auf DVD als durch Kinos. Da möchten die Firmen nicht so gerne ihre eigenen Absatzmärkte torpedieren.

Allerdings: Der Drang dahin, den Zwischenhändler "loszuwerden", ist nicht nur hier deutlich zu erkennen. Gerade die Softwareindustrie zeigt mit Produkten wie Steam, wie man den Einzelhandel ganz einfach aus der Rechnung streichen kann. Spätestens seit auch Electronic Arts (EA) auf den Zug der Onlinedistribution aufgesprungen und Microsoft mit "XBox Live" am Start ist, dürfte jedem klar sein, wohin die Reise geht.

EinkaufenDem Kunden das Produkt in die Hand zu geben ist nicht das, was die Firmen tatsächlich wollen. Die Firmen wollen an jedem Konsum verdienen. An jedem einzelnen Konsum. "Pay per View", "Pay2Play", "Deliver On Demand" und so weiter sind die Stichworte. In Zukunft wird es keine Datenträger beim Endverbraucher mehr geben. Der Weg ist eindeutig hin zu zentralisierten Datenlagern, aus denen auf Knopfdruck gegen Gebühr Inhalte angeboten werden. Da werden noch interessante Zeiten auf Kunden und Handelsketten zukommen, denn wie Greeson richtig feststellt:
"The more they champion Internet distribution directly to the consumer, the more it seems they're turning their back on their old media partners, which they can't afford to do."
Es wird noch ein paar Jahre dauern, bevor das Realität wird, aber es wird kommen. Die Infrastruktur der Netzanbindung ist bei der Breite der Masse noch lange nicht so, dass z. B. ein Download einer DVD als Streaming Content überhaupt machbar wäre. Zu viele "Endverbraucher" (aka: "zahlende Kunden") leben in Gegenden, in denen es kein DSL oder Ähnliches gibt. Der Ausbau dieser Infrastruktur wird ein entscheidender Taktgeber für die Entwicklung im Vertriebswesen für Filme, Fernsehn, Musik, Spiele und so weiter, oder kurz: für mediale Inhalte sein.

Bis dahin wird die Pornoindustrie wahrscheinlich eine Menge Geld gemacht haben, wie Greeson feststellt:
"The vanguard here is porn. They made a tremendous amount of money on the Web, but they know they can make more if they get to the living room."
Forrester Research schätzt den Umsatz der Pornoindustrie alleine in den USA auf 10 Mrd US Dollar. Fragt sich, wann Neid und Gier bei den "anderen" Medien groß genug wird, dass die diesen Schritt auch gehen.

Samstag, 13. Mai 2006

Deutschland in Gefahr

Antifa SvastikaAm 30. April wurde Google formell mitgeteilt, dass Google ein Bild verwendet, das gegen geltendes deutsches Recht verstößt. Konkret vorgeworfen wurde Google ein Verstoß nach §86a StGB, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Als Reaktion auf diesen Vorwurf hat Google das entsprechende Bild von Google.de entfernt. Fraglich ist nicht nur der Erfolg eine Suchmaschine dafür zu belangen etwas zu finden, fragwürdig ist auch die Qualität des Erfolges als solches. Werden demnächst auch Wikipedia, Brockhaus, Britannica und so weiter dazu verurteilt, ihre Informationsgestaltung für Deutschland "anzupassen"? Wer soll vor was geschützt werden? Ist Zensur besser als Aufklärung?

Nicht ganz unberechtigt stellt Philipp Lenssen von Google Blogscoped fest:
"So, German gov’t, good luck trying to rid Google Images of every swastika or whatever else it is you’re after, and congrats for being a leading example of digital censorship."
Bestimmt werden wir auch bald effizient vor anderen Gefahren geschützt...

Freitag, 5. Mai 2006

Geld machen (7)

DisplayPort by VESANa, auch gerade einen tollen Bildschirm mit HDTV, HDCP, DVI und HDMI gekauft, damit man Filme vom Laptop im Wohnzimmer abspielen kann und für die Zukunft gerüstet ist? Ja? Super. Auch schon eine Antwort auf die Frage gefunden, ob man sich denn HD-DVD oder Blu-Ray kauft? Oder wurde diese Frage auf "später" vertagt? "Soll sich die Industrie erstmal einig werden"? Wird sie. Nur kann man dann kein Laptop mehr an die Fernseher anschließen.

VESA hat gerade bekanntgegeben sich mit DELL, HP und Lenovo auf die Einführung eines neuen Standards für Videoperipherie geeinigt zu haben: Der sogenannte "DisplayPort" wird ab 8. Mai der Öffentlichkeit "vorgestellt" werden. Dieser Anschluß ist nicht nur sehr viel kleiner als die bekannten DVI- oder VGA-Anschlüsse, sondern er kann auch mehr. Er wird nicht abwärtskompatibel zu VGA oder DVI sein. Es wird die von Philips entwickelte "Wire-Line" Verschlüsselung benutzt werden, die nicht mit HDCP kompatibel ist.

Ziel ist eine vereinheitlichte, lizenzfreie Schnittstelle für Videogeräte, die einige Sachen kann, die aktuelle Standards nicht bieten. Zum Beispiel mit niegrigen Strömen arbeiten, mit wenigen Pins auskommen, wenig Platz benötigen (besonders bei portablen Geräten ein Argument) und unbegrenzt sklaieren kann in Bezug auf technische Eckdaten des Bildes, wie Bildauflösung, Farbtiefe und Wiederholfrequenz.

Ok, und warum hattest Du Dir jetzt gerade den 108cm Flachbildschirm mit DVI und HDCP für 2.000 Euro ins Wohnzimmer gestellt?

Montag, 17. April 2006

DRM

Userfriendly zum Thema StarforceWir erinnern uns an "Starforce"? Ja? Prima. Sieht so aus, als wenn Ubisoft keinen Bock mehr auf den Stress mit den ein wenig unzufriedenen Zwangs-Usern dieses Produktes hat und sich nach einem Ersatz umsieht. Wohl schon beim nächsten Titel "Heroes Of Might And Magic 5" soll Starforce nicht mehr zum Einsatz kommen.

Auch wenn ein Firmensprecher in blumiger Marketingsprache verkündet, wie "ernst" man doch den Kunden und seine Interessen nähme:
"Ubisoft takes its customer concerns very seriously and is investigating the complaints about alleged problems with Starforce's software."
Der Grund dürfte indes ein anderer sein. "Class Action Lawsuit" dürfte das Zauberwort sein, das Ubisoft dazu gebracht hat, ein wenig umzudenken. Bereits im März 2004 wurde eine entsprechende Sammelklage gegen Ubi-Soft eingreicht. Streitwert: 5 Mio US$. Scheinbar hat die Klage Aussicht auf Erfolg.

Wenn man den Kunden wirklich ernst nähme, dann würde man ihn nicht wie einen Kriminellen behandeln, ihm die (unfertige) Katze im Sack andrehen, ihm seine verfassungsmäßigen Grundrechte aberkennen, ihn mit gekauften "Reviews" abspeisen und so tun, als wäre er zum Sch**ßen zu doof.

Vielleicht sollte man mal wegen der für teuer Geld verkauften oft gerade mal halbfertigen und mit der heißen Nadel gestrickten "Betaprodukte" mal eine Sammelklage anstrengen...

(Quelle: 1up, Kotaku, UF)

Freitag, 7. April 2006

DRM

Software installiert heutzutage unter dem Tarnbegriff "Digital Restrictions Management" (DRM) gerne allerlei "Schutzmechanismen", verlangt genetische Fingerabdrücke, Kreditkartennummer, Angabe des Mädchennamens von Mutter und Schwiegertochter und so weiter. H&R Block Tax Cut Software fällt da angenehm aus dem Rahmen: Die Software fragt einfach nur höflich:
ultimate drm
The Daily WTF (von da stammt obiges Bild) nennt dies "die ultimative Form des DRM" - Dem kann ich nur beipflichten.

Sonntag, 2. April 2006

Trusted Computing

Eine interessante und auch sehr gut gemachte Betrachtung des Themas "trusted Computing" zeigt der folgende Film:

Dem ist glaube ich nicht mehr viel hinzu zu fügen. Aber trotzdem steht die Frage im Raum, ob man sich wirklich alles von "der Industrie" geallen lassen muss.

(Danke kork)

Freitag, 31. März 2006

Copyright

CopyrightNachdem die Industrie sich mit viel Geheule und Zähneklappern durchsetzen konnte und die Rechte des Einzelnen zugunsten der Marktwirtschaftlichen Interessen geopfert werden dürfen, hat jetzt wohl der eine oder andere Hersteller irgendwie am eigenen Leibe erfahren, was für Folgen das ganze haben kann. Es ist ja nicht so, dass in diesen Firmen keine Menschen arbeiten. Und es ist schon lange nicht so, dass diese Menschen über solche Schwächen wie Gier oder Habsucht erhaben wären, im Gegenteil. Ich kenne genügend "Insider" in den verschiedensten Bereichen der Industrie, die genug raubkopierte Werke besitzen, um für lange Jahre im Knast zu verschwinden.

Jedenfalls kann sich auf der einen Seite "die Industrie" nicht so recht auf ein Feature für die neuen DVD-Player einigen kann, das dafür sorgen soll, dass bei nicht HDMI-konformen Geräten (also nicht mit HDCP-Kopierschutz ausgestatteten Geräten) die Bildqualität drastisch reduziert wird. Im Zusammenhang mit Grafikkarten von Nvidia und ATI war "High Definition Content Protection" neulich schonmal im Gespräch, dem ja magische Kräfte potenzsteigernde Wirkungen ewige Glückseeligkeit super tolle Eigenschaften angedichtet nachgesagt wird. Von den Herstellern, versteht sich. Von den Kunden hört man da nicht so viel, aber egal. Jedenfalls hat man sich jetzt als "brandneue tolle Idee" einfallen lassen, dass man die Rechte an einem Produkt (Musik, Film...), dass der Kunde erwirbt, ja nicht an einem bestimmten Abspielgerät festmachen könnte. Wie wäre es denn, wenn man diese Rechte vielleicht an den einzelnen Kunden binden könnte?

Genau! Und als nächstes wird dann jedem Menschen ein kleines Gerät eingebaut, dass Augen oder Ohren abschaltet, sobald die Rechnung für das Ertragen des Gedudels im Kaufhaus nicht bezahlt wird...

Freitag, 24. März 2006

DRM

Starforce - Freund oder FeindEiner der wohl umstrittensten Mechanismen geistiges Eigentum zu schützen besteht in der Verwendung eines Kopierschutzes. Auch hier gibt es unterschiedlichste Varianten, die alle mehr oder weniger diskussionswürdig sind. Mit weitem Abstand die meiste negative Produktpublicity der letzten Zeit in Sachen Computerspiele konnte wohl "Starforce" für sich verbuchen. Die Berichte über schauerliche Erlebnisse der betroffenen Anwender sind eben so zahlreich und abenteuerlich, wie die verbissenen Dementies des Herstellers ("Russisch Inkasso" anybody?). Es sieht so aus als ginge die Diskussion jetzt in eine neue Runde.

Die neueste Variante des Digitalen Restriktions Managements, auf die der Anwender sich einstellen darf, ist im Umlauf. Der "Treiber", den dieser spezielle Kopier"schutz" installiert, läuft mit der höchsten Priorität und Zugriffsstufe im System ("RING0"). Da er mit Administratorprivilegien installiert wird, hat dieser Treiber low level access auf jede PC Hardware, jeden Treiber und jeden einzelnen Prozess. Der Treiber ist in jedem Fall aktiv, unabhängig davon, ob die Software auch gerade benutzt wird, zu der dieser Treiber "gehört". Sobald "verdächtige Aktivitäten" registriert werden, erzwingt der Treiber einen sofortigen Neustart - unabhängig davon, was gerade sonst so im System passiert.

Na das nenne ich "Kundendienst". Was lässt man sich eigentlich noch so alles gefallen als Kunde? Und ist das wirklich das, was die Hersteller wollen? Möchten sie wirklich so wahrgenommen werden? Ist es wirklich das erklärte Ziel der Industrie als "das Böse" wahrgenommen zu werden?

Scheinbar ja.

Eine Liste mit Produkten die man meiden sollte, wenn man nicht unbedingt in den Genuß der besonderen Dienstleistungen des Produktes "Starforce" kommen möchte, findet man z. B. hier: http://www.glop.org/starforce/list.php

PS: Wie schon in den vorangegangenen Diskussionen streitet man beim Hersteller jegliche Schuld vehement ab und Sony hat wegen seiner "tollen" Idee mit dem DRM-Rootkit derbe auf den Sack bekommen. Warum eigentlich nicht Spielehersteller, die sowas benutzen?

Dienstag, 21. Februar 2006

Geld machen (2) - Microsoft

Microsoft zeigt uns mal wieder wie das geht mit dem Geldverdienen, berichtet Aviran's Place. Uns steht Ende dieses Jahres ein neues Betriebssystem ins Haus, das für sein optisches Brimborium so viele Ressourcen belegt, dass man sich an Egoshooter erinnert fühlt. Zusätzlich verlangen die neuen DRM-Features zum Teil neue Hardware, die im Augenblick noch gar nicht im Handel erhältlich ist. Stichwort "HDCP".

"Da muss doch noch mehr Kohle rauszuholen sein", dachte man sich wohl in Redmond und ließ sich flux eine tolle Idee einfallen. "Wie wäre es denn, wenn wir..." "Oh ja, das ist toll!" "Genau! Wir werden stinkreich!" "Make It So!" und herausgekommen ist folgendes:

Besitzer von OEM Windows Versionen werden in Zukunft ein paar Euros mehr investieren müssen, wenn sie ihre Rechner aufrüsten. Wer sich ein neues Mainboard kauft, der kauft sich nach Ansicht von Microsoft einen neuen Computer. Und deshalb benötigt man auch eine neue Lizens, denn die ist ja an einen bestimmten Computer gebunden und ist nicht "portierbar".
“An upgrade of the motherboard is considered to result in a “new personal computer” to which Microsoft® OEM operating system software cannot be transferred from another computer. If the motherboard is upgraded or replaced for reasons other than a defect, then a new computer has been created and the license of new operating system software is required.”
Auf Deutsch: "Ein Upgrade des Motherboards (Mainboards) wird als "neuer Computer" angesehen, auf den das Microsoft® OEM Betriebssystem nicht übertragen werden kann. Wenn das Motherboard aus anderen Gründen ersetzt wird als wegen eines Defekts, dann wird ein neuer Computer gebaut und der benötigt eine eigene Lizenz für das Betriebssystem."

Microsoft begründete diese Entscheidung damit, dass man eine Komponente bräuchte, die als "übrig bleibende Basis" des ursprünglichen PCs angesehen werden kann und das sei das Mainboard.
"(...) when the motherboard is replaced (for reasons other than defect) a new PC is essentially created.”
Microsoft hat bereits seine OEM Partner über die neuen Bedingungen informiert und verlangt, dass diese entsprechend reagieren, wenn sie einen Rechner für einen Kunden aufrüsten.

Warum ausgerechnet das Mainboard? Easy: Neue Mainboards werden TCPI-Chips und andere DRM-Komponenten enthalten, mit denen die Identität des Rechners erzeugt und nachgewiesen wird. Willkommen in der schönen neuen Welt der Verwaltung digitaler Beschränkungen - Dein Recht ist, was die Industrie Dir erlaubt.

Dienstag, 14. Februar 2006

Update zu Pwned by Industry

Passend zu meinem letzten Artikel zum Thema schrieb amarrgon@nosPaM.makeitso.com.au zum Thema HDCP-Monitore auf Slashdot:

"Besitzt Du einen Fernseher mit 60cm Diagonale oder weniger? Sitzt Du weniger als 3 Meter davon weg? Dann gibt es einen guten Grund, warum Bildmaterial von DVDs für Dein Auge prima aussieht; Du hast die Grenze der Auflösung Deiner Retina erreicht, und HD wäre schlicht Verschwendung.

<plagiarise victim="self">
Das durchschnittliche Auge mit einer 20/20 Sicht hat die Fähigkeit zur optischen Auflösung einer Bogenminute oder einem sechzigstel Grad. Das entspricht ungefähr 300dpi bei einem Betrachtungsabstand von rund 30cm. Nehmen wir an, die durchschnittliche Distanz von Deiner Couch zum Fernseher ist 2-3 Meter. Bei 2 Metern kann das Auge ungefähr 300/7 == 43 dpi auflösen, bei 3 Metern ungefähr 30 dpi.

Damit das menschliche Auge ein 720p Bild (1469 Pixel Diagonale) voll auflösen könnte, müsste der Fernseher mindestens eine 70cm Diagonale haben. Bei 3 Metern sollten es schon mindestens 110cm sein. Für ein echtes 1080p Bild ist selbst bei 2 Metern alles unterhalb 110cm zu klein und bei 3 Metern sollte es dann schon ein 150cm Bildschirm sein. Zum Vergleich: Bei 3 Metern Abstand braucht man selbst bei heutigen DVDs mindestens einen 60cm Bildschirm, um alle Details erkennen zu können.
</plagiarise>

Wenn Du also nicht gerade einen ausnehmend großen Bildschirm oder ein erschreckend kleines Wohnzimmer hast - oder einen Beamer - könnte es passieren, dass Du herausfindest, dass die Investition in einen HD-Fernseher ziemlich sinnfrei war. Du kannst die zusätzlichen Details nicht wahrnehmen. Allerdings ist das Betrachten von HD-Filmen auf einem Computerbildschirm etwas anderes. Man sitzt näher dran, sagen wir 30-40cm. Auf diese Distanz möchte man einen 200dpi Bildschirm (bei 24 Zoll sind das 4183 x 2353 Pixel). Oder du kaufst Dir einen dieser Bildschirme - mit der Einschränkung, dass die kein HDCP unterstützen..."

Montag, 13. Februar 2006

Pwned by Industry

Ich halte ja nichts von diesem ganzen Digital Restrictions Management (DRM) und allem, was damit zusammenhängt. Ich halte das ganze schlicht und ergreifend für Geldschneiderei und Beschiss am Kunden.

Das ich damit scheinbar nicht ganz unrecht habe, zeigt das, was sich zur Zeit so rund um Microsofts Nachfolger von Windows XP, dem sagenumwobenen WindowsWichser, sorry, ich meine natürlich Fister *grummel* verdammte Tippgicht, Vista heißt dieses tolle Produkt, das jeder haben will.

FiringSquad, bekannt für eine Menge toller Tests und Reviews und so, hat sich auf die Suche nach Komponenten gemacht, die Windows-Vista-kompatibel sind. Vista will - unter anderem - die Videoverbindung zwischen Rechner und Monitor in Form von HDCP (steht für: High-bandwidth Digital Content Protection, und das wiederum ist Marketingsprech für Bildsignal ist gegen andere als an uns bezahlte Verwendungen verkrüppelt, siehe zum Beispiel "Audio CD Sony Rootkit" oder "Starforce Hardware Failure" und so weiter.) Nun denkt man sich ja "Vista kommt ja bald" - Tech Demos davon gibt es ja an fast jeder Straßenecke - "da wird's ja auch 'nen Stapel Hardware für geben, war ja bei W98 und XP auch so." Jeder Marketingfuzzi war damals schließlich schon geil darauf, auf seine Hardware den Werbeaufkleber für den Redmonder Softwarekonzern pappen zu dürfen.

Erste Ernüchterung: Es gibt zurzeit ganze 10 Monitore, die HDCP können. 10. In Worten: Zehn. Das ist nicht die Macht. Find ich jedenfalls.

Nu kommt's:

"Wenn Du gerade 1000 Dollar für ein Paar Radeon X1900 XT Karten ausgegeben hast und erwartest, dass Du damit zukünftig HD-DVDs oder Blu-Ray Filme in voller Auflösung anschauen kannst, dann hast du gerade Dein Geld zum Fenster rausgeworfen." Denn (und jetzt kommt der Kracher des Tages!) "Keine der zurzeit erhältlichen AGP und PCI-e Grafikkarten unterstützen HDCP." HUZZA! Da kommt doch so richtig Freude auf, was?

Nun ist es nicht so, dass erst gestern aus versehen irgendjemand ausgeplaudert hätte, dass man für die volle Dröhnung Vista-Features so Sachen wie HDCP und so braucht. Microsoft hat im März 2005 öffentlich bekannt gegeben, dass Vista-kompatible Grafikkarten HDCP benötigen. Bei der Radeon 8500 war HDCP bereits voll im Gespräch und "eine tolle Erfindung" - jedenfalls nach Ansicht mancher Leute. Die Radeon 8500 war übrigens "damals", so gegen Spätsommer 2001, der Geheimtipp als Konkurrent zum GeForce 3. Nur so als Erinnerung. Nvidia spricht von HDCP seit der FX5700. Das ist zwar nicht ganz so lange, wie die Kollegen aus Kanada, aber doch auch schon etwas länger her.

Nun will man ja nicht gleich traurig sein und einige Vertreter aus dem ProGamer-Lager spekulieren bestimmt schon auf den nächsten Patch, der dann alle Probleme behebt, aber in diesem Fall wird das nix. HDCP ist nicht in Software per Treiber nachzurüsten. Selbst flashen des BIOS dürfte - wenn überhaupt - nur mit einigen (erheblichen) Wenn und Aber überhaupt denkbar sein. Von "machbar" rede ich jetzt ganz bewusst nicht. ATI hat zu dem Thema auch schon ganz klar gesagt: HDCP per Software 'is nich' bei unseren Produkten. Bei Nvidia war man da wohl auch sehr konkret: "Damit das geht, muss ein spezieller Chip auf dem Board sein, und den kann man schlecht nachrüsten, nachdem die Grafikkarte fertig ist."

Man kann nun schimpfen auf wen man will. HDCP ist nicht etwa eine technische Notwendigkeit, die wegen der hohen Datendichte oder was weiß ich für Features zwingend notwendig wäre. HDCP ist nichts anderes als ein Kopierschutz in Hardware. Zu Deutsch: "Du hast einen Originaldatenträger und Du hast eh nix anderes damit vor, als den Inhalt zu klauen und uns um unser Geld zu bringen." Die Geschichte mit dem Kinovorspann, in dem der Zuschauer erstmal als Mord, nein, Raubkopierer, belästigt wird.

HDCP ist übrigens eine Entwicklung einer Tochterfirma von Intel.

Donnerstag, 9. Februar 2006

Und dann war da noch...

...die Sache mit dem Urheberrecht. Manche Leute meinen, alles, was irgendwie von irgendjemandem gemacht worden ist, darf von anderen ersteinmal gar nicht wie auch immer angefasst werden. Jedenfalls nicht ohne dafür zu bezahlen. Immer getreu dem Motto "Anfassen kostet!" Andere wiederum sind der Meinung, dass jeder mit allem alles machen darf. Irgendwo auf halber Strecke zwischen beiden Extremen tobt ein wilder Kampf. Ganz besonders die Filmindustrie, ganz weit vorne weg die MPAA (Motion Pictures Association of America) und ihre lokalen Ableger, und die Musikbranche angeführt durch der/die/das RIAA (Recording Industry of America) sind der Meinung, dass jegliche Benutzung - lies: Anschauen (Film) bzw. Anhören (Musik) - ok ist, solange für jeden dieser Vorgänge bezahlt wird, jeden einzelnen, versteht sich. Alles andere ist strikt verboten. Inklusive weiterverkauf nicht mehr gewollter Tonträger, aber auch das Remixen/Abmischen/etc. und natürlich auch das "vom Nachbarn Kopieren", "aus dem Radio Mitschneiden" und wahrscheinlich sogar das "in der Öffentlichkeit selber Singen". Ok, das war jetzt stellenweise etwas überzogen, aber so in der Richtung scheint man sich das wohl bei den "Rechteinhabern" vorzustellen.

In Frankreich haben nun ein paar Richter festgestellt, dass nicht alles, was sich manche Industrievertreter so alles ausdenken auch wirklich so richtig ist, und haben ersteinmal weitestgehend alle Privatkopien aus Tauschbörsen erlaubt. Das ärgert die Industrei sicherlich, die schon in aller deutlichkeit in Frankreich gesagt bekam, dass es nicht ok ist, sogenannte "un-cd's" (das sind CDs, die nicht wirklich der Definition einer Audio CD entsprechen, sondern irgendwie umgebrasselt wurden, um in PCs nicht kopiert werden zu können). Mal sehen, wie es da weitergeht, denn da war doch was mit der Hamonisierung der lokalen Rechtsprechungen im Rahmen der EU...

Und in Deutschland? Hier steht die zweite Stufe der Urheberrechtsreform vor der Tür und nur noch die Grünen sind ernsthaft gegen die DRM (Digital Restrictions Management) veralberte Kopie zum Privatgebrauch und für eine Bagatellklausel (Erst neulich hatte jemand zig tausende Strafanzeigen erstattet, weil irgendwelche Software über P2P Netzwerke kopiert worden war. Soweit bekannt sind bislang alle bearbeiteten Fälle eingestellt worden. Die Gerichte haben ja nichts Anderes zu tun...)
Zum Ausgleich dafür hat die GEZ angekündigt für Handys GEZ-Gebühren verlangen zu wollen, weil ja Handys mit bestimmten Features "im Prinzip Fernsehempfänger seien" und damit grenzenlose Begeisterung ausgelöst, da kommt jetzt auch noch die Geschichte mit der Internet-GEZ-Gebühr wieder ans Tageslicht. Ab dem 1. Januar 2007 sollen für jeden PC mit Internet-Anschluss 17,30 Euro Gebühren pro Monat anfallen. Huzza!

Ach ja: "Ein Computer mit Internetzugang zählt im Privathaushalt gebührentechnisch als Fernseher und kostet somit 17,03 Euro monatlich. Weitere Radios, Fernseher und Computer im Haushalt sind dann gebührenbefreit." Sagt zumindest Telepolis.