
(Quelle: Scaryideas)

Der Geruch von frischer Pizza ist wohl so ziemlich überall bekannt, genau so wie der Duft von frischem Kaffee oder der von frisch gebakenem Brot. Die Firma Cilija aus Litauen will sich die geistigen Urheberrechte am Duft frischer Pizza sichern. Sie behauptet, dass dieser Duft speziell mit ihrem Produkt assoziiert wird. Das hätten Meinungsumfragen in Litauen und im benachbarten Lettland ergeben. Darum wäre es nur naheliegend, dass der Duft frischer Pizza dem Urheberrecht dieser Firma unterliegt.
Filme gibt es nicht nur von Disney oder Warner oder Sony. Filme gibt es zum Beispiel auch von Vivid Entertainment. Der Unterschied zwischen diesen Firmen ist nicht etwa nur der Grad der Bekanntheit, sondern auch und besonders der Kundenkreis. Während die einen Produkte im Angebot haben, die sich an alle Altersklassen richten, haben die anderen das eher "erwachsene" Publikum im Sinn: Vivid Entertainment ist Publisher von "exotischen Medien". Platt formuliert: Pornofilme. Und Vivid verkauft eine Menge davon. Rund ein Drittel aller in den USA verkauften Pornos stammt von diesem Publisher."Leave it to the porn industry once again to take the lead on this stuff"
Der Vorteil, den sich dieser Publisher zu nutze macht, ist in erster Linie der Struktur dieses Marktes zu verdanken, den sich die Pornoindustrie weitestgehend selber aufgebaut hat. Es gibt hier keine "dominanten Verkaufsstellen" oder "marktbestimmende Vertriebswege", wie sie für andere Medien existieren: Man denke zum Beispiel an Wal-Mart oder Blockbuster Video und andere Firmen dieser Art. Immerhin macht die Filmindustrie mehr Umsatz mit Filmen auf DVD als durch Kinos. Da möchten die Firmen nicht so gerne ihre eigenen Absatzmärkte torpedieren.
Dem Kunden das Produkt in die Hand zu geben ist nicht das, was die Firmen tatsächlich wollen. Die Firmen wollen an jedem Konsum verdienen. An jedem einzelnen Konsum. "Pay per View", "Pay2Play", "Deliver On Demand" und so weiter sind die Stichworte. In Zukunft wird es keine Datenträger beim Endverbraucher mehr geben. Der Weg ist eindeutig hin zu zentralisierten Datenlagern, aus denen auf Knopfdruck gegen Gebühr Inhalte angeboten werden. Da werden noch interessante Zeiten auf Kunden und Handelsketten zukommen, denn wie Greeson richtig feststellt:"The more they champion Internet distribution directly to the consumer, the more it seems they're turning their back on their old media partners, which they can't afford to do."Es wird noch ein paar Jahre dauern, bevor das Realität wird, aber es wird kommen. Die Infrastruktur der Netzanbindung ist bei der Breite der Masse noch lange nicht so, dass z. B. ein Download einer DVD als Streaming Content überhaupt machbar wäre. Zu viele "Endverbraucher" (aka: "zahlende Kunden") leben in Gegenden, in denen es kein DSL oder Ähnliches gibt. Der Ausbau dieser Infrastruktur wird ein entscheidender Taktgeber für die Entwicklung im Vertriebswesen für Filme, Fernsehn, Musik, Spiele und so weiter, oder kurz: für mediale Inhalte sein.
"The vanguard here is porn. They made a tremendous amount of money on the Web, but they know they can make more if they get to the living room."Forrester Research schätzt den Umsatz der Pornoindustrie alleine in den USA auf 10 Mrd US Dollar. Fragt sich, wann Neid und Gier bei den "anderen" Medien groß genug wird, dass die diesen Schritt auch gehen.
Am 30. April wurde Google formell mitgeteilt, dass Google ein Bild verwendet, das gegen geltendes deutsches Recht verstößt. Konkret vorgeworfen wurde Google ein Verstoß nach §86a StGB, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Als Reaktion auf diesen Vorwurf hat Google das entsprechende Bild von Google.de entfernt. Fraglich ist nicht nur der Erfolg eine Suchmaschine dafür zu belangen etwas zu finden, fragwürdig ist auch die Qualität des Erfolges als solches. Werden demnächst auch Wikipedia, Brockhaus, Britannica und so weiter dazu verurteilt, ihre Informationsgestaltung für Deutschland "anzupassen"? Wer soll vor was geschützt werden? Ist Zensur besser als Aufklärung?"So, German gov’t, good luck trying to rid Google Images of every swastika or whatever else it is you’re after, and congrats for being a leading example of digital censorship."Bestimmt werden wir auch bald effizient vor anderen Gefahren geschützt...
Na, auch gerade einen tollen Bildschirm mit HDTV, HDCP, DVI und HDMI gekauft, damit man Filme vom Laptop im Wohnzimmer abspielen kann und für die Zukunft gerüstet ist? Ja? Super. Auch schon eine Antwort auf die Frage gefunden, ob man sich denn HD-DVD oder Blu-Ray kauft? Oder wurde diese Frage auf "später" vertagt? "Soll sich die Industrie erstmal einig werden"? Wird sie. Nur kann man dann kein Laptop mehr an die Fernseher anschließen.
Wir erinnern uns an "Starforce"? Ja? Prima. Sieht so aus, als wenn Ubisoft keinen Bock mehr auf den Stress mit den ein wenig unzufriedenen Zwangs-Usern dieses Produktes hat und sich nach einem Ersatz umsieht. Wohl schon beim nächsten Titel "Heroes Of Might And Magic 5" soll Starforce nicht mehr zum Einsatz kommen."Ubisoft takes its customer concerns very seriously and is investigating the complaints about alleged problems with Starforce's software."Der Grund dürfte indes ein anderer sein. "Class Action Lawsuit" dürfte das Zauberwort sein, das Ubisoft dazu gebracht hat, ein wenig umzudenken. Bereits im März 2004 wurde eine entsprechende Sammelklage gegen Ubi-Soft eingreicht. Streitwert: 5 Mio US$. Scheinbar hat die Klage Aussicht auf Erfolg.

Nachdem die Industrie sich mit viel Geheule und Zähneklappern durchsetzen konnte und die Rechte des Einzelnen zugunsten der Marktwirtschaftlichen Interessen geopfert werden dürfen, hat jetzt wohl der eine oder andere Hersteller irgendwie am eigenen Leibe erfahren, was für Folgen das ganze haben kann. Es ist ja nicht so, dass in diesen Firmen keine Menschen arbeiten. Und es ist schon lange nicht so, dass diese Menschen über solche Schwächen wie Gier oder Habsucht erhaben wären, im Gegenteil. Ich kenne genügend "Insider" in den verschiedensten Bereichen der Industrie, die genug raubkopierte Werke besitzen, um für lange Jahre im Knast zu verschwinden.
Einer der wohl umstrittensten Mechanismen geistiges Eigentum zu schützen besteht in der Verwendung eines Kopierschutzes. Auch hier gibt es unterschiedlichste Varianten, die alle mehr oder weniger diskussionswürdig sind. Mit weitem Abstand die meiste negative Produktpublicity der letzten Zeit in Sachen Computerspiele konnte wohl "Starforce" für sich verbuchen. Die Berichte über schauerliche Erlebnisse der betroffenen Anwender sind eben so zahlreich und abenteuerlich, wie die verbissenen Dementies des Herstellers ("Russisch Inkasso" anybody?). Es sieht so aus als ginge die Diskussion jetzt in eine neue Runde.
Microsoft zeigt uns mal wieder wie das geht mit dem Geldverdienen, berichtet Aviran's Place. Uns steht Ende dieses Jahres ein neues Betriebssystem ins Haus, das für sein optisches Brimborium so viele Ressourcen belegt, dass man sich an Egoshooter erinnert fühlt. Zusätzlich verlangen die neuen DRM-Features zum Teil neue Hardware, die im Augenblick noch gar nicht im Handel erhältlich ist. Stichwort "HDCP".“An upgrade of the motherboard is considered to result in a “new personal computer” to which Microsoft® OEM operating system software cannot be transferred from another computer. If the motherboard is upgraded or replaced for reasons other than a defect, then a new computer has been created and the license of new operating system software is required.”Auf Deutsch: "Ein Upgrade des Motherboards (Mainboards) wird als "neuer Computer" angesehen, auf den das Microsoft® OEM Betriebssystem nicht übertragen werden kann. Wenn das Motherboard aus anderen Gründen ersetzt wird als wegen eines Defekts, dann wird ein neuer Computer gebaut und der benötigt eine eigene Lizenz für das Betriebssystem."
"(...) when the motherboard is replaced (for reasons other than defect) a new PC is essentially created.”Microsoft hat bereits seine OEM Partner über die neuen Bedingungen informiert und verlangt, dass diese entsprechend reagieren, wenn sie einen Rechner für einen Kunden aufrüsten.