Dienstag, 30. September 2008

Nur mal vorbeischauen

TU-160 BlackjackAls vor noch gar nicht allzulanger Zeit zwei TU-160 "Blackjack" von Russland nach Venezuela flogen, haben das viele als übertriebene Geste angesehen. Als bedeutungslose Demonstration militärischer Größe vergangener Tage seitens der Russen. Wenige haben verstanden, dass diese erfolgreiche Mission für das US-Militär durchaus sehr viel mehr war, als eine Erinnerung an vergangene Tage, sondern vielmehr der Hinweis darauf, dass man im eigenen Land einige schwerwiegende militärische Defizite vorweisen kann: Es fehlt an Luftabwehr.

Damit aber nicht genug. Heute flog eine TU-160 in aller Seelenruhe über die Nordsee, tat, was Langstreckenbomber dort numal so tun und tauchte dann irgendwann auf dem Rückflug auf britischem Radar auf. 32 Kilometer vor der Ostküste, auf Höhe von Hull sah man den Flieger von hinten, als er sich von wieder von der Küste entfernte. Mit anderen Worten: Man sah ihn wegfliegen, aber sein Kommen hatte niemand bemerkt. Niemand - mit Ausnahme der Russen - weiß ganz genau, wie nah der Flieger an England herangekommen war.

Für das Militär eine nicht eben angenehme Erkenntnis, die entsprechend kommentiert wurde:
"The Russians made us look helpless. The Blackjack could have got even closer. It was a disaster — it basically gave the Russians the green light to fly wherever they want."
Warum? Nun, die TU-160 schafft (offiziell) "nur" zwischen etwas mehr als 1.000 km/h in Bodennähe und 2.200 km/h unter idealen Bedingungen. 32 Kilometer bei 1.000 km/h sind weniger als 2 Minuten. Die Marschflugkörper, die dieser Bomber im Ernstfall trägt, schaffen nach Angaben aus Militärkreisen gut und gern 1.000 km/h bei einer Reichweite von mehr als 3.200 km und einer Flughöhe von 10-100 Metern über Grund...

Die Nato dürfte sich angesichts dieses Vorfalles und der Implikationen, die sich aus anderen Vorfällen, Entwicklungen und Verlautbarungen ergeben durchaus fragen, ob das mit der eigenen Strategie und dem Abbau nationaler Verteidigungskräfte wirklich eine so gute Idee ist. Besonders dann, wenn man sich als Nato öffentlich mit dem Gedanken trägt, sich im Bedarfsfall mit Russland anlegen zu wollen (Stichwort "Georgien in die Nato").

(Quelle: Times)

Wahlversprechen

Hamburg gilt als einer der Feldversuche für eine mögliche Spielart kommender Bundespolitik: Schwarz-Grün. Immer wieder betonen die Grünen, dass sie sich auf keine "faulen Kompromisse" einlassen werden und den Wahlkampf in Hamburg entschieden sie unter anderem deshalb für sich, weil sie sich energisch gegen Elbvertiefung und Kraftwerksneubau stellten. Der linkslastigen Revolutzerszene Hamburgs kam das sehr entgegen und verschaffte den Grünen genau jene Stimmen, mit denen sie es schafften, Wunschpartner der CDU zu werden.

Und so kam es auch. Die Grünen wurden Koalitionspartner und fortan regierte in Hamburg Schwarz-Grün. Auch weiterhin sollten Ideale grüner Politik hochgehalten werden, sollten keine Ziele verraten, keine Wahlversprechen gebrochen werden. Doch dann kam das Thema "Elbvertiefung" auf den Tisch und mit ihm die Finanz- und Wirtschaftspolitische Realität. Zack, schon war der Widerstand vom Tisch und die Grünen zeigten sich ganz als diejenigen Konservativen, die sie ja auch wirklich sind. Auf den eigenen Wohlstand will man ja schließlich dann doch nicht zugunsten irgendwelcher abstrakten Umweltschutzkonzepte verzichten.

Dann wurde es vergleichsweise ruhig. Bis jetzt, denn jetzt liegt das Thema Kohlekraftwerk Moorburg auf dem Tisch. Genau hier haben die Grünen immer wieder betont, man werde auf keinen Fall zustimmen, denn Atomkraft und Kohlekraft sind nach Lesart dieser Partei das Böse schlechthin. Der Haken an der Sache ist allerdings auch hier wieder die wirtschaftliche Realität. Der Bau wurde bereits von dert Vorgängerregierung genehmigt und begonnen. Wenn diese Genehmigung jetzt widerrufen wird, dürften einige Millionen Euro Schadensersatz fällig werden - zusätzlich zur Frage, ob man stattdessen Atomstrom aus Frankreich oder doch lieber mehr Restlaufzeit für die Meiler in Deutschland will.

Die Grünen werden aller Vorraussicht nach dem Kraftwerk Moorburg zustimmen und damit lieber Kohle aus Russland importieren, als sich dem Vorwurf auszusetzen, die Atomkraft indirekt zu fördern. Alas, die Parteiinterne Debatte darum wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Die Grünen wollen um jeden Preis verhindern, dass der Verrat an der eigenen Basis, am Wähler, publik wird. Niemand soll dabei sein, wenn sich die Granden für ihren "Verrat" rechtfertigen. Erst wenn die Zustimmung zum Bau tatsächlich erteilt wird, nachdem man die Basis hinreichend narkotisiert hat, wird ein "Sonderparteitag" einberufen, bei dem die Öffentlichkeit auch dabei sein darf.

Mir ist es ehrlich gesagt vollkommen egal, welche Lügen und Ammenmärchen die lokale Parteispitze der eigenen Basis im Detail auftischt. Mich interessiert es auch nicht, welche polemischen Entgleisungen dort ausgetauscht werden. Aber eins interessiert mich schon und das sind die Überlebenschancen fantastischer Ideen irgendwelcher Parteien bei Kollision mit der Wirklichkeit realen Lebens und die damit verbundene Glaubwürdigkeit der sie vertretenden Politiker. Gerade da zeigt Hamburg einmal mehr, dass man Hirngespinsten, die Parteien und Politiker so zum Besten geben, egal ob nun alternativer Strom, Enteignung von Privateigentum, Abzug aller Truppen aus Afghanistan oder Freibier für alle, keine Minute glauben darf.

(Quelle: Die Grünen Hamburg)

Best Video Ever

Mtv nannte die Musikszene im Inselkönigreich lange Zeit "the worlds fastest changing". Mit einigem (beiläufigen) Interesse verfolgte ich die Wahl zum besten / tollsten / großartigsten / whatever Musikvideo "aller Zeiten". "Aller Zeiten" dürfte in dem Zusammenhang wohl nicht das bedeuten, was es dem Wortlaut nach bedeutet, sondern bestenfalls "was wir heute glauben" oder "was wir ausnahmsweise heute unseren Kunden zugestehen" oder irgendwie sowas. Egal wie, das aktuell "beste Musikvideo aller Zeiten" ("Greatest Video Ever") wurde gewählt und ich muss zugeben, ich bin hinreichend ... sprachlos.

Hier die Top10, beginnend bei Platz 10:

Platz 10: "Here It Goes Again" - OK Go

Platz 9: "Like A Prayer" - Madonna

Platz 8: "Virtual Insanity" - Jamiroquai

Platz 7: "Just" - Radiohead

Platz 6: "Smells Like Teen Spirit" - Nirvana

Platz 5: "Svefn G Englar" - Sigur Ros

Platz 4: "Thriller" - Michael Jackson

Platz 3: "Take On Me" - A Ha

Platz 2: "All Is Full Of Love" - Bjork

und Platz 1 ist...

Klick hier

Ganz ehrlich: Ich wäre im Leben nicht darauf gekommen ausgerechnet dieses Video zum besten Video aller Zeiten zu wählen, aber was weiß ich denn schon von Musikvideos?

(Quelle: mtv uk)

Montag, 29. September 2008

Wahlresultate

Wappen Bayern - WikipediaBayern kehrt heim ins Reich. So in etwa lässt sich der Kommentar vieler Analysen deutscher Politik zusammenfassen. Nach mehr als 40 Jahren Alleinherrschaft hat sich auch in Bayern herumgesprochen, dass es nicht eine einzelne Partei ist, die alles richtig macht. Nicht eine Partei für sich alleine ist der Heilsbringer. Das ist gut und ist als deutliches Zeichen einer zumindest in groben Zügen irgendwie funktionierenden Demokratie durchaus zu begrüßen. Schöne Diskussionen um Siege, Niederlagen und Posten.

Interessant das Selbstverständnis der Parteien. Die CSU weist die Schuld ihrem EU-Minister für Bürokratieabbau zu, ausgerechnet demjenigen, der die vorangegangene Wahl mit über 60% für seine Partei entschied. Der ist jetzt schuld. Die SPD versteht sich trotz des schlechtesten Wahlergebnisses aller Zeiten in Bayern als "Sieger" - zwar weiß keiner so recht, was die SPD gewonnen hat, aber hey, Hauptsache "Sieger". Grüne? FDP? Auch alles Sieger. Alle haben gewonnen. Zwar weiß niemand was eigentlich gewonnen wurde, aber alle sind Sieger. In Brandenburg sind übrigens die Rechten "Sieger". Da wurde nämlich auch gewählt. Interessiert nur niemanden, obwohl *DAS* für die Demokratie und Deutschland viel bedeutsamer ist. Aber sei es drum.

Ein Wahlergebnis von 43% ist zwar im Vergleich mit 60% ein Schlag ins Gesicht, aber Sieg ist Sieg. Deshalb kann ich Beckstein und Huber auch gut verstehen: Sie haben die Wahl gewonnen. Warum zurücktreten? Sind 43% heute etwa eine Niederlage? Hat die Partei nicht gerade erst verkündet die Wahl gewonnen zu haben? Nein? Will die CSU etwa den Ministerpräsidenten am Ende gar nicht stellen?

Auch das Herumfantasieren der SPD kann ich gut nachvollziehen: Eine Koalition aus den vier anderen Parteien wäre tatsächlich dazu in der Lage an Stelle der CSU zu regieren. Rechnerisch zumindest. Aber wirklich "regieren"? Grüne, FDP, SPD und die Nicht-Partei? Wer, der nicht gerade voll unter Drogen steht, glaubt auch nur 5 Minuten daran?

Bleibt die wichtige Frage: Was wird sich ändern? Wohl sehr sehr wenig. Die CSU wird sich mit dem (für sie) geringsten Übel zusammentun und regieren wie immer. Der Rest wird auch weiterhin in Bayern weitgehend bedeutungslos vor sich hin vegetieren und auf bessere Zeiten hoffen. Aber wer glaubt allen Ernstes, dass sich wegen dieser gewonnen Wahl an Politik oder den Politikern irgend etwas ändern wird, egal ob nun in Bayern oder sonstwo in Deutschland?

Dreiundvierzig Prozent

[Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Sven "DeichShaf" Wagner]
Darth Vader CSU: Join me, and i will complete your training!

Dreiundvierzig Prozent. Für mehr hat es nicht gereicht. Die CSU, die Christlich Soziale Union in Bayern e.V., hat bei der Landtagswahl in Bayern über siebzehn Prozent ihrer Wählerstimmen verloren - ein sprichwörtlicher Erdrutschverlust, den es zuvor in über fünzig Jahren Landtagswahlen und Bundestagswahlen nicht gegeben hat. "Historisch" sagen die einen. "Verdient" die anderen.

Interessant ist eigentlich weniger der Ausgang der Wahl, sondern das Ergebnis dessen, was die Gewinner (beziehungsweise eigentlich Verlierer) daraus machen. Gleich dem überzeichneten Streben nach Macht und Machterhalt der Sith (ja, ich weiß - gestern kam StarWars im Fernsehen...) oder auch des Medienmoguls Berlusconi schließen Beckstein und Huber einen Rücktritt erstmal kategorisch aus.

Der Spiegel schreibt:
"Erwin Huber und Günther Beckstein wollen trotz des Wahldebakels der CSU nicht aufgeben: Der Parteichef schloss vor einer Krisensitzung in München ebenso wie der Ministerpräsident einen sofortigen Rücktritt aus"
Ein guter Teil des Volkes wählte weiterhin brav die CSU. Doch fast ein Fünftel aller Wähler entschied, dass es an der Zeit sei, den Herren zu zeigen, dass es so irgendwie nicht weitergehen kann. Anstatt aber zuzugeben, dass man während der letzten paar Jahr(zehnt)e doch wohl einiges falsch gemacht hat, wird an den Stühlen festgeklammert. Geht es nur mir so, oder drängen sich auch anderen Leuten Gedanken an Berlusconi auf?

Die CSU-Spitze besteht darauf, weiter regieren zu dürfen. Klar, man holt sich mit der FDP einen "Partner" ins Boot, und schon kann man wie früher weitermachen. Aber ist das wirklich der Wille der Mehrheit? Und: Was, wenn es wirklich so weitergeht und die Herren Beckstein und Huber nichts dazu lernen (und da bin ich mir sicher: sie werden nichts dazu lernen, weil das bislang noch niemand jemals getan hat)? Die nächste Wahl ist die Bundestagswahl und hier dürften enttäuschte Wähler weiter für Entsetzen sorgen: Die CDU/CSU verliert massiv die Zustimmung der Wähler, der SPD geht es nicht viel besser. Gewinner sind alternative Parteien wie die Grünen, die FDP oder die Linke. Was will die Führungsriege der CSU hier unternehmen, wenn selbst durch eine Koalition keine Mehrheit mehr zustande kommen kann? Will man Gesetzesänderungen erwirken, die dann den Machterhalt garantieren?

Ich gebe zu: Ich habe mich nicht ausführlicher über die politische Lage in Bayern informiert. Aber es muss wohl einiges schief gelaufen sein, wenn eine Partei derart übel "abgewatscht" wird. Und es dürfte den Verantwortlichen wohl kaum neu und die Überraschung gespielt gewesen sein - denn es gab Monate vor der Wahl Umfragen, die genau dieses Bild zeichneten. Und man hat nichts, aber auch gar nichts dagegen unternommen. Populäre Themen wurden angefasst - die aber den Wähler nur bedingt interessieren. Die unpopulären Themen, die fälligen Steuererhöhungen, Sparmaßnahmen, wirtschaftlichen und sozialen Problemfälle - all das wollte man sich für "nach der Wahl" aufsparen. Denn dann braucht man keine Versprechen einhalten und schnell getroffene Entscheidungen nach der Wahl sind bis zur nächsten Wahl vergessen. Oder auch nicht - scheinbar wurde zu viel und zu lange Schindluder getrieben und ein guter Teil der Wähler hat dies erkannt und sich abgewandt. Und viele derjenigen, die weiterhin die CSU gewählt haben, werden vermutlich auch nur aus Tradition gewählt haben.

Ich bin interessiert, was für eine "Lösung" man in Bayern präsentieren wird. Auch wenn ich in Hamburg nur bedingt betroffen bin, wird für mich vieles von dem, was sich bis September 2009 dort tut, für mich entscheidend für meine Stimmabgabe dann sein.

Hingabe

Manche Menschen nehmen ihren Job sehr ernst und lassen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Wie zum Beispiel dieser Radiomoderator:

Freitag, 26. September 2008

Safe for Work

Ihr steht doch alle auf Pornos...

Donnerstag, 25. September 2008

Milch

Ben & Jerry's Bohemian RaspberryAls verfressene Sau mit Anspruch auf Exklusivität eignet man sich im Laufe der Zeit einige teure und Kalorienreiche Vorlieben an. Bei manchen ist es Kaviar, oder bestimmte erlesene Kekse, oder wie bei mir: Eis. Gutes Eis find ich einfach nur klasse. Besonders weit oben auf der Liste der Dinge, die ich total toll finde steht deshalb Ben & Jerry's. Das Eis dieses amerikanischen Herstellers toppt alles, was es sonst noch so auf dem deutschen Massenmarkt zu kaufen gibt. Okay, Häagen-Dazs kommt in die Nähe, aber B & J finde ich einfach besser.

Bei Preisen von mehr als 5 Euro für 500 ml ist die Debatte darüber, ob man nun B & J oder Big-H bevorzugt aber auch schon nörgeln auf sehr hohem Niveau. Wichtig ist vielmehr, warum das Eis so gut ist, dass so viele dafür jedes andere Eis stehen lassen. B & J verwendet Sahen für's Eis. Sahne wird aus Milch gemacht. Aus guter Milch. Viel davon. Das ist auch toll, denn so bekommt das Eis eine hervorragend feste Konsistenz. Das mögen auch andere. Aber dann gibt es da welche die meinen, dass diese Sache mit der Kuhmilch eher doof wäre.

Nicht etwa, weil sie Milch nicht vertragen, weil sie allergisch darauf reagieren, oder weil sie Milch einfach nicht mögen. Nein, weit gefehlt. Diese Menschen sind der Ansicht, dass Kühe dem Menschen ja eigentlich gar keine Milch geben wollen, sondern dazu gezwungen werden. Das ist Unrecht und gehört deshalb unterbunden.

Richtig, wir reden von PeTA (nicht "People eating Tasty Animals" wie Arno immer behauptet, sondern die anderen, die mit "People for the Ethical Treatment of Animals"). Die sind an B & J herangetreten und gaben folgendes zum Besten:
"On behalf of PETA and our more than 2 million members and supporters, I'd like to bring your attention to an innovative new idea from Switzerland that would bring a unique twist to Ben and Jerry's. Storchen restaurant is set to unveil a menu that includes soups, stews, and sauces made with at least 75 percent breast milk procured from human donors who are paid in exchange for their milk. If Ben and Jerry's replaced the cow's milk in its ice cream with breast milk, your customers--and cows--would reap the benefits."
Na, schon gefunden? Abgesehen von der Idee als solcher finde ich es grandios darzustellen, dass - wie PeTA es später im Text ausdrückt - Kuhmilch eine Gesundheitsgefahr für Menschen darstellt. Außerdem wäre es ja von Vorteil für die Kühe, wenn man auf Muttermilch wechselt. Findet PeTA jedenfalls.

Also, liebe Frauen, falls ihr noch nicht wisst, womit ihr in Zukunft Geld verdienen könnt: PeTA hätte da eine Idee...

(Quelle: PeTA)

Mittwoch, 24. September 2008

Und wir mitten drin

In Pakistan geht es richtig rund. Noch ein paar Hinweise: Erstens. Zweitens. Drittens. Grund genug für die CTSO (ich sprach neulich davon) die gemeinsamen Anstrengungen zu beschleunigen. Was man darunter versteht, lässt sich schnell umreißen: Eine Joint Task Force mit 4.000 Mann als erste Maßnahme. Später dann noch ein sogenannter "Raketenabwehrschild" in Zentral Asien und die Truppe auf mindestens 10.000 Mann aufstocken.

Ist doch nett, oder? Immerhin hat man uns schon vorher informiert und wir fanden das auch noch total toll. Darum wurden vergangene Woche sowohl die EU - Central Asia Ministerial Troika als auch das erste EU - Central Asia Security Forum überhaupt in Paris veranstaltet. Die Rede der Kommissarin für Externe Beziehungen und Europäische Nachbarschaftspolitik, Benita Ferrero-Waldner, auf dem Sicherheitsforum stellt jedenfalls manches klar.

Offenbar glaubt man den USA nicht (oder nicht mehr), dass die es selbst mit verzweifelt anmutenden Strategiewechseln schaffen könnten, Ruhe in Afghanistan herzustellen und so auch Pakistan wieder zu befrieden, bevor dort endgültig alles auseinander fällt. Warum sonst sollten sich sonst die Russen genötigt sehen, Präsident Karzai direkt praktische Hilfe anzubieten und so auszuloten, wie weit man sich inzwischen wieder vorwagen darf?

Apropos "Hilfe". Neulich interviewte CNN Putin ausführlich über Gott und die Welt. Aus dem offenbar episch langen Interview (okay, 30 Minuten) machte CNN einen insgesamt nur wenige Sekunden langen Beitrag, in dem Putin wohl nicht besonders gut weg kam. Das wiederum findet Putin wohl gar nicht lustig, was wiederum CNN einigen Ärger zu einzubringen scheint. Darum bemüht sich CNN jetzt offenbar darum zu beweisen, dass man den "richtig Bösen" ein "neutrales" Forum bietet und sie gar nicht absichtlich so böse darstellen will. Darum lässt man Ahmadinejad zu Larry King und ihn dort über Dinge reden. Ob das CNN allerdings den Kopf in Russland retten wird, bleibt abzuwarten, aber es zeigt sehr schön, wie Politik und Medien zusammenhängen.

Davon ab: Das alles wird noch sehr interessant.

Spass im Honda

Das folgende Video lasse ich ganz bewusst unkommentiert und bedanke mich an dieser Stelle einfach mal bei allen Frauen, die sich jemals getraut haben, mit mir mehr als einmal zusammen im selben Auto zu fahren...

Dienstag, 23. September 2008

Instabil

EurosMan möge mir die eigenartige Stille verzeihen, aber es sind die Nachwehen von Problemen der jüngeren Vergenagenheit, die mir große Probleme bereiten. Aber das dürfte eh kaum jemanden interessieren. Andererseits verwundert mich, ob es irgendjemanden interessiert, was gerade in der Weltwirtschaft los ist? Eigentlich müsste ja das gesamte linke Spektrum lauthals das Ende des Kapitalismus feiern. Wie grandios der Kapitalismus doch gescheitert ist mit seiner grenzenlosen Gier. Aber wo sind sie denn, die Fanfaren, die das Widerlegen der existentiellen Theoreme des Kapitals feiern?

Der Markt kann sich eben nicht selber bereinigen. Der Markt kann seine Fehler nicht selber kompensieren und der Markt kann auch nicht seine eigenen Gesetze finden. Für beides braucht es zum Entsetzen der Banker und Hardcore Kapitalismus-Freaks den Staat. Warum feiern das die Linken nicht? Kalte Füße um den eigenen Wohlstand bekommen? Das Mutterland der Marktwirtschaft verstaatlicht nicht nur sein Finanzsystem, sondern auch noch die Immobilienkredite.

Investmentbanken kneifen den Arsch zu und lassen sich zu "normalen" Banken umbauen - ich bezweifle, dass irgendjemandem die Tragweite dieser Entscheidung so richtig klar ist. Und das unter einem republikanischen Präsidenten, der ein 700 Milliarden schweres "Rettungspaket" für ein episch gescheitertes System ankündigt und dafür international keinerlei Unterstützung erfährt.

Und Deutschland? Das Land, in dem angeblich alle so sehr darauf stehen, dass endlich der Kommunismus eingeführt wird, verwehrt sich gegen diesen Akt der Vertsaatlichung und gegen das Eingreifen der Regierungen auf Internationaler ebene, damit sich der Markt eben doch selber regulieren kann. Ich weiß ehrlich nicht, was mich mehr zum Lachen anstiften soll. Aber egal wie, das Ende des Kapitalismus ist weit entfernt, nur das endgültige Ende der US-Amerikanischen Vorherrschaft ist wohl endgültig gekommen, oder wer soll zukünftig noch glauben, dass die Entscheidungen der USA von Vorteil für irgendjemanden sind?

Egal wie. Die USA haben sich selber aus dem Spiel geschubst, Russland ist nicht wirklich auf der Höhe, China ist noch lange nicht so weit. Und Europa? Einfach nur tragisch, was da passiert. Bleibt zu hoffen, dass die sich abzeichnenden Schwierigkeiten der Weltwirtschaft nicht zu allzu schwerwiegenden lokalen Komplikationen und Auseinandersetzungen führen werden, wie ich es befürchte. Unter der Hand laufen da ja schon einige Wetten wegen der Sache Israel - Iran, wegen der Anrainerstaaten vom Golf von Mexiko, aber auch wegen der immer interessanten 'Stan und natürlich auch wegen Süd-Ost Asien. Da erwartet uns einiges.

Sonntag, 21. September 2008

Neulich, an der Kasse

Ich erwähnte es hin und wieder: Ich hab was für Star Trek übrig. Darum finde ich diese Werbung auch irgendwie klasse.

Andererseits erinnert mich dieser Spot auch daran, dass mir schon länger nichts Kurioses mehr beim Einkaufen passiert ist...

Freitag, 19. September 2008

Sachen gibts... (198)

Da Vinci ClockIch hab ja was übrig für freakige Uhren. Marc Owens auch. Während ich die Dinger aber nur bestaune, ist er Designer und bastelt sowas. Nicht nur ihm kam die Idee, dass das Konzept "Uhr" insgesamt irgendwie falsch ist, denn Uhren sind kein Maßstab für Zeit, sondern ein Maßstab für andere Uhren. Darum verwarf er in seinem Entwurf auch jegliche Zeitanzeige und griff zurück auf die ultimative Anzeige des Zustands des Betrachters.

Seine "Da Vinci Alarm Clock" (sic) kann genau zwei Dinge anzeigen: "SLEEP" und "AWAKE". Schaltet man die Uhr an, zeigt sie auf ihrem Retro-LED-Dot-Matrix-Display "Awake" an. Für exakt 3 Stunden und 30 Minuten. Dann wechselt die Anzeige auf "Sleep" und ein nervig lauter Alarm ballert los, bis man den Resetschalter des Alarms betätigt. Die Uhr zeigt für 30 Minuten "Sleep" an, bis sie wieder auf "Awake" umschaltet. Natürlich wieder begleitet vom gnadenlos sympathischen Alarm. Dieser 4-Stunden-Rhythmus wird so lange beibehalten, bis die Uhr ausgeschaltet wird.

Die Idee ist, dass der Anwender durch mehrphasigen Schlaf eine insgesamt längere Wachphase durchlaufen kann. Die Therie dahinter stammt von J.S. Szymanski. Ob Benutzer dieser Uhr tatsächlich den versprochenen Erfolg erzielen, ist unbekannt, denn noch ist diese Uhr nicht im Handel erhältlich, aber ich kenne eine menge Leute, die sich sowas sofort kaufen würden...

Mittwoch, 17. September 2008

Werbekritik

Apple sieht sich immer wieder Kritik wegen seiner Produkte und Marketingstrategie ausgesetzt. Im Kern stehen zwei Aspekte: Die Frage, was zur Hölle denn jetzt an diesen Produkten so toll sein könnte, dass sie so schweine teuer sein dürfen und natürlich auch irgendwo der Neid, nicht selber auf so eine geile Idee zum Gelddrucken gekommen zu sein. Anyway, die Kritiker werden immer kreativer und ihnen ist eine sehr spezielle Form des Humors zu attestieren, die uns ohne Apple wohl nie erreicht hätte. Klick Bild.

(Danke MoronLover)

Scheiss auf Dominoday (8)

Lange nichts Beeindruckendes mehr aus der Reihe "Domino" gesehen. Das bedeutet aber nicht, dass die Kreativen aufgehört hätten, Dinge umzuwerfen.