Posts mit dem Label Vorsicht Kunde werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Vorsicht Kunde werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 20. April 2018

Was Gegen Unkraut Einkaufen (14)

Im Laufe der Jahre hat es im Einkaufsverhalten des Autors ein paar Veränderungen gegeben. Die meisten Einkäufe finden inzwischen in Begleitung der dauerhaft verbandelten Lebensabschnittsverschönerin (beringt) statt. Der Rucksack wird nur noch selten für Einkäufe benutzt, da ein komfortables und motorisiertes Gefährt den Alltag gleichermaßen bereichert. Auch der Lebensmittelpunkt wurde geografisch etwas mehr in die Peripherie meiner Lieblingsstadt verlagert und man haust jetzt nicht mehr im Zweizimmer Wohnklo, sondern wohnt. Respektabel und auf zwei Etagen.

Da die Herzallerliebste bei der Wahl der damals noch zukünftigen Wohnstätte auf eine unmittelbar angeschlossene und im Idealfall sogar dem Domizil zugehörige Grünfläche angemessener Größe gesteigerten Wert legte und diesen Wunsch eloquent und mit Nachdruck zu artikulieren pflegte, haben wir jetzt etwas, das in Ermangelung anderer Begrifflichkeiten als "Garten" bezeichnet werden mag.

Die vormaligen Behauser der jetzt von uns belegten Wohnstatt widmeten der botanischen Anlage derselben offensichtlich gesteigertes Desinteresse, das sich offenbar in jährlicher Rasenkürzung und noch seltener stattfindender Fokussierung auf sich dort etwa ausbreitende Fremdflora der Gattung Taraxacum, Bellis perennis und Ranunculus äußerte. In Folge dieser intensiven Pflege können wir einen größeren Prozentteil der Weltjahresproduktion an Löwenzahn aus eigener Zucht beisteuern. Wenn dadurch nicht der Rest des Rasens langsam aber sicher verrecken würde - mir wäre es egal. Aber so?

Wir... Nein. Ich. Ich hielt es für eine gute Idee, dem wuchernden Problem händisch-mechanisch zu Leibe zu rücken. Ein postmodernes, an den Film Ghost Busters gemahnendes Werkzeug versprach effiziente und kraftsparende Beseitigung der in dieser Masse schlichtweg unerwünschten Gewächse. So verbrachte ich den Sommer des vergangenen Jahres, mit stetig sinkender Euphorie, mehrere Stunden vieler Tage damit, quadratmeterweise Grünfläche in eine Kraterlandschaft zu verwandeln: Zwei Quadratmeter - eine Stunde.

Diese Krater wollen wieder befüllt werden. Mit Dreck. Aus'm Sack. Gibt's im Laden. Scheiße schwer und handlich, wie es nur Dreck im Sack sein kann. Damit kann man dann lässig die nächsten anderthalb Stunden verbringen, denn das Tückische ist, dass sich diese Krater im Restrasen tarnen und man die nach kürzester Zeit einfach nicht mehr sieht, bis man sie stolpernd und sich malerisch auf die Fresse legend doch wiederfindet.

Das Frühjahr dieses Jahres läutete ich ein mit dem festen Willen, dem Kraut endgültig an den Kragen zu gehen. Der erste Wochenendmorgen mit erträglichen Außentemperaturen und ausbleibendem Niederschlag war meiner und sollte das Ende der grünen Plage werden. So mein ambitionierter Plan.

Nach nur drei Stunden pflückte mich meine Angebetete mit gar liebreizender Stimme aus dem Wirken:

"Samma, hast Du 'nen Knall?"

"Oha", dachte ich mir, "mich deucht Kritik ob meines Einsatzwillens". Und deshalb gab ich voller Aufmerksamkeit und Liebe gewohnt eloquent und wohl akzentuiert zurück:

"Wa...?

Im Schweiße meines Angesichts hatte ich eine doch recht überschaubare, vormals einigermaßen einheitlich ebener und vor allem grüner Fläche in eine formidable, überwiegend braun-graue Kraterlandschaft verwandelt, neben der sich ein bemerkenswerter Haufen vor sich hin verrottenden, weil jetzt heimatlosen Grünzeugs erhob. "Gut", dachte ich mir, "schön geht anders. Aaaber..." Die nächsten paar Stunden verbrachten wir damit, das Erdreich zu flicken und wenigstens ansatzweise wieder in so etwas Ähnliches wie eine horizontale Fläche zurück zu verwandeln.

Wir hatten sowas von die Schnauze voll. Beide. Gründlich.

Fachhandel, die Erste

Wir beschlossen, den örtlichen Marketender für dekorative Grünflächengestaltung und Heimwerkerbedarf mit dem Biber im Logo aufzusuchen. Nach ausgiebiger Schilderung der Ausgangslage und noch ausgiebigerer Schilderung der Folgen meines unkontrollierten Einsatzwillens, wurden wir mit einem Karton Zeugs beglückt, von dem die eifrige und offenbar bestens informierte Einzelhandelsfachverkäuferin behauptete, es würde auf jeden Fall, ganz von alleine und sehr schnell alle unsere Probleme lösen und den Rasen auch noch düngen.

Wir schenkten ihr Glauben, bezahlten und entschwanden. Wieder an der heimischen Scholle eingetroffen verschoben wir das weitere Vorgehen, da wir erstens keinen Bock mehr hatten und es zweitens angefangen hatte zu regnen.

Gartenbau für Profis - Jugend forscht

Tage später. Da sich die Holde dank notwendigen Tageswerks außerhäusig aufhielt, das Wetter mitzuspielen schien und mir langweilig war, nahm ich mich des Projektes der Bereinigung der Grünfläche von ungebetenen Mitbewohnern unter Zuhilfenahme industriell gefertigter Problemlöser an. Der Karton versprach für großzügig 150 Quadratmeter Fläche Inhalt zu enthalten. Bei grob 100 Quadratmetern zu behandelnder Fläche sollte das eigentlich reichen.

Die Anwendungs- und Dosierungsanleitung, die zu meiner nicht enden wollenden Begeisterung in klar verständlichem Deutsch und nicht etwa Aramäisch oder Thai verfasst war, erklärte mir, ich solle 30 Gramm auf einem Quadratmeter gleichmäßig verteilen. Das sich im Innern des Kartons in einem Klarsichtsack tummelnde Zeug machte nicht den Eindruck, dass ich 30 Gramm dieses ungefähr zuckerfeinen grau-braunen Granulats ex Ärmelo abschätzen könnte.

Schüssel, Wage, Attacke. Es stellte sich heraus, dass 30 Gramm tatsächlich ungefähr zwei gehäuften Esslöffeln entspricht. Schonmal versucht, zwei Esslöffel Zucker gleichmäßig auf einen Quadratmeter Rasen zu verteilen? Ich auch nicht. Allerdings glaubte ich fest an die Grenzen meiner Inkompetenz, vertraute meinem Augenmaß und ging ans Werk. Nach knapp 30 Minuten hatte ich einiges dazugelernt.

Erstens. Einen Quadratmeter Rasen freihändig einigermaßen treffend abzuschätzen, ist quasi unmöglich. Meine Idee, den Rasen mit einem Quadratmeterraster zu überziehen, entpuppte sich als tapfere, am Ende jedoch lächerliche, weil undurchführbare Idee, denn mir fehlten einfach 200 Meter Bindfaden und Pflöcke. Zweitens. Sich zu merken, welchen Quadratmeter man gerade "beglückt" hat und welchen nicht, ist mindestens ebenso unmöglich, wenn die optischen Orientierungspunkte grüne Pflanzen auf grünem Grund sind und das verteilte Zeugs sozusagen zum Untergrund passende Tarnfarbe hat. Drittens. Wer auch immer sich ausgedacht hat, dass der Inhalt dieses Kartons für 150 Quadratmeter reicht, hat entweder eine andere Vorstellung von der Größe eines Quadratmeters, gnadenlos übertrieben, oder beides.

Egal wie, das Zeugs war ausgebracht und die größten Besiedlungsflächen unerwünschten Bewuchses waren explizit beglückt worden. Angesichts der Schilderungen der oben genannten Fachfrau aus dem Biberbaumarkt rechnete ich jeden Augenblick mit lodernden Flammen, Blitzen und kleineren Explosionen. Oder Rauchsäulen. Wenigstens aber irgendeiner sichtbaren Reaktion. Es tat sich jedoch genau: nichts.

Auch bis zum Eintreffen der Angebeteten im heimischen Domizil diverse Stunden später hatte sich wenig (lies: nichts) getan. Nach ausführlicher Schilderung meines Tageswerkes rief das denn auch bei der mir angetrauten am Rande der Rasenfläche in erster Linie interessiertes Stirnrunzeln, eine gehobene Augenbraue und ein vieldeutiges und äußerst aussagekräftiges "Aha." hervor. Auch sie hatte offensichtlich mehr erwartet. Oder sie glaubte mir nicht, weshalb ich ihr den leeren Karton zeigte. Sie glaubte mir. Wir beschlossen abzuwarten.

Immerhin, am nächsten Tag zeigten sich erste Spuren selektiv verreckenden Grünzeugs. Im Laufe von zwei Tagen breitete sich das Verrecken großzügig aus und wir waren frohen Mutes, nahe an einem "Mission accomplished!" und stellten den Sekt kalt.

Am dritten Tag jedoch stellte ich bei Inspektion aus der Nähe fest, dass sich entweder die Wirkung nur auf den oberirdischen Teil bezog, oder aber irgendetwas war gründlich schief gegangen, denn das Zeugs warf die schwarz verfärbten Blattleichen einfach ab und trieb unbeeindruckt neu aus. Auf ein eventuell eingeplantes, also gewolltes Wachstumsverhalten hoffend, an dessen Ende die zu beseitigenden Pflanzen einfach die Koffer packen und gehen, warteten wir eine Woche ab.

Nach dieser Woche sah der Rasen wieder exakt so aus wie zuvor. Mit dem Unterschied, dass der in dem ausgebrachten Zeugs enthaltene Rasendünger bei allen Bewohnern der Grünfläche hervorragend ankam und deutlich Wirkung zeigte. Wir hatten jetzt mehr und kräftigere Mitbewohner zwischen den beherzt verstärkt gen Sonne strebenden Grashalmen.

Der deutlich geförderten Wachstumsrate geschuldet, sah sich die Göttergattin motiviert, der sich intensiv und stetig verlängernden Wuchshöhe des Rasens mittels ebensolchen Mähers Einhalt zu gebieten. Da sich auch das andere, nur eben unerwünschte Zeugs prächtiger Gesundheit und ausgezeichnetem Wuchses erfreute, regte ich einen erneuten Besuch im Fachhandel an, um zu erfahren, ob es vielleicht andere, erfolgversprechendere Methoden gäbe. Ich dachte da an Napalm. Oder Zement und grüne Farbe. Mir wurde zugestimmt und so wurde ich losgeschickt mit dem Auftrag, Streuwagen, Rasensamen und "irgendwas gegen die Pest" zu beschaffen.

Fachhandel, die Zweite - Die Genossenschaft

Meinem Instinkt folgend beglückte ich den nahegelegenen Außenposten einer sogenannten "Genossenschaft" mit meiner begehrten Anwesenheit. Bereits die Parkplatzsuche gestaltete sich interessant, durfte ich doch einer imposanten Aufführung von Schwanensee, aufgeführt von zwei Autofahrerinnen, beiwohnen. Merke: Nur weil ein SUV gekauft werden kann, heißt das noch lange nicht, dass ausgerechnet Du Dir den auch kaufen solltest.

Ein zwei mal sechs Meter messendes, jenseits der zwei Tonnen schweres Geschoss in eine eins achtzig breite Parklücke einfädeln zu wollen, weist schon auf ein ganz grundsätzliches Problem hin. Mit einem Mindestmaß an Selbstreflektion wäre das sogar leicht erkennbar. Für die die eigene Brut zum Hort fahrende und den Einkauf vom Laden an der Ecke abholende Überzeugungsmami aber scheint das aber eine jenseits des Möglichen existierende Option zu sein.

Mit ausreichend Sicherheitsabstand zu den sich intensiv und zunehmend hektisch gegenseitig zu gestikulierenden Fahrprofis stellte ich meinen fahrbaren Untersatz in einer der geschätzt 50 freien Parkbuchten ab, die aber wohl nur in meiner Wahrnehmung zu existieren schienen. Vielleicht waren sie auch verflucht oder für Reisebusse reserviert. Wer weiß das schon? Darüber sinnierend, warum die beiden nicht auch dort ihre Pampersbomber abzustellen versuchten, betrat ich den Fachhandel.

Ich tauchte ein in die Welt des Saatguts, der Ackerbearbeitungswerzeuge, Tierfuttererzeugnisse und Pflanzkübel. Es hätte mich misstrauisch machen können, dass mit meinem Eintreffen der Altersdurchschnitt merklich fiel. Hätte.

Das Verkaufspersonal war anwesend, aber mit ausladenden Gesten auf der einen und sich-im-Bart-kratzen auf der anderen Seite des Tresens und dem gegenseitigen Austausch kryptischer Fachbegriffe beschäftigt. Ich durfte deshalb auf mich allein gestellt mit den Bewohnern von gefühlt mindestens zwei Altersheimen durch die Regalreihen flanieren. Natürlich blieben die übrigen Besucher gerne alle 50 Zentimeter in ehrfurchtsvollem Staunen schlagartig stehen und blockierten den Gang.

Auf der Suche nach dem für die Aussaat des Rasens sinnvollerweise zu benutzenden Streuwagens fand ich allerlei interessantes Gerät, dessen Verwendungszweck sich mir trotz meiner lebhaften Fantasie vollends verschloss. Nur das Gesuchte blieb unauffindbar.

Ein zufällig herumirrender Angestellter wurde von mir entdeckt und sollte befragt werden. Kurz bevor ich ihn jedoch erreichte, materialisierten aus dem Nichts zwei rüstige Gartenbaufachexperten und verwickelten diesen in an Synchronschwimmen erinnernde Fachgespräche über die Vor- und Nachteile einer Anreicherung von Rosenerde mit Ton und Quarzsand. Der verzweifelt-leere Blick des Verkäufers in Richtung der ausgestellten Kettensägen sprach Bände. Ich überließ ihn seinem Martyrium.

Zufällig entdeckte ich hinter einem erregt einige Spaten anbetenden Pärchen etwas, das grundsätzlich dem von mir Gesuchten entsprach. Das ausgestellte Stück Saatgutverteiltechnik begeisterte durch allerlei Klimbim, wie automatischer Granulierungsanpassung, Streumengenintervallschaltung, Kombi-Misch-Schüttung und Universalmotorwellenflansch, mit wenigen Handgriffen und dank integrierter pneumatischer Hebevorrichtung ohne Gabelstapler wahlweise an Front oder Heck montierbar.

Hätte ich vor, Flächen ab zwei Hektar zu bearbeiten, ich wäre begeistert gewesen. So jedoch erschien mir die Überlegung, das vorhandene Fahrzeug durch das Anbringen eben jenes Stücks fortschrittlichster Agrartechnik zu ergänzen, angesichts der zu erwartenden Reaktionen von Gattin und Bankkonto doch etwas zu gewagt.

Hinter nur wenigen in tiefster Andacht versunkenen Landschaftsarchitekten und Agrarfachleuten stand in einer Ecke etwas, das schon eher in die von mir gedachte Richtung dimensioniert war, mit deutlich jenseits der einhundert Euro allerdings marginal außerhalb der mir zuvor vom allwissenden Internet als realistisch vermittelten Preisspanne liegend sofort ausschied. Ich hatte genug. Dieser Laden und ich, wir waren nicht für einander gemacht.

Draußen hatten sich inzwischen die Lkw-fahrenden Übermütter darauf geeinigt, das keines der beiden Fahrzeuge in die anvisierte Lücke passte. Auch nicht quer. Stattdessen hatten sie ihre Fahrzeuge platzsparend auf jeweils zwei Parkflächen in der Nähe meines Gefährts abgestellt und unterhielten sich angeregt über die individuellen Entwicklungsfortschritte der eigenen Brut:

"Kevin-Jonas ist ja so talentiert. Wir überlegen, ihm neben Klavier- auch noch Geigenunterricht zu geben."
"Nein wirklich! Das ist ja toll! Unser Malte-Adrian ist ja eher der Sportler. Der macht jetzt neben Fußball auch noch Judo und nächsten Sommer will er mit Wettkampfschwimmen anfangen..."

Ohne den Diskutierenden eine nahegelegene Fahrschule zu empfehlen, ergriff ich die Flucht.

Fachhandel, die Dritte - Ein Biberlogo macht Angst

Mangels schlechterer Ideen beschloss ich, erneut den bereits bekannten Fachmarkt mit dem Biber im Logo aufzusuchen. Was konnte schon schief gehen? Ereignislos und verletzungsfrei angekommen, eingeparkt, Einkaufswagen geentert und rein in die Bude.

Zielstrebig die bereits bekannte Abteilung der Grünzeugumgestaltung angesteuert und Streuwagen gesucht und auf Anhieb gefunden. Das mit mäßigem Basteleinsatz leicht zusammenzusetzende Produkt war mit wenig über 30 Euro deutlich im Rahmen meiner Vorstellungen. Auch die gewünschte Rasensaat war schnell gefunden und eingepackt. Blieb noch des unerwünschten Grünzeugs Feind.

Derlei Chemie wird natürlich unter Verschluss gehalten. Die Gründe dafür mögen einleuchtend und sogar völlig richtig sein. Auch in dieser Filiale sind die entsprechenden Produkte sorgsam hinter verschlossenen und deckenhohen Glastüren hinter einem Tresen drapiert. Ehrfurcht erbietend und durchaus den magischen Reiz des Verbotenen, wenigstens aber Gefährlichen ausstrahlend, übt das Zeug dieselbe Anziehungskraft aus, wie ein unbewacht ausgestellter BBQ-Grill im Gastronomieformat. Alas, die Anwesenheit einer Person mit Schlüssel wurde doch irgendwie zwingend vorausgesetzt.

Der geneigte Leser mag bereits ahnen, dass es genau an diesem Detail scheitern sollte. Moderner Technik aufgeschlossen, war dieser Tresen mit einem Klingelknopf ausgerüstet, der - sofern gedrückt - blau leuchtend einen Mitarbeiter auf magischem Wege am Tresen erscheinen lassen sollte.

Ich drückte.

Der Knopf leuchtete.

Es erschien:

Niemand.

Und so stand ich etwas unentschlossen herum. Einerseits gab es in diesem Laden mehr als genug Werkzeug, um den Türen und Schlössern beherzt und erfolgreich zu Leibe rücken zu können. Andererseits könnte das aber zu gewissen Unmutsbekundungen hier und später sogar zu notwendigen Rechtfertigungen gegenüber der holden Gattin führen. Ich war unschlüssig und der Knopf gab das Leuchten auf.

Ich drückte wieder. Es leuchtete wieder blau. In der Ferne sah ich ein Regal, in dem Äxte, Spitzhacken und Vorschlaghämmer auslagen. Ob ich vielleicht doch...? Eine verkaufsbevollmächtigte Person trat in ausreichendem Sicherheitsabstand in mein Blickfeld und entdeckte mich. Hoffnungsvoll lächelte ich gewinnend und motivierend und gab zu verstehen, dass ich es war, der... Die Verkaufsperson wendete mitten im Schritt auf dem Absatz und tauchte fluchtartig ab ins Dickicht des Baumarktes.

Leicht irritiert stellte ich fest, dass der Knopf das Leuchten erneut eingestellt hatte. Ich drückte erneut und wieder leuchtete es blau. Aus einer gänzlich unerwarteten Richtung erschien unvermittelt ein offenbar nur knapp vor dem wohlverdienten Altersruhestand stehender Verkäufer mit Telefon am Ohr, in das er hektisch brabbelte. Er trat hinter den Tresen, sagte "Moment eben", legte das Telefon weg. Ob ich jetzt...? Nein.

Statt mir wandte er sich dem Computer zu, tippte hektisch darauf herum, griff sich wieder sein Telefon und erklärte, dass die Bestellung da sei, aber der Kunde nicht und er jetzt auch nicht wisse, was zu tun sei (den Kunden anzurufen war offenbar gänzlich undenkbar, aber was verstehe ich schon von den Gepflogenheiten eines Baumarktes?) Das Gespräch fortsetzend entschwand der (nicht-) Verkäufer flinken Schrittes wieder im Dickicht der Regale.

Introducing: Familie Müller

Drücken, leuchten, warten.

Familie - nennen wir sie "Müller" - erschien auf der Bildfläche. Sie, ambitionierte Mutter eines motivierten 14jährigen Jungen. Hauptberuflich Avon-Beraterin oder Grundschullehrerin oder beides. Er, blasser Schreibtischtäter bei irgendeiner Versicherung. Das Kind, ein aufgeweckter 14jähriger Junge am Steuer eines mit diversen 120-Liter-Säcken Blumenerde, Betonkübeln und einem mittleren Kleinwald verschiedenster Ziergehölze beladenen Schwerlasteinkaufswagens. Selbstredend pädagogisch wertvolle Erfahrungen vermittelnd, stolzierte Sie vorne weg. Er, besorgt dreinschauend, hinterher, während Junior sich mit allerlei Kapriolen, Schwung und viel Elan an der Helmholtz'schen Erkenntnis der Energieerhaltung versuchte.

Mit unumwundener Neugierde beobachtete ich, wie das Trio elegant (Sie), besorgt (Er) beziehungsweise schwungvoll (Junior) die erste von mindestens zwei Kurven erfolgreich nahm. In der zweiten Kurve jedoch schaltete sich Newton in das Experiment ein und bewies, dass seine Erkenntnisse über die Trägheit von Massen auch in Baumärkten und erstrecht für 14jährige Jungen gelten.

Mit unüberhörbarem Poltern verteilte sich ein Teil des geplanten Einkaufs im zu erwartenden Streuradius, jedoch ohne Scherben. Vatern war anzusehen, dass er genau das befürchtet hatte. Mäßig überzeugend deutete er an, seinem nun nicht mehr ganz so ambitioniert aus der Wäsche guckendem Nachwuchs helfen zu wollen, als sich Muttern tadelnd einmischte.

"Nein, Martin, das macht David alleine. Er soll lernen, dass alles, was er tut, Konsequenzen hat!"
"Ja, Schatz."

Vatern zog sich zurück. Die paar Pflänzchen hatte David schnell eingesammelt. Mit dem Kübel war der Junge aber schon deutlich herausgefordert. Dennoch. Tapfer und ehrgeizig wurde auch der irgendwie wieder in Position gewuchtet. Allerdings den 120-Liter-Sack wieder auf den Karren zu wuchten... Da war eindeutig Ende seiner Möglichkeiten. Vatern deutete erneut Initiative an. Hätte er das mal lieber gelassen. In deutlich vernehmbarer Lautstärke schaltete sich Muttern wieder ein:

"MARTIN! Habe ich Dir nicht gerade gesagt, dass David das alleine machen soll?"

Derart getadelt verzog sich Vatern in entfernte Regionen des Geschäfts, während David sich ebenso verzweifelt wie erfolglos am Sack Blumenerde abmühte.

Unter Ausblendung jeglicher realistischen Chancen und Möglichkeiten des Jungen mag irgendjemand die rudimentären Reste des erziehungspädagogischen Ansatzes in diesem Fall ja eventuell noch verstehen können. Aber wer jemals selber einen solchen 120-Liter-Sack bewegt hat, weiß, was da geht und was nicht. Doch ein 14Jähriger, dessen hauptsächlicher Zeitvertreib offensichtlich nicht aus Holzhacken, Kohleschippen und Jungbullenreiten, sondern eher aus Playstation und in der Schule rumsitzen besteht, ist deutlich - und vor allem weit - außerhalb von "geht".

Muttern forderte David auf, jetzt gefälligst zuzusehen. Man hätte ja schließlich heute noch anderes vor. David gab sich Mühe. Wirklich. Aber da war nichts zu wollen. Zweimal David... vielleicht. Aber so? Ich versuchte Vatern zu entdecken. Weit entfernt bewunderte der mit ausdrücklicher Faszination Tauchpumpen und anderes Teichzubehör. Zwei Schritte und ich stand neben David.

"Pack Du da an, ich hier. Los geht's."

Fünf Sekunden und einen Wupp später war der Sack auf dem Wagen und David deutlich sichtbar erleichtert.

"Danke!"
"Kein Ding!"

Muttern atmete tief ein, während Vatern offenbar seine gesteigerte Faszination an Schläuchen, Muffen und Schraubverbindern entdeckt hatte. Ich sah die sich noch in Positur werfende Mutter an und verkündete ihr entspannt und völlig laid back die erste fundamentale Erkenntnis des Tages:

"Keine Ursache. Gern geschehen."

Okay, das war vielleicht etwas steil, aber ey, mal ehrlich. Ich drehte mich um, gab dem Jungen einen aufmunternden Klopfer auf die Schulter und ging zurück zum Tresen. Muttern hatte sich offenbar aus ihrer Schockstarre befreit und hob an zum Protestgesang der Sirenen, erster Akt, Auftritt der Diva. Was mir denn einfiele. Ihr Sohn. Ihre Erziehung. Und überhaupt. Wer ich überhaupt sei. Und sowieso. Und außerdem. Die Geschäftsleitung. Das würde Konsequenzen haben.

Ich hob eine Augenbraue und drückte wortlos den Serviceknopf. Muttern atmete durch und schaltete mindestens zwei Gänge hoch. Wenn SIE ihrem Sohn sage, ER solle das machen, dann habe sich NIEMAND da einzumischen, erstrecht nicht so ein dahergelaufener Typ wie ich.

"Erstens: Gegen Aufregung hilft Baldrian. Gibt's da hinten. Gegen Dummheit Dachlatten. Liegen daneben. Zweitens: Ich stand hier."

Sie war verwirrt und versuchte das von ihr vorgetragene Lamento und meine Erwiderung irgendwie in Zusammenhang zu bringen.

"Ich bin nicht 'dahergelaufen'. Ich stand hier."

half ich ihr auf die Sprünge.

"Werd mal nicht frech! Entschuldige Dich jetzt gefälligst und dann verschwinde aus diesem Geschäft."

"Du"? Sie und ich hatten schon zusammen im Graben gelegen oder Schweine gehütet? Mein Langzeitgedächtnis hob entschuldigend die Schultern und verwies auf eine erschreckend lange und an bemerkenswert vielen Stellen geschwärzte Liste erfolgreicher Partynächte.

"Ähm... Nö?"
"Ich sagte gerade..."

Es reichte mir. Eigentlich wollte ich nur Unkraut-Ex haben, aber scheinbar gabs hier auch noch gratis Comedy dazu - nur leider schlechte.

"Es ist mir scheißegal was Sie sagten. Es interessiert mich nicht, ob Sie in den Wechseljahren sind, im Lotto gewonnen haben, Ihr Vibrator verreckt ist oder ob Sie das geilere Auto als Ihr Nachbar fahren. Der Junge brauchte Hilfe, ich habe ihm geholfen. Ende der Geschichte. Wenn Sie daraus einen abendfüllenden Film machen wollen, bitte sehr. Sie haben irgendwo da hinten jemanden stehen, an dem Sie nachher, wie gewohnt, Ihren Frust auslassen können, aber bitte machen Sie sich jetzt nicht hier vor Ihrem Sohn, den Leuten und mir zum Horst."

Inzwischen hatten sich links und rechts andere Kunden versammelt, die das gesamte Geschehen mitverfolgt hatten und den Höhepunkt des Schauspiels aus nächster Nähe miterleben wollten. Auch hier zeigte sich mal wieder, dass sich Neugierde und Evolution gegenseitig zu begünstigen scheinen.

Bestätigend nickend sah man von mir zu Muttern, in Erwartung ihres nächsten Einsatzes. Ich lehnte mich entspannt gegen den Tresen, lächelte sie freundlich an und musterte Sie. Sie tat dasselbe, nur deutlich weniger entspannt, ohne Lächeln und ohne Tresen. Irgendein Teil eines evolutionär sehr, sehr alten Bereichs ihres Gehirns sagte ihr: "Nicht! Lass es! Der will ganz bestimmt nicht spielen!"

"Sie...!"

stieß sie hervor. Weiter kam sie nicht, denn ich fiel ihr ins Wort. Ich hatte inzwischen echt Hals.

"Ja, ich. Und wenn David nochmal Hilfe braucht, werde ich ihm wieder helfen. Und wenn Sie Hilfe brauchen, werde ich auch Ihnen helfen, sogar Ihrem ..."

Ich warf einen vielsagenden Blick an ihr vorbei in die Tiefen des Baumarktes, auf den sichtlich begeistert und in sich selbst versunken in Teichpflanzen wühlenden Gatten

"...Mann. Wenn Sie allerdings nicht unterscheiden können zwischen 'Ihrem Kind wird geholfen' und 'Einmischung in Ihre Erziehung', sollten Sie sich vielleicht mal fragen, was bei Ihnen schiefläuft. Sie können natürlich auch einfach nur entspannt durchatmen, danke sagen, weitergehen und den Rest des Tages genießen."

Ihre Hautfarbe nahm imposante Schattierungen an, was mich interessiert über ihren Blutdruck spekulieren ließ. Aus dem Nichts war ihr Mann aufgetaucht. Besorgt beugte er sich von hinten über ihre Schulter und meinte "Schatz? Wollen..." Weiter kam er nicht. Wie von der Tarantel gestochen wirbelte sie herum und föhnte ihn in einer selbst mich ehrlich beeindruckenden Kombination aus Frustration, Lautstärke, Vehemenz und entfesselter Wut aus kürzester Entfernung an.

"Warum hast Du keine Eier? Warum bist Du so ein gottverdammter Waschlappen? Warum kann der da mir in drei Sätzen erklären, warum er ein Mann ist und Du nicht? ES KOTZT MICH SO DERMAßEN AN!"

...und stiefelte, verzweifelt um einen Rest an Haltung bemüht, an mir vorbei. Deutlich näher als notwendig und mit deutlich weniger wütendem, dafür umso längerem Seitenblick in meine Richtung als der Ausbruch hätte erwarten lassen. Sichtlich eingeschüchtert stapfte Vatern mit dem Einkaufswagen hinterher. David wollte folgen, blieb dann aber stehen und drehte sich zu mir um.

"Sind alle Eltern so scheiße?"
"Keine Sorge, das wird schon. Irgendwann."

Introducing: Jochen und Marianne

Ein sehr nachdenklicher Teenager machte sich auf die Suche nach seinen eskalierenden Eltern, während ich mal wieder den Serviceknopf drücke. Während ich noch - nicht weniger nachdenklich - dem Jungen hinterher sah, erschien "Jochen" in meinem Blickfeld. Ob "Jochen" wirklich so hieß, weiß ich natürlich nicht.

Jochen war Mitte bis Ende 30, ungefähr eine Handbreit kürzer als ich, dafür aber deutlich untersetzt. Mit seiner bemerkenswerten und ganz bestimmt künstlich schwarz gefärbten Kombination aus Afro-Frisur und Vokuhila erregte er mühelos meine Neugierde, doch erstens war die rein akademischer Natur und zweitens war die Gesamterscheinung... äh... Nein. Die kunstlederne Bikerhose, die er trug, war okay. Auch der deutliche Bauch war jetzt nicht schlimm. Schöner wäre aber vielleicht gewesen, wenn sein schwarzes T-Shirt nicht knapp 10 Zentimeter zu kurz gewesen wäre. Was mich aber dann doch endgültig aus dem Konzept brachte, waren die schwarzen Gummistiefel. Hässlich war Jochen nicht, nur irgendwie... schräg.

Jochen hatte offenbar die Episode mit den Müllers mitbekommen. Mit kaum verborgenem Interesse schlich er um mich und den Tresen herum und musterte mich in unbeobachtet geglaubten Momenten immer wieder mit stechendem Blick. Eine andere Kundin, ich nenne sie mal Marianne, sprach mich an. Ob ich schon einen Mitarbeiter gesehen hätte. Klar, gesehen hatte ich schon. Nur gebracht hatte das bis jetzt nichts. Ob ich denn schon den Knopf gedrückt hätte. Marianne ging zum Knopf und stellte fest:

"Oh, der leuchtet ja schon."

Achwas?

Jochen hatte sich strategisch günstig postiert, um mich "unauffällig" beobachten zu können, während er sich intensiv minutenlang mit einer violetten Orchidee beschäftigte. Marianne verwickelte mich in ein Grundsatzgespräch. Ob ich auch ein Ungezieferproblem im Garten hätte. Das konnte ich verneinen. Gut, Nacktschnecken und Ameisen. Aber die haben wir im Griff. Marianne dagegen hatte Schildläuse. Und irgendwelche Raupen. Und Blattläuse. Und Ameisen. Und Schnecken. Marianne war echt gestraft.

Ich erzählte Marianne von meinem Löwenzahn und Marianne war sichtlich schockiert. Das Zeug hätte nichts gebracht? Bei ihr wäre nach Einsatz dieses Zeugs ja alles weg gewesen. Jochen hatte inzwischen das Interesse an der violetten Orchidee verloren und beschäftigte sich wenige Meter weiter links mit Blumentöpfen, die auf jeden Fall in genau dem Augenblick das Allerwichtigste auf der Welt waren, als ich ihn dort entdeckte. Langsam wurde mir der Kerl doch etwas unheimlich.

Marianne erzählte mir irgendetwas von Rosen und wie wählerisch und empfindlich die doch wären und was man da nicht alles tun müsse, um die erfolgreich zu vermehren. Ich gebe offen zu, dass es wenig gab, was mich weniger interessierte, als Theorien über die Aufzucht und Hege von Rosen. Aber sei es drum, es war eh kein Verkaufspersonal anwesend und ganz ehrlich? Bei der Wahl zwischen Jochen und Marianne gewann Marianne mit einigen Lichtjahren Vorsprung.

Offenbar fühlte sich Jochen durch meinen zufälligen Blick in seine Richtung motiviert. Während ich mit Marianne weiter Smalltalk über Rosen und das Fernbleiben von Verkaufspersonal in diesem Laden betrieb, wechselte Jochen an das uns gegenüberliegende Ende des Tresens und war ja sowas von intensiv fasziniert von den dort ausliegenden Prospekten. Ich drückte, inständig auf das Erscheinen irgendeines Verkäufers hoffend, mal wieder den Serviceknopf.

Marianne und ich setzten den Exkurs über Rosen und (inzwischen) Schädlinge fort. Offenbar gibt es mehr Rosenkrankheiten als Kinderkrankheiten und die Verlockung für Schädlinge scheint ebenfalls mindestens "gigantisch" zu sein. Ständig wegen allem krank und von mehr Schädlingen überrannt, als ich wusste, dass es die überhaupt gibt, fragte ich mich mittlerweile, ob sich Rosen nicht eigentlich schon seit mindestens 500 Jahren hartnäckig darum bemühen, aus dem Genpool entfernt zu werden. Offenbar war es nur der Beharrlichkeit von Menschen wie Marianne zu verdanken, dass es überhaupt noch Rosen gab.

Mariannes Erzählungen nachhängend, sah ich zur Seite und starrte aus knapp 50 Zentimetern Entfernung in Jochens Gesicht. Deutete er etwa einen Kussmund an?! Scheiße hab ich mich verjagt. Jochen sich offenbar auch, hatte er doch nicht erwartet, dass ich ihn bemerken würde. Ich rückte unfreiwillig etwas näher an Marianne heran und war schlagartig megamäßig interessiert an ihren Erzählungen über die Probleme ihrer aus irgendeinem englischen Landgut importierten Luxusrose, die einfach nicht so wollte, wie sie eigentlich sollte.

Marianne verstand mein Interesse offenbar grundlegend falsch und ließ gekonnt beiläufig nebenbei fallen, dass ihr geschiedener Exmann ja so gar kein Interesse an Blumen gehabt hatte. Bei diesem schönen Wetter könnte "man" doch bestimmt einen schönen Abend im Garten... Erster Angstschweiß trat mir auf die Stirn. Jochen hatte sich wieder zu seiner violetten Orchidee begeben, und musterte mich mit leicht beleidigtem Blick und etwas, dass ein Schmollmund gewesen sein könnte, wenn ich auch nur ansatzweise bereit wäre, das so zu interpretieren.

Mein Hals wurde trocken. Help? Anybody?

Service, PLEASE!

Kurz bevor ich mir dachte, dass es bestimmt noch andere Läden gibt und panisch die Flucht ergriff, kam der ältere Verkäufer von vorhin wieder und bemannte den verwaisten Tresen. Angesichts der inzwischen größeren Gruppe Leute am Tresen wurde ihm klar, dass wir nicht zum Spaß da standen. Voller Unschuld fragt er alle anderen, wer denn jetzt dran wäre. In bemerkenswerter Synchronisation zeigten alle gleichzeitig auf mich. Meine Erleichterung war unbeschreiblich.

"Ja?"
"Ich hab ein Problem. Ich hab hier vor drei Wochen diese Dünger-Unkraut-Ex Kombination gekauft und nach Anleitung angewendet. Der Dünger ist auch total toll und der Rasen findet den auch super, nur das Unkraut ist vollkommen unbeeindruckt und wächst und gedeiht."
"Öh..."
"Großflächig Löwenzahn, Gänseblümchen, Hahnenfuß, bisschen Moos und sowas.
"Ah."

Er drehte sich um zum Schrank, griff sich einen überraschend übersichtlich dimensionierten Karton, stellt den auf den Tresen.

"Dann nehmen Sie mal das."

Und wandte sich Marianne zu, die ihn prompt vom Tresen weg in die Tiefen des Baumarktes entführte. Ich war spürbar erleichtert und musterte neugierig den Karton. Selber Hersteller, wie das andere Zeug, selbe Inhaltsstoffe, nur ohne Dünger. Ich fühlte mich marginal verarscht. Samma... Vor Jochen flüchtend, mache ich mich hektisch direkt auf die Suche nach dem erstbesten Verkaufsmenschen oder einem Notausgang.

Keine fünf Meter weiter lief ich exakt jener Verkäuferin in die Arme, die mir das Zeug mit dem Dünger verkauft hatte. Ha! Volltreffer! Ich erklärte ihr die Lage und mein Problem. Also das zu Hause im Garten. Alle anderen würde sie mir nicht glauben.

"Das hat nicht geholfen?"
"Nein?"
"Ich könnte morgen mal beim Hersteller anrufen und die fragen, was die empfehlen..."
"Das andere Zeugs hat nicht gewirkt. Das hier..."

...ich hielt ihr den kleinen Karton unter die Nase...

"...ist im Prinzip dasselbe in grün, nur ohne Dünger. Wollen wir Wetten darüber abschließen, wie gut das hier helfen wird, oder geben Sie mir jetzt gleich das nächst wirksamere Mittel?"
"Stimmt auch wieder."

Sie nahm mir den Karton weg, griff in den Schrank und holte eine freundlich signalgrüne Flasche mit einladend roter Schrift aus dem Schrank.

"Wenn DAS nicht hilft... ich kenne jemanden mit einem Bagger...

Sie verkaufte mir noch eine Spritzpumpe und riet mir eindringlich, mich bei dem Zeug unbedingt so exakt wie möglich an die Bedienungsanweisung zu halten. Ich sicherte ihr das zu, hetzte sie Jochen auf den Hals ("Der wartet schon so lange und interessiert sich sehr für Orchideen") und flüchtete zur Kasse. Auf dem Weg dorthin las ich interessiert die Rückseite der Pulle und lief einer erfreuten Marianne quasi in die Arme. Nein so ein Zufall. Ja, unfassbar. Ha. Ha. Ob sie denn alles gefunden hätte. Hatte sie. Und noch so viel Interessantes mehr...

Panik stieg in mir auf. Ich musste hier raus. Dringend! Freundlich und in der von mir gewohnt eleganten Art zog ich mich gekonnt aus der Affäre.

"Verdammt, viel zu spät geworden. Entschuldige, aber ich muss echt los. Meine Frau wartet schon. Mach's gut!"

Gesagt, umgedreht und nichts wie weg. Die Umgebungstemperatur fiel spontan um bemerkenswerte 400°C und ich rechnete ernsthaft jeden Augenblick mit an mir vorbeifliegenden Äxten, Blumenpötten oder auch einfach nur lautem Geschrei. Aber nichts dergleichen geschah. An der Kasse wartend las ich schließlich den entscheidenden Satz der Bedienungsanleitung vom Unkrautbeseitiger:

"Mindestens drei Tage vor und vier Tage nach Anwendung den Rasen nicht mähen."

Prima. Es gibt bis zur Fortsetzung dieses Experiments wenigstens noch etwas Vorlauf...

Montag, 22. März 2010

Die Wüste lebt

[Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Sven "DeichShaf" Wagner]

Vor mehreren Wochen versprach ich unserem Alphatapir einen Aufsatz über das Thema Service. Meine Erfahrungen damals - vor allem meinen Frust - wollte ich mir gerne von der Seele schreiben.

Ich fing also damit an, mir einen Text aus den Fingern zu saugen, der ein möglichst objektives Bild der Situation wiedergibt. Natürlich mit allen Höhen und Tiefen. Bereits beim Schreiben überkamen mich erste Zweifel: Konnte dieser Ansatz richtig sein? Ich verwarf den bis dahin geschriebenen Text und begann von vorne. Der zweite Versuch sollte die Servicelandschaft in Deutschland nicht nur aus meiner Sicht darstellen sondern auch das, was andere davon wahrnehmen.

Unschwer ist zu erraten, dass auch dieser Versuch zum Scheitern verurteilt war: Zu wenige Leute waren Willens, sich darüber mal objektive Gedanken zu machen. Die meisten waren voreingenommen - entweder durch entsprechende berufliche Tätigkeit oder aber durch einseitige Erfahrungen.

Und so blieb mir nichts anderes übrig, als auch diesen Ansatz zu beerdigen. Ich griff also auf das zurück, was sich häufiger schon als richtig herausgestellt hatte: Eine zwar gefärbte aber dennoch um Objektivität bemühte Schilderung meiner ureigensten Erfahrungen und Gedanken zu diesem Thema...

Die Wüste lebt.

Dem einen oder anderen ist mit Blick auf Dienstleistungen aller Couleur schon aufgefallen, dass einem bisweilen erfreuliche Dinge widerfahren, während an anderer Stelle einfach Murphys Law zuschlägt - in vollem Umfang. Die Wüste lebt also - und das tut sie, weil es Oasen in der ansonsten trostlosen Landschaft gibt.

Der Service, tja - Service - das ist in Deutschland noch weitgehend ein falsch verstandenes Fremdwort. Service heißt, dass ein Kunde zu dem erhoben wird, was er ist: Die eigene Daseinsberechtigung. Service heißt aber nicht die entwürdigende Darbietung einer beispiellosen Arschkriecherei, wie sie vielfach praktiziert wird. Service heißt gleichfalls auch nicht, dass man einem Kunden Freundlichkeit und Zuvorkommen heuchelt, während er einem am Ende egal ist.

Als leuchtendes Negativbeispiel der jüngeren Vergangenheit möchte ich einen Telefonanbieter aufführen. Die Hansenet Telekommunikation, dem einen oder anderen mit dem Produkt "Alice" sicher nicht unbekannt.

Bekannte hatten Probleme mit dem ISDN-Anschluss, ein Mitarbeiter von Alice stellte nach einer Störungsmeldung bei einer Messung einen Leitungsfehler fest und ein Technikertermin wurde anberaumt. Doch der Techniker erschien nicht zum genannten Termin. Es folgte auch kein Anruf. Erst als man selber tätig wurde, kam wieder Bewegung in die Sache. Im Ganzen waren es drei avisierte Technikerbesuche, bis überhaupt jemand kam - und elf Tage sind alles andere als eine annehmbare Zeitspanne, um einen unbenutzbaren Telefonanschluss wieder nutzbar zu machen.

Die Mitarbeiter dort sind meist freundlich und sichtlich bemüht, Kunden zu helfen - doch sind sie in ihren Befugnissen derartig kastriert, dass sie quasi handlungsunfähig sind, sobald ein Problem leicht von Schema-F abweicht.

Es gibt in jedem Callcenter auch Leute, die mal einen schlechten Tag haben. Doch wenn man einfach auflegt oder dem Kunden pampige Antworten gibt, trägt das auch nicht zu einem Imagegewinn bei. So geschehen bei meinem schließlich vollzogenen Wechsel zur Telekom - eine Änderungsmitteilung, die mich wissen ließ, dass zu einem bestimmten Termin etwas geändert wird - bloß nicht *was* denn geändert werde, war hier Stein des Anstoßes: Ich wollte wissen, was denn nun alles geändert wird, und da auf meine Mails nicht adäquat reagiert wurde, rief ich an. Der Mitarbeiter erklärte mir auch den Änderungsumfang, doch mein Verlangen nach einer schriftlichen Ausfertigung seiner Ausführungen war er nicht bereit oder nicht in der Lage zu erfüllen. Nicht nur aus meiner Sicht ein klarer Vertragsverstoß, wo es doch in den AGB eindeutig heißt, dass es der Schriftform bedarf, wenn es um Änderungen geht.

Hier wird das letzte Wort noch nicht gesprochen sein und wohl leider von einem Richter gesprochen werden müssen...

Diese Starrheit und der Mangel an Kompetenzzugeständnissen an Mitarbeiter ist ein echtes Problem. Es kann nur nach Schema-F verfahren werden, selbst wenn Mitarbeiter das gerne anders wollen. Jeder, der schon einmal Schriftverkehr mit eBay hatte, wird das bestätigen können...

Anders sieht es dagegen bei der Telekom aus. Ausgerechnet in dem Unternehmen, dem man nachsagt es sei der Inbegriff und quasi das Sinnbild für schlechten Service, wird einem als Kunde mittlerweile ein Service gedungen, der deutlich über das hinaus geht, was andere Anbieter leisten.

Es sind dabei nicht die kostenfreien Rufnummern, die das Bild positiv beeinflussen. So etwas wie Service darf ruhig etwas kosten. Nein, die weitreichenden Kompetenzen und Befugnisse der Mitarbeiter sind es, die mich fasziniert haben: Ein einziger Mitarbeiter kann den Auftragsstatus einsehen, Änderungen vornehmen, technische Fragen beantworten und Störungen entgegen nehmen. Und wo er das nicht kann, wird man kurzerhand weiterverbunden.

Anstatt aber dem neuen Gesprächspartner seine Litanei erneut vortragen zu müssen, ist dieser bereits im Bilde oder muss nur kurz die Stichworte erfassen und weiß dann, worum es geht.

Als Beispiel: Ich erteilte den Auftrag für VDSL50, zugleich für einen Telefonanschluss und schließlich für die Portierung meiner Rufnummer von Alice zur Telekom. Die Telekom übernimmt dabei - branchenüblich - Namens und mit Vollmacht des Rufnummerninhabers die Kündigung beim vorigen Anbieter. Während sich Alice in vornehmes Schweigen darüber hüllte, wann denn nun der Anschluss abgeschaltet würde, wurde ich von der Telekom stets auf dem Laufenden gehalten. Auch wurde mir von Anfang an klar gesagt, wann welche Leistung wie geschaltet werden würde. Lediglich eine Formalie war, dass auf der Auftragsbestätigung eine Gutschrift für den Wechsel nicht erwähnt wurde.

Ein Anruf bei der Hotline und die Sache ist geklärt, zwei Tage später gabs das noch mal schriftlich und es hatte sich. Nach der Schaltung des Anschlusses ein technisches Problem - und um es gleich zu sagen: Selbstverschuldet und durch falsche Prämissen hervorgerufen - doppelte Einwahl geht eben nicht bei TDSL und ein verkonfigurierter Speedport-Router ist eben auch für affines Volk manchmal eine harte Nuss :). Doch ein Anruf bei der Hotline brachte hier problem- und kostenlos Klärung. Und das obwohl es eigentlich um ein Endgerät ging, für das eine völlig andere (und nebenbei bemerkt kostenpflichtige) Hotline zuständig wäre.

Es gibt viele interessante Beispiele wie man es nicht macht. Dieter Nuhr hat 1998 in seinem Programm "Nuhr nach vorn" recht amüsant beschrieben, was ihn an der Servicewüste fasziniert und nervt. Wenn man bei Anrufen einen kilometerlangen Sermon vorgetragen bekommt, bei dem man einen Kaffee trinken gehen kann, bevor die Begrüßungsfloskel komplett ist, möchte man am liebsten schon nach dem "...was kann ich für Sie tun?" rufen "Die Fresse halten und zuhören!" In der Tat fällt auf, dass in bestimmten Bereichen ein falsches Verständnis davon herrscht, was ein Kunde will, wenn er anruft.

Wenn ich bei Firma XYZ anrufe, dann deshalb, weil ich diese Nummer irgendwo her habe, wo ebendiese Firma als am ehesten in Frage kommendes Unternehmen für mein Anliegen zu finden war. Mit anderen Worten: Ich weiß bereits vorher grob, was diese Firma macht. Da will ich nicht bei der Begrüßung am Telefon von meinem Klempner erzählt bekommen, was er alles machen kann. Dazu habe ich einen Mund, kann Fragen stellen und dann darauf hoffen, dass mein Gegenüber so pfiffig ist und mit einem freundlichen "Ja" oder "Nein" antwortet.

Auch vor Ort ist der Service sehr unterschiedlich. Ich gehe, weil es sich nicht vermeiden lässt, gelegentlich einkaufen. Experten empfehlen eine geregelte Nachrungsaufnahme und die lässt sich kostengünstiger über die Nahrungsbeschaffung in den örtlichen Grundversorgungspunkten, vulgo Supermärkten realisieren.

Es gibt Läden, in denen herrscht so eine drückende Enge in einigen Filialen (gelbe Schrift, roter Grund, den Rest denke man sich selbst), dass dort keine zwei Einkaufswagen aneinander vorbei passen. Entprechend trägt der jeweilige Filialleiter dem auch Rechnung: Es gibt überhaupt nur ein handvoll Einkaufswagen. Die dort arbeitenden Leute zeigen einem meist ein teilnahmsloses Gesicht und ein umfassendes Desinteresse an den Wünschen der Kunden - mit viel Wohlwollen kann man noch von Apathie sprechen, doch "böswillige Folgsamkeit" trifft es bei einigen eher. Vereinzelt begegnen einem Menschen, die einem derartig herabgezogene Mundwinkel zeigen, dass dagegen spätgothische Torbögen geradezu eine waagerechte Linien bilden.

Man erkennt schon recht eindeutig, dass das Arbeitsklima für wenig Begeisterung sorgt - und die wird, ganz stilgerecht, 1:1 an die Kunden weitergegeben. Frei nach dem Motto "Wenn ich schon keinen Spaß hier haben darf, dann soll auch kein anderer hier welchen haben dürfen". Das betrifft nicht alle Filialen, aber es fällt auf, dass in anderen Supermärkten, in denen es etwas großflächiger zugeht, zwar eine ebenfalls geschäftige, aber wenigstens nicht unfreundliche Atmosphäre herrscht.

Interessant übrigens in dem Zusammenhang die Frage: Was frustriert eigentlich mehr: Fehlender Service und fehlende Freundlichkeit, oder vollmundige Versprechen derselben und trotzdem das Fehlen von beidem?

Es gibt Lichtblicke. Es muss sie geben um eine Ausnahme von der Regel zu haben. Und es muss sie geben, weil Firmen Alleinstellungsmerkmale brauchen, um als besser wahrgenommen zu werden. Nur über den Preis kann man heute kaum noch Kunden halten. Trotz der Krise in der wir uns befinden, nehmen Kunden es nicht mehr ohne Murren hin, wenn sie behandelt werden, als wären sie nur ein notwendiges Übel, das man schnell abfertigen muss.

Es tut einem Kunden gut, wenn er etwas Honig um den Bart geschmiert bekommt. Wenn das nur heiße Luft ist, merkt der Kunde das recht schnell. Wenn es aber ernst gemeint ist, merkt der Kunde das auch. Bei solchen Firmen wird ein Kunde wieder kaufen. Er wird sich eher dorthin gezogen fühlen, wo man seine Anliegen ernst nimmt und ihm das Gefühl gibt, dass man sich darum kümmert.

Es gibt nur wenige Bereiche, wo Kunden wissen, dass sie keinen Service brauchen werden und deshalb auf den billigsten Anbieter zurückgreifen. Doch in der Mehrzahl der Fälle schneidet sich eine Firma ins eigene Fleisch, wenn sie den Service vernachlässigt.

Sonntag, 16. März 2008

Aus Prinzip

JustiziaUnter "Servicewüste Deutschland" kann sich jeder etwas vorstellen und so ziemlich jeder kann mindestens ein Beispiel nennen, das illustriert, welche leidvollen Erfahrungen der- oder diejenige in diesem Zusammenhang schon gemacht hat. Angeblich wird diesem Defizit seit Jahren die Stirn geboten und ebenso angeblich hat sich die Situation inzwischen dramatisch verbessert. Stimmt das wirklich?

Gehe ich in die Stadt, finde ich in den meisten Geschäften entweder kein Personal oder solches, das keine Ahnung hat. Treffe ich zu meiner großen Überraschung auf Personal, das wirklich weiß, was es da tut, dann hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit derjenige Laden nur an ungeraden Kalendertagen mit Vokalüberhang geöffnet, vorausgesetzt das Wetter in Thekkady (Indien) korrespondiert mit dem Zustand des Schelfeises vor Kanada. Service geht irgendwie anders und Freundlichkeit? Ich will lieber nicht aus dem Nähkästchen plaudern.

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz in Mainz hat entschieden, dass dieses Prinzip durchaus so richtig ist. Es urteilte (Az. 10 Sa 380/07) nämlich, dass weder Unfreundlichkeit gegenüber dem Kunden, noch schlechte Arbeitsleistungen ausreichende Kündigungsgründe wären, selbst wenn die Kündigung fristgerecht ausgesprochen wird.

Na da sieht man doch wieder wo der Hammer hängt und wie man dieses Land nach vorne bringt...

(Quelle: Focus)

Sonntag, 19. August 2007

Service?

VWG gut ankommenKundendienst und Kundenfreundlichkeit sind zwei Attribute, die irgendwann in den späten 1990er Jahren erfunden wurden. So ca. ab Mitte 2005 wurde die Existenz dieser Begriffe sogar ansatzweise von Handel und Dienstleistungsgewerbe anerkannt und es wurde akzeptiert, dass man unmittelbar vom Sinngehalt dieser Begriffe betroffen sein könnte. Unter Umständen. Sozusagen ausnahmsweise. Es gibt jedoch Unternehmen, die sich auch heute noch hartnäckig dagegen wehren und standhaft auf der Position verharren, dass sie zu gar nichts verpflichtet sind und der Kunde gefälligst die Fresse zu halten und beliebig viel Geld abzudrücken habe - wobei eine Gegenleistung natürlich optional ist und im Idealfall natürlich ersatzlos ausfällt.

Ein solches Unternehmen ist die VWG Oldenburg. Der Betreiber des hiesigen Öffentlichen Personen Nahverkehrs gehört zu den Paradebeispielen der im Geschäftsdenken der frühen 1970er Jahre verbliebenen Unternehmen, für die Kunden in erster Linie Ballast, lästig und vor allen Dingen ein Störfaktor sind. Kundenfreundlichkeit ist für dieses Unternehmen etwas, das in erster Linie anderen Leuten anderswo passiert, zum Beispiel in der Antarktis oder auf dem Mars.

Da wird man zur Verköstigung allerlei interessanter Dinge zu Bekannten eingeladen. In Anbetracht der Wetterlage und der zu erwartenden Getränke erscheint es eine sinnvolle Idee, lieber gleich mit dem Bus zu fahren. Man lernt ja dazu, darum zeigen dutzende unfreundlichste Ausfälle des Fahrpersonals langsam Wirkung: Statt die ausgehängten Fahrpläne, die aktuelle Uhrzeit und das Eintreffen eines Busses in einen irgendwie logischen Zusammenhang zu stellen, informiert man sich erst im Internet, ob es nicht irgendwelche kardinalen Ausnahmesituationen gibt, die eine Änderung des Fahrplanes unverzichtbar machen.

Gesagt - getan: Keine Sondermeldungen, keine abweichenden Fahrpläne, alles "wie geplant", was in diesem Fall bedeutet: Um 15:47 Uhr fährt der Bus. Also hopp, hopp Geraffel gegriffen und los. Deutlich rechtzeitig trifft man an der Bushaltestelle ein und das anwesende, ebenfalls wartende Grüppchen verdeutlicht, dass noch kein Bus gefahren sein kann. Wunderbar. Vielleicht hätten mich die mitleidigen Willkommensblicke der Wartenden auf irgendetwas aufmerksam machen sollen?

Die vorgesehene Abfahrtzeit des Busses kommt - und geht auch wieder. Der Bus hingegen nicht. Aus der Vergangenheit an diverse "wir lassen mal diese Linie ausfallen"-Einfälle der VWG gewohnt, folgt der prüfende Blick auf den Fahrplan: Ja es könnte noch ein Bus kommen. In ca. 20 Minuten. Als nach 10 Minuten kein Bus da ist, rufe ich die Servicenummer der VWG an. Natürlich eine 01805-Nummer, damit der Kunde bloß nicht auf die Idee kommt, diese Nummer etwa auch zu benutzen. Ich hingegen wollte das sowieso schon immer mal ausprobieren.

Verbunden wurde ich mit einem Ansagekasper, der mich mit einem weiteren Ansagekasper verbindet. Zugegeben, sehr schnell. Nach nur knapp 30 Sekunden habe ich eine sehr freundliche Mitarbeiterin des Verkehrsverbundes Bremen Niedersachsen an der Strippe. Der erkläre ich, dass in Oldenburg mal wieder keine Busse fahren und bitte um Auskunft, wann sich die VWG denn gnädiger Weise in der Lage sieht, die wartenden Fahrgäste aufzusammeln. Die umstehenden Wartenden grinsen. Die Dame am Telefon ist verwirrt: Wieso Oldenburg?

Ich kläre sie auf. Hier an den Haltestellen hängen so Plakate. Mit Informationen zum Kun-Den-Dienst der VWG. Und da steht "Wenn sie Fragen haben, dann rufen sie uns an" und dann eben diese 01805-Nummer. Die Dame versteht. Das wiederum finde ich schon mal richtig toll, denn es ist ja Sonntagnachmittag und da ist die Option "Begreifen komplizierter Sachverhalte" nicht immer sofort bei jedem aktiviert. Jedenfalls erfragt sie wo ich denn genau sei und seit wann und so. Ich informierte sie. Sie las mir den Fahrplan vor, den ich bereits kannte.

Schließlich fasst sie zusammen: "Also der Bus um 47 ist nicht gekommen." Ich bestätige. Ein anderer Wartender Fahrgast in Spé informiert mich, dass der Bus um halb auch schon nicht gekommen sei. Ich gebe auch das an die Dame weiter. Sie tippt eifrig und informiert mich, dass ja laut Fahrplan "bald" wieder ein Bus kommen müsste. "Genau!" entgegne ich. "Es müsste einer kommen, nur der um Halb und der um 47 hätten auch kommen müssen. Eigentlich." Sie stimmt mir zu.

Was dann kommt, lässt mich fast aus den Latschen kippen: Sie wisse jetzt auch nicht so genau, was sie tun solle. Ihr Kollege hätte vorhin auch schon in der Leitstelle in Oldenburg angerufen und versucht etwas zu erfahren, der sei einfach weggedrückt worden. Man nehme hier auch nur die Anrufe entgegen, aber wirklich etwas machen könne und dürfe man gar nicht. Trotzdem wollte sie gerne für mich noch mal bei der Leitstelle nachfragen. Sie versprach Rückruf.

Wenige Minuten später, ich konnte es kaum fassen, rief mich die Dame tatsächlich zurück. Die Leitstelle meinte, so die Dame am Telefon, in Oldenburg sei gerade irrsinnig viel los und die Busse wären wegen eines Schützenfestes alle aufgehalten worden und hätten jetzt 15 Minuten Verspätung. Es war mittlerweile 15:55 Uhr. Ich überschlug: 15:30 plus 15 Minuten ergibt 15:45. Ich fragte nach: "15 Minuten?" Sie bestätigte: "Ja, 15 Minuten." Ich fragte sie nach der Uhrzeit. "15:55 Uhr" erwiderte die Dame. Ich fragte sie ganz konkret: "Weil die Busse 15 Minuten Verspätung haben, ist um 5 Minuten vor vier der Bus noch nicht da, der um halb vier hätte hier sein sollen?"

Sie stutzte. Ja also sie könne da jetzt auch nichts machen und mir auch nur sagen, was ihr die Leitstelle in Oldenburg gesagt hätte und es sei inzwischen auch beim VBN gut bekannt, dass die Mitarbeiter dort eher nicht freundlich und schon gar nicht auskunftswillig wären. Sie werde das jetzt alles notieren und weitergeben, aber mehr könne sie halt nicht tun. Ich fragte sie, was wir Wartenden denn jetzt davon zu halten hätten. Sie meinte, sie wisse selber, dass das wenig hilfreich sei, aber sie könne halt nichts tun. Vielleicht könnte man sich ja mal unter der Woche an die VWG wenden. Ich fragte sie, ob es soetwas wie eine Stelle für Presse und Öffentlichkeitsarbeit gäbe. Ja, sagte sie, mit der würde ich gerade telefonieren...

Wir beendeten das Gespräch und ich fragte sie, wie man denn darüber denke, wenn das alles in der Presse auftaucht. Sie erwiederte ganz unumwunden: Das sei der VWG scheißegal, denn schließlich interessiert nur, dass die Busse überhaupt irgendwann mal fahren. Ob die pünktlich fahren oder ob die Kunden zufrieden sind oder so, das interessiert niemanden bei diesem Unternehmen. So macht der Slogan der VWG "Gut ankommen" natürlich gleich sehr viel mehr Sinn.

Ach ja. Der Bus, der um zwei Minuten nach vier kommen sollte, kam nur wenige Minuten verspätet. Dafür dann gleich dreifach...

Donnerstag, 26. Juli 2007

Steuern in Bayern

GeldWenn es um das Prinzip geht, dann ist man bei Deutschlands Behörden gerne ganz weit vorne dabei. Diese Prinzipienreiterei hat uns im Ausland berühmt und berüchtigt gemacht. Was sich andere gerne als "Preussische Gründlichkeit" schön reden, wird von denen gerne auch noch als herausragende positive Eigenschaften gelobt. Zu allem Überfluß - man mag es kaum glauben - werden wir darum auch noch beneidet.

Das wäre nicht so schlimm, wenn es nicht in der Natur der Sache läge, dass Menschen trotz aller Gründlichkeit hin und wieder Fehler machen. Wenn wir bei Aldi statt das Müsli einzupacken knapp vorbei greifen und den 87cm LCD Fernseher in den Wagen schubsen, dann ist das vielleicht ärgerlich, weil man hat ja schon drei Stück davon zu Hause und wegen des Müslis jetzt noch mal durch den Laden zu rennen ist ja auch nur nervig. Wenn aber eine Behörde auf Stur schaltet, dann kann das schon mal bitter werden.

In Bayern wird das gerade vom Finanzministerium durchexerziert. Eine selbständige Fachkraft für Zubereitung und Verkauf von Bratprodukten (früher hieß sowas Chefin einer Imbißbude) bekam einen Steuerbescheid. Der Steuerbescheid war etwas ungewöhnlich, denn sie sollte dem Königreich angeblich mehr als zwei Milliarden Schekel schuldig sein. Fällig sofort, versteht sich.

Nun war die Dame auf anhieb nicht in der Größenordnung liquide und sie hielt es auch für etwas vermessen, eine Imbißbude mit einer derart hohen Steuer zu belegen. Darum fragte sie beim zuständigen Finanzamt und sogar dem zuständigen Sachbearbeiter - alleine dafür gebührt ihr das Bundesverdienstkreuz - nach, ob das denn so mit rechten Dingen zu gehen könne. Natürlich kann es! "Das Finanzamt Macht Keine Fehler! Zahle Sie Gefälligst!" so oder ähnlich muss dann wohl die Reaktion ausgefallen sein.

Die Frau darauf hin zum Steuerberater und der sich gedacht "Coole Scheiße! Das gibt Zaster!" Er also einen Einspruch aufgesetzt, der - es gibt da so eine per Gesetz vorgeschriebene Gebührenordnung - Geld kostet. Der Preis dieses Zettels mit ein paar Zeilen Text drauf richtet sich nach dem Streitwert und der liegt bei jenseits der zwei Milliarden. Entsprechend kostet der Zettel - allerdings inklusive Porto - im Sonderangebot nur noch etwas mehr als 2,5 Millionen Kaurimuscheln.

Noch immer etwas heftig für unsere professionelle Bratgerätschwenkerin. Das Finanzamt sah sich ob des boßhaften Schreibens aus dem niederen Volke so rein gar nicht belustigt und tat, was so eine Behörde besonders gut kann: Man stellte sich taub. Zwei Milliarden Steuereinnahmen sind schließlich keine Summe, auf die man freiwillig verzichtet! Millionen hungriger Staatsbediensteter wollen schließlich ernährt werden und des Königs Altenteil muss ja auch finanziert werden.

So sah sich die Herrscherin über Grill, Currywurst und Jägerschnitzel genötigt, vor Gericht zu ziehen. Da allerdings will man auch gerne ein paar Dukaten sehen. Im Voraus. Prozeßkosten und so. Das war so viel, dass die Dame ihre Forderungen an zwei Anwälte abtrat, die jetzt an ihrer Stelle vor Gericht mit dem königlich bayrischen Finanzministerium in die Schranken ziehen werden.

Das Gericht schlug neulich dann mal vor, man könnte sich ja auf einen Schadensersatz für die Dame einigen. So 10.000 Ningi wären vielleicht angemessen und dann könnte man die Sache einfach vergessen und sich um wichtigere Themen kümmern. Was weiß denn schon ein Gericht? Der Vergleich kam nicht zu Stande. Empörung macht sich breit in den heiligen Hallen des hochheiligen Finanzministeriums.

Aus den Fenstern der oberen Etagen des elfenbeinernen Turms in jener Region des La-La-Landes, wo der Himmel grundsätzlich eine vollkommen andere Farbe hat als überall sonst, ertönt die Schelte, dass das Verhalten des Steuerberaters sehr fragwürdig sei. Eindeutig habe man zugesichert, dass die hoheitlichen Finanzprofis sich der Änderung des Steuerbescheids "rechtzeitig" annehmen werden. "Rechtzeitig" ist ja nun so eine Sache und Behörden sind auch nicht unbedingt dafür bekannt, dass sie regelmäßig irgendwelche Wettbewerbe im schnellen Bearbeiten von Vorgängen gewinnen. Darum verwundert es niemanden - das Gericht am allerwenigsten - das bis heute der Steuerbescheid nicht widerrufen, korrigiert oder sonst wie aufgehoben wurde.

Wenigstens räumen die königlich bayreischen Schergen ein, dass sie eventuell, aus bestimmten, sicherlich sehr abstrakten, Blickwinkeln, vielleicht doch möglicher Weise teilweise nicht so ganz 100% korrektes Verhalten ein:
"Das Finanzministerium bedauert ausdrücklich, dass sowohl bei der Festsetzung der Umsatzsteuer offensichtlich Fehler gemacht worden sind als auch die Korrektur des Fehlers der Steuerpflichtigen und ihrem Steuerberater nicht schnellstmöglich mitgeteilt wurde."
Als Steuerzahler ist man zu allerlei Dingen verpflichtet, die zum Teil haarsträubend anmuten. Man denke nur an die Pflicht als Privatmensch Rechnungen von Firmen fünf Jahre aufbewahren zu müssen. Bei solchen Fristen verstehen Finanzbehörden gar keinen Spaß. Was hätte der Steuerberater denn tun sollen? Welche Alternative hatte er denn, als fristgerecht Widerspruch einzulegen, als die Aufhebung des Bescheides nicht erfolgte? Auf die Kulanz seiner Mandantin hoffen, dass die ihn nicht in Regress nimmt, wenn die hochwohlgeborenen königlich bayrischen Finanzbüttel zwecks Beitreibung der urkundlich festgesetzten Steuerschuld Haus und Hof pfänden und sie, ihre Sippe und alle Nachbarn mit Leibeigenschaft bis in die achte Generation belegen?

Das Gesetz spricht hier eine eindeutige Sprache. Wer einem Steuerbefehl nicht nachkommt und Kraft eigener Willkür nicht zahlt, dem wird eine Säumnisgebühr aufgebrummt. Die richtet sich nach der Höhe der im Steuerbefehl festgesetzten Steuerschuld. Bei einer Steuerschuld von mehr als zwei Milliarden Golddublonen nicht eben ein Pappenstil, nämlich mehr als zwei Millionen Hinkelsteine. Diese Säumnisgebühr wäre in jedem Fall fällig, egal ob der Steuerbescheid nun rechtens oder richtig war oder eben nicht. Wohl niemand wäre so risikofreudig, sich die Kulanz gegenüber den königlichen Geldzählern zwei Millionen kosten zu lassen.

Der ganze Hokuspokus, der mit tödlicher Sicherheit zum Nachteil des Finanzministeriums des Königreichs Bayern vor Gericht entschieden wird, kostet den Steuerzahler gewaltige Summen. Der Brief des Steuerberaters kostet in jedem Fall seine zwei Mille. Auch die beiden Anwälte, die das Finanzministerium vor den Kadi gezerrt haben, werden einige Kohle sehen wollen, denn ihre Gebühren errechnen sich auch aus einer gesetzlich vorgeschriebenen Gebührenordnung, in der der Streitwert eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Die Gerichtskosten errechnen sich auch aus dem Streitwert und werden ebenfalls vom Gesetz vorgeschreiben. Diverse Millionen Euro Steuergeld werden hier zum Fenster raus geworfen, weil man im Königreich Bayern der Meinung ist, dass die königlich hoheitlichen Reichsbeamten keine Fehler machen und gesunder Menschenverstand nur anderen passiert.

Ich bin der Meinung, schon alleine dafür gehört Bayern pauschal eingezäunt.

(Quelle: dpa)

Freitag, 4. August 2006

Bahnfahren (2)

BahnNeulich noch hieß es, dass man in den Zügen Bahn keine Tickets mehr kaufen kann. Stattdessen müssten interessierte Bahnfahrer versuchen, diese auf jeden Fall vorher am Schalter oder - für die ganz Mutigen - am Automaten zu erwerben. Ohne Ticket in der Bahn erwischt zu werden kostet den doppelten Fahrpreis (mindestens 40 Euro). Nun hat sich die Bahn wohl überlegt, dass das so wohl doch etwas sehr auffällige Geldschneiderei wäre, denn schließlich kann man ja im Bus auch nach dem Einsteigen Tickets kaufen.

Damit die Bahn aber doch noch zu ihrem "Bonusgeschäft" kommt, hat man sich überlegt, dass man ja noch über den Umweg der Zahlweise locker Geld einstreichen kann. Im Detail hat man sich bei der Bahn jetzt zwar dazu durchgerungen dem Kunden auch nach dem Einsteigen in den Zug Tickets zu verkaufen, aber er kann diese NICHT per EC-Karte und schon gar nicht per EC-Karte plus Unterschrift bezahlen. Laut der Bahn sei das Bezahlen per EC-Karte und PIN aus "technischen Gründen" im Zug nicht möglich und das Verfahren EC-Karte plus Unterschrift zu unsicher. Kreditkarten hingegen würden problemlos akzeptiert.

Damit Inhaber von EC-Karten aber trotzdem ihr Ticket bezahlen können, eröffnet man diesen den Weg der nachträglichen Bezahlung. Da dieser Kunde aber nach Ansicht der Bahn faktisch ein Schwarzfahrer ist, wird - wie oben beschrieben - unter Umständen ein deutlich höherer Fahrpreis fällig. Zusätzölich sind bei diesem Verfahren die Boni der "Bahncard" offenbar nicht anwendbar, was das Fahren mit der Bahn zusätzlich attraktiv gestaltet.

Wenn es ein Beispiel für ein mieserables Verhältnis zwischen Anbieter und Kunden gibt, dann ist es die Bahn...

(Quelle: n-tv)

Donnerstag, 27. Juli 2006

Wenn der Postmann dreimal klingelt...

T-Com RouterEs kommt vor, das Ware nicht so geliefert wird, wie Kunde sich das denkt. Mal stimmt die Größe nicht, mal die Farbe, manchmal ist es zu klein oder zu wenig und in seltenen Fällen ist es zu viel. Gerade die letzte Option traf für Katharina N. aus Drabenderhöhe zu, die sich einen DSL-Anschluß bei der Telekom bestellt hatte. Zu diesem Anschluß gehörte - im Paketpreis inbegriffen - ein Splitter (ISDN / DSL) und ein Router. EIN Router, wohlbemerkt.

Dienstagmorgen. Die Post liefert ein Paket mit einem Splitter und einem Router. Frau N, glücklich, freut sich und hofft auf das baldige Freischalten des Anschlusses, damit auch sie endlich mit "Highspeed ins Internet" kann. Es kam jedoch ein wenig anders. Statt der Freischaltung kam ersteinmal die Post - zum zweiten Mal - und lieferte ein weiteres Paket. Dieses Mal waren 5 Router in der Lieferung. Frau N. fand das dann doch etwas übertrieben und schickte die Geräte umgehend zurück. Ein Anschluß - ein Router sollte genügen.

Mittwochmorgen. Die Post liefert nicht ein, nicht zwei, sondern fünf weitere Pakete von der Telekom. Inhalt: insgesamt fünfzig Router. Auch diese Geräte schickte Frau N. zurück, fühlte sie sich doch etwas überfordert mit so vielen Geräten. Die Geschichte könnte jetzt zu ende sein, wenn wir es nicht mit der Telekom zu tun hätten.

Am Nachmittag rollte ein Lkw vors Haus und belieferte die überraschte Frau N. mit weiteren fünf Europaletten voller Router. Insgesamt vierhundertsechsundneunzig Router sollten Frau N. ausgehändigt werden. Leicht entnervt schickte Frau N. auch diese Lieferung zurück. Die angerufene Telekomzentrale konnte den Vorgang auch nicht recht erklären.

Eine Pressesprecherin der T-Com, Gesine Seidel, erklärte den Vorfall:
"Die Panne ist auf einen Bearbeitungsfehler zurück zu führen. Eine Mitarbeiterin hat versehentlich in die Spalte »Anzahl« den Namen des Geräts (Speedport 501) eingetragen"
Wir rechnen: 1 + 5 + 50 + 496 == 552 aber 501 != 552. Irgendwas ist da also nicht so ganz...

...aber wer wird schon so kleinlich sein.

(Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger)