Freitag, 14. Dezember 2007

Überschrift des Tages (47)

Dieses denkwürdige Zitat stammt vom Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr. Der forderte die (zumindest noch) zeitlich begrenzte Aufhebung des durch die Verfassung garantierten Grundrechts auf Demonstrationsfreiheit, damit dem schwächelnden Einzelhandel in dieser durch Preiserhöhungen und Lohnsenkungen eh Umsatzschwachen Weihnachtsphase nicht noch etwa zusätzlich das ohnehin schwache Geschäft zu versauen. Und deshalb, so der Musterdemokrat, dürften Demonstrationen an Adventssamstagen in den Innenstädten nicht mehr genehmigt werden.

Der Mann spricht natürlich aus Erfahrung, fand doch erst am vergangenen Wochenende unter anderem eine Großdemonstration in Berlin statt und störte so den "reibungslosen Weihnachtseinkauf" im Bezirk Mitte. Für den kommenden Samstag sei in der Hamburger Innenstadt sogar eine Großdemonstration angemeldet, bei der sogar Ausschreitungen befürchtet würden. Hier ist für den Verband eine Grenze erreicht, an der die Grundrechte ganz eindeutig hinter den Umsatzbestrebungen des Einzelhandels zurück zu stehen haben. Denn merke:

Es kann besonders in Deutschland sehr wohl sein, dass die Grundrechte der Mehrheit auf Grund der Wünsche einer kleinen Minderheit abgeschafft werden. Oder aber wegen des Geldes. Oder aber wegen allgemeiner Paranoia. Oder aber wegen der Wünsche bestimmter Verbündeter. Oder weil das Wetter gerade schlecht ist. Oder auch einfach nur so.

(Quelle: AFP, danke Abtacha)

1 Kommentar:

  1. Es lebe der Konsum! im Ernst: das ist ein tolles Beispiel, warum mir die Weihnachtszeit mehr und mehr suspekt wird...

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