Samstag, 3. Februar 2007

Lösung, made in Germany

Deutscher RieseIn Nordkorea gibt es seit ziemlich langer Zeit ernsthafte Probleme mit der Ernährung der Einwohner. Die Hungersnot dort hat seit Mitte der 90er Jahre wahrscheinlich 2 Millionen Menschen das Leben gekostet. Seit jeher war Nordkorea auf Nahrungslieferungen aus anderen Ländern angewiesen. Vor einigen Tagen ist in diese Situation eventuell Bewegung gekommen. Hoppelnde Bewegung. Mit Puschelschwanz.

Karl Szmolinsky, ein Mann aus Eberswalde, züchtet seit 44 Jahren "Deutsche Riesen". Diese grauen Kaninchen aus seiner Zucht werden bis zu über 10 Kilo schwer und fast 75 Zentimeter lang - ungefähr so groß wie ein Cockerspaniel. Vor einem Jahr gewann er den Preis auf einer Messe für das größte Kaninchen mit einem 73,6 Zentimeter langem und 10,53 Kilogramm schweren Mümmelmann. Darafuhin bekam er einen etwas unerwarteten Anruf vom örtlichen Bauernverband: Nordkorea ist offenbar an seinen Tieren interessiert. Als Lösung für das Ernährungsproblem.

Vertreter der nordkoreanischen Regierung besuchten Karl Szmolinsky vor einigen Tagen und besichtigten seine Tiere. Offenbar waren sie ziemlich begeistert und nahmen am Ende 4 weibliche und zwei männliche Tiere mit, was wohl der Grundstock für die Zucht dort drüben sein soll. Überschlagsweise können diese sechs Tiere alleine im ersten Jahr zusammen 112 Nachkommen produzieren (jedes Weibchen wirft zwei Mal jährlich zwischen acht und vierzehn Jungtiere.) Jedes ausgewachsene Tier liefert rund sieben Kilogramm Fleisch.

Die Kaninchen zu ernähren, ist anscheinend nicht so das schwerwiegende Problem, wie der Züchter weiß: "Die fressen alles." - Auch Koreaner?

(Quelle: Boston Globe)

1 Kommentar:

  1. war die tierzucht nicht energetisch weniger effektiv als die pflanzen selbst zu essen?

    auch wenn es "allesfresser" sind, aber ich glaube kaum dass sie das schlucken was es dort im übermaß gibt:o

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