Freitag, 24. Februar 2006

Go...wa?

Die Fussball-WM kann ohne Maskottchen so wenig leben, wie der Mensch ohne Luft zum Atmen. Immer wieder werden Designer mit dem prestigeträchtigen und wohl auch recht hochdotierten Ansinnen der Fifa konfrontiert, sich ein zugkräftiges Dingsbums einfallen zu lassen, mit dem man den Fussball-Mega-Event werbewirksam in den Köpfen der Menschen verankern kann. Ein Identifikator wird gesucht. Etwas, das jeder sofort mit der WM in Verbindung setzt, das sofort die Assoziation zu Fussball weckt und so weiter.

Was ist untrennbar mit dem Fussball verbandelt? An was denkt jeder zuerst? Na klar! Ein Löwe! Und welcher Name fällt einem da sofort ein? Naheliegend: "Goleo". Ich frage mich wirklich, was die Werbeleute und Designer heutzutage so alles nehmen. Wie man von Fussball auf Löwen kommt, kann man wahrscheinlich genau so einfach nachvollziehen, wie die Kombination von Elefanten und Fahrradfahren. Oder Eskimos und Paragliding. Oder Olympisches Wettkampfmikado und Bohrinseln.

Jedenfalls wurde "Goleo" als die tollste Erfindung seit geschnitten Brot vorgestellt und die Reaktion war ein vielstimmiges und irgendwie verzweifelt klingendes "Aha?" - Man denke hier an gequälte Gesichter, einfrierendes Lächeln hektisch rechnender Geschäftsleute, die versuchten den finanziellen Schaden zu kalkulieren und in Grenzen zu halten.

Noch gut drei Monate bis zum Anpfiff der WM, die sich bisher durch Highlights wie die Ticketbestellung (Teile alle Deine Daten mit und erlaube uns alles damit zu tun, was wir für richtig halten), Bezahlsystem (Zahle X Euro vorab und verzichte auf alle Ansprüche dieses Geld jemals wieder zu sehen, leider nicht ganz legal), Vergabe (Wir losen nicht nur aus ob Du ein Ticket erhältst, sondern auch welches), Eröffnungsgala (Lass uns doch mal ein paar millionen Euro für eine Gala ausgeben, die wir dann nicht stattfinden lassen), Werberichtlinien (Innerhalb einer Bannmeile von mehreren Kilometern um die WM-Stadien dürfen nur Marken beworben werden, die der Fifa genehm sind, auch in Innenstädten etc.) und natürlich dem Bundeswehreinsatz im Innern (die Tapirherde hatte da schon was zum Thema), Stiftung Warentest und die Stadien (Lange Geschichte...) und eben ein Maskottchen hervorgetan hat, das kein Aas interessiert.

In seiner Verzweiflung hat sich die Fifa Die Financial Times Deutschland hat sich überlegt, dass man ja aus dem Vieh nochwas machen könnte. Getreu dem Motto "pimp my bride" retten was zu retten ist. Die Ergebnisse sind... äh... Gruselig? Langweilig? Peinlich? Ist *DAS* etwa alles, was die Designerelite zu bieten hat?





Wie schlecht ist das denn bitte?

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