Montag, 9. April 2018

Münster und die "politische" Debatte

Die Generalsekretärin der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer will, dass sich die Parteispitze der AfD von Beatrix von Storch distanziert. Die hatte sich nicht entblödet zu behaupten, dass der schreckliche Vorfall in Münster, bei dem zwei Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt wurden, eine natürlich durch den Islam geprägte "Nachahmungstat" war. Das ist übrigens dieselbe Dame, die bereits den Schießbefehl an Deutschlands Grenzen gefordert hat.

Dass der Generalsekretär der CSU, Markus Blume, den Rücktritt der von Storch forderte, folgt zwar dem durch Ralf Stegner (SPD) bereits vorformulierten Gedanken und spricht deshalb durchaus für ihn. Angesichts der aus seiner Partei aber sonst zu hörenden Töne, ist das für mich etwas wenig glaubwürdig. Immerhin stellt er dann auch "nur" auf die Instrumentalisierung des Vorfalls ab und nicht auf den Inhalt.

Unwahrscheinlich, dass die immer auffallend nah an die Nazi-Ideologie herankriechende AfD auch nur einen Deut von ihrer Vize-Chefin abrücken wird. Immerhin ist ihr ein fulminanter Werbecoup gelungen: Die AfD ist mal wieder in aller Munde.

Leider bin ich bin mir ziemlich sicher, dass sich zu viele insgeheim denken "recht hat sie ja schon irgendwie..." Hat sie nicht. Der Täter aus Münster war nicht religiös motiviert. Der Täter hatte keinen Migrationshintergrund. Der Täter hatte keinen "von Gott" diktierten Auftrag. Merke: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Aber im Schrumpfgehirn des rechtsnationalen Verschwörungstheoriegläubigen ist für solche Gedanken kein Platz. Der ist nämlich bereits ausgebucht von der Hoffnung auf das demnächst wiedererwachende reindeutsche Reich, mit seinem biodeutschen Wesen, an dem die Welt genesen soll. Oder so ähnlich.

Ob man den Nazis auch irgendwie die Staatsbürgerschaft entziehen kann?

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen