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Freitag, Dezember 07, 2007

Preisgestaltung

Written by Adger
Kerrygold Irische ButterEs ist nicht lange her, da wurde mir erklärt, dass es unbedingt zwingend notwendig sei, dass ich ab sofort für Lebensmittel sehr viel mehr Geld bezahle. Butter ist da ein tolles Beispiel. Ich mag aus verschiedenen Gründen - meine Abstammung und damit auch ein Stück weit Heimatverbundenheit spielen schon eine gewisse Rolle - irische Butter besonders gerne. Die war nun schon immer etwas teurer, wegen der Steuern und Zölle. Plötzlich war aber die Deutsche Markenbutter, ein Produkt, das ich gerne als Schmierbrikett bezeichne, teurer und alle Welt begann mir meine Butter wegzukaufen. Sauerei.

Jedenfalls inzwischen hat sich das etwas normalisiert und das Deutsche Brikett hat wieder seinen angestammten Platz unter den billigen - ich wähle das Wort bewußt - Produkten eingenommen. Finde ich gut, denn so bleibt mehr für mich. Jedenfalls Butter, so heißt es, sei teuer. Dem kann ich folgen, denn knapp 1,50 Euro pro 250 Gramm Streichfett sind nicht eben wenig. Behauptet wird, dass Butter ein Spitzenprodukt sei und deshalb so teuer sein müsse. Okay, kann sein, nur weiß ich, dass in anderen Ländern die Butter erheblich günstiger ist.

Nun kam ein schwedisches Möbelhaus, das den meisten besonders durch den schier endlosen Bastelspaß im Kreise scheinbar völlig identischer Bretter bekannt ist, die bei korrektem Befolgen einer quadratmetergroßen Aufbauanleitung in fließendem Aramäisch einen Schuhschrank ergeben sollen, auf die Idee, seinen Kunden ein ganz besonderes Geschenk zum Nikolaus zu machen. Jenes Möbelhaus bot seinen Kunden das 250 Gramm Paket Deutsche Markenbutter für sage und schreibe 50 Cents an.

Nun kann man natürlich sagen, dass die ein oder zwei Päckchen halt zu Werbezwecken so günstig waren und die Kette mit Absicht voll draufgezahlt hat, damit der Kunde in den Laden kommt. Aber mal ehrlich: Interessiert mich das, warum irgendein Laden etwas günstig anbietet? Nein, es ist mir - mit Verlaub - vollkommen egal. Und wenn der Händler 50 Euro pro Paket draufzahlt, mich interessiert, was ich bezahle. Und das bringt mich zur entscheidenden Frage.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) geht wegen dieser Aktion richtig ballistisch. Man regt sich fürchterlich auf und macht richtig Welle. Für die deutschen Bauern ist es eine glatte Verhöhnung, wenn ihr wertvolles Produkt und Lebensmittel Butter in solcher Weise abgewertet und verramscht werde, erklärte der stellvertretende DBV-Generalsekretär Adalbert Kienle in Berlin. Der DVB werde Bundeskartellamt und den Deutschen Werberat über die Vorgänge informieren und außerdem den Papst, die Bundeswehr, die CIA, Microsoft und natürlich auch Google und den Mossad einschalten.

Die Aufregung verstehe ich nicht. Hat das Möbelhaus die Butter geklaut? Ich vermute nicht, denn es geht ja eben nicht um ein oder zwei Pakete, sondern um zig Tonnen dieses "wertvollen Produktes". Glaubt irgendjemand, dass eine Möbelkette "mal eben" etliche Tonnen Butter einkaufen kann, ohne dass das irgendjemandem auffällt? Ich nicht. Glaube ich, dass die Preiserhöhungen zwingend notwendig waren? Nein. Glaubt das überhaupt irgendjemand? Ich bezweifle das. Aber eine schöne Demonstration des Sturmes im Wasserglas war es schon und es zeigt auch ganz deutlich, was von den Begründungen der Preiserhöhungen zu halten ist, nämlich nichts.

Ach übrigens: Für nächstes Jahr wurden bereits weitere Preissteigerungen, besonders bei Butter und anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, angekündigt. Man sollte sich wahrscheinlich schon mal auf 2 Euro pro Paket Butter einstellen...

(Quelle: Berliner Morgenpost)

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4 Kommentare:

Anonymous arno schrieb...

fett ist fett und darum speck statt butter!

07 Dezember, 2007 21:44  

Blogger Fragman schrieb...

Das würde ja bedeuten das der Einkaufspreis für Butter unter/um 50 Cent pro 250g liegt? Oder ist die Geschichte mit "unter EK = Preisdumping = böse" nur so ne Art Urban Legend?
Falls nicht, scheinen normale Läden sich an Butter ja dumm und dämlich zu verdienen.

08 Dezember, 2007 00:06  

Blogger Fragman schrieb...

Ok, erst googlen, dann raten.
In dem Fall wohl kein Problem, ansonsten schließe ich mich adgers Meinung an ;)

Außer die sonstigen Vorurteile gegen Ikea. Da fehlt zwar mal ne Schraube o.ä., aber am Ende kriegt mans hin. Das letzte Zusammenbaumöbelteil ausm Baumarkt dagegen konnte ich auf Grund von Konstruktionsfehlern nur teilweise benutzen...

08 Dezember, 2007 00:11  

Anonymous Edekavertreter schrieb...

Also, das landwirtschaftliche Erzeugnisse in Deutschland zu günstig an den Endverbraucher gebracht werden ist leider Fakt.
Viele Landwirte sind deshalb in Deutschland nur überlebensfähig weil sie subventioniert werden. Was wieder bedeutet das es zig Landwirte in Deutschland gibt die überleben, egal ob sie wirtschaftlich und intelligent handeln oder nicht.
Ergo ist es völlig in Ordnung das die Preise für solche Erzeugnisse mal steigen, denn das haben sie im übrigen seit Jahren nichtmehr, trotz gestiegener Dieselpreise und ähnlichem.
Darüber das Subventionen generell für den Arsch sind brauch ich wohl nichts sagen.

10 Dezember, 2007 15:39  

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