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Freitag, November 02, 2007

Überschrift des Tages (39)

Written by Adger
Gerade kam der Newsletter des Bundestages reingeflattert. Darin die Überschrift, die bestimmt jeden zu Begeisterungsstürmen hinreißen wird:
"Grüne fordern Tempolimit 130 km/h zum 1. Januar 2008"
Die Bundestagsfraktion der Grünen stellte im Bundestag den Antrag, dass ab dem 1. Januar 2008 in Deutschland auf Autobahnen ein generelles Tempolimit von 130 km/h gelten solle. Begründung für diese überaus populäre und von der Mehrheit aller bestimmt unterstützten Forderung sind die Notwendigkeit eines schnellen und unkomplizierten Beitrags zum Klimaschutz und zu höherer Verkehrssicherheit. Außerdem würde durch das Tempolimit "die Dynamik in der deutschen Automobilindustrie gebrochen, immer schwerere und schnellere Autos zu produzieren".

Na wenn das nicht ein hilfreicher Beitrag zur Lebensqualität in Deutschland ist...

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16 Kommentare:

Anonymous DeichShaf schrieb...

Deutschland ist unter seinen Nachbarländern so ziemlich das einzige Land, in dem es kein Tempolimit gibt.

Mit erschließt sich nicht, was der Nachteil sein sollte, wenn wir ein Tempolimit haben. In den Nachbarstaaten jedenfalls scheint es damit auch keine größeren Probleme zu geben.

Die Floskeln, mit denen die Grünen nun argumentieren, sind indes alles andere als wirklich gut geeignet, den Leuten das zu verkaufen. Aber das ist meiner Meinung nach das einzige, was mich daran stört.

02 November, 2007 17:11  

Anonymous arno schrieb...

Das Problem ist das man einfach nicht überall ohne wirklichen Grund irgendwas verbieten muss, nur um irgendwelchen populistischen Unfug durchzudrücken.

Es ist einfach ein Stück Freiheit so schnell zu fahren wie man will und 130 ist einfach nur langsam.
Da kann ich auch gleich auf der Landstraße bleiben.

Der einzige Sinn den dieser Schwachsinn hat, ist den Sozialneid frustrierter Linker abzuschwächen die sich mit zuviel demonstrieren und nörgeln kein Auto leisten können was auch bei 200 aufwärts Spaß macht.
Ganz im Sinne von ich kann nicht, also dürfen die anderen auch nicht.

Ganz großes Tennis, echt jetzt.

02 November, 2007 17:25  

Blogger nec schrieb...

soweit ich mich erinnern kann steht im grundgesetz nicht, das man auf autobahnen nur 130 fahren darf.

warum sollte man es also begrenzen?

wegen der klima(katatrophe/lüge)? den genauen grund kenne ich nicht.

02 November, 2007 18:18  

Blogger Volker M schrieb...

Die Forsa hat anderes herausgefunden, was die "zu erwartenden Begeisterungsstürme" angeht:


Erst kürzlich hatte das Meinungsforschungsinstitut "forsa" im
Auftrag des BUND eine repräsentative Umfrage zum Tempolimit
durchgeführt. Dabei hatten über zwei Drittel (73 Prozent) der über
eintausend bundesweit Befragten Tempolimits auf Autobahnen
befürwortet. 36 Prozent wollten ein Tempolimit von 120 Kilometer, 37
Prozent 130 Kilometer pro Stunde. Die Wähler von CDU/CSU
befürworteten zu 33 Prozent Tempo 120 und zu 40 Prozent 130 km/h.
Lediglich 24 Prozent wollen kein Tempolimit. Anhänger der SPD
befürworteten zu 39 Prozent Tempo 120 und zu 39 Prozent 130 Km/h.
Auch die FDP-Anhänger waren nur zu 28 Prozent gegen ein Tempolimit.
Grünen-Anhänger waren lediglich zu 11 Prozent gegen ein Tempolimit,
Anhänger der Partei "Die Linke" zu 24 Prozent.

Quelle: http://www.presseportal.de/pm/7666/1073485/bund

Ich frage mich zwar, WEN die da gefragt haben!?
Ich glaube immernoch nur der Statistik, die ich selbst gefälscht hab, aber auch andere Umfragen bestätigen diesen "Trend". Und im Mittel dieser Umfragen ist das Ergebnis doch recht unbefriedigend für mich. Vielleicht können sich nur nicht mehr so viele Menschen schöne schnelle Autos leisten.

02 November, 2007 22:26  

Blogger Jhary schrieb...

Fahren bei hoher Geschwindigkeit erhöht auch das Risiko. Für den Schnellfahrer genauso wie für für die Passivfah... Verzeihung, für andere Verkehrsteilnehmer.

Wenn ich die Zahlen richtig im Hinterkopf habe, senkt ein Tempolimit den CO2-Ausstoß nur um einen Bruchteil der zu erfüllenden limits, aber warum soll das Fahrvergnügen Einzelner die Gesundheits- (durch Unfälle) und Umweltrisiken (durch erhöhten Verbrauch fossiler Brennstoffe) der Mehrheit erhöhen dürfen?

Ich fahre gerne selber schnell, wenn ich die Möglichkeit habe, aber irgendwo seh ich in dieser Diskussion Parallelen zu gewissen anderen Diskussionen, die vor gar nicht langer Zeit auch hier stattfanden.

Ooooops. Aber beschränken auf bestimmte Bereiche (wie Autobahnen) geht ja auch nicht - das Risiko für die Verkehrsteilnehmer, die liebend gern mit 60 1/2 km/h über die Autobahn heizen würde dadurch ja erhöht.

Ach je... und nu?

02 November, 2007 23:13  

Anonymous StoiBär schrieb...

Ich glaub, unsere Freiheit wird derzeit durch viele andere Dinge mehr beschnitten als durch ein Tempolimit.

Ich bin oft in der Schweiz und das Fahren dort ist der Hit. Etwas relaxteres gibt es gar nicht.

03 November, 2007 08:43  

Blogger Volker M schrieb...

[ironie]Wer will schon gelaxed fahren. ich will 10 Minuten früher ankommen. Zeit ist Geld. Und was soll mich denn bitte beim Fahren wach halten, wenn nicht der Adrenalinausstoß den ich hab, wenn ich bei 240 dem Vordermann einem Meter hinter der Stoßstange hänge.[/ironie]

03 November, 2007 14:38  

Anonymous arno schrieb...

Wer will schon relaxed was trinken wenn man einfach Lust hat sich mal schnell einen hinter die Binde zu kippen.
Oder wer will schon Salat essen wenn man eigentlich ein Steak will, aber nunmal darf man ab 18 Uhr nur noch Salat essen, da alles andere ungesund wäre und die Kühe mit ihren Gasen die Ozonschicht vernichten.
Wieso flucht man nicht einfach leise, weil zu laut ja aufs Herz schlagen könnte und sich die Nachbarn dann gestört fühlen?

Warum nicht gleich alles reglementieren und das Sozialsystem streichen. Schließlich hat man ohne Freiheit eh viel mehr Zeit produktiv zu sein. Da die Gesellschaft durch zuviel Freiheit in den letzten 60 Jahren ja eh verkommen ist, muss das nun der Statt übernehmen.
Sonst stehen die Asiaten irgendwann vor den Toren Wiens und dann heißt's "Adios Abendland".

Schließlich haben die ein paar Jahre Vorsprung was das eingeschränkte Denken angeht und mehr sinds auch noch.
Da es keine Freiheit mehr zu genießen gibt kann man auch endlich die Ansprüche runterschrauben.

Den Adrenalinkick holt man sich dann halt am Höschenautomaten oder wenn der Fisch zuschnappt den man grade isst.

Dann ist man emotional auch soweit abgestorben das man es ohne Probleme erträgt 130 zu fahren, auch wenn die musikalische Untermalung eigentlich Blech auf Blech sagt.
Wenn Musik nicht sowieso bis dahin verboten ist, lenkt halt auch zu sehr ab. Autofahren wird zum Transport zurückgestuft wenn nicht eh verboten.

Damit kann man auch die deutsche Automobilindustrie versenken. Andere produzieren billiger und wer brauch schon Vorsprung durch Technik oder Freude am Fahren wenn es eh mit maximal 130 nach vorne geht.

03 November, 2007 16:37  

Anonymous Michael schrieb...

Naja, was haben wir den heute :
Dank des LKW Verkehrs kommt man eh kaum noch "schnell" vorran, dann gibt es m.M. nach auch ausreichend Tempolimits (meist sogar Sinnvolle). Und da wo "frei" gefahren werden kann sind nur wenige wirklich signifikant schneller als 130/140 Km/h. Die wenigen sind eh kaum die rede wert und ich persönlich empfinde es als nicht unpraktisch, z.b. Bremen-Hamburg nachts auch mal 180 km/h aufwärts zu fahren.
Anstatt immer eine Generallösung herzuzitieren sollte man lieber mehr Geld und Lobbyarbeit in dynamische Leitsysteme stecken, wie auch der Strecke oben. Das würde die Sicherheit aller nutzen, aber auch bei "nichts los" keine unnötigen Verbote aufzwängen.

04 November, 2007 00:26  

Anonymous Khabarakh schrieb...

Ich gehöre nun nicht zu den Leuten, die Spaß am Autofahren haben und deswegen gegen ein Tempolimit sind. Ich bin dagegen, weil ich keine Lust habe, noch länger als sowieso schon nötig unterwegs zu sein. Wer vielleicht mal morgens über die Autobahn zur Arbeit fährt, spart durch 170 anstatt 130 fahren sicherlich keine nenneswerte Zeit, aber wer häuft mal Strecken weit über 100km unterwegs ist, der ist dann doch froh, wenn er ne halbe oder ganze Stunde weniger unterwegs ist.

04 November, 2007 00:30  

Anonymous DeichShaf schrieb...

Hamburg -> München mit dem PKW. Zwei Fahrer, zwei identische Autos, eine definierte Strecke. Einer bekommt ein Limit von 130km/h, einer bekommt keines.

Der Zeitunterschied bei gleicher Strecke: 23 Minuten. Der Unterschied im Spritverbrauch: 45 Liter.

Getestet vom ADAC in 2002. Einem Lobbyverband FÜR Autofahrer. Und nun soll mir einer mal sagen, dass es vorteilhaft ist, schneller als 130km/h zu fahren, wenn der Zeitgewinn selbst auf solch langen Strecken so gering ausfällt.

Ein dynamisches Leitsystem bundesweit, was an die Verkehrslage angepasste Limits ausgibt, wäre sicherlich sinnvoller, als eine generelle Begrenzung auf 130km/h. Aber das kosten wesentlich mehr Geld, als ein paar Schilder an den Grenzübergängen. Und wenn man für ein solches Leitsystem die Autofahrer (und NUR die!) zur kasse bittet, heißt es nur "wieso sollen wir für etwas zahlen, was wir eh nicht wollen?" - also warum den Umweg über Proteste und Milliardengräber gehen, wenn man für ein paar mickerige Kröten den gleichen Effekt haben kann?

04 November, 2007 09:43  

Blogger Devender schrieb...

Warum wundert es mich nicht dass genau dieses Thema hier soviel Beachtung erhält...

04 November, 2007 09:56  

Anonymous arno schrieb...

Komisch das auf der Strecke Hamburg - Duisburg nen Zeitunterschied je nach Fahrweise von einer Stunde drin ist.

Außerdem macht 130 auf langen Strecken keinen Spaß. Manchmal ist einem nunmal jede Minute lieb die man früher da ist und auch egal wieviel Sprit man verbraucht. Soll durchaus Menschen geben denen sind die 45l der Spaß wert...

04 November, 2007 20:27  

Anonymous DeichShaf schrieb...

Mir macht 130 auf langen Strecken auch keinen Spaß. Und ich fahre, wenn ich Auto fahre, auch gern schneller.

Aber man muss mal die Augen für das öffnen, was hinter dem Gedanken steckt, ein Tempolimit einzuführen.

Und wenn die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung meine Interessen überwiegen, habe ich mich denen zu beugen. Und die Mehrheit dürfte ein entschiedenes Interesse daran haben,

a) sicherer zu leben
b) etwas gegen den Klimawandel zu tun
c) stressfreier zu fahren

Oder sehe ich das falsch?

Meinetwegen ein Tempolimit von 4-23 Uhr. Mal sehen, was die Anwohner von Autobahnen dazu sagen, wenn die Lärmbelastung in der Nacht ansteigt...

05 November, 2007 07:53  

Anonymous arno schrieb...

a) was ist daran sicherer wenn auf freien Streckenteilen dann manche trotzdem >200 fahren weil ihnen 130 auf den Keks geht, aber weils ja verboten ist niemand damit rechnet?

b) der marginale Unterschied zählt nicht

c) Ich finde es wesentlich stressiger 130 fahren zu müssen, als auch mit 160 fahren zu können weil das eher meinem Reisetempo entspricht.

Übrigens ist fast überall wo Anwohner in unmittelbarer Nähe der Autobahn wohnen schon längst ein Tempolimit und auf dem platten Land, zB A31 oder A40 die letzten Km vor der Grenze stört es keine Sau wie laut es da ist.

Der einzige Gedanke hinter einem Tempolimit ist der pseudopopulistische Unfug von irgendwelchen militanten Ökos, die anderen ihre Weltverbesserer- und Gutmenschenidiologie aufdrücken müssen.

05 November, 2007 12:21  

Blogger Adger schrieb...

Das Argument der Verkehrssicherheit hinkt auf mehreren Beinen:

Einerseits spielt die Geschwindigkeit zwar schon eine Rolle bei der Verkehrssicherheit, aber andererseits generell ist jeder Mensch bereits mit Geschwindigkeiten jenseits der 50 km/h überfordert, wie zig Experimente und Studien belegt haben. Deshalb sollte das Tempo generell auf 50 km/h begrenzt werden oder wie?

Ältere Fahrzeuge erfüllen nicht den Sicherheitsstandard moderner Fahrzeuge. Weder was die aktive noch die passive Sicherheit angeht. Darum wird es gesetzlich vorgeschrieben, sich spätestens alle zwei Jahre ein fabrikneues Auto zu kaufen?

Vergangenes Wochenende ereignete sich ein tödlicher Unfall, weil ein Lkw-Fahrer ohne Rücksicht auf Verluste einfach auf die linke Fahrspur ausscherte, und sich der bereits im Überholvorgang befindende Fahrer einen Zusammenstoß nur durch Ausweichen auf den Pannenstreifen verhindern konnte. Da stand leider nur schon ein anderer Lkw mit Reifenpanne. Was hätte Tempo 130 am Ausgang dieses Unfalls geändert? Nichts. Wer mit 130 km/h auf ein stehendes Hindernis auffährt, ist Matsch. Auch im dicken Benz.

Umweltschutz? Mal überlegen... Der Individualverkehr ist zu welchem Prozentsatz am Klimawandel beteiligt? Wie viel Prozent Treibhausgase müssten weniger produziert werden, um den Klimawandel zu stoppen? Wie viel Prozent weniger Abgase werden durch "Tempo 130" produziert durch, sagen wir mal Lkw und den Stadtverkehr?

Das Argument der Lärmbelästigung ist doch auch nur an den Haaren herbeigezogen, damit man wenigstens irgendwas halbwegs negatives in der Hand hat gegen die bösen bösen Autofahrer. Dass ich allerdings jeden einzelnen Lkw und Linienbus auf der Parallelstraße hier bei mir in der Wohnung bei geschlossenem Fenster hören kann, während ich von der nicht weiter weg verlaufenden Stadtautobahn nur hin und wieder nachts auf dem Balkon bei ganz besonderen Wetterlagen überhaupt irgendetwas höre ist deshalb bestimmt voll das Argument für Tempo 100 in Innenstädten...

Stichhaltig sind die Argumente alle nicht. Weder die dafür, noch die dagegen. Meiner Meinung nach ist das ein Hickhack bei dem es um eine Art Selbstkasteiung geht, eine Buße, eine Art Selbstbestrafung für was weiß ich welche Sünden. Eine faktische Notwendigkeit für diese Reglementierung sehe ich allerdings nicht, bin aber gespannt auf die echten Argumente, denn jedem sollte klar sein, dass die bisher in der Politik gehörten Argumente dafür nur populistische Flamebaits sind.

05 November, 2007 13:13  

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