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Donnerstag, Februar 25, 2010

4,5 ist knapp 6

Written by Adger
In den USA starb eine "Trainerin" eines Orca bei einem tragischen Unfall während sie mit dem Tier "arbeitete". Zwar ist die Geschichte an sich bereits traurig genug. Weil aber der Tod eines Menschen heute nicht mehr viel wert ist, muss kreativ mit Zahlen und Fakten hantiert werden. Und mit Fakten. Heute zeigt uns "Die Welt" ein Musterbeispiel dafür.

Das kreative Zahlenspiel:

knapp sechs Tonnen - 4,5 Tonnen schwer - welt.de
Im Teaser für den Text schreibt Die Welt in ihrer Onlineausgabe, dass der Orca "knapp sechs Tonnen" schwer sei. Im dem Bild folgenden Text schreibt sie dann, der Wal sei "4,5 Tonnen" schwer. Nun, ich weiß, dass ein Unterschied von 1.500 Kilo nahezu mikroskopisch ist, wenn man diese Masse mit zum Beispiel der Masse von Öltankern oder meinetwegen Sonnen vergleicht. Aber bei Meeressäugern machen 1.500 Kilogramm einen gewaltigen Unterschied - und in einem Aufmacher für einen Sensationsbericht sowieso.

Aber auch das reicht der Welt nicht. Die dramatisch-alberne Überschrift, durch die sowohl SeaWorld, als auch die ermittelnden Behörden an den Rand der Lächerlichkeit bewegt werden, lautet:

Orca-Trainerin starb offiziell durch Unterkühlung - welt.de
Okay, wenn es denn wirklich so sein sollte, wäre das bemerkenswert. Aber was schreibt "Die Welt" dazu? Nun, lesen wir selbst:

Todesursache Unterkühlung - welt.de
Merke: Viertausendfünfhundert sind knapp sechstausend, ein Mann ist eine Frau und 1999 ist 2010.

[Update]: Inzwischen ist wohl auch jemandem bei der Zeitung aufgefallen, dass das etwas heftig war.

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