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Samstag, Juli 12, 2008

Hege und Pflege

Written by Adger
Ihr macht die Lehrer krank! Ja, genau! IHR seid schuld! Wann immer Ihr einem Lehrer sagt, dass er seinen Job nicht gut macht, ihn kritisiert, macht Ihr ihn krank! Zu diesem Resultat kommt jedenfalls eine Untersuchung von rund 1.000 Lehrern durch das Universitätsklinikum Freiburg. Die Studie unter der Leitung von Prof. Dr. med. Joachim Bauer konnte nachweisen, dass die Gesundheit der Lehrer am stärksten unter offener Feindseligkeit, schweren Beleidigungen und Aggressivität von Schülerseite leidet. Aggressivität und Unzufriedenheit von Seiten der Eltern haben ebenfalls einen signifikant negativen Einfluss. Gut geht es Lehrern hingegen, wenn sie von Eltern und Schülern gelobt werden. Ein intaktes Kollegium wirkt sich nach dieser Studie ebenfalls positiv aus die Gesundheit der Lehrer aus.

Die die Studie durchführenden Mediziner kritisierten, dass alle zur Zeit durchgeführten Studien über die Gesundheit von Lehrern sich überhaupt nicht mit der Gewalt und Aggressivität gegen Lehrer befassten. Sie wiesen darauf hin, dass es inzwischen eine notwendige Kernkompetenz des Lehrerberufs wäre, mit schwierigen Schülern gelingende Beziehungen zu gestalten. Dem entspricht jedoch nicht deren Ausbildung, findet Prof. Bauer:
"Die Ausbildung von Lehrern wird den hohen Anforderungen an die Beziehungskompetenz in diesem Beruf jedoch nicht gerecht."
Sein Fazit der Studie ist, dass fachlich kompetente Lehrer, die diese soziale Kompetenz nicht haben, nicht nur ineffiziente Ausbilder sind, sondern auch noch sich selber verschleißen.

Darum dürfen wir nicht auf den Lehrern herumhacken, egal wie groß der Mist ist, den sie verzapfen. Sie mögen zwar nicht die besten sein, die es gibt, aber es sind die einzigen, die unsere Politiker bereit sind zu bezahlen.

(Quelle: N24)

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12 Kommentare:

Anonymous sarkast schrieb...

Also ich kann nach inzwischen 12 Jahren Erfahrung als Schüler nur eines sagen:
Ein guter Lehrer wird niemals was reingewürgt bekommen, zumindest nicht in dem Maße wie es wohl aus dieser Studie hervorgeht.

Wer gut unterrichtet hat den Respekt der Schüler. Zumal guter Unterricht Spaß machen kann (klingt komisch, is' aber so)

Ich nehme mal meinen ehemaligen Englisch-Lehrer als Beispiel:

Der gute Mann hat den Unterricht locker gehalten, wenn die Moral unten war wurde aber auch Englisch gemacht. Aber in einer Form die einfach göttlich war. Irgendeinen Schmarrn, der zwar vielleicht nicht zum Thema gepasst hat, aber den Schülern Spaß gemacht und sie noch dazu vorangebracht hat.

Er ist nicht der einzige Lehrer, der diese Kompetenz besitzt!!!

Aber dann gibt es die Pauker, die vorne stehen, planlos durch die Schulstunde eiern und irgendwie versuchen, einem etwas beizubringen. Dass bei so einem Unterrichtsstil die Schüler bald keinen Bock mehr haben (wozu auch, lernt man doch herzlich wenig dabei) ist mehr als verständlich.

Ein ähnliches Phänomen ist die Lehrerin der Sorte still - schüchtern - unvorbereitet - konzeptlos. Dass da die Klasse sehr schnell mit ihr macht, was sie will, sollte klar sein. Aber was zur Hölle können wir dafür, wenn Jemand bei der Berufswahl dermaßen ins Klo greift und uns damit mehr schadet als hilft?

Noch unverständlicher ist natürlich, dass man solche Lehrer dann teilweise auf die Mittelstufe loslässt (also die Gruppe der Leute, die mitten in der Pubertät sind und sich weiss Gott um Unterricht und Manieren so garnicht kümmern)

Also nur uns Schülern bzw. den Eltern die Schuld zu geben halte ich für Wahnsinn. Wer seine Sache gut macht, kriegt positive Rückmeldungen (neudeutsch feedback) und wer nicht, der soll sich nicht wundern, wenn es keine Blumen gibt.

Zumal so eine Berufswahl eigentlich sehr einfach ist. Man kommt gerade mal aus der Schule. Wer dann anfängt, auf Lehramt zu studieren, weiss ja noch aus erster Hand, wie die eigene Klasse/die Kurse so waren und muss nur das Bisschen Transfer leisten sich vorzustellen "Wie wärs denn gelaufen wenn ich da vorne gestanden hätte?"

Genau deswegen werde ich sicher alles - aber kein Lehrer

12 Juli, 2008 14:38  

Anonymous DeichShaf schrieb...

Es wird wohl kaum von der Hand zu weisen sein, dass es "Problem"-Schüler gibt, die es den Lehrern nicht eben einfach machen. Und wenn man Lehrer an einer Schule in einem sogenannten "sozialen Brennpunkt" ist, hat man vermutlich keinen leichteren Stand als an anderen Schulen.

Aber sind wir doch mal ehrlich: Schüler und Eltern meckern an allen Schulen. Immer. Und selbst berechtigte und konstruktive Kritik mag niemand, wenn sie ihn trifft. Sich aber dann hinzustellen und zu sagen, die Schüler und Eltern machen Lehrer krank - das wäre so, als würde ein Busfahrer sagen, die Fahrgäste machen ihn krank. Oder die Fachverkäuferin schiebt die Schuld für eine Erkrankung mal gepflegt den Kunden zu.

Lächerlicher gehts kaum. Ich mache Fehler (wie jeder Mensch) und ich habe dann die Kritik dafür anzunehmen. Punkt. Sich in Krankheiten zu flüchten ist doch keine Art!

12 Juli, 2008 14:51  

Anonymous sarkast schrieb...

Mit den "sozialen Brennpunkten" ist es wieder ein andere Geschichte. Da stimmt Nichts, und alle Autoritäten (Eltern, Lehrer, Ordnungshüter etc) kriegen das zu spüren. Da helfen irgendwelche Integrationsprogramme oder guter Unterricht so gut wie garnicht, was hat man von gutem Unterricht wenn eh keiner aufpasst - schließlich ist es den Schülern auch egal ob Abschluss oder nicht...aber zurück zum Thema:

Der "normale" Problemschüler sitzt meistens irgendwo in der 8.-10. Klasse. Und da sitzen dann auf einmal 5-10 von denen in einer Klasse. Und da muss man eben die richtigen Lehrer einsetzen, aber bitte nicht Frau Butterblüm, die nette kleine Dame, die gerade ihr erstes Refendariat hat und eigentlich von Haus aus eher zurückhaltend und etwas schüchtern ist. Das funktioniert einfach nicht. Genau so eine Situation herrscht bei uns anscheinend am Freitag, 6. Stunde in den Chemiesäälen - Radau und Klamauk, zwischendrin hört man eine piepsende Stimme bei dem Versuch zu schreien. AUA!

Da sollten die Schulleiter doch dann bitte einfach etwas drauf achten, so extrem kann der Lehrerangel nicht sein, dass man durch eine Umschichtung nicht wenigstens die größten Probleme in den Griff bekommt

12 Juli, 2008 18:29  

Blogger Adger schrieb...

@sarkast schrieb: "Der "normale" Problemschüler sitzt meistens irgendwo in der 8.-10.
Klasse."

'Tschuldigung, aber das stimmt so nicht. Diese Sichtweise greift viel zu kurz. Die von Dir beschriebenen "normalen Problemkinder" sind nur die, die Du selber als solche wahrnimmst. Diese Sichtweise ist aus mindestens zwei Gründen unvollständig:

Erstens gibt es weder "den" noch den "normalen" Problemschüler. Es gibt einen bestimmten Typus, der vermehrt in der Pubertät auffällt, aber das ist längst nicht der einzige Typ "Problemschüler". Es gibt Kinder, die sind schon in der Grundschule auf Stress aus, nicht alle auf sich prügeln und beleidigen, sondern auf sehr viel subtilere Methoden. Vergiss nicht, dass Kinder extrem hinterhältig und grausam sein können, weil sie die sozialen Grenzen und Regeln erst lernen müssen. Und man sollte auch nicht diejenigen Kinder unterschätzen, die sich der tatsächlichen oder vermeintlichen Macht ihrer Eltern nur zu bewusst sind. Gerade dazu gehören eben gerade die Kinder von beiden Enden des sozialen Spektrums.

Zweitens trifft beim Beruf Lehrer (u.a.) ein gewollt verfehltes Ausbildungskonzept mit fehlenden oder falschen Eignungsprüfungen (siehe zb dieser Beitrag) auf eine zunehmend übersteigerte Erwartungshaltung der Eltern, gepaart mit völlig realitätsfernen Wahrnehmung auf die Leistungsfähigkeit des eigenen Nachwuchses. Daneben darf man den Aspekt der "Bildungs-" bzw. "Lernresistenz" eben dieses Nachwuchses nicht unterschätzen: "Warum soll ich das lernen? wenn ich das nicht begreife, ist das doch nicht meine Schuld, sondern die des Lehrers! Scheiß Schule!"

Dazu kommt oben drauf die drastisch von einander abweichende Wahrnehmung und das diametral entgegengesetzte Verständnis der Aufgaben der Schule und damit der Aufgaben und Kompetenzen eines Lehrers. Darauf prallt dann noch eine von beiden Ideen und Notwendigkeiten vollkommen abweichende und deshalb noch sehr viel dramatischer realitätsfremde Auffassung des Problems seitens der Polizik, die weder die eine, noch die andere Seite wahr- geschweige denn ernst nimmt.

Die Folgen konnte man schon seit Jahren kommen sehen, aber wie so oft: Bildung kostet Geld, das alte System "funktioniert doch", die KMK redet alles schön und überhaupt... Schule... ist doch eh nur Spass, warum sich da Stress mit machen? Bildungspolitik ist Bonus aller Politiker, nicht Kernkompetenz. Warum wohl wird jetzt von der CDU zwar die Forschung mit der Gießkanne "hier und da ein wenig" gefördert, die Bildung aber mal wieder überhaupt nicht? Bestimmt nicht, weil sich die Politiker über die Bedeutung der Bildung im Klaren sind.

Deshalb ist es falsch, die Schulleiter in die Pflicht nehmen zu wollen, denn die sind sich zur allgemeinen Überraschung der Probleme sehr wohl bewusst, nur können sie nichts dagegen tun, denn sie sind im System gefangen und können sich nicht über das System und dessen Regeln hinwegsetzen, denn sonst würden alle anderen eben jenes System gegen sie verwenden und sie (nicht selten völlig zurecht) aus ihrem Amt entfernen lassen. Oder würdest Du Dein Kind in einer Schule unterrichten lassen, in - um ein drastisches Beispiel zu wählen - der der Schulleiter Einzelhaft und Prügelstrafe anordnet, weil er seine Lehrer schützen will? Oder würdest Du kommentarlos hinnehmen, dass der Schulleiter seinen Lehrern gestattet dem Unterricht fern zu bleiben, wenn sie mit den Schülern nicht klar kommen?

12 Juli, 2008 19:04  

Anonymous sarkast schrieb...

Mir ist klar, dass meine Sichtweise sich auf die eher normalen Probleme beschränkt. Wenn wir jetzt hier von Jugendlichen reden wollen, die auch noch sozialen Stressfaktoren (Erwartungsdruck der Eltern oder Coolnessdruck der Clique) ausgesetzt sind, werden wir hier nie zu sowas wie einem Ergebnis kommen. Ich rede nur mal bewusst von den Verfehlungen, die selbst aus eigentlich nur leicht aufmüpfigen Pubertierenden echte Problemfälle werden lassen.

Das Schüler sehr grausam sein können musst Du mir nicht sagen...bin selber einer, und meine Erinnerung an die unteren Klassenstufen ist noch nicht so verblasst.

Was die Grundschüler, die schon in diesem jungen Alter anfangen Probleme zu machen, kann ich nur aus eigener Erfahrung sagen, dass allgemein bei den Pimpfen (ich kann hier von denen ab Klasse 5 reden) sowas wie Respekt Mangelware ist. Dass da nicht nur Schuld der Lehrer sein kann ist klar, man verbringt 6 Stunden in der Schule, noch 8 Stunden Schlaf, da bleiben por Tag nach Adam Riese immernoch 10 Stunden vom Tag an denen sich der Mensch allem möglichen Scheiss widmen kann. Wenn der dann auch noch Spaß macht (muss ja wohl) ist klar, dass der doch mehr Einfluss als die nervige Schule hat, in der eh alles blöd ist weil man eh nicht mitkommt und auch nicht einsieht, warum man sich mit sowas wie Rechtschreibung abtun soll.

Woraus diese Haltung resultiert - das wäre schonwieder zuviel des Guten für ein blog. Zumal ich kein ausgebildeter Psychologe bin und somit nur mit meinem Verstand meine Meinung zusammenschrauben kann.

Die Lehrerausbildung ist auch schon lange genug in der Kritik. Aber was meinst Du mit dem " gewollt [verfehlten] Ausbildungskonzept?" Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fehler gewollt sind.

Und zu den Krankheitsfällen: Ich würde es nicht hinnehmen, habe ich nie behauptet. Meine kleinen Anekdoten könnten gut die Überschrift "Kopfschüttelnd wahrgenommen" tragen.

Ob Einzelhaft und Prügelstrafe sinnvoll sind, darüber lässt sich streiten. Ich habe (wohlgemerkt daheim) ab und an eine hinter die Ohren bekommen. Aus meiner Sicht wars nicht nett, aber es scheint in meinem Fall geholfen zu haben.

Zumindest hat sich nie ein Lehrer über mein erhalten übermäßig beschwert. Flausen im Kopf, oh ja, aber nichts aus der Ecke der groben Fehler. Nur, wer kann schon sagen welche Leute so wie ich sind...

Und zum Schluss noch die Sache mit den Schulleitern: Ich mache längst nicht nur die Schulleiter verantwortlich. Aber es gibt gewisse Dinge die sie - trotz den "Fesseln des Systems" - besser machen könnten. Zumindest an meiner Schule. Und ob Geld für mehr Bildung sinnvoll ist, ist auch fraglich. Geld ist ja da, aber wie man es verwendet ist fragwürdig.
Ich nehme wieder meine Schule als Beispiel: Es werden Jahr für Jahr an die 10€/Schüler an Kosten für Kopien eingesammelt. Trotzdem wurde den Lehrern das Kopieren von Arbeitsblättern extrem kontingentiert, in machen Fächern reicht es hinten und vorne nicht.

Aber für dämliche Flyer zu irgendwelchen Schulveranstaltungen (schön in Farbe, A4-Format und die Menge viel zu groß) ist Geld da. Also, wäre eine einfache Umschichtung nicht besser?

Und entschuldigt das leichte Durcheinander im Kommentar, aber ich habe geschrieben wie ich gedacht habe, also leicht chaotisch aber hoffentlich noch verständlich

12 Juli, 2008 20:30  

Blogger Adger schrieb...

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass Fehler gewollt sind."

Die Fehler sind so lange bekannt, dass es albern wäre nach dem Augenblick zu suchen, an dem die Fehler erstmalig massiv publik gemacht wurden. Trotzdem werden die Fehler nicht beseitigt, obwohl sie bekannt sind. Damit kann man allen Verantwortlichen Vorsatz unterstellen, entweder absoluten Vorsatz (wissen und wollen um die Folgen) oder bedingten Vorsatz (wissen um die Folgen und sie billigend in kauf nehmen).

"Ob Einzelhaft und Prügelstrafe sinnvoll sind, darüber lässt sich streiten."

Prügelstrafe ist nichts anderes als das Eingeständnis pädagogisch auf ganzer Linie versagt zu haben. Das gilt für Eltern wie für Lehrer. Schon alleine deshalb ist das Verprügeln "aufsässiger" Kinder durch rein gar nichts zu rechtfertigen.

"Aber es gibt gewisse Dinge die sie - trotz den "Fesseln des Systems" - besser machen könnten. Zumindest an meiner Schule. Und ob Geld für mehr Bildung sinnvoll ist, ist auch fraglich. Geld ist ja da, aber wie man es verwendet ist fragwürdig."

Schulleiter sind vereinfacht auch nicht mehr und nicht weniger als Lehrer mit verwaltungsrechtlicher Verantwortung für mehrere andere Lehrer. Alleine die Tatsache, dass die Lehrer Kopiergeld einsammeln müssen um überhaupt irgendwelche Lehrmaterialien zur Verfügung stellen zu können, zeigt doch erst in aller Deutlichkeit, wie dramatisch kurz das Bildungssystem in Sachen Geld gehalten wird. Für genau sowas zahlen wir Steuern, damit unsere Kinder kein "Schulgeld" bezahlen müssen. Seit Einführung der Studiengebühren warte ich allerdings nur darauf, wann die Gebührenfreiheit der allgemeinbildenden Schulen kippt. Kann nicht mehr lange dauern.

12 Juli, 2008 21:01  

Anonymous sarkast schrieb...

"Prügelstrafe ist nichts anderes als das Eingeständnis pädagogisch auf ganzer Linie versagt zu haben"

Sicher? Oder ist das nur die Ansicht der modernen Pädagogik, die ja auf gewaltfreiheit beruht? Schließlich war der Satz heisse Ohren sehr lange Zeit ein oft eingesetztes, effektives pädagogisches Mittel.
Ein autoritäres Element in der Erziehung ist - zumindest nach meiner Meinung - unverzichtbar. Ob das natürlich gleich die ultima ratio sein muss, ist mehr als fragwürdig.

"Alleine die Tatsache, dass die Lehrer Kopiergeld einsammeln müssen um überhaupt irgendwelche Lehrmaterialien zur Verfügung stellen zu können[...]"

Vergiss es. Wir zahlen pro Jahr zusätzlich 40 Euro Büchergeld...was immerhin gut 1,5 Büchern entspricht. Aber ich habe zum Beispiel noch nie in 2 Schuljahren 3 Bücher aufgearbeitet...

13 Juli, 2008 02:48  

Anonymous DerTod schrieb...

Wieso ist es denn erstaunlich, dass für Lehrer das selbe gilt, was für jeden normalen Mensch gilt?
Feindseligkeit, offene Kritik und Beleidigungen greifen wohl die Gesundheit eines jeden Arbeitnehmers und Menschen an.

("Aggressivität und Unzufriedenheit von Seiten der Eltern haben ebenfalls einen signifikant negativen Einfluss")
- Wer hätte das gedacht...
Wer erledigt denn "freudestrahlend" seine Pflichten, wenn er Aggression und Unzufriedenheit dafür erntet. Klar macht einem das krank; Das trifft aber auf alle höheren Lebewesen zu, diese haben dann Stress, und der ist nun mal schlecht für die Gesundheit.

Sein Fazit ist zwar gut, besser fände ich es aber, wenn Lehrer mit Hilfe von Seminaren, sowohl in als auch nach dem Studium, ihre soziale Kompetenz stärken könnten/müssten.

Es mag zwar Lehrer geben, die von ihrem Fach wenig verstehen, aber häufiger gibt es Lehrer, die so genannte Fachidioten sind und ihr Wissen "nicht rüberbringen" können.


Und an dieser Stelle: Ein ganz großes Lob an die Tapirherde.
Macht weiter so!

13 Juli, 2008 20:53  

Anonymous BlaBlam schrieb...

"Schließlich war der Satz heisse Ohren sehr lange Zeit ein oft eingesetztes, effektives pädagogisches Mittel."

Gewalt in der Erziehung hat nichts mit Pädagogik zu tun. Mit Prügel schafft man keinen Respekt sondern schürt lediglich Angst. Oberflächlich mögen die Resultate erstmal ähnlich sein - weitreichend betrachtet entstehen in der Konsequenz jedoch meistens soziale Störungen.

"Wir zahlen pro Jahr zusätzlich 40 Euro Büchergeld..."

Das sind bereits 40 Euro zu viel! Dass Bildung kostenfrei und allgemein zugänglich sein soll, wurde seit der Zeit der Aufklärung propagiert. Was ist in den letzten Jahrzehnten passiert, dass sich das geändert hat?

14 Juli, 2008 00:06  

Blogger Adger schrieb...

"Und an dieser Stelle: Ein ganz großes Lob an die Tapirherde.
Macht weiter so!"

Danke, ich gebe mir Mühe. :-)

14 Juli, 2008 01:09  

Blogger Jens schrieb...

Ich hab zwar teilweise nur überflogen weil meine schicht bald anfängt aber ich wollte auch noch was dazu loswerden...

ich krieg das ganze selber recht gut mit, da meine mutter lehrerin an einer grundschule in einem solchen "sozialen brennpunkt" ist.

es ist unglaublich zu sehen, was der senat da teilweise veranstaltet...
im prinzip kommt man sich vor als würden die fröhlich ne runde try and error spielen. so wurde beispielsweise für das laufende schuljahr die voruntersuchung der kinder umgangen und den lehrern auch keine möglichkeit gegeben entsprechend auffällige kinde zu melden. sie DURFTEN nicht gemeldet werden.

was war das resultat? von 25 schülern sind vielleicht 5 schüler das was man unter "normal aber leistungsschwach" verbuchen könnte, während der weitere fünf streng genommen als geistig behindert gelten müssten oder zumindest auf einer sonderschule richtig aufgehoben wären. der rest hängt irgendwo dazwischen.

und was ist mit diesen schülern? da sie nicht gemeldet werden dürfen im ersten jahr werden sie erst kommendes schuljahr gemeldet, dann dauert der ganze prozess noch an und irgendwann nach 2 1/2 jahren oder so hat man dann vielleicht mal eine klasse in der man überhaupt unterrichten kann.

ich kann natürlich immer nur für diese eine schule sprechen und weiß auch, dass das bild an schulen in "besseren" gegenden teils ein unterschied wie tag und nacht ist... aber damit ihr mal ne vorstellung habt um was für schüler es sich da handelt...

so gibt es da beispielsweise schüler, die die lehrer als huren, arschlöcher, wichser oder ähnliches bezeichnen, solche die sich mädchen auf dem flur greifen, sich hinter sie stellen während ein anderer sie festhält und dann "ficki ficki" rufen, oder auch solche die - wenn man sie nicht "bewacht" - auf der toilette die scheiße an die kacheln schmieren... einfach weil das total lustig ist wenn das jemand anderes saubermachen muss. auch gibt es solche, die sich dauernd prügeln, kennt man ja - ist halt schule, ne?
aber...

ich rede hier von der ersten klasse... von 6-7 jahre alten kindern.

erschwerend kommt hinzu, dass ein kontakt mit den eltern oftmals nur bedingt möglich ist, da von den 25 schülern 20 mit "migrationshintergrund" sind und mehrere eltern(teile) nicht in der lage sind deutsch zu sprechen, so dass die geschwister dolmetschen müssen - oder sich ganz um die "erziehung" kümmern.

die sieht allerdings meistens so aus, dass nach der schule erstmal inne einkaufsmeile gegangen wird und dort bei saturn anne playstation ran.

14 Juli, 2008 08:25  

Anonymous sarkast schrieb...

"Gewalt in der Erziehung hat nichts mit Pädagogik zu tun. Mit Prügel schafft man keinen Respekt sondern schürt lediglich Angst. Oberflächlich mögen die Resultate erstmal ähnlich sein - weitreichend betrachtet entstehen in der Konsequenz jedoch meistens soziale Störungen."

Mit diesem Satz habe ich mir mal persönlich die Rolle des advocatus diaboli gegeben, war also eher provokativ gemeint.

Dass die 40 Euro 40 zu viel sind ist mir auch klar. Aber mehr als dagegen wettern, wann immer es passt, kann ich nicht tun. Nur scheinen unsere Politker Kritik nur ernst zu nehmen, wenn sie aus den eigenen Reihen kommt, da kann man auf beleidigt machen, nur der Wähler, der is ja wurscht.

Aber ich muss eines offen zugeben: Dass es teilweise so übel ist, wie Jens in seinem Kommentar geschildert hat, hätte ich nicht gedacht. Sowas hätte ich einer 4 Jahre älteren Gruppe zugetraut, aber den I-Stöpseln???

Da lebe ich wohl in meinem schönen Bayernland doch noch behüteter, als ich glaubte/glauben wollte...

Aber weiter: Die Problematiken, die der Migrationshintergrund mitsich bringt, sind allegemein bekannt. Aber ich persönlich stelle mir auch immer wieder die Frage, ob sich diese Leute dann integrieren lassen wollen, ob ihre Kinder überhaupt auch nur einen Teil des westlichen Wertesystems aufnehmen sollen. Ich meine, was bringen Projekt für mehrere Hunderttausend Euro, wenn sie auf eine Mauer aus Unwillen treffen?
Nein, ich schreie jetzt nicht "Schiebt sie ab" und "Ausländer raus", das wäre zu einfach. Alternativen, die erfolgsversprechender sind, fallen mir aber auch nicht wirklich ein.

Ich denke, ich klinke mich an diesem Punkt besser auch, sonst laber ich wieder ohne auch nur eine Idee zu haben, um was es geht.

es grüßt der sarkast

PS: @adger
Dem Lob kann ich mich nur anschließen;-)

14 Juli, 2008 10:51  

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