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Written by AdgerDa der Bundesbürger ja von der Notwendigkeit einer solchen Dienstleistung zum Hungerlohn vollends überzeugt ist, rechnete man bei den Politikern und Ämtern mit einer Flut von Bewerbungen. Aus dem Stand sollten die sich in diesen Dienst drängenden Freiwilligen die Zwangsarbeiter aus dem Zivildienst ersetzen können. Wie schon öfter: Die Realität sieht etwas anders aus.
Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, sagte gegenüber MDR info, dass es bis jetzt schätzungsweise 500 fest entschlossene Interessenten gibt. Fünfhundert. Bundesweit. Untere Erwartungsgrenze waren 5.000 Bewerberinnen und Bewerber. Bei anderen Trägern der Sozialdienste wird es wohl kaum anders aussehen.
Wenn am 1. Juli 2011 der Bundesfreiwilligendienst den Zivildienst ablöst, wird es nach Aussage der Sprecherin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, Antje Mäder, "natürlich eine Lücke" in der Personalstärke zwischen Soll und Haben geben. Wieviele sich bei den einzelnen Trägern der Sozialdienste beworben haben, konnte sie jedoch nicht sagen. Ich vermute eher, sie durfte es nicht sagen.
Über die Situation und Einstellung in Deutschland sagt das jedenfalls eine Menge aus. Besonders über die Bereitschaft, sich für die Gemeinschaft zu engagieren. Darum bin ich sehr gespannt, wann aus dem "freiwilligen sozialen Jahr" eine verpflichtende Kiste für alle wird, die sich nicht freikaufen können...
Labels: Deutschland, Gesellschaft, Politik, Zivildienst
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