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Dienstag, März 16, 2010

Nicht ganz offiziell

Written by Adger
Die Kriege im Irak und in Afghanistan haben dazu beigetragen, dass auch hier bei uns an diesen militärischen Großeinsätzen beteiligte Privatunternehmen thematisiert wurden. Besonders der Name "Blackwater" ist in diesem Zusammenhang vielen ein Begriff (Die Firma heißt heute übrigens "Xe Services LLC".) Der Umfang des Einsatzes solcher Firmen in der Nähe des Militärs ist zu Recht umstritten.

Nach Informationen der New York Times hat ein Mitarbeiter des US Verteidigungsministeriums, Michael D. Furlong, ein Netzwerk privater Auftragnehmer in Afghanistan und Pakistan aufgebaut, das Informationen über militante Aufständische gesammelt hat. Diese Informationen wurden vom Militär mit verwendet, um diese aufzuspüren und in einigen Fällen auch um diese zu töten.

Furlong ist ein pensionierter Offizier des US Army, der jetzt als Vollzeitangestellter des Verteidigungsministeriums arbeitet. Er hat umfangreiche Erfahrungen im Bereich der "psychologischen Operationen", was wiederum die militärische Umschreibung für den Einsatz von Informationen zum Zwecke der Kriegsführung ist. Er war an verschiedenen Orten eingesetzt, unter anderem im Balkan und im Irak.

Furlung heuerte Auftragnehmer von privaten Sicherheitsfirmen an. Diese Auftragnehmer wiederum sammelten Informationen über den Aufenthaltsort verdächtiger Milizionäre und Aufständischer, sowie die geographische Lage von Ausbildungscamps. Diese Informationen wurden dann an das Militär und die Geheimdienste weitergeleitet.

Einige Vertreter verschiedener US-Behörden hegten den Verdacht, dass Furlong eine Spionageoperation durchführen würde, die ohne Wissen und an den offiziellen Stellen vorbei stattfand. Diese Behördenvertreter sagten auch, dass unklar sei, wer die Arbeit von Furlong genehmigt hat und wer sie überwachte.

Grundsätzlich gilt es auch in den USA als illegal, private Auftragnehmer als verdeckte Spione für das Militär zu beschäftigen. Verschiedene Mitarbeiter des Militärs vermuten, dass dieses geheime Netzwerk finanziert wurde, indem Furlong Gelder von anderen Projekten abzweigte, die dazu dienen sollten, dem Militär und anderen ein besseres Verständnis über das Land zu vermitteln, in dem sie eingesetzt sind. Es wird vermutet, dass Furlong sein Projekt startete, um an dem Verbot der Regierung vorbei zu kommen, amerikanische Streitkräfte in Pakistan einzusetzen.

Es sieht so aus, als wären die von Furlong initiierten Operationen eingestellt worden. Furlong und seine Aktivitäten sind jetzt Gegenstand einer strafrechtlichen Untersuchung des US Verteidigungsministeriums. Ein amerikanischer Regierungssprecher sagte:
"While no legitimate intelligence operations got screwed up, it's generally a bad idea to have freelancers running around a war zone pretending to be James Bond."
Unbekannt ist allerdings, ob Furlong für seine Aktionen die Genehmigung ranghoher Kommandeure hatte, oder ob er auf eigene Faust operierte.

Furlong heuerte unter anderem Robert Young Pelton an. Pelton ist Autor und schrieb eine Vielzahl an Büchern und Aufsätzen über Kriegsgebiete. Er sagte, dass die US Regierung in angeheuert hat, um Informationen über Afghanistan zu sammeln. Er sagte auch, dass Furlong die von ihm gelieferten Informationen zweckentfremdete:
"We were providing information so they could better understand the situation in Afghanistan, and it was being used to kill people."
Nach Peltons Angaben wurde er zusammen mit Eason Jordan, dem ehemaligen leitenden Angestellten der CNN Nachrichtenabteilung, vom US Militär angeworben. Sie sollten eine öffentliche Website betreiben, die dem Militär dabei helfen sollte, das Land besser zu verstehen und auf diesem Wege dabei helfen sollte, ein besseres Verhältnis zu den Einheimischen aufzubauen. Pelton gab an, dass von den 22 Millionen US Dollar, die zum Aufbau und Betrieb der Website gedacht waren,, etliche Millionen US Dollar für das Sammeln von Informationen abgezweigt wurden, mit deren Hilfe militante Aufständische angegriffen werden sollten.

Zu den Firmen, die Furlong wahrscheinlich beschäftigte, gehörten unter anderem International Media Ventures und American International Security Corporation. IMV ist eine von mehreren Angehörigen der US Special Forces betriebene Firma, deren Schwerpunkt "strategische Kommunikation" ist. Zum Vorstand von IMV gehörte unter anderem General Dell L. Dailey, ehemaliger Leiter des Joint Special Operations Command. AISC wird betrieben von Mike Tylor, einem ehemaligen Green Beret. Tylor gab an, dass er zu einem Zeitpunkt Duane Clarridge (aka "Dewey") beschäftigt habe. Clarridge wiederum ist eine früherer hoher Mitarbeiter der CIA, der mit einer Vielzahl Operationen in Verbindung gebracht wird, und anderem mit der Iran-Kontra-Affäre. Tylor gab an, dass AISC "auf beiden Seiten der Grenze" Informationen über mögliche Bedrohungen für die US-Streitkräfte beschafft habe.

Das Projekt wurde im Jahre 2008 angestoßen, als Jordan und sein Partner Pelton General David D. McKiernan ansprachen, der bald darauf Oberbefehlshaber in Afghanistan werden sollte. Ihr Idee war, ein Netzwerk aufzubauen, über das Berichte und Untersuchungen aus Afghanistan und Pakistan gesammelt werden sollten, die dem Militär und Privatkunden zur Verfügung gestellt werden sollten, um die Zusammenhänge in dieser komplexen Region zu verstehen. Sie konnten sich dabei auf Erfahrungen berufen, die sie bereits mit einem ähnlichen Projekt im Irak gesammelt hatten, jedoch sollte dieses Mal das Projekt durch das Militär finanziert werden. Bei der Projektvorstellung bei General McKiernan war auch Furlong anwesend. McKiernan befürwortete die Idee und Furlong soll gesagt haben, dass es möglich sei Wege zu finden, dieses Projekt zu finanzieren. An diesem Tage, so Pelton, erhielten sie den Auftrag an die Arbeit zu gehen.

Es stellte sich heraus, dass die Hilfe von Furlong sehr begrenzt war. Die Menge des bereitgestellten Geldes war am Ende lediglich ein Bruchteil dessen, was ursprünglich in Aussicht gestellt worden war. Wann immer Jordan bei Furlong wegen finanzieller Unterstützung nachfragte, sagte dieser, dass das Geld für andere Zwecke benötigt wurde und das generelle Interesse an dem Projekt nachließ.

Admiral Smith, Leiter der strategischen Kommunikation in Afghanistan, sagte, dass er bei seinem Eintreffen in Kabul im Juni 2009 der Finanzierung dieses Projektes widersprach. Er sagte, dass er keinen Bedarf für die Dienste hätte, die Jordan und Pelton anboten, weil diese unangenehm nahe daran waren, geheimdienstliche Arbeit zu sein. Admiral Smith lehnte den Vorschlag von Furlong ab, das verbleibende Geld für "andere Zwecke" einzusetzen. Zu diesem Zeitpunkt stimmte Furlong zu, dass einige der eingesetzten Mitarbeiter von International Media Ventures direkt dem Büro für strategische Kommunikation unter Admiral Smith überstellt wurden. Bis heute fehlen rund 15 Millionen US Dollar, die in das Projekt unter Furlong geflossen sind.

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1 Kommentare:

Blogger Jens aka GexMax schrieb...

Knight Errant Security Services anyone?

18 März, 2010 10:24  

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