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Sonntag, Juli 06, 2008

The beauty of nucular energy

Written by Adger
KernkraftwerkAtomkraft ist schön. Die Kernkraft hat eine ihr innewohnende Schönheit, der man sich nicht verschließen darf. Auf gar keinen Fall! Das wäre gefährlich und antiamerikanisch. Und wer antiamerikanisch ist, gehört zur Achse des Bösen und wird mit aller Gewalt befreit. So in etwa jedenfalls argumentiert zur Zeit der scheidende US Präsident Bush. Er nennt Atomkraft auch "eine erneuerbare Energie ohne jegliche Treibhausgase".

Was folgern wir daraus? Schönheit ist, was man daraus macht, zum Beispiel ein Kriegsgrund - siehe Iran. Andererseits baut man keine Atomkraftwerke, ist man auch Feind der USA. Egal wie, wir haben wohl verschissen, aber das ist ja nichts Neues.

Aber wenigstens bauen wir jetzt schöne Wegweiser im Meer. Für "nur noch" 30 Milliarden Euro sollen Windmühlen in die Nordsee gepflanzt und dann mit dem Festland verkabelt werden. Prima Plan, denn die Technik ist ja schon soweit ausgereift, dass die Windanlagen über Jahrzehnte dem überhaupt nicht aggressiven Klima der Nordsee widerstehen. Aber immerhin soll dieser Windpark genau so viel Strom erzeugen, wie Deutschland "verliert", wenn die Laufzeit der ältesten AKW in den nächsten Jahren ausläuft.

Singen, klatschen und im Kreis tanzen...

(Quelle: heute, Tagesschau)

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28 Kommentare:

Anonymous DeichShaf schrieb...

Ehrliche Meinung?

Kernkraftwerke sind langfristig nicht so sicher, wie alle anderen Arten herkömmlicher Strom- und Wärmeerzeugung, wenn man mal den Aspekt der Abfallprodukte betrachtet.

Dennoch werden wir kaum ohne Kernkraftwerke auskommen können und deshalb besteht auch eine recht dringende Notwendigkeit, neue Kernkraftwerke zu errichten.

Gründe?

Die Emissionen der sogenannten "konventionellen Kraftwerke", die aus fossilen Brennstoffen Strom und Wärme erzeugen, lassen sich nicht wegdiskutieren und sie sorgen nachhaltig für Schäden an der Atmosphäre.
Die sogenannten "Alternativen Energiequellen" oder "Regenerativen Energiequellen" unterliegen einem enormen Technikdefizit, welches nicht in absehbarer Zeit aufgeholt werden kann. Als Folge davon ist die Nutzung dieser Art Kraftwerke ineffizient - egal wie sehr man das auch schönreden will.

Dann wäre da noch das nicht eben kleine Problem, dass der Bedarf an Strom und Wärme immer weiter steigt. Gut, der Bedarf an Wärme wird sich mit den kommenden Wandlungen des Weltklimas in einigen Bereichen egalisieren - dummerweise geht das aber nicht mit einem "wir brauchen insgesamt weniger" einher, sondern nur mit einer Verschiebung von Wärmeenergie zu elektrischer Energie - oder würde irgendwer hier auf die gut alte Aircondition verzichten wollen, wenn die Sonne mal wieder gnadenlos vom Himmel brennt?

Interessant hier nebenbei noch, was die Produzenten von Futurama aus dem Thema gemacht haben.

Mein Fazit zu dem Thema ist daher: So lange es keine alternativen Möglichkeiten gibt, die in ähnlicher Weise "schonend" mit der Athmosphäre umgehen wie Kernkraftwerke, müssen wir in Kauf nehmen, dass wir nicht ohne sie auskommen können. Letztlich stellt auch weniger der Betrieb die größere Hürde dar. Auch wenn es hier so einige Probleme gibt, die nicht von der Hand zu weisen sind (Three-Mile-Island, Tschernobyl oder letzthin Forsmark in Schweden). Vielmehr ist es die Entsorgung der Abfallprodukte, die die größeren Schwierigkeiten verursacht. Hier eine sinnvolle Lösung zu finden, die wirklich dem Begriff "Entsorgung" gerecht werden kann, wird vorrangige Aufgabe der Wissenschaft sein.

06 Juli, 2008 21:09  

Blogger Adger schrieb...

Ja, Atomkraftwerke sind problematisch. Ja, mit Radioaktivität ist nicht zu spaßen. Aber machen wir uns doch nichts vor: Stellt man die abstrakten und hoch spekulativen Probleme eines Atomkraftwerks, die den Bürger auf dem Sofa betreffen, neben die selbst für den letzten Idioten erfahrbaren, weil unmittelbar sichtbaren Folgen von sagen wir mal Braunkohletagebau, wieviele werden da sagen "ich will Strom aus Braunkohle"? Oder befrag doch mal die Landwirte zum Thema "Windparks". Die haben da ganz tolle Storys auf Lager, die sich mit den ach so super geilen Erfahrungen der Öko-Lobby so rein gar nicht decken.

Und jetzt will man dreißig Windparks an Nord- und Ostseeküste hinpflanzen um wenigstens zeitweise das Energieniveau von heute halten zu können? Obwohl schon jetzt absehbar ist, dass wir mehr energie brauchen werden? Wo kommt denn die übrige benötigte Energie her? Fällt die vom Baum oder was?

Klar, Atomkraftwerke haben "Störfälle". Es gibt keine 100% Sicherheit. Wissen wir alle. Ich erinnere mich noch gut daran, was damals los war bei Tschernobyl. Aber lasen wir mal die Kirche im Dorf: Wieviele dieser "Störfälle" und "Probleme", die teilweise recht süffisant aufgebauscht werden, sind ungefähr so bedrohlich, wie die ständig wieder durch die Medien gezerrte Gefahr des globalen Killers? Mal ganz ehrlich, wegen "falscher Dübel" wurde letztens ein Atomkraftwerk in Deutschland vom Netz genommen. Weil die im Falle eines ERDBEBENS(!) der Stärke 6 aufwärts nicht ausreichend Sicherheitsspielraum geboten hätten. Bei allem Respekt, aber ich fasse mir da schon an den Kopf. Erdbeben der Stärke 6 haben wir in Deutschland wo? Wo waren noch gleich unsere tektonisch aktiven Regionen?

Aber davon ganz ab. Vor die Wahl gestellt, ob er das Risiko eingehen möchte, dass eventuell irgendjemand - also nicht mal unbedingt er selber, nicht mal jemand, den er kennt oder von dem er weiß, dass es ihn gibt, sondern wirklich "irgendwer" - vielleicht (also wirklich nur "vielleicht", denn nicht jedes Kernkraftwerk explodiert, sehr zum Leidwesen der Gegner des Atomstroms) mal irgendwie (könnte ja auch indirekt sein) irgendwelche Probleme (nicht jedes Problem im Zusammenhang mit einem AKW bedeutet sofort Leukämie und Tod durch irgendwas fieses) mit Strahlung bekommen könnte (wie hoch war noch gleich die Quote erzeugte Megawattstunde pro Störfall mit Außenwirkung?) oder ob er erstmal alle Elektrogeräte neu kaufen will, in die Energieversorgung der eigenen Bude pauschal ein paar Tausender investieren muss (frag mal in Marburg nach, wie die sich über die Idee mit der Pflicht zum Einbau von Solarzellen freuen) und oben drauf dann auch noch für Strom in Zukunft sagen wir mal das Doppelte ausgeben kann, wofür glaubt ihr entscheidet "er" sich? Wer entscheidet sich da nicht reinen Herzens für die "einfache" Lösung Kernenergie und sagt sich "ach, das mit den Problemen wird schon! Die Wissenschaftler erfinden da irgendwas und dann geht das"?

Wir entscheiden uns doch sofort für unser Geld, sobald wir wissen, dass weder das Kraftwerk noch die Mülldeponie bei uns vor der Tür stehen. Und über die Größenordnung des Problembewusstseins der Menschen brauchen wir uns nicht zu streiten, siehe z. B. die anderen drei großen A-Themen ("Aids", "Afghanistan" und "Afrika").

Andererseits, wer entweder nicht für sein Geld arbeiten muss oder - wie sehr viele aus der aktiv ökologisch bewusst lebenden Klasse - zu der eher wohlhabenden Bevölkerungsschicht gehört und sich das "Öko-for-ever"-Getöse locker leisten kann, ohne massive Einschnitte in die eigene Lebensqualität hinnehmen zu müssen, der hat natürlich gut reden.

Aber erklär mal dem 400-Euro-Jobber mit zwei Jobs, der seine 3 Blagen und den faulen Sack aufm Sofa ernähren muss, dass er für "Energie" jetzt ein Viertel seines Einkommens abdrücken muss, damit - salopp formuliert - der Wald grün bleibt. Die Idee kann man getrost knicken.

Neben dieser Betrachtung darf man eines nicht vergessen: Billiger Strom ist nicht etwa irgendein Dingsbums aus Utopia, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Verteuern wir die Energie, drehen wir der Wirtschaft im wahrsten Sinne des Wortes den Saft ab. Wer ist denn zum Beispiel der größte Verbraucher elektrischer Energie in Deutschland? Genau! Die Bahn! Wenn die Fahrpreise noch weiter steigen, was sie bei steigenden Strompreisen ohne Zweifel tun werden, dann kann man (übertrieben gesagt) auch jedem gleich einen Flughafen ins Dorf bauen, das kommt billiger. Und das ist nur ein Beispiel.

Die Folge "teurer" Energie ist auch, dass die Wirtschaft sich den Strom entweder daher holt, oder - sofern möglich - gleich dahin geht, wo er günstig ist. Wie erzeugt denn "das Ausland" Strom? Was bringt es denn, wenn Deutschland sagt "ja also *WIR* erzeugen keinen Atomstrom, sich aber fleißig aus Frankreich oder Skandinavien mit Strom aus Kernkraftwerken beliefern lässt, im eigenen Land dann aber schön brav Blockkraftwerke mit Kohle aus Polen oder Russland betreibt? Ist das etwa die Lösung? Wohl kaum.

Strom muss ganz einfach "billig" bleiben, denn teuren Strom können wir uns als Volkswirtschaft und auch als Wirtschaftsstandort nicht leisten. Wie man mit aktuellen Techniken ökologisch korrekten, für jeden bezahlbaren, risikofreien "Bio-Strom" in realistisch ausreichender Menge erzeugen will, um auf Atomkraftwerke verzichten zu können, das konnte mir bis heute noch keiner erklären. Aber ich gebe die Hoffnung ja nicht auf. Vielleicht kann das ja einer meiner Leser.

06 Juli, 2008 22:19  

Anonymous Edekavertreter schrieb...

Mal so eine Frage am Rand. Hat irgendwer schonmal eine zuverlässige Studie gesehen, die ohne Augenwischerei aufrechnet wie die Herstellung von einer KWh aus den unterschiedlichen Energiequellen kostet? So Inklusive aller Nebenkosten wie bei Kernenergie die Kosten für Lagerung/Wiederaufbereitung der Brennstäbe, aber auch der Entsorgung der alten Kraftwerke?
Erzeugen Photovoltanikzellen mitlerweile mehr Strom in ihrem Leben, als sie bei der Herstellung verbrauchen?
Wieviel CO2 Entsteht bei der Herstellung der verschiedenen Kraftwerke bzw Energieträgern?
Gibt es bei Atomkraftwerken wirklich keine schädlichen Strahlungen, oder werden diese nur nicht kontrolliert (siehe Mobiltelefone)?

Nur ein paar Fragen aus dem Energiesektor. In unserem angeblich ach so freien Land und dieser tollen Demokratie mit objektiven Informationen für jederman, ist es ehrlich gesagt nämlich verdammt schwer - bis unmöglich - Studien zu finden, welche nicht für eine bestimmte Lobby angefertigt worden sind.

"Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe"[Unbekannt]

06 Juli, 2008 23:06  

Anonymous Anonym schrieb...

Eines geht bei dieser Diskussion mal wieder ganz unter: Uran muß geschürft und aufbereitet werden. Verbrauchte Brennstäbe werden durch halb Europa gekarrt, um aufbereitet zu werden. Von der Endlagerung der Abfälle mal ganz zu schweigen. Und dieser Prozess ist alles, nur nicht CO2-frei.

Ich bin sicher kein Verfechter des Ökostroms, aber Atomenergie ist eine kurzfristige Lösung, die zwar erstmal aus wenig viel Energie bereitstellt, dann aber die nächsten 5'000 Generationen mit den Folgen zurückläßt.

07 Juli, 2008 07:26  

Anonymous DeichShaf schrieb...

Das ist (wie eh und je) ein brisantes Thema, welches enorm polarisiert...

@anonym:

Wenn es gelänge, hier eine *sinnvole* Lösung für die Lagerung der Abfälle zu finden, wäre es auch kein Problem, die nächsten 5'000 oder 50'000 Generationen (was der Realität eher entspricht) mit dem Thema zu "belasten".

@adger:

Ich sehe es so, dass jeder einen kleinen Beitrag leisten kann, wenn es um die Einsparung von Energie geht. In Ballungszentren *MUSS* man nicht mit dem Auto fahren. Am Morgen *MUSS* man nicht baden sondern kann kurz duschen. Stand Standby aller Geräte reicht es, wenn man eine fernsteuerbare Steckdose einsetzt (vergleichsweise harmlos mit 0,05kWh/Jahr) ohne auf Komfort zu verzichten. Statt des großen Ofens tut es auch ein kleiner Tischofen für 20 Euro, wenn Sonntags die Brötchen aufgebacken werden sollen.

Und unsereins kann durchaus den PC ausschalten, wenn er nicht gebraucht wird.
Und was in Sachen Beleuchtung in den letzten Monaten in den Baumärkten eingetrudelt ist, ist erstaunlich nach an der Qualität von "herkömmlichen" Glühlampen.

07 Juli, 2008 11:16  

Blogger Adger schrieb...

Nehmen wir nur das Beispiel der Produktion von Galliumarsenid. Ich weiß nicht, ob es da so den gewaltigen ökologischen Unterschied zur Förderung von Uran gibt. Schon alleine unter diesem Aspekt betrachtet ist es deshalb müßig darüber zu streiten, ob der Abbau von Uran so sehr den Unterschied macht, wenn man gleichzeitig ernsthaft erwägt, die gesamte Küste von Nord und Ostsee mit "Windparks" zuzustellen. Ist ja nicht so, dass die Ökologie der Nordsee so ganz unproblematisch wäre.

Ob das Loch in der Erde zur Förderung des Erzes, dass in einem Rotorenmast verwendet wird, jetzt ökologisch "wertvoller" ist als dasjenige Loch, welches zurückbleibt, um das Material für die Verkleidung eines Reaktors zu fördern, ist in meinen Augen eine Diskussion, die völlig am Problem vorbei führt. Wenn man nämlich so anfängt, dann dürfte man auch argumentieren, dass das Uran bereits radioaktiv ist, wenn es aus der Erde kommt und was machen "wir" denn anderes, als das Zeugs nachher wieder dahin zu tun, wo es herkommt?

Der einzig zulässige Streitpunkt ist deshalb am Ende die Frage nach der Gefährdung und gerade diese Frage wird im Zusammenhang mit Kernkraft von allen Seiten sehr emotional und kontraproduktiv behandelt. Ich habe den Eindruck, dass gerne unterstellt wird, dass alle, die irgendwie mit Kernkraft zu tun haben, egomanische Soziopathen mit kaum nennenswertem IQ sind, die allesamt nicht nur die Menschheit vernichten wollen, sondern oben drauf auch noch zu dämlich dazu sind, im Stehen ein Loch in den Schnee zu pinkeln.

07 Juli, 2008 12:02  

Anonymous sarkast schrieb...

Dann stellen wir jetzt mal einige essentielle Fragen: Kann man über Kernkraft überhaupt objektiv diskutieren? Wie stuft man objektiv ein ob nun die Zwischen-/Endlagerung oder Aufbereitung von Brennstäben oder doch die energetisch extrem aufwändige Herstellung von alternativen Energien bzw. deren Lieferanten schwerer wiegt? Ist es möglich diese Problematik ohne Polemik, Populismus und Hasstiraden öffentlich zu diskutieren? Ist es sinnvoll über ein Problem zu reden zu dem wirklich sinnvolle Alternativen derzeit fehlen? Gibt es überhaupt saubere Energie, wird es sie geben (Stichwort Kernfusion)? Wenn man darauf Antworten hat kann man weiterreden, aber da ich weder Atomphysiker noch Energielobbyist bin habe ich sie nicht...

07 Juli, 2008 13:12  

Anonymous mt schrieb...

"Kann man über Kernkraft überhaupt objektiv diskutieren?"

Eindeutig ja.

"Wie stuft man objektiv ein ob nun die Zwischen-/Endlagerung oder Aufbereitung von Brennstäben oder doch die energetisch extrem aufwändige Herstellung von alternativen Energien bzw. deren Lieferanten schwerer wiegt?"

Ein Ansatz ist zum Beispiel zu berücksichtigen, dass es für diese Probleme weitere Ansätze gibt, die überwiegend (noch) nicht praxiserprobt oder marktreif sind.

"Ist es möglich diese Problematik ohne Polemik, Populismus und Hasstiraden öffentlich zu diskutieren?"

Generell ja, aber nicht für jeden.

"Ist es sinnvoll über ein Problem zu reden zu dem wirklich sinnvolle Alternativen derzeit fehlen?"

Ja. Stichwort Eugenik bzw. Gentechnik am Menschen

"Gibt es überhaupt saubere Energie, wird es sie geben (Stichwort Kernfusion)?"

Nein. Nichts ist folgenlos oder frei von Risiken.

- mt

07 Juli, 2008 13:34  

Anonymous Anonym schrieb...

"Nukular!Das Wort heißt nukular!" ;)

07 Juli, 2008 14:25  

Blogger Adger schrieb...

Endlich einer dem es auffällt :-)

07 Juli, 2008 18:34  

Blogger nec schrieb...

ich bin da eher für den great solar plan. aber mich fragt ja keiner

08 Juli, 2008 00:00  

Blogger Adger schrieb...

Welchen meinst Du denn? Den, bei dem halb Deutschland mit Solarzellen zugestellt wird, oder den, wo das Problem der wandernden Mikrowellenfokussierung, dessen Streustrahlung und das Problem des stabilen Orbits der permanenten Kaftwerke nicht gelöst ist oder den, bei dem die Ökos lamentieren, dass radioaktiver Abfall auf gar keinen Fall durch die Luft transportiert werden darf?

08 Juli, 2008 00:23  

Blogger Adger schrieb...

Ach siehste. Spon war so freundlich für uns mal ein paar Zahlen zusammenzustellen. Steht zwar nicht bei woher die Zahlen genau stammen, aber für einen Überblick reichts.

"Deutscher Energiemix 2006"
http://www.spiegel.de/img/0,1020,909779,00.jpg

"Klimakiller Kohle"
http://www.spiegel.de/img/0,1020,909782,00.jpg

08 Juli, 2008 00:33  

Blogger nec schrieb...

nein, es gibt da eine lösung für usa und eine europäische lösung.

ziel ist es, solaranlagen, solarthermiewerke, etc in wüstenregionen zu installieren, wo die ausbeute der energie deutlich besser ist und das ganze über ein gleichstromnetz nach europa zu verteilen. speicherung ist hier damit auch kein problem. die einzigen hindernisse sind momentan eigentlich nur politische. allerdings bleiben dabei auch kraftwerke in unseren breitengraden zur unterstützung bei spitzenlasten usw. bestehen. und um natürlich nicht gänzlich davon abhängig zu sein. immerhin sind die wüstenstaaten am mittelmeer ja auch teilweise eine schwere politische landschaft.

die solarthermie werke gibt es übrigens schon seit mehreren jahrzehnten und haben sich bewährt. jedoch wurde die technik aufgrund des niedrigen öl und generellen energiepreises nicht weiter verfolgt.

ich sehe das ja, was alleine die 7qm bei uns oben auf dem dach für warmwasser bringen. das ist schon eine menge.

08 Juli, 2008 18:41  

Blogger Adger schrieb...

Die Debatte ist aus mehreren Gründen für den Endverbraucher rein akademisch. Erstens hat er sowieso keinen Einfluss darauf, wo sein Strom herkommt (war das eine grandiose Pleite, als die Ökostromdealer zugeben mussten, sich bei den AKW bedient zu haben) und zweitens spielen neben der Frage der technischen Machbarkeit eben auch so Themen wie die allseits beliebte Standortfrage eine Rolle.

Kraftwerke in Spanien sind in der Theorie eine geile Sache, ich bin der letzte, der das bestreitet. Aber erinnern wir uns an Gas aus Russland? Hahn zu und Ende. Und das nicht mal wegen Deutschland, sondern wegen so einem Kackspaten auf halber Strecke. Genau deshalb will die Politik eigene Kraftwerke.

Kraftwerke "woanders" sind immer problematisch. Ein Teil des Stroms kann man aus dem Ausland dazukaufen - sofern man sich dem Diktat der Strompreise ausländischer Hersteller ausliefern möchte. Aber die Grundversorgung muss aus naheliegenden Gründen "unter eigener Kontrolle" gewährleistet werden. Da scheiden leider eine ganze Menge Möglichkeiten aus.

Klar gibt es tolle Machbarkeitsstudien, dass man bloß X Hektar zubauen müsste, um dieses oder jenes öko-Kraftwerk-Solar-Windkraftwerk zu basteln, nur hat das dann mit "öko" eher nicht mehr viel zu tun, aber das ist ein anderes Thema. Das Entscheidende ist am Ende der Strompreis. Wie der konstant gehalten wird, ist dem Kunden letztendlich egal und da sind wir wieder am Anfang: Die Kosten eines Atomkraftwerks sind kalkulierbar. Man weiß, was sowas kostet, man weiß, wieviel man reinstecken muss und wieviel man dafür hinten raus bekommt. Das ist ein gewichtiger Vorteil. Die Risiken sind - und DAS ist das Problem - je nach Sichtweise entweder "vollkommen kalkulierbar" oder eben "überhaupt nicht einzuschätzen".

Man könnte jetzt auch mit solchen Rechnungen anfangen wie z. B. "wieviele Menschen sind durch die friedliche Nutzung der Kernenergie gestorben etc." gegen "wieviele Tote gab es im Bergbau" und was weiß ich für abstruse Rechnungen, aber mal ehrlich: Interessiert das jemanden? Interessieren Dich oder mich oder irgendjemanden tatsächlich die Leichen in Russland? Klar, man ist "öffentlich ausreichend betroffen und bestürzt" und natürlich ist das alles super schlimm, aber was gibts eigentlich zu essen und wer ist die geile Maus da mit dem roten Halsband?

Mich interessiert mal wie viele Hektar Solar- und Windkraftwerke man in Deutschland hinstellen müsste und zu welchem Preis (in Euro), um die Kohlekraftwerke loszuwerden. Diese Überlegung halte ich für sehr viel spannender als die Frage, ob man neue Atomkraftwerke bauen sollte (oder muss) um den zukünftigen Mehrbedarf abzudecken.

Ich vermute allerdings, dass mir diese Antwort nicht gegeben werden wird.

08 Juli, 2008 19:16  

Blogger nec schrieb...

ich glaube nicht, das weil wieder atomkraftwerke gebaut werden, oder die bestehenden länger laufen dürfen sich der strompreis nach unten verändern wird.

08 Juli, 2008 19:31  

Blogger Adger schrieb...

Es reicht schon aus, wenn der Preis für die kW/h einigermaßen konstant bleibt. Darum war die Frage durchaus ernst gemeint: Was kostet der Spaß am Ende eigentlich, wenn man die Kernkraft komplett ausklammert und alles durch "alternative" Energiequellen abdeckt? Gibt es dazu einigermaßen stichhaltige Zahlen?

08 Juli, 2008 19:39  

Blogger nec schrieb...

in der studie steht, das die kraftwerke ab 2020 zu einem normalen preis arbeiten könnten. das ist aufgrund von synergien, durch bau solcher kraftwerke, weiterentwicklungen, etc. ab da müssen die kraftwerke nur noch betrieben werden. das heißt: verschleiß ist marginal. die netze müssten entsprechen wie unsere heutigen netze betrieben, gewartet und erneuert werden. pumpen, turbinen, etc müssen gewartet werden, wie in jedem kraftwerk

die energie steht quasi kostenlos zur verfügung, muss nur gesammelt werden. es fallen keine abfälle und abgase an.

bis 2050 ist es nach diesem konzept möglich ganz europa mit energie zu versorgen. mit einer fläche des saarlandes.

positiver nebeneffekt: frischwasseraufbereitung für länder südlich des mittelmeers, und ein festes einkommen.

08 Juli, 2008 20:39  

Blogger nec schrieb...

ich muss hinzufügen: das ist dann solarstrom, der importiert wurde.

"alternative" energien in deutschland sind meiner meinung nach nicht preiswert anzubieten. zum beispiel wie die subventionierung zeigt, die den strompreis noch weiter verteuert. man kann auch nicht ganz deutschland mit windkraftwerken oder solarzellen vollballern. wobei es eines tages durchaus möglich sein kann. die entwicklungen bei solarmodulen gehen ebenfalls weiter. die wirkungsgrade haben sich in den letzten jahren vervielfacht. ich glaube nur nicht, das ich das noch erleben werde, das wir in deutschland von unserer eigenen solarproduktion leben können.

deswegen müssen wir auf lösungen zusammen mit dem ausland zurückgreifen, wo dies deutlich schneller realisierbar wäre.

für solarthermie kraftwerke haben wir einfach zu wenig sonne.

08 Juli, 2008 20:44  

Blogger Adger schrieb...

Ich bezweifle, dass sich irgend ein Land freiwillig von nur einem anderen Land als Energielieferanten abhängig machen wird. Der Verweis auf die "Europäische Einigung"(tm) mag an dieser Stelle genügen, um alleine auf die politischen Probleme hinzuweisen.

Klar, das sind alles keine "Sachargumente" dagegen, dass die Technologie oder das Prinzip eine tolle Idee ist, keine Frage, aber diese Probleme ("Faktor Mensch") sind im Prinzip dieselben Probleme wie die, die wir heute auch beim Öl haben, nur eben anders: Abhängigkeit vom Ausland. Die Erfahrungen, die wir (und andere) da gemacht haben, zwingen uns dazu, diese Abhängigkeit zu vermeiden, wenn wir nicht erpressbar sein wollen. Gäbe es eine schwerwiegendere Situation als ein Machtwechsel in dem Land, in dem die Kraftwerke stehen, der einen Staatschef vom Schlage eines Berlusconi oder Kaczyński ans Ruder bringt? Wer würde sich sehenden Auges freiwillig einer solchen im Moment vielleicht abstrakten, im historischen Kontext jedoch völlig realistischen Gefahr aussetzen?

Deshalb bleibt beim Problem der Energieversorgung für uns die Solartechnik nicht praktikabel, egal wie herum man das Problem dreht und egal wie toll die Technik für andere anderswo auch funktionieren mag. Welche praktikablen anderen Lösungen bleiben uns denn noch, die auch bezahlbar sind?

08 Juli, 2008 21:03  

Blogger nec schrieb...

deiner argumentation nach ist die lösung auch für öl und gas nicht möglich.

in russland und den ansiedelnden gebieten gibt es ebenso grosse konfliktherde wie auf der südlichen seite von europa.

ich halte deine argumentation für fragwürdig.

klar, das wir von abhängigkeiten loskommen müssen. jedoch ist die region an sich sehr stabil, und durch diese pläne würde dort auch der wohlstand steigen, was wiederrum zu einer verminderung der gefahren dort beiträgt.

btw. 360kg radioaktives material in einem atommeiler in frankreich ausgetreten. okay. ist halt frankreich, nicht deutschland. aber solche pannen können hier auch passieren. atomstrom ist leider nicht so sicher, wie es schön wäre. das bedeutet eine fehlertoleranz von NULL

08 Juli, 2008 22:38  

Blogger nec schrieb...

vergessen: abhängigkeiten bestehen bereits. auch in europa wird strom hin und herverkauft. ich glaube wir importieren in deutschland sogar mehr, als das wir exportieren

08 Juli, 2008 22:40  

Blogger Adger schrieb...

Diese Argumentation habe ich mir nicht ausgedacht, sondern das ist die Argumentation internationaler Staats- und Regierungschefs und nicht nur die von Tante Angie, sondern weltweit - okay, abgesehen von der OPEC vielleicht. Genau das *IST* das Problem bei Gas, Öl und Steinkohle und genau *DESHALB* wird auch immer häufiger und deutlicher von der "fatalen Abhängigkeit vieler von einigen wenigen Versorgernationen" gesprochen.

Gerade die Beispiele rund um Gas und Öl zeigen in aller Deutlichkeit, wie real dieses Problem ist. Die Gefahren, um die es geht, sind nicht etwa die Gefahren des Terrorismus, sondern ganz einfache politische Gefahren. Menschliche Habgier, zum Beispiel. Neid. Missgunst. Das Übliche eben. Bei den Russen hat "damals" auch niemand geglaubt, dass die mal den Gashahn zudrehen. Den Saudis und den Venezuelanern hat "damals" auch keiner geglaubt, dass die mal das Öl abdrehen würden. Hatten wir aber alles schon. Und Du glaubst nicht daran, dass in Europa ein Politiker zu solchen Mitteln greifen würde, um seine Interessen durchzusetzen?

Na dann schau Dir mal ganz genau an, mit was für Charakteren wir es da zu tun haben. Und dann mal Dir aus, was die tun könnten um sagen wir mal eine 5% Anhebung ihrer Bezüge aus den EU-Förderfonds zu erhalten. Zusätzlich zu einer "leider aus betrieblichen Gründen zwingend notwendigen" Anhebung der Durchleitungsgebühren für Energie um "geringfügige 4,5%" Na, klingelts? Nein? Noch nie gehört?

Na dann lies mal nach, was zum Beispiel Polen im Zusammenhang mit dem Bau der Ostseepipeline fordert und welche Drohungen da so geäußert werden. Oder schau mal auf die Forderungen der Insulaner und deren unverhohlene Drohungen die kontinentaleuropäische Wirtschaft betreffend. Oder lies mal nach, was die Franzosen so alles im Zusammenhang mit diversen europäischen Projekten vom Stapel lassen. Warum wohl konnte Spanien gerade erst für sich das recht auf Massenabschiebung erzwingen? Warum konnte Deutschland wohl Frankreichs Projekt der "Festung Europa" erfolgreich torpedieren? Und du glaubst immer noch, dass solche Fiktionen Spökenkiekerei wären? Sorry, aber da irrst Du und zwar leider gewaltig.

Es geht in dieser Diskussion nicht darum, die Probleme um AKW zu beschönigen oder zu verharmlosen, mir am Allerwenigsten. Mir ist die faktische Realität der Probleme durchaus bewusst. Es geht jedoch um die Frage, welche realistischen und praktikablen Alternativen zu der aktuellen Situation bestehen und da sind - bei allem Zweckoptimismus - bislang noch keine wirklich gangbaren Alternativen genannt worden, die auch der zukünftigen Entwicklung und der geopolitischen Realität Rechnung tragen.

08 Juli, 2008 22:59  

Blogger nec schrieb...

du hast recht.
wir werden alle sterben

:)

08 Juli, 2008 23:12  

Blogger Adger schrieb...

Willst Du jetzt schon aufgeben? Echt jetzt?

08 Juli, 2008 23:37  

Blogger nec schrieb...

kein bock mehr. ausserdem issas schreiben hier im blog derbst anstrengend.

09 Juli, 2008 00:29  

Anonymous Edekavertreter schrieb...

http://short4u.de/4873ca5f1ae6d

Nochmal zur Diskussion.
Die alternativen Energien werden aus
>18.500 Windräder
> 2.700 Biogasanlagen
gewonnen.
Von Wasserkraft und Solaranlagen konnte ich leider keine Zahlen finden.

Zum Vergleich gibt es nur 17 AKW

09 Juli, 2008 05:49  

Blogger nec schrieb...

adger hat ja schon was dazu geschrieben.

http://www.spiegel.de/img/0,1020,909779,00.jpg

regenerative energien sind ca. zu 5% vertreten. die atomkraftwerke machen ungefähr 13% aus.

der rest wird durch verbrennung fossiler stoffe erzeugt.

die regenerative energien lassen sich vielleicht noch auf 10% aufbohren. durch offshore windparks, erdwärme (eher ineffizient) usw.

es gibt aber möglichkeiten das zu drücken. zum beispiel wärmekollektoren auf dem dach (sollte eigentlich jeder bei einer modernisierung der heizanlage mal drüber nachdenken, da man damit wirklich spart) da muss jeder bei sich selbst anfangen.

oder wir bauen einfach 150 neue atomkraftwerke um so von öl, kohle und gas unabhängig zu werden.

ausserdem ist es nicht so, das wir bei kohle vom ausland abhängig sind. wir haben da grosse recourcen. jedoch ist kohle aus australien deutlich günstiger, da das zeug da grad mal nen meter unter der erde liegt, und keine aus aufwändige fördertechnik notwendig ist, wo man erst einmal 30m hoch erde wegschaffen muss, damit man an das zeugs rankommt.

desweiteren ist mir co2 eigentlich scheiss egal. mir geht es eher um die umweltschädlichen stoffe. z.b. schwefel und andere giftstoffe, die wir so in die natur blasen.

13 Juli, 2008 17:41  

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