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Samstag, Juni 07, 2008

Ideen vom Nachwuchs

Written by Adger
Parteischild der Oldenburger SPD am Hafen - SPD SUCKXWenn eine Führungsmannschaft endgültig zu scheitern droht, schielt man gerne auf deren Nachwuchs. Auf die SPD in ihrem historischen Tief bezogen hieße das, sich den JuSos zuzuwenden und dort auf neue Perspektiven und Anstöße zu hoffen. Ob von dort Besserung zu erwarten ist, mag sich jeder selber überlegen, indem er sich die folgenden Zeilen des aktuellen Thesenpapiers, das in Berlin vorgestellt wurde, durch den Kopf gehen lässt:
"Den demokratischen Sozialismus zu erreichen, ist eine dauernde Aufgabe. Ihn exakt zu definieren, ist unmöglich. Es ist eine unmögliche Aufgabe und nicht wünschenswert, eine Vision bis ins kleinste Detail aus den heutigen Verhältnissen heraus zu beschreiben."
Entweder wissen die Autoren selber nicht, was sie da sagen wollen, oder ihnen fehlt jede Ahnung davon, was sie sagen sollten. Hoffnung auf einen bitter notwendigen Neubeginn innerhalb der SPD macht das jedenfalls nicht.

(Quelle: Stern, Danke drb)

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6 Kommentare:

Blogger Abtacha schrieb...

Der Text ist doch vollkommen logisch.

07 Juni, 2008 18:56  

Blogger Adger schrieb...

Natürlich ist er "logisch", das hat auch keiner bezweifelt, nur ist er inhaltsleer, denn die Aussage ist in etwa: "Was wir wollen, das wissen wir selber nicht."

07 Juni, 2008 20:19  

Blogger Abtacha schrieb...

Der Inhalt ist der "Wir wissen so in was wir wollen, die Idee ist hübsch, aber da das eine Vision ist die in (scheinbar) weiter Ferne liegt streuben wir uns dagegen die gleichen Fehler zu machen wie der gute Marx vor pi mal Daumen 130 (?) Jahre."
Nun, dass dieser Text nicht wirklich Fragen beantwortet stimmt allerdings. Nur ich kenne in besagtem Falle auch die Frage nicht.

07 Juni, 2008 21:30  

Blogger Adger schrieb...

Das ist "Punkt zwei" des Grundsatzthesenpapiers der JuSos, vorgestellt gestern in Berlin. Diesem Papier zugrunde liegende Fragen sind "Was wollen wir (die Jusos)? Wie definieren wir uns? Was sind unsere Ziele?" Dort schreiben sie (die JuSos) "Es gibt X. X ist wichtig. Wir können X nicht definieren. Wir werden X trotzdem erreichen." Wenn X nicht definiert werden kann, wie kann man dann wissen, was X ist? Wenn man nicht weiß, was X ist, wie soll man dann wissen, wie man X erreicht? Wenn man weder weiß, was X ist, noch wie man X erreicht, wie kann X dann wichtig sein? Mit anderen Worten: "Wir wissen selber nicht was wir wollen, aber wir können tolle Phrasen dreschen, denn sonst würden wir klar schreiben, was Sache ist!"

08 Juni, 2008 04:09  

Blogger Abtacha schrieb...

Also wenn Du nun nicht so genau weisst was demokratischer Sozialismus ist ist das natürlich nicht so toll.
Zugegebenermaßen hätte die Rechts-Linke schon schreiben können, dass sie nun genau das wollen was sie wollen: Sprich eine Definition abgeben was demokratischer Sozialismus ist, aber eben das würde eben jende die sich mit dieser Materie auseinandersetzen, unter anderem Dich, stark unterfordern.
X ohne 10 Seiten Abhandlung zu definieren wird in der Tat schwer.
Da bist Du schon etwas polemisch.
Das man nun ein Grundsatzprogramm 20-100 Seiten lang machen kann ist bekannt, allerdings liegt mir eben das der JuSos nicht vor... Eventuell sind die auch gerade zu faul dafür.

08 Juni, 2008 06:15  

Blogger Adger schrieb...

Es steht nicht zur Debatte, ob Du, ich oder Horst Piepenbrink weiß, was "der" demokratische Sozialismus ist, sofern es *DEN* Demokratischen Sozialismus in nur einer einzigen denkbaren Form und Ausprägung überhaupt geben kann. Es kann da sehr wohl deutlichen Definitionsbedarf geben. Nimm alleine die unmittelbare Fragestellungen, wie "demokratisch" man es denn gerne hätte und wie "sozialistisch" man denn "den Sozialismus" meint, denn gerade da gibt es deutliche Abstufungen innerhalb der Begrifflichkeit, die sich zum Teil gegenseitig ausschließen.

Der Haken an der von den JuSos gewählten Formulierung ist nicht, das wir (nicht) wissen, was dieser Begriff generell aussagt.
Die JuSos sagen vielmehr, dass genau unsere(!) Definitionen alle falsch sind, denn eine "exakte" Definition ist ihrer Aussage entsprechend unmöglich. Wenn man etwas gar nicht exakt (wie eng oder weit man "exakt" auch immer fassen mag) definieren kann, sind zwangsläufig alle bestehenden exakten Definitionen, damit auch Deine und meine, falsch. Und nicht nur das. Unsere Definitionen sind nicht nur falsch, eine "richtige" - sofern es diese eine "richtige" Definition überhaupt geben kann - ist ihrer maßgeblichen Meinung nach auch nicht notwendig und auch noch unerwünscht.

Das Problem ist also nicht, dass es eine mögliche Definition des Demokratischen Sozialismus gibt, die Du oder ich kennen könnten. Sie sagen auch nicht "wir wissen es ganz genau". Sie sagen das exakte Gegenteil dessen und behaupten auch noch, dass alle anderen auch keine Ahnung haben können, weil Ahnung haben ist "unerwünscht". Und das soll der politische Führungsnachwuchs sein, auf den irgendjemand seine Hoffnung stützen soll? Da hatte die SPD aber schon mal deutlich Besseres zu bieten.

08 Juni, 2008 09:52  

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