Tapirherde Logo for Facebook etc.

Dienstag, Oktober 31, 2006

Klare Ansage

Written by Adger
BundeswehrDa bettelt man Deutschland an, dass wir doch bitte bitte mit unseren Soldaten darauf aufpassen mögen, dass so ganz ultragemeine Waffenschmuggler und sowas nicht auf dem Seeweg in den Libanon einfallen. Natürlich kommen wir dieser Bitte "gerne" nach, schließlich ist man ja "aus historischen Gründen" nicht ganz ohne Verantwortung und so und was kommt? Zwar dürfen unsere Jungs zu See auf die Küste aufpassen, aber so richtig an die Küste ran dürfen sie dann auch wieder nicht. Auf See rumschippern und aufpassen dürfen sie auch wieder nicht, weil man dann ja als "Verdächtige" sofort von den Israelis beharkt wird.

Leute, was wollt ihr eigentlich? Erst sollen wir "unbedingt" da sein, aufpassen und toll für Ordnung und so weiter sorgen, aber wenn wir dann da sind, dann sollen wir das doch wieder nicht? Wisst ihr was? Macht Euren Scheiss doch einfach alleine und lasst uns in Ruhe damit! So oder ähnlich dürfte die instinktive Reaktion der meisten ausfallen, wenn man sich ansieht, was da im Mittelmeer gerade für ein Quatsch mit unserer Marine veranstaltet wird.

Unsere Politiker wachen inzwischen auch mal auf und beteiligen sich an der Diskussion.
"Wenn der Einsatz keinen Effekt bringt, wird das die teuerste Seeübung, die wir bisher gemacht haben."

Jörn Thießen, Verteidigungsexperte der SPD
Moment, Seeübung? Ich denke UN-Mandat?
"Wir sollten unsere Marine heimholen, ehe uns der Einsatz wirklich teuer zu stehen kommt. Das Mandat ist ungeklärt und darüber hinaus höchst gefährlich wie die Zwischenfälle gezeigt haben."

Dirk Niebel, Generalsekretär der FDP
Mandat ungeklärt? Ich denk, das ist schriftlich niedergelegt, was wer darf und soll und so. Hieß es doch, als die Marine losgeschickt wurde. Oder etwa nicht?

Wolfgang Gehrcke, Außenpolitiker der Linkspartei, bezeichnete die Lage der Soldaten der Bundeswehr im Nahen Osten eine "ausweglose Situation" und will, dass alle Auslandseinsätze abgebrochen werden. Auch eine Idee sich die Kastanien von anderen aus dem Feuer holen zu lassen. Schön aus dem Elfenbeinturm herabwinken und und anderen erzählen, wie es besser gemacht werden kann. So solls sein.

Bei den Grünen sieht man das alles ganz anders und meint fordern zu müssen:
"dass die Bundeswehr so umgerüstet wird, dass mehr als die geplanten 14.000 Soldaten von insgesamt 250.000 im Ausland eingesetzt werden können"

Kerstin Müller, Außenexpertin der Grünen
Und wo sollen die herkommen? Sollen etwa die zwangsweise zum Wehrdienst eingezogenen Wehrpflichtigen ins Ausland geschickt werden? Damit noch mehr solch tolle Bilder, wie die aus Afghanistan in der Bild landen, weil "die Ausbildung unzureichend" war?

Da freut man sich doch, wenn die Betroffenen mal was dazu sagen. Und das haben sie. Deutlich:
"Die Politik hat bis jetzt noch nie eine Strategie entwickelt, die über die Tatsache hinausgeht, dass man in einem Land eingreifen will"

Klaus Reinhardt, Ehemaliger Befehlshaber der Friedenstruppe im Kosovo
Politiker und Strategie? Einmal alle zusammen lachen bitte. Na gut, es gab nie eine Strategie für den Balkan und auch in Afghanistan weiss eigentlich keiner so recht, was genau wir da eigentlich erreichen sollen und auf welchem Wege, aber wenigstens sind wir schon mal da und kloppen uns. Das ist doch immerhin ein Anfang. Dem schließt sich dann auch mal nahtlos der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Hans-Peter von Kirchbach, an und spricht ebenfalls von "fruchtlosen Versuchen", im Kosovo und Afghanistan für politische Stabilität zu sorgen:
"Das Militär kann immer nur eine Zeitpause für die Politik schaffen. Allerdings habe ich nicht den Eindruck, dass diese dann immer richtig genutzt wird"

Hans-Peter von Kirchbach, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr
Was lernen wir daraus? In Deutschland fehlt mal wieder jedes Konzept zum erfolgreichen Handeln. Statt also mal inne zu halten und sich ein paar vernünftige Gedanken zu machen, handelt man mal eben blindlings drauf los - jeder in seine eigene Richtung.

Leute, wollt ihr oder könnt ihr nicht anders? Und ihr wundert Euch ernsthaft darüber, warum die Bundeswehr im eigenen Land so einen eigenartigen Ruf hat?

Fruchtbarkeit

Written by Adger
Greenpeace nimmt sich der Fruchtbarkeit an und zitiert ein wenig überarbeitet aus Woody Allens "Was sie schon immer über Sex wissen wollten":

(Danke, Torsten|pl)

Musik

Written by Adger
Sebi, wir sprachen gestern drüber, wie viel die Streicher zu tun hätten und wie wenig man davon mitbekommen würde. Falls es Dich tröstet: Man bekommt es sehr gut mit, besonders dann, wenn man es gezeigt bekommt, wie zum Beispiel mit dem Lego Star Wars Orchester unter der Leitung von Darth Vader himself:

Wahlen in den USA

Written by Adger
WahlcomputerWahlen - USA - Florida. Was fällt uns dazu ein? Genau: Unregelmäßigkeiten bei der Wahl, Verdacht des Wahlbetruges und so weiter. Nun stehen wieder Wahlen an in den USA und diesesmal soll das große Gezanke um die berühmt-berüchtigten "Ballots" umgangen werden, indem Wahlcomputer eingesetzt werden. Diese sollen in der Theorie auf digitalem Wege registrieren, was sonst auf analogem Wege per Wahlkarte und Piekser geschieht, nämlich den Willen des Wählers.

Nun ist einer der (vielen) Streitpunkte, dass diese Wahlcomputer zum Beispiel wirklich rein digital aufzeichnen. Es gibt keinen Papierausdruck der abgegebenen Stimme. Es gibt keinerlei Kontrollmöglichkeit, ob die im System gespeicherte Stimme auch tatsächlich mit der abgegebenen Übereinstimmt. Dazu gab es eine ganze Reihe Gezanke, was denn an Manipulation an den Wahlcomputern so alles möglich ist.

Nun, das alles schien mehr oder weniger Geschichte zu sein, denn die große Wahl in den USA geht los und in manchen Bezirken kann man schon jetzt wählen - an besagten Wahlcomputern. Der Miami Herald berichtet, dass offizielle Stellen, die mit der Durchführung der Wahlen beauftragt sind, zu Protokoll gaben, dass ihnen keine schwerwiegenden Probleme bekannt wären. In Broward County ist ihnen allerdings auch nicht bekannt, wie weit verbreitet Probleme überhaupt sind, weil es keine Verfahrensweise für das Mitteilen kleinerer Probleme und auch keine zentrale Registrierstelle dafür gibt. Im County Miami-Dade hingegen werden Probleme täglich gesammelt und entsprechende Maschinen außer Betrieb gesetzt und versiegelt. Es lebe das einheitliche Verfahren.

Am Mittwoch wollten zwei Wähler von ihrem durch die Verfassung zugesichertem Recht gebrauch machen und gingen zur Wahl. Bei Debra Re. einen ging alles super glatt, bei ihrem Chef Gary Ru. jedoch... Er rief sie zu sich und bat sie zuzusehen, was er tat und was geschah. Er berührte den Bildschirm an der Stelle, um seine Stimme für den demokratischen Kandidaten, Jim Davis, abzugeben. Auf dem danach eingeblendeten Kontrollschirm stand jedoch: "Sie wollen für Charlie Crist von Republikanische Partei stimmen, ist das korrekt?"

Die Maschine blieb hartnäckig. Ein hinzugezogener Wahlhelfer unterstützte Gary, jedoch brauchte es trotzdem drei weitere Anläufe, bis Wunsch des Wählers und Vorstellung der Maschine in Einklang gebracht waren.

Auch andere Wähler hatten dasselbe Problem: Sie wollten für den Kandidaten der demokratischen Partei wählen und die Maschine präsentierte ihnen den republikanischen Kandidaten im Kontrollbildschrim. Von Wählern des republikanischen Kandidaten mit dem umgekehrten Problem ist allerdings nichts bekannt.

Und nu kommts.

Die Sprecherin der obersten Wahlaufsicht von Broward County sagte dem Miami Herald, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass an stark frequentierten Wahlcomputern die Bildschirme nicht synchron liefen ("not uncommon for screens on heavily used machines to slip out of sync"), was dazu führte, dass die Stimmabgabe der Wähler nicht korrekt registriert würde. Allerdings sind die Wahlhelfer dahingehend ausgebildet, dass sie dieses Problem vor Ort beheben können. Im Handbuch der Wahlhelfer soll eine 15 Schritte umfassende Anleitung für dieses Prozedere zu finden sein.

Zwar führen die Wahlhelfer darüber Protokoll, wann und wie sie Probleme mit den Maschinen hatten, aber diese Protokolle werden erst nach Abschluß der der vorgezogenen Wahlen übermittelt. Eine Maschine wird erst dann aus dem Verkehr gezogen, wenn ein Wahlaufseher entscheidet, dass diese spezielle Maschine chronisch defekt ist.

Warum nur habe ich wenig Zweifel daran, dass auch bei dieser Wahl auf mysteriöse Weise die Partei von Onkel George gewinnen wird?

Montag, Oktober 30, 2006

Razzia!

Written by Adger
In Minnesota wird ein Haus durchsucht, in dem es irgendwie ganz übel rund ging in Sachen Drogen. Die Presse ist rechtzeitig vor Ort, um live vom Abtransport "wichtiger Beweisstücke" zu Berichten:

Ich kann mich ja irren, aber was genau war das da in dem Karton? Das war doch nicht etwa...? Oder doch? Und wenn ja, was genau hat das mit Drogenhandel zu tun? Egal, ich will es glaube ich nicht wissen.

Miezekatze

Written by Adger
Was hier genüßlich frühstückt, ist kein gewöhnlicher Löwe:

Das hier ist "Sindbad", ein "Liger", eine mehr als 400 Kilo schwere, ausgewachsene Kreuzung aus Afrikanischem Löwen und Benaglischem Tiger:

Ok, das ist ein "künstlich gezüchteter Hybride", aber was mag die Evolution für uns noch so in der Hinterhand haben?

Nur zur Übung...

Written by Adger
SWATIn einer Gemeinde im westlichen Wyoming, Michigan, dachte sich die Leitung der kleinen und beschaulichen Lee Middle- und Highschool, dass es doch mal eine tolle Idee wäre, zusammen mit der Polizei eine Übung durchzuführen, damit man auf den "Ernstfall" vorbereitet ist. Die Polizei dachte sich "Prima Sache, da sind wir dabei!" und packte alles aus, was das Arsenal so hergibt.

In kompletter Schutzmontur Marke "Terroristenerstkontakt" mit Helm, Körperpanzer, wahlweise Sturmgewehr, Maschinenpistole oder Pumpgun und der üblichen Auswahl sonstiger Zubehörteile, stattete das örtliche Anti-Terror-Kommando der Polizei zwar in Absprache mit der Schulleitung, aber ohne Wissen der Schüler oder deren Eltern, einen Überraschungsbesuch ab.

Unter möglichst realistisch gehaltenen Einsatzbedingungen kamen die Einsatzkräfte zu besuch und informierten die Schüler und Lehrer zweier Klassen darüber, dass eine unmittelbare Bedrohung der Schule vorläge. Daraufhin nahmen sich die überaus motivierten Polizisten der ebenso realistisch reagierenden Achtklässler an und dirigierten sie mit den bei solchen Einsätzen üblichen aufmunternden und verständnisvollen Worten aus der Klasse herraus in die Pausenhalle. Dort durften sich die Schüler in üblich begeisterter Haltung und mit dem Gesicht zur Wand stehend von freundlichen, bewaffneten Stewards in Maximalpanzerung identifizieren und durchsuchen lassen. Ganz wie im richtigen Leben.

Der Direktor der Schule rechtfertigte das Vorgehen bei der Übung mit den Worten:
"Ich meine, dass dies der Beste Weg ist, soetwas zu üben. Wir wollen niemanden verängstigen, aber wir wollen ein Bewußtsein für Dringlichkeit vermitteln."
Eltern sahen das ein wenig anders und berichteten von Kindern, die sich im Angesicht der schwer bewaffneten paramilitärisch anmutenden Anti-Terroreinheiten in die Hose gemacht hätten. Die Eltern der betroffenen Schüler waren alle der Meinung, dass diese "Übung" doch etwas zu weit ging.

Der Polizeichef war - gelinde gesagt - entsetzt. Weder er noch seine Beamten waren darüber informiert worden, dass weder Eltern noch Schüler informiert worden waren. Sinn der Übung hätte sein sollen, die Evakuierung und nicht die Erstürmung von Klassenzimmern zu zeigen.

Wenigstens hatte man daran gedacht die Waffen ungeladen zu lassen und mit "farbigem Klebeband" zu markieren. Das war für die 13 und 14jährigen Schüler und Schülerinnen bestimmt unheimlich beruhigend...

(Quelle: Yahoo News)

Zahlenspiele (3)

Written by Adger
Onkel George und seine Mannen geben sich alle Mühe im Irak für Ruhe und Frieden zu sorgen. Mit großem Eifer sind sie dabei auch jene Bereiche des Irak zu befrieden, die sich außerhalb der "sicheren Zonen" befinden. Militär und Polizei werden neu aufgebaut und ausgebildet und auch komplett neu ausgerüstet. Dazu gehören Fahrzeuge, Uniformen und verständlicher Weise auch Waffen. Genau bei denen scheint es aber ein kleines logistisches Problem zu geben.

Während der letzten drei Jahre wurden vom Pentagon Schusswaffen im Wert von rund 100 Millionen Euro eingekauft und in den Irak geliefert, um damit bis kommenden Dezember der irakischen Behörden 325.500 Mann auszurüsten. Irgendwie fehlen aber mehr als 14.000 Waffen, darunter Pistolen, Maschinengewehre und Granatwerfer, die aber eindeutig in den Irak geliefert wurden. Nur ob diese Lieferungen jemals bei den Sicherheitsbehörden ankamen, dass weiß man in den USA jetzt gerade nicht so ganz genau...

Das heißt dann wohl, dass die Party im Irak noch eine Weile weitergehen wird.

(Quelle N24)

Labels: , , ,

Exil!

Written by Adger
PrisonIn den USA geht man mit Sexualstraftätern etwas ruppiger um, als man das zum Beispiel bei uns gewohnt ist. Es ist dort drüben völlig normal, dass Namen und Adressen von solchen Veruteilten öffentlich gemacht werden und von jedem in speziellen Listen eingesehen werden können. Was aber wohl den meisten neu sein dürfte: Man kann auch dafür aus den USA ausgewiesen werden - ob wohl man Staatsbürger der USA ist.

Genau das passierte Malcolm W., einem ehemaligen Lehrer, der verurteilt worden war, weil er Sex mit einem 15jährigen Mädchen gehabt hatte. Ihm wurde die Wahl gelassen, entweder für drei Jahre zwangsweise ins Exil nach Kanada zu gehen oder eine Gefängnisstrafe in den USA abzusitzen. Malcom entschied sich für das Exil, was ja nicht völlig unverständlich ist, denn in Kanada ist die "Legalitätsgrenze" für Sex zwischen Erwachsenen und Jugendlichen grundsätzlich auf 14 Jahre festgelegt, aber in einem Verhältnis der Fürsorge und Aufsichtspflicht liegt diese Grenze trotz allem bei 18 Jahren. Und deshalb wurde Malcom jetzt in seinem Exil verhaftet - von der kanadischen Polizei.

Die will Malcom jetzt ausweisen lassen - und zwar in die USA - obwohl er mit seiner Frau und seinen Kindern im schon seit Jahren südlichen Ontario, nahe der amerikanisch-kanadischen Grenze lebt und vor seiner Verurteilung pendelte er täglich zwischen der Mädchenschule in der Nähe von Buffalo, New York, und seinem zu Hause in Kanada hin und her. Jetzt allerdings darf Malcom nur in die USA einreisen, um seinen Bewährungshelfer zu treffen.

Ich will jetzt nicht darüber streiten, ob jemand, der Sex mit einer 15jährigen mit deren Einverständnis hat ein Straftäter ist oder nicht. Meiner ganz unmaßgeblichen Meinung nach ist das nicht in Ordnung. Aber ich frage mich, wie es angehen kann, dass ein Land seine Straftäter in ein anderes Land ins Exil schickt? Ich meine, ok, wir Europäer haben es früher mit Amerika nicht anders gemacht, aber das war während der Kolonialzeit und seit dem ist ziemlich viel passiert in Sachen Rechtsprechung und internationaler Politik - dachte ich jedenfalls.

Andererseits: Vielleicht sollten wir es den Amis nachmachen und unsere Straftäter ins Flugzeug zu denen setzen? Vielleicht hilft das bei der Völkerverständigung? Was allerdings aus Malcom wird, würde mich doch mal interessieren. Vielleicht werden Straftäter aus den USA ja jetzt per Gerichtsurteil zu Staatenlosen oder so.

(Quelle: Reuters)

Don't make it so!

Written by Adger
(Danke, kork!)

Make it so!

Written by Adger
Herz KondomSo manch einer hat sich ja schon gefragt, welche Konsequenzen die versuchsweise Detonation einer Kernwaffe durch Nordkorea haben wird. International war ja ziemlich übel Stimmung gemacht worden, als stünde der Weltuntergang oder der nächste Weltkrieg unmittelbar bevor. Seit dem ist es aber irgendwie wieder still geworden, auch wenn zwischendurch schon spekuliert worden war, dass Nordkorea noch einen solchen "Test" durchführen will.

AFP berichtet von völlig unerwarteten und vor allem auch vollkommen unstaatlichen Folgen des Verhaltens der Nordkoreaner in Südkorea gekommen ist. Seit dem Test konnte die koreanische Supermarktkette "Family Mart" einen Anstieg der Verkäufe von mehr als 28% verzeichnen, nämlich von (durchschnittlich) 1.508 verkauften Einheiten täglich auf 1.930 verkaufte Einheiten täglich. Und zwar bei Kondomen. Gleichzeitig hätten auch die Buchungszahlen sogenannter "Liebesmotels" stark zugenommen, in denen Paare Zimmer stundenweise mieten können.

Sieht so aus, als wenn die Bevölkerung Südkoreas den Politikern weltweit eines vorraus hätte: Die haben scheinbar begriffen, das "make love - not war" am Ende doch mehr Spaß macht...

(Quelle: AFP)

Sonntag, Oktober 29, 2006

Deutsche Sprache, schwere Sprache

Written by Adger
(Danke, schlachti`mcl)

Wie Kerle, nur ganz anders...

Written by Adger
Ohne Worte.

(Danke, Torsten|pl)

Spitzengespräch

Written by Adger
Der Empfehlung von Jhary folgend sah ich mir heute mal diesen interaktiven Weltatlas bei der Tagesschau an, um prompt mit meinem zweiten Klick von folgender Meldung überfallen zu werden:

Spitzengespraech DFB DFL Krawalle
Ich sehs ja ein, dass wegen der Krawalle dringend was geschehen muss, aber muss deswegen gleich die israelische Luftwaffe ins Spiel gebracht werden?

Sachen gibts... (73)

Written by Adger
Sparschwein aus GoldManche Leute wissen nicht, wohin mit ihrem Geld. Das kann schonmal zum Problem werden, wenn überall im Haus das Geld einfach nur so herumfliegt. Das muss ja nun nicht sein. Und damit das dann auch stilecht weggesteckt werden kann, gibt es Sparschweine. Aber nicht etwa aus Keramik oder Plastik, das wäre zu profan. Der Sparer von Welt kauft sich sein Sparschwein aus der Reality-Serie von Harry Allen. Das ist nicht nur eine exakte Replik eines Ferkels, sondern auch noch vergoldet. Dafür kostet dieses lebensnotwendige Schmuckstück auch nur knappe 210 Euro (plus die üblichen Portokosten und so) bei wheredidyoubuythat.

Sachen gibts... (72)

Written by Adger
Briefbeschwerer Bierdosen ChromEs gibt immer wieder unheimlich sinnvolle Dinge, die in keinem Büro und auf keinem Schreibtisch fehlen dürfen. Dazu gehören eindeutig die Briefbeschwerer des Designstudios Dupd Design in Form von Bierdosen. Verchromt, versteht sich. Diese originalgetreuen Bierdosen sind beschwert und unterscheiden sich ansonsten wohl nicht von handelsüblichen Getränkecontainern - wenn man vom "fast geschenkt" Preis von umgerechnet nur noch 77 Euro (plus Porto etc.) mal absieht.

Wer sowas wirklich braucht: Gibts bei moss.

PS3 Werbung

Written by Adger
Über die Wunschaussage dieses Werbefilms der Firma Sony für die kommende "Superconsole" PS3 bin ich mir nicht wirklich im Klaren, aber vielleicht soll das ja ebenso spekulativ bleiben, wie die Frage, wer sich das Dingen angesichts von Preis und Verfügbarkeit wirklich kaufen wird...

Sachen gibts... (71)

Written by Adger
Concept Saint B Cross-shaped Flash MP3 Player
Zielgruppenbewußtsein bedeutet, dass Form und Aussehen sich nach der Zielgruppe und nicht nach der Funktion richten. "Design" nennt man das dann in Ermangelung anderer erklärender Ausflüchte. Das englische Designerstudio Man Works Design dachte wohl an eine recht spezielle Zielgruppe und entwarf deshalb "Saint B", eine Konzeptstudie eines MP3 Players in Form eines Kreuzes. Das Studio beschreibt das Konzept mit folgenden Worten:
"A form of the player is inspired by the original Christian symbol, the cross. Indeed, we wear it in the same manner as a player - around the neck.

We are playing not only with the form, but with religious symbolsycs. This player immediately brings many questions - whether it is possible to listen to any kind of music on it? Whether it can keep on playing a role of the religious symbol? Does everybody have a moral right to wear this thing?"
Tjo. Das zeigt mal wieder, wo man die Kaufkraft vermutet: Bei den technophilen Christen und nicht bei den technophoben... äh... "Andersgläubigen". Allerdings sind so ein Halbmond oder Stern oder siebenarmiger Kerzenhalter auch eindeutig größere Herrausforderungen für die Herstellung. Naja, mal sehen, wann es dieses (oder ähnliche) Gimmicks beim Priester um die Ecke zu kaufen gibt - Preloaded mit den neuesten Botschaften des jeweiligen religiösen Führers...

Werbung mit Gaming

Written by Adger
Computerspiele haben noch immer einen überwiegend gewaltverherrlichenden Ruf und wer zugibt, ein "Gamer" zu sein, wird meistens sehr schräg angesehen und man kann förmlich die Gedanken lesen, die hinter den Stirnen der mit diesem Geständnis konfrontierten, zumeist erzkonservativen Holzklötzchenpädagogen ablaufen: "War die Jugend wirklich so schlimm? Die Eltern sahen doch ganz normal aus? Nicht gestillt? Hat ihn sein Vater nicht wieder ausgegraben?" Meistens fehlt dann nur noch die Frage "Bist auch Du ein Serienkiller?" die man - nach Beginn der beinahe zwanghaft von oben erwähnten Weltenrettern beiderlei Geschlechts eingeleiteten Individualtherapie - nur zu gerne mit einem entschiedenen "JA!" beantworten möchte.

Dennoch. Die Coca-Cola Company dachte sich wohl "Das muss doch alles gar nicht sein" und zeigt uns in einem ihrer aktuellsten Werbespots, wie das beim Gaming tatsächlich abgeht, wenn der Protagonist mal seinen guten Tag hat:

Lustig, aber irgendwie total unglaubwürdig.

Fehlermeldung

Written by Adger
Im Moment treibt mich Blogger / Google in den Wahnsinn. Seit gesteren ist das Posten von Artikeln sehr nervig, denn alle Nase lang bekommt man folgende vielsagende Fehlermeldung:

Blogger There Were Errors
"Details" verrät dann auch nur: "001 java.net.ConnectException: Connection refusedblog/29/60/5/tapirherde/2006/10/"

Nach dem 30. oder 40. Versuch, den Eintrag durch das CMS zu prügeln, klappt es dann meistens irgendwann... Wenn es wenigstens an mir läge oder sich die Damen und Herren von Blogger mal dazu herab ließen irgendwas zu dem Thema zu sagen, aber nö, das ist mal wieder zu viel verlangt. Naja, egal. Wenn es heute also etwas zäh läuft mit den neuen Beiträgen: Ich tue mein Bestes...

Ganz harmlos

Written by Adger
Israel PanzerDie Welt ist verwirrend kompliziert. Eigentlich möchte Israel, dass unsere Soldaten dafür sorgen, dass Israel nicht mehr vom Gebiet Libanon aus angegriffen wird. So gerne möchte Israel das, dass man bei der Bundesregierung sehr nachdrücklich darum gebeten hat, dass wir unsere Truppen doch bitte auch dort stationieren mögen. Wir erinnern uns? Vor noch gar nicht allzu langer Zeit hat Israel sich gedacht "nu reichts!" und hat seine Truppen in einem international überwiegend kritiserten Feldzug (die USA fand das toll, alle anderen nicht so) in den Libanon geschickt und da mal so richtig gezeigt, wo der Frosch die Locken hat.

Nun sind unsere Soldaten da unten, zwar nur auf Schiffen und nur ein Stück weit vor der Küste, aber sie sind da und sie tun ihren Job. Das scheint den Israelis aber eher nicht zu gefallen, denn irgendwie haben die ziemlich viel Spaß daran, unseren Jungs das Leben schwer zu machen. Nicht etwa mit der Bürokratie (das können wir bestimmt besser), sondern mit ihrer Luftwaffe. Erst wollte man wohl Zielschießen auf unsere Marinehubschrauber machen, dann dachte man sich wahrscheinlich "Zielschießen ist zu auffällig, dann doch lieber einfach 'rumschubsen!" und knisterte "etwas näher" mit seinen F16 Jets daran vorbei. In so einem Hubschrauber ist das so rein gar nicht lustig, wenn Kampfjets knapp daran vorbeidüsen. Das wissen auch die Piloten in den Jets.

Da fragt ich mich: Warum machen die das? Sehen unsere Einheiten aus wie irgendwelche militanten Extremisten? Schippert die Hisbollah im Mittelmeer mit deutschen Fregatten herrum und fliegt deutsche Hubschraubern? Oder heißt es bei der Israelischen Luftwaffe "Feind ist, was nicht israelisch ist und sich bewegt"? Leute, wenn Ihr nicht wollt, dass wir unsere Jungs da mit Euren eigenartigen Problemen beschäftigen: Sagt was! Ernsthaft! Wir haben genügend eigene Probleme! Wir müssen uns da nicht mit Euren territorialen Problemen herumschlagen. Wir können unsere Leute auch anders beschäftigen.

Ich meine, noch ist das ja vergleichsweise harmlos, aber bevor auch unsere Einheiten mit Cluster- oder Phosphorbomben beharkt werden oder nach Euren "völlig legitimen Einsätzen" plötzlich auch auf unseren Schiffen eine erhöhte Rate angereicherten Urans festgestellt wird, machen wir uns doch lieber vom Acker, weil als Zielscheiben oder Testfiguren für Eure Weltherrschaftsansprüche sind uns unsere Jungs dann doch zu schade.

Wir wollen uns schließlich nicht aufzwingen, gelle?

Samstag, Oktober 28, 2006

Games mit Schrecksekunde

Written by Adger
Spiele, die Albträume verursachen (sollen), hat GameTrailers pünktlich zu Halloween verglichen und in einem Videozusammenschnitt zu den "Top 10 Scariest Video Games" zusammengestellt.

Ich weiss nicht, aber bei einigen dieser Titel kann ich die Entscheidung nun so rein gar nicht nachvollziehen, aber nun gut, Geschmack ist relativ.

Überschrift des Tages (12)

Written by Adger
Es gibt Dinge, die können wir in Deutschland ganz besonders gut. Eins davon ist "integrieren", das andere ist "Eigenverantwortung übernehmen". Beides zusammen kommt gerade im Zusammenhang mit dem Problemfall, der sich in Afghanistan vor der Kamera ziemlich daneben benehmenden Soldaten sehr schön zur Geltung, wie die folgende Überschrift aus dem Stern zeigt:

Bundeswehrskandal - Die Ossis waren es
Im Artikel wir dazu zitiert:
Der einhellige Tenor im Ort lautet: Das war bestimmt kein Mittenwälder. Auch Hans Peter Wilhelm von der Feuerschützengesellschaft betont, dass 90 bis 95 Prozent der hier stationierten Soldaten Zugereiste seien, vor allem aus den Neuen Bundesländern. Er kenne überhaupt keinen echten Mittenwälder, der in Afghanistan gewesen sei. Außerdem wäre das längst durchgesickert, wenn das jemand aus Mittenwald gewesen wäre. "Von uns war das keiner und wir wissen auch nichts."
So. Damit das mal klar ist! Ein Guter Bayrischer Soldat(™) dient nicht im Ausland! Und deshalb kann er im Ausland auch gar nicht das Bild der Heimatstadt beschmutzen! Damit das mal klar ist!

Liebe Bayern, falls es Euch noch nicht klar sein sollte: Es interessiert niemanden einen gepflegten Scheißdreck, in welcher Stadt die Soldaten stationiert waren. Es geht jetzt gerade mal nicht darum, ob in Mittenwald Kriegsverbrecher verehrt werden oder Leichenteile als Sportgerät herhalten oder sonstwas veranstaltet wird. Das ist gerade völlig egal. Aber es ist gut zu wissen, dass "Ihr" Euch noch immer als "Deutsche" seht, nur alle anderen außerhalb Bayerns sind eben nach Eurer Ansicht keine Deutschen. Und wer aus dem Osten kommt, ist nach Eurer Lesart vielleicht gerade noch wert, im Ausland verheizt zu werden, aber mehr auch nicht.

Da frage ich mich: Wofür brauchen wir eigentlich Bayern?

Wirksame Kontrollen - Von wegen! (2)

Written by Adger
Sueddeutsche - Polizisten mit G36Wir erinnern uns? Neulich wurde ganz großes Kino aufgefahren, weil irgendjemand aus den USA der Meinung war, dass irgendjemand in England eventuell eine Reihe Anschläge auf Flugzeuge verüben können wollen würde oder so und man deshalb mal eben ein anderes Land dazu zwingen müsse, am Rande der eigenen Legalität zu operieren. Jedenfalls wurden daraufhin eine Menge Leute verhaftet und die Sicherheitsbestimmungen wurden unwesentlich verschärft und dadurch wurde das Fliegen mit dem Flugzeug wurde um Längen sicherer. Hieß es jedenfalls.

Der Star-Ledger, Tageszeitung aus New Jersey, USA, berichtete gestern, dass da wohl doch nicht alles so ganz astrein funktioniert bei der Kontrolle und der Sicherheit. So sicher, wie die USA das so gerne behauptet, sind wir dann wohl doch nicht, denn:
"Screeners at Newark Liberty International Airport failed 20 of 22 security tests conducted by undercover U.S. agents last week, missing an array of concealed bombs and guns at checkpoints throughout the hub's three terminals, federal security officials familiar with the results said."
20 von 22 Stichproben fielen durch? Bei 90% der Stichproben wurden Schusswaffen und Sprengstoffe nicht gefunden? Das bedeutet, wenn in Jersey 10 Terroristen (also das, was die USA dafür hält) ins Flugzeug wollen, dann werden 10 das auch schaffen? Was sagt denn die Sicherheitsabteilung des Flughafens dazu? Mark Hatfield Jr., Newark Airport staatlicher Sicherheitsdirektor:
"We can do better, and training is the path to improved performance"
Naja, ok, wenigstens was, Training ist ja immer gut. Aber was meint man denn so zu dem Ergebnis speziell?
"Test results are not a grade or a scorecard; they are a road map to perpetual improvement; any other characterization is simply misleading. We have to challenge ourselves to do better every day and be relentless in that pursuit."
Wa?! Testergebnisse sind kein Maßstab? Testergebnisse sind "nur eine Roadmap für Verbesserungen"? Mit anderen Worten "Testergebnisse sagen gar nichts aus"? Es ist völlig aussagefrei, wenn es Leuten "im Testlauf" gelingt, Waffen und Sprngstoffe an Bord von Flugzeugen zu bringen und die Security bemerkt nichts? Na wenn das so ist, was soll dann das ganze Tamm-Tamm um "gesteigerte Sicherheitsstandards", wenns eh keinen interessiert? Was soll dann der Blödsinn mit kein Essen, keine Flüssigkeiten, keine Technik und was weiß ich alles was man sonst noch nicht mitnehmen darf? Alles nur Schikane und PR?

Irgendwie kommt mir dieses ganze Terror-Gehabe der USA langsam aber sicher immer mehr wie eine große, schlecht inszenierte Werbeveranstaltung vor, aber wahrscheinlich bin ich einfach zu blind für die Gefahr, die mir droht.

(Quelle: Star-Ledger)

Wahlen und Urteile

Written by Adger
Saddam Hussein vor GerichtMan mag ja glauben, dass autonome Staaten in der Findung ihrer Entscheidungen frei sind und dass sie selber bestimmen, was sie wie entscheiden. Man mag ja auch glauben, dass der Irak eine eigenständige, autonome Regierung hat und dass die USA im Lande "nur" zur Wiederherstellung der Demokratie anwesend ist. Man kann auch glauben, dass es Zufall ist, dass der Prozeß um den ehemaligen Machthaber im Irak, Saddam Hussein, eine bemerkenswerte Pause erfährt. Der Prozess ist nämlich im Großen und Ganzen "durch", nur der Urteilsspruch - von dem alle Welt eigentlich jetzt schon weiß, wie er ausfallen wird - fehlt noch.

Der Urteilsspruch wird aber ersteinmal nicht verkündet. Angeblich weil man noch ein paar Zeugen hören will und weil die Richter noch hier und da ein paar Dinge tun müssen oder wollen, die Richter eben so tun und darum wird das alles nichts. Aber irgendwie stellt man sich doch die Frage, was denn wohl CBS gestern mit folgendem Kommentar zu der Frage meinte, wann denn wohl das Urteil verkündet wird. Jim Axelrod, Korrespondent von CBS News im Weißen Haus berichtete, dass ein offizieller Vertreter des Weißen Hauses ihm folgendes in Bezug auf den Prozeß um Saddam Hussein gesagt hätte:
"You're not going to see anything before November 8th. It would be political suicide, and Karl Rove would never allow it."
Jim Axelrod erklärte weiter, dass nach Angaben dieses offiziellen Vertreters vor dem Wahltag auch keine signifikanten Veränderungen in der Irakpolitik zu erwarten sind - Wahltag ist am 7. November. Da werden in den USA Vertreter des Senats UND des Repräsentantenhauses neu gewählt und in vielen Bundesstaaten finden lokale Wahlen statt. Unter anderem werden 36 Gouvernöre neu gewählt. Der 7. November ist für die Politik in den USA ein nicht ganz unwichtiges Datum.

Die Implikationen dieses Zusammenhanges darf sich jeder selber ausmalen, aber zumindest für mich stärkt es das Vertrauen in die USA eher nicht.

Winterzeit

Written by Adger
UhrNicht vergessen: Heute Nacht gilt in Deutschland wieder die Winterzeit! Die Uhren werden eine Stunde ZURÜCKgestellt.

Dadurch ist es abendens länger hell und wir haben mehr Licht und so... heißt es jedenfalls. Ob's was bringt weiß eigentlich keiner so ganz genau, aber wir machen trotzdem mit.

Moderne Nachrichtengestaltung

Written by Jhary
Während Blogs wie dieses sich mittlerweile als Forum zur Meinungsveröffentlichung und -manipulation etabliert haben, suchen kreative Köpfe auf der ganzen Welt nach neuen Methoden, Nachrichten aller Art ansprechend - und meistens auch interaktiv und graphisch - zu präsentieren.

Adger hatte vor ein paar Tagen ja schon auf Ms. Dewy hingewiesen, die humorvoll und ansprechend (und manchmal nervtötend...) ein HI zu einer Suchmaschine bildet. Einen Schritt weiter geht ein Projekt an der Northwestern University, das auf Basis der Gameengine von Half-Life 2 Nachrichten, RSS-Feeds und Blogs personalisiert zusammensuchen und mit virtuellen Nachrichtensprechern präsentieren soll: "News At Seven" - durchaus beeindruckend.

Aber selbst unsere eher etablierten und als konservativ verschrieenen öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender wie die Tagesschau bemühen sich, den Nachrichtenkonsumenten (also uns) Informationen anschaulich nahezubringen. So haben sie zum Beispiel eine interaktive Weltkarte in ihr System eingebunden, das grundlegende Informationen zu Staaten zur Verfügung stellt und als Gimmick auch gleich Nachrichten mit Icons zur Schnellansicht präsentiert.


Sieht fast so aus, als seien bald die Zeiten vorbei, in denen man mehr bedienen können musste als eine Maus und mehr lesen können musste als eine Menue-Überschrift... Brave new world.

Freitag, Oktober 27, 2006

Verkehrsberuhigung

Written by Adger
(Danke, kork)

The Army Cares for You - not?

Written by Adger
Etwas, über das auch wir uns langsam bewusst werden müssen, ist die Frage, was das Militär eigentlich macht, was es aus dem Menschen macht und was für Folgen das haben kann. Eine seit Jahren laufende Diskussion ist die Forderung nach der Umstellung des Systems der Wehrpflicht auf ein System der freiwilligen Verpflichtung zum Dienst in der Armee. Weg von der Armee der Zwangsverpflichteten, die häufig wenig bis gar nicht motiviert sind hin zu einer Armee aus hochmotivierten Freiwilligen. So lautet jedenfalls das Argument der Befürworter.

Ob eine Armee notwendig ist oder nicht, das ist eine andere Diskussion, die ich an dieser Stelle nicht anschneiden möcht. Aber man sollte schon mal über den Tellerran schauen und vergleichen, was anderswo für Erfahrungen gesammelt werden.

Aus diesen Erfahrungen können wir lernen und sollten wir lernen, damit unsere Soldaten nicht ein vergleichbares Schicksal erleiden, wie die im Film vorgestellten Schicksale. Möglich ist das aber nur, wenn wir uns dazu bekennen, dass unsere Soldaten ein Teil unserer Gesellschaft sind. Nur in diesem Bewustein ist es möglich, sich erfolgreich mit dem Problem zu befassen und echte Lösungen für die sich am Horizont abzeichnenden Probleme zu entwickeln.

Fragen...

Written by Adger
Es gab schon vorher einige interessante Fragen, die ein sehr eigenartiges Licht auf die Vorgänge am 11. September 2001 geworfen haben. Die im Film gestellten Fragen sind darum aus mehreren Gründen interessant. Was wußte der Präsident der USA vorher? Wie kann der Präsident das erste Flugzeug mit dem WTC kollidieren sehen, wenn diese Bilder erst am folgenden Tag erstmalig gesendet wurden? Warum haben sich der Stab und seine Sicherheitsberater im Licht der Ereignisse so eigenartig verhalten, wie sie es taten? Warum dauerte es 411 Tage bis zum Einsetzen der Untersuchungskommission? Warum wird ausgerechnet Henry Kissinger als Kopf der Kommission eingesetzt? Warum wird der ausgerechnet durch Thomas Kean und Lee Hamilton ersetzt? Wie ist das Verhalten des Untersuchungsausschusses zu erklären? Was soll da verschleiert werden? Warum die Geheimniskrämerei?

Bundeswehr in Trouble

Written by Adger
Bild Soldat mit SchaedelDie Bundeswehr hat ein Problem. Soldaten in Afghanistan haben - aus welchen Gründen auch immer - eine Grenze überschritten, die keinesfalls hätte überschritten werden dürfen. Mit den Gebeinen von Toten stellt man keinen Unfug an. Erklären kann man es vielleicht mit Aussagen wie "Lagerkoller", "Frust", "Übermut" oder was weiß ich. Bilder davon zu machen ist nicht nur nicht unverständlich, es ist auch unglaublich dumm. Aber trotz aller Perversion ist es nachvollziehbar: Wenn man schon "den großen Macker" spielt, dann will man ja auch zeigen, dass man der große Macker ist.

Es mag für uns hier zwar völlig harmlos klingen "mal eben in Afghanistan für Ruhe zu sorgen", aber "harmlos" ist wahrscheinlich das letzte Wort, das den Soldaten dort einfallen wird, wenn sie ihren Einsatz beschreiben sollen. Angefangen bei der Trennung von der Heimat, über das Leben in einem vollkommen unverständlichen und fremden Land bis hin zur bewaffneten Auseinandersetzung ist der Job der Soldaten dort bestimmt nicht "lustig" oder "entspannend". Ein wenig mit Heimkehrern sprechen hilft zu verstehen, was dort abgeht.

Ich kann und will die Vorgänge nicht beschönigen und schon gar nicht in Schutz nehmen. Ich will auch die Soldaten nicht verteidigen, die dort ganz eindeutig weit über die Grenzen des Zumutbaren oder Vertretbaren hinausgegangen sind. Aber was genau passiert eigentlich gerade?

Die Medien drehen frei und walzen das Thema aus, in jeder Breite und in jede Richtung. Deutschlands Meinungsmacher Nummer eins, die Bild, ganz weit vorne weg. Aber was ist denn wirklich schief gegangen? Ein Haufen Soldaten hat wahrscheinlich in der Freizeit den großen Max markiert. Kann man das mit Erziehung ausradieren? Kann eine Umstellung der militärischen Ausbildung, die nichts Anderes ist als eine "Erziehung", dieses Verhalten verhindern?

Die Ausbildung beim Militär soll den Soldaten formen. Er soll Befehle so perfekt wie möglich und so effizient wie möglich ausführen. Er soll auf Befehl töten. Er soll Dinge tun, die "Normalsterbliche" nicht tun wollen, nicht tun würden. Der Soldat wird darauf konditioniert, genau diese Regeln zu überwinden. Daraus entsteht der Konflikt, der in Extremen münden kann, die wir ratlos als "Aussetzer" zu erklären versuchen. Diese Erfahrung haben auch schon andere Truppen und Staaten gemacht, zu allen Zeiten. Das uns präsenteste Beispiel ist die US Armee.

Hat wirklich irgendwer gedacht, dass "unsere Jungs" anders sind, dass "unsere Jungs" Supermänner sind und die anderen "Stümper", "Nixkönner"? Vielleicht, aber wahrscheinlich sind das auch diejenigen, die mit Soldaten aus solchen Einheiten nichts zu tun haben und von den Einsätzen bestenfalls wissen, was im lokalen Käseblatt hin und wieder mal gnädig berichtet wird. Von solchen hört man dann Sätze wie: "Bundeswehr in Afghanistan? Ich denk, die ist im Kongo?"

Die internationalen Reaktionen sind interessant, besonders bemerkenswert der Kommentar aus dem Inselkönigreich. Die britische Financial Times schreibt:
"Deutschlands militärische Kraft ist eine gute Sache. Die Welt braucht mehr davon. Das ist die Lektion, die Deutschland und Europa seit dem Ende des Kalten Kriegs gelernt haben. Und das ist die Botschaft, die sich durch das neue Strategiepapier der Bundesregierung für eine Einsatzarmee zieht. Aber Berlin muss diesen Weg noch weiter gehen. Vor allem muss es die Wehrpflicht abschaffen, die die Bundeswehr einschränkt."
Eine wirklich interessante Betrachtung, zumal sie ausgerechnet von da kommt, wo man sich näher an der Leitlinie aus Washington sieht, als an der aus Brüssel. Und diese Sichtweise zeigt nachdrücklich auf eines unserer größten eigenen Defizite: Die Wahrnehmung unserer Soldaten durch das Volk.

Wir alle, jeder einzelne Bundesbürger sollte sich spätestens jetzt fragen, was die Jungs und Mädels da draußen eigentlich tun und warum wir so wenig davon erfahren. Warum erfahren wir nicht, was genau da unten im Kongo passiert? Warum erfahren wir nicht, was die Marine da genau vor der libanesischen Küste tut? Warum erfahren wir nicht, was unsere Soldaten in Afghanistan, im Kosovo, auf Zypern, am Horn von Afrika und was weiß ich wo die noch alles stationiert sind erleben, durchmachen und tun? Warum sind unsere Medien auf dem Auge so unglaublich blind? Warum müssen wir uns darauf verlassen, das andere Staaten uns erzählen, was unser Leute woanders treiben?

Wie sollen wir "mitreden", wenn alles was wir erfahren entweder schöngeredete Propaganda der eigenen Politiker oder das exakte Gegenteil der anderen Seite ist? Selber hinfahren können wir nicht, sollten wir vielleicht auch nicht. Aber unsere Medien, die dürfen sich mal langsam in Bewegung setzen und akzeptieren, dass Deutsche Soldaten im Ausland Dienst tun und das es jeden Bundesbürger angeht, was die eigene Vertreidigungsarmee dort treibt, denn letztendlich sind es meine, sind es Deine Interessen, die unsere Soldaten da verteidigen und sichern. Alleine das sollte als Rechtfertigung für die Medien ausreichen, sich endlich mal mit diesem Thema zu befassen.

Aufklärung war bislang noch immer das beste Mittel zur Verhütung. Dazu gehört aber nicht nur Aufklärung über die Mißstände, sondern generell Aufklärung. Über alles. Und das beginnt bei der Berichterstattung.

Donnerstag, Oktober 26, 2006

Sachen gibts... (70)

Written by Adger
Grohe Dusche Thermostat FernsteuerungDuschen sind eine sehr nützliche Erfindung. Praktisch sind sie auch, weil es schnell geht, man im Vergleich zum Baden (in der Wanne) Wasser spart und weil es vielleicht noch andere Gründe gibt. Wenn nur nicht immer das irrsinnig lästige hin und her zu Laufen zwischen Regler und Brause wäre, bis man denn endlich mal die richtige Einstellung für Wasserdruck und Temperatur gefunden hat. Sehr lästig! Was gäbe man nicht darum, dieses Problem zu lösen...

Es gibt Hoffnung! Die Firma Grohe hat in England eine kabellose Fernsteuerung für Duschen auf den Markt gebracht, mit der sich die wichtigsten Einstellungen vornehmen lassen. Ein Knopfdruk und schon beginnt die Dusche zu sprudeln und zu plätschern. Man kann sogar die Dusche schonmal vorlaufen lassen, damit die Temperatur und Fließgeschwindigkeit sich schonmal richtig eingestellt haben, sobald man aus dem Westflügel das Bad im 8. Stockwerk erreicht hat. Überaus praktisch! Belegt die Tochter oder Ehefrau mal wieder stundenlang das Bad während man sich dringendst auf das Golfturnier vorbereiten muss? Kein Problem! Einfach die Dusche mit einem weiteren Knopfdruck abstellen.

In Deutschland gibt es das Produkt noch nicht im Handel, aber das kann nur eine Frage der Zeit sein. Preis auf Anfrage.

Eat it!

Written by Adger
Weird Al im japanischen Fernsehen mit seinem Klassiker "Eat it":

Bewundernswert durchgeknallt.

Wegen der Sicherheit...

Written by Adger
Schusssichere Buecher - Bulletproof BooksIn Zeiten, in denen man immer damit rechnen muss, in Schulen niedergeschossen zu werden, ist es sinnvoll, sich Gedanken darüber zu machen, wie man solchen plötzlichen Angriffen auf sein Leben erfolgreich entgehen kann. Bill Crozier, der sich zur Zeit um das Amt als Chef der Schulbehörde in Oklahoma bewirbt, hat sich deshalb vorgenommen, allen Schülern und Lehrern mehr Sicherheit im Alltag zu veschaffen. Nicht etwa durch Eingreifen in die Abgabe von Waffen. Auch nicht durch effizientere Kontrollen in Schulen oder gar Methoden und Maßnahmen, die an der Wurzel des Problems ansetzen.

Herr Crozier denkt sehr viel Praxisorientierter und in naheliegenderen Bahnen. Er will, dass in Zukunft die Schulbücher das Leben der Schüler und Lehrer Schützen sollen - abe rnicht durch Bildung, sondern durch Kevlar! Bei Experimenten mit Schulbüchern und Waffen bei Schießereien in Schulen verwendet wurden, fand er heraus, dass Lesebücher die Projektile aus den Pistolen schon recht gut stoppen, bei Gewehren aber noch ziemlich versagen.

Die Lösung? Naheliegend! Man verstärkt die Schulbücher einfach mehreren Lagen Kevlar! Oder mit Panzerplatten! Oder man steckt die Kinder gleich in schußsichere Ganzkörperpanzer. Mit Helm! Eigentlich ist das ja viel zu teuer, besser, die Kinder gehen erst gar nicht zur Schule, sondern bleiben zu Hause! Nein, noch viel besser - zu Hause können sie ja Unfug treiben: Die Kinder bleiben direkt unter staatlicher Kontrolle und Obhut...

Ich mein, ok, ich sehe ja ein, dass die Amerikaner mal in einer Zeit gelebt haben, in der es notwenidig gewesen sein mag, sich und seinen Besitz mit Waffen zu verteidigen. Heute sollte es die stärkste Ökonomie der Welt doch wohl schaffen, seinen Bürgern diesen Schutz von staatlicher Seite aus zu gewährleisten. Andere Staaten, die nicht so toll und fortschrittlich sind wie die USA schaffen das ja schließlich auch.

Mal schauen, wer stellte noch die Dragon Skin Armor her? Pinnacle? Direkt mal Aktien kaufen.

(Quelle: wbir)

Das Leben kann sehr hart sein...

Written by Adger
No Time for Nuts is no longer available
Ok, bei Google nicht mehr, aber woanders, weit im Osten, doch noch - und in besserer Quali noch dazu. Ach ja: Dieses Produkt könnte in dem Zusammenhang auch der eine oder andere interessant finden...

Heiraten

Written by Adger
Es gibt gamer, die kommen irgendwann auf die Idee, dass es notwendig oder sinnvoll wäre zu heiraten. Nicht den Computer oder die Console oder so, sondern einen anderen Menschen. Damit aber auch dieses Ereignis ein eindeutiges Statement an die Welt wird, lässt man sich natürlich die entsprechende Hochzeitstorte produzieren: Zum Beispiel im Stile von Super Mario:

Super Mario Hochzeitstorte
Ich weiss zwar nicht, in welchem Outfit Braut und Bräutigam zur Feier erschienen, aber für gewöhnlich sollen die Figuren auf der Spitze der Torte das Brautpaar symbolisieren und diesem möglichst ähnlich sehen:

Super Mario Hochzeitstorte Brautpaar
Aber auch den anderen Details wurde sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet:

Super Mario Hochzeitstorte Details
(Quelle: ziza, danke kork und nochmal herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag an dieser Stelle!)

Mittwoch, Oktober 25, 2006

Lateinstunde

Written by Adger
Devender, es heisst im Film: "Romanes Eunt Domus"!

Zwar alt, aber eindeutig zeitlos klasse.

Sachen gibts... (69)

Written by Adger
Maxi FernbedienungEs gibt immer wieder Situationen, in denen man mit entweder der Technik oder den Kumpels zeigen will, was wirkliche Macht ist. Fast jedes Gerät kommt ja heute mit irgendeiner tollen Fernbedienung und meistens sind nicht mal die Fernbedienungen desselben Herstellers untereinander 100% kompatibel. Ein lukrativer Markt für Dritthersteller. Aus der Branche gibt es ziemlich elitäre Geräte mit Displays und zig spezielfunktionen und wahrscheinlich sogar der Fähigkeit Bier zu holen und die Wäsche zu waschen und das alles nur für wenige hundert Euro pro Stück. Mit welchem Ergebnis? Wenn man sie wirklich braucht sind sie meistens nicht zu finden oder die zu beeindruckenden Kumpels erkennen nicht, welch einmaliges und sauteures Stück HighEnd Technologie sie gerade bestaunen dürfen.

Das muss nicht sein. Wer die Faxen dicke hat und wirklich zeigen will, was Sache ist, der gibt sein Geld für die Fernbedienung aus. Mit nur 13cm mal 28cm mal 2,5cm handlich und schwer zu übersehen. Für umgerechnet 28 Euro (plus Porto und so) ein echtes Schnäppchen. Gibts z.B. bei Brookstone.

Workout

Written by Adger

Des Volkes Zorn...

Written by Adger
Von uns weitestgehend unbemerkt geht zur Zeit in Ungarn fürchterlich die Post ab. Bevölkerung und Regierung liegen komplett über kreuz und die Auseinandersetzungen erreichen Dimensionen, die uns unvorstellbar erscheinen. In welchem Umfang die Bevölkerung gegen den Staat protestiert zeigt zum Beispiel dieses Video:

Damit nicht genug: Die Demonstranten "eroberten" sich auch einen ausgestellten Panzer, und ziehen damit durch die Straßen, was bei den Sicherheitskräften wohl das eine oder andere Kopfzerbrechen verursacht haben dürfte:

[Edit: Nein, das sind wirklich keine Regierungstruppen.]

Überschrift des Tages (11)

Written by Adger
Die Medien Berichten heute, dass unser Nachwuchs in Deutschland ziemlich auf Freundschaft, Vertrauen und Zuverlässigkeit abfährt. Geld und Manieren fallen zum Ausgleich hinten runter. Shit happens. Bei den Kindern zwischen sechs und vierzehn Jahren herrscht angeblich ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und große Hilfsbereitschaft. Fast genauso hoch steht der Leistungswille im Kurs. Umweltschutz ist übrigens total out. Cool fand ich aber was Siebenjährige heute unter Toleranz verstehen: "Ich bin Schalke-Fan, aber ich spiele auch mit einem Kind, das Dortmund-Fan ist."

Das fand ich toll und deshalb war ich von der entsprechenden Überschrift auf n-tv wenig überrascht:
Aber was sollte mir der zweite Teil sagen? Scheidung mit dem Messer?

Und tatsächlich. In Wien, der Hauptstadt der Alpenrepublik, hatte ein Ehemann endgültig die Faxen dicke von seiner Frau. Nach einem ausgiebigen Streit mit seiner Gattin entfernte er sich den Ehering. Inklusive Ringfinger. Der Hinrni wird deshalb demnächst den Richter sehen, aber nicht nur wegen des bereits länger laufenden "langwierigen Scheidungsverfahrens", sondern wegen "gefährlicher Drohung".

Den Griffel hat er sich nicht wieder anflicken lassen. Weit gefehlt. Er betrachte das als Akt der "Befreiung". Er wolle eh nicht wieder heiraten und den Ringfinger brauche er eh nicht.

Vielleicht sollte man beide einliefern. Ihn wegen fortgeschrittener Verblödung oder so und sie weil sie andere dazu bringt zu verblöden oder so. Aber Spass beiseite: Warum bei solchen Vorbildern keiner mehr Bock auf Ehe und so hat, wundert zumindest mich nicht ein Stück.

(Quelle: n-tv)

Spielen verboten

Written by Adger
Spielende KinderMan sollte meinen, dass Schulen genügend Probleme haben. Besonders in den USA. Da könnte man sich zum Beispiel um das Problem mit den Drogen oder mit den mitgebrachten Waffen kümmern. Oder vielleicht könnte man sich auch einfach mit dem Lehrstoff auseinandersetzen. Oder ein grundsätzliches Verständnis der Welt außerhalb der USA vermitteln. Das diese Ideen offensichtlich weit jenseits der tatsächlichen Probleme der Schulen von heute in den USA sind, beweist eine Grundschule in Willet, im südlichen Boston.

Behördenvertreter haben den Kindern der Willett Elementary School verboten, in den Pausen "Ticker" und andere Fangspiele ohne Aufsicht zu spielen, weil die Gefahr zu groß wäre, dass sich die Kinder dabei verletzen und die Schule dafür zur Verantwortung gezogen wird. Zwar ist dieses Verbot nicht auf den ganzen Bezirk bezogen, aber auch andere Schulen in dieser Gegend machten in der Vergangenheit schon durch andere, sehr weise Entscheidungen auf sich aufmerksam.

So wurde vor einigen Jahren das Spielen von Völkerball in den Pausen an den Schulen in Attleboro verboten, weil es ein ausgrenzendes und gefährliches Spiel sei. Auch Schulen in anderen Bezirken schlossen sich dem Vorgehen der Kollegen in Willet an. Grundschulen in Cheyenne, Wyoming, und Spokane, Washington verboten ebenfalls das Ticker-Spiel. In Charleston, South Carolina, wurden gleich alle Kontaktsportarten und -spiele verboten.

Unklar ist, wieviele Raummeter Holz für die Herstellung der Balken benötigt wurden, die sich die Elter, Lehrkräfte und Schulleiter dieser Schulen scheinbar mit wachsender Begeisterung schwungvoll vor den Schädel donnern. Wie man sonst auf solche Ideen kommen kann, ist mir ein absolutes Rätsel. Als Kind "Ticker" zu spielen ist ungefähr so selbstverständlich, wie das morgentliche Aufstehen unter Protest und der allabendliche Kampf gegen das ins Bett gehen. Und wer eine Schule dafür verklagt, weil sich das eigene Blag auf die Mappe gepackt hat, dem gehört doch echt einer an die Batterie. Soll er oder sie seinem Gör gefälligst beibringen besser zu sein und von der körpereigenen Motorik vernünftig Gebrauch zu machen. Aber naja, was rege ich mich auf. Wir hier in "Old Europe" haben ja sowieso keine Ahnung.

(Quelle: AP)

Willensfrage

Written by Adger
PrisonJemand sitzt im Knast. Mit 1972 im Alter von 25 Jahren zu lebenslänglicher Haft in der ehemaligen DDR wegen Mordes verurteilt. Nach 20 Jahren die Aussicht auf vorzeitige Haftentlassung, nach weiteren 14 Jahren eine weiter Möglichkeit. Jetzt die Preisfrage: Warum sitzt Gerold H. in Ostberlin trotz mehrerer Verhandlungen auf vorzeitige Haftentlassung noch immer in Haft?

Antwort: Weil er es will. Trotz mehrfachem Angebots auf Haftentlassung hat Gerold H. bislang alle diese Angebote ausgeschlagen. Das Deutsche Rechtssystem sieht zwar eine Begnadigung vor und auch eine Haftentlassung wegen guter Führung und so weiter, aber wenn der Inhaftierte nicht will, dann kann er nicht vor die (Zellen-)Tür gesetzt werden.

Ich vermute, dem Mann ist es einfach nicht Geheuer in die Welt da draußen entlassen zu werden, die sich seit seiner Inhaftierung nicht nur um 34 Jahre weiterentwickelt hat, sondern auch einen kompletten Systemwechsel durchlebte. Wer würde da schon klarkommen und sich nicht als "Außerirdischer" fühlen?

(Quelle: Reuters)

Dienstag, Oktober 24, 2006

Sachen gibts... (68)

Written by Adger
In Japan baut man gerne Roboter. Professor Hideji Nakata vom Hokkaido Tech College hat sich an diesem Volkssport im Land der aufgehenden Sonne beteiligt und zur abwechslung mal einen Roboter gebaut, der nicht aussieht, wie ein Mensch und etwas kann, was Menschen nicht können. Dieser Roboter kann an glatten Wänden hoch klettern. Mit 50cm x 50cm x 15cm und 6 Kilo Gewicht dürfte dieses noch in einem frühen Entwicklungstadium befindliche Gerät sicher bald das Interesse von Fensterputzern und Militärs auf sich ziehen.

Der nervige Sound kommt übrigens von den Kompressoren, die in den "Füßen" des Roboters einen Unterdruck erzeugen, mit dem sich das Ding an der Wand festsaugt.

Skill

Written by Adger
Aus der Kategorie "Fähigkeiten, die bestimmt wichtig sind und von Japanern irgendwie vermarktet werden" heute: Hypnose.

Von Fliegen.

Das habe ich nie gesagt

Written by Adger
Onkel George hat eindeutig Erinnerungsprobleme:

Montag, Oktober 23, 2006

Gaming (4)

Written by Adger
Natürlich können die Öffentlich-Rechtlichen Medien die Gegenwehr der Gamingindustrie nicht unkommentiert stehen lassen und müssen darauf hinweisen, wo der wahre Bösewicht zu suchen ist und was tatsächlich an Gefahren für 50 Euro im Kaufhaus gehandelt wird. Eine Darstellung des "Gamings" aus der gegenüberliegenden Perspektive:

(Danke, Cobr4)

Modern Warfare (2)

Written by Adger
Nicht nur die Kombatanten ändern sich, sondern auch das Equipment durchläuft einige Veränderungen. Die Firma MetalStorm machte sich einen Namen mit der Behauptung ein System erdacht zu haben, dass unglaublich viele Projektile in unglaublich kurzer Zeit verschießen kann. Das folgende Video zeigt, was sich die Hersteller so alles ausgedacht haben, was damit möglich sein soll:

Allerdings hat auch dieses System ein paar Schwachstellen. Zwar wird immer wieder betont, dass die Systeme keine beweglichen Teile hätte, die ausfallen könnten, wodurch die Zuverlässigkeit der Waffensysteme erheblich gesteigert werden soll. Aber: Auch elektrische / elektronische Komponenten können ausfallen.

Einen Schlagbolzen im Gefecht zu tauschen ist sicher nicht die tollste Aktion und auch für eine gebrochene Feder hat man im Einsatz nicht immer das Ersatzteil dabei, aber wer hat schon eine komplette Platine mit Steuerlogik in der Tasche? Die Munitionsfrage ist nicht unbedeutend: Übliche Magazine sind immerhin nachfüllbar und einigermaßen handlich, aber sind es diese Magazine auch? Sind die überhaupt selber nachfüllbar oder ist man auf einen bestimmten Hersteller angewiesen? Wie lange sind diese Magazine lagerbar? Wie robust sind sie gegen Feuchtigkeit, Verbiegen, Schmutz und so weiter?

Das Sytsem wirkt zwar imposant und hat bestimmt den einen oder anderen Nutzwert, aber irgendwie fehlt das schlagende Argument. Die Abwehr von Flugkörpern gegen Schiffe wurde nicht ohne Grund von Geschützen auf Raketen umgestellt, dasselbe gilt für die Torpedoabwehr. Die wohl alles entscheidende Frage: Was bringt mir ein System, dass nach einem Schuss leer ist? Trotz allem: Imposant.

Drogenbeschaffung

Written by Adger
Haschplantage im PCVor ein paar Tagen berichtete die polnische Polizei von einer erfolgreichen Razzia - nein, nicht auf einem Ausflugsdampfer, sondern bei einem kreativen Pflanzer, der Hanf züchtete. Das machen viele, es ist aber trotzdem verboten. Dieser Pflanzer aber verdient schon besondere aufmerksamkeit, denn seine Plantage mit Beleuchtung, Bewässerung, Lüftung und so weiter, hatte er in einem PC untergebracht. Dieser PC wiederum war vollkommen funktionsfähig und wurde auch benutzt.

Kreativ sind sie ja, wenn sie an ihren Stoff wollen, das muss man ihnen lassen.

Sachen gibts... (67)

Written by Adger
Viele Hersteller von Digitalkameras machen ein ziemliches Gehabe um ihren Zoom und was man damit nicht alles tolles machen kann. Eine Japanische Firma dachte sich: "Das geht noch besser" und brachte das TC 245 auf den Markt. Ein Teleskop mit einer vergleichsweise geringen Auflösung von nur 3,1 Megapixel, dafür aber mit einem minimalen optischen Vergrößerung von 15x und einer maximalen Vergrößerung von Faktor 45. Kommt mit Dreibeinstativ, 2,5" TFT Panel, arbeitet mit SD-Karten und einem Fernauslöser - damit man nicht verwackelt. Die Kamera kommt aus Japan, das 60mm Objektiv aus Deutschland, das Gehäuse aus militärischer Produktion. Zu kaufen gibt es das Ganze in Amerika für umgerechnet 360 Euro (plus Porto und so).

Schadensersatz

Written by Adger
IsraelNachdem der Zweite Weltkrieg vorbei war, verpflichtete sich Deutschland zu umfangreichen Reparationsleistungen. Durchschnittlich wurden pro Fall von der Bundesrepublik 95.000 Euro für während der NS-Zeit geraubtes oder Enteignetes Eigentum gezahlt. Zum Vergleich: Frankreich zahlte "nur" 27.000 Euro und Österreich sogar nur 8.736 Euro je Fall. Dassind aber nicht etwa die sogenannten Wiedergutmachungszahlungen, denn die wurden bereits in den 1960er Jahren abgeschlossen wurden. Es geht speziell um den Ausgleich von Sachwerten, wie Grundstücken, Häusern, Kunstwerken und so weiter.

Österreich, das seine Eigenverantwortung für die Verfolgung der Juden erst im Jahre 2000 anerkannte, begrenzte die die Gesamtsumme für die Erstattung jüdischen Privateigentums von vorne herein auf 210 Millionen Euro, oder umgerechnet 13% des ursprünglichen Wertes, so die Israelische Zeitung Haaretz. Neben verschiedenen sachlichen Ungereimtheiten und auch nicht immer ganz nachvollziehbaren bürokratischen Winkelzügen macht aber vor allem nachdenklich, wer bislang bei der Erstattung von Leistungen die größte Nachlässigkeit an den Tag gelegt hat: Israel selber.

Osteuropäische Juden investierten im damals britischen Palästina in Grundstücke, Kunstwerke, Schmuck und Bankkonten, um eine Art Lebensversicherung zu haben. Insgesamt geht es um rund 1000 Grundstücke, 1500 Kunstwerke und Schmuckstücke und über 3500 Bankkonten, zu denen auch Aktien der zweitgrößten Bank Israels, der Bank Leumi gehören. Alleine diese Aktien einen ungefähren Gegenwert von mehr als 200 Millionen Euro.

Ein Ausschuss der Knesset forderte nach einer Untersuchug die Einrichtung einer Behörde, die rechtmäßige Erben von Opfern des Holocaust ermitteln soll, deren Eigentum bis heute vom Staat Israel verwaltet wird. Diese Behörde hat bis heute ihre Arbeit nicht aufgenommen.

Es ist eine Sache, wenn man das überaus sensible Thema der Entschädigung anfasst und darauf hinweist, was alles schief läuft. Aber zu lesen, dass eine israelische Zeitung darauf hinweist, dass sich Deutschland vorbildlich in dieser Frage verhält und ausgerechnet Israel selber ein irgendwie eigenartiges Gebaren an den Tag legt, macht zumindest mich doch irgendwie nachdenklich.

(Quelle: N-TV)

Sonntag, Oktober 22, 2006

Der kleine Unterschied

Written by Adger
Wir alle wissen, das Männer und Frauen unterschiedlich sind. Warum das so ist, erklärt Scheich Jassem Al-Mutawah der Welt wie folgt:

Da bleiben doch wenige Fragen offen, oder?

(Danke, mort)

Samstag, Oktober 21, 2006

Gaming (3)

Written by Adger
Die Wahrheit über Gamer und Egoshooter! Ein Muß für jeden, der sich über dieses Thema objektiv weiterbilden will.

Ok, vielleicht nicht ganz so "objektiv", aber auf jeden Fall mal ein unterhaltsames Statement der "Gegenseite"...

(Danke, Deichshaf!)

Werbung - Adults Only!

Written by Adger
ShaiWerbung ist gerne umstritten. Oder anders: Umstrittene Werbung ist meistens gut. Werbung, die gut ist, verkauft auch was - zwar nicht immer das Produkt, aber doch irgendwas. Die französische Bekleidungsfirma Shaï hat einen interaktiven ...ähm... "Katalog" (*hüstel*) ins Web gestellt, der alles ist, nur nicht jugendfrei. Unterlegt von ziemlich cooler Musik kann man hier zusehen, wie die Produkte der Firma ausgezogen werden... und mehr.

Ich will jetzt nicht dazu animieren, sich im Internet mit Hardcore berieseln zu lassen, aber andererseits: Dafür wurde das Netz schließlich erfunden! Also los! Hin da und... äh... ja. Für alle Neigungen das Richtige dabei: M-F, F-F, M-M. Warnung! Explizite Inhalte! Nackte Haut! XXX! Garantiert Nix Für Kinnas Und Strenggläubige Katholiken und so!

Absolut sehenswert! Enjoy!

Und wenn jemand weiss, wo man den Audiotrack herbekommt: Bitte melden! HIER gibt es die Tracks... bei Shaï bzw. Sexpacking.com unter "Goodies" direkt unter den RSS-Screensavern... Danke für den Hinweis, GUARDiAN!

Erziehung

Written by Adger
Es ist eben doch alles eine Frage der Erziehung:

Also, liebe Eltern, wenn Euer Nachwuchs homoerotische Neigungen ausleben und vielleicht sogar homosexuell werden sollte, dann liegt das einzig und allein daran, dass Ihr nicht hart und oft genug zugeschlagen habt!

Das Fatale daran? Die Amis glauben sowas wirklich...

Die Dummheit des Menschen...

Written by Adger
Manche Menschen sind einfach zu dämlich für diese Welt. Während vor einiger Zeit noch die Spritztour mit dem Golf durch die U-Bahn als quasi "cooler Stunt" zu gewisser Berühmtheit avancierte, hat es ein Autofahrer (ja, wirklich ein Mann) geschafft, seinem Navigationssystem vollkommen blind und unter ausklammern jeglicher Intelleigenz und damit Zugehörigkeit zur menschlichen Rasse zu vertrauen und in den Bahnhof zu fahren. Nicht etwa ins Parkhaus oder in die Schalterhalle, nein, das nicht. Dieser Autofahrer schaffte es, mit seinem BMW bis zum Bahnsteig.

Auf den Schienen.

Auto im Bahnhof
Ich hoffe, dass es für dieses vollkommen schmerzfreie und merkbefreite Exemplar der menschlichen Rasse so teuer wie irgend möglich wird und dass sich irgendjemand seiner erbarmt. Ein Veterinär oder so. Nehmt ihm wenigstens den Lappen weg! Irgendwas! Bitte!

(Quelle: ddp, Spiegel)

Sachen gibts... (66)

Written by Adger
Bisher beschweren wir uns überwiegend über die "Hol Dir Den Neuesten Klingelton"-Pest und deren ach-so-lustige Folgen. Kaum einer wird zugeben, auf die "Spar-abos" hereingefallen zu sein, aber trotzdem kommt bei jedem irgendwann der Kollege oder die Kollegin an und präsentiert stolz den neuesten Schwachsinnshit der Medienbranche: Wie wäre es heute mal mit dem rülpsenden Elch? Oder vielleicht die verstopfte Toilette? Oder doch lieber Grup Tekan?

Damit wir auch wirklich alle begreifen, dass Handysounds nicht etwa gefallen sollen, sondern eine ganz andere Aufgabe haben, hat sich irgendein Handyhersteller die sagenhafte Idee einfallen lassen, dass man mit den Sounds, die Handys so machen können, ja auch Mücken vertreiben kann. Das sieht dann in etwa so aus:

Ich glaube, die Dame hat das falsch verstanden. Nicht der Sound soll die Mücken vertreiben, sondern das Handy. Genauer: Das geworfene Handy...

Sachen gibts... (65)

Written by Adger
MangroomerWir kennen das Problem: Da steht man morgens vor dem Spiegel und plötzlich sieht man sie: Die Haare, die auf dem Rücken wuchern und sich langsam zur wallenden Lockenpracht versammeln. Zwar ist es für manche Frauen eine beliebte Freizeitbeschäftigung, abends im Bett Zöpfe und Muster in diese Haarpracht zu flechten, aber das gilt nicht für alle. Einige sind auch der Meinung, dass diese Haare unbedingt weg müssten, weil sonst das ästhetische Gesamtbild des Göttergatten gestört wäre.

Die Standardreaktion besteht dann häufig aus Gekreische und der hilfreichen Aufforderung "mach das weg". Wer allerdings jemals im Badezimmer mit dem Elektrorasierer vor dem Spiegelschrank versucht hat, seinen Rücken von einer solchen Haarpracht zu befreien, der weiß, was es für eine sportliche Meisterleistung ist, auch nur einen maßgeblichen Bruchteil zu erwischen, ohne sich schwerwiegende Verrenkungen einzuhandeln - wenn Mann nicht gerade Meister im Yoga ist.

Die Firma Mangroomer hat dieses Problem erkannt und will uns dabei helfen, Haare und Geld loszuwerden. Der "Essential Do-It-Yourself Electric Back Shaver" ist ein mehrfach verlängerbarer, elektrischer Rasierer für genau dieses Problem. Nach Ansicht des Herstellers ist dieser Rasierer der Enthaarung durch Wachs oder Chemikalien ebenso überlegen, wie der Entfernung der Körperbehaarung durch Laser.

Wer den Urwald auf seinem Rücken loswerden will: Bei Amazon für umgerechnet rund 32 Euro (zuzüglich der üblichen Kosten)

Modern Warfare

Written by Adger
Die Modernisierung des Militärs schreitet voran. Nicht nur Roboter bevölkern in Zukunft die Arsenale der Armeen, sondern auch computerisierte Handfeuerwaffen. Aber es endet nicht bei den Handfeuerwaffen. Computer sind in allen Bereichen des Militärs im Einsatz, auch und besonders bei der Ausbildung. Im Felde stehen sie bald jedem Soldaten zur Verfügung und ermöglichen eine weit vernetzte Kommunikation der Einheiten untereinander.

Was schon heute teilweise möglich ist, zeigt dieser Film:

Roboter auf dem Schlachtfeld

Written by Adger
Was können Roboter auf dem Schlachtfeld heute? Discovery zeigts uns:

Abends, in Deutschland

Written by Adger
PolizeisperreAn manchen Tagen sollte ich einfach lernen, die Zeichen, die mir das Schicksal zukommen lässt, zu lesen und auch entsprechend zu handeln. Manchmal wäre das wahrscheinlich echt besser.

Heute sollte es mal wieder zu Fuß zum Sport gehen. Es machte mich zwar schon ein wenig misstrauisch, dass bereits die erste Kreuzung in Richtung stadteinwärts für Fahrzeuge aller Art gesperrt war, mit Ausnahme "für Anlieger". Freundliche Herren von der Polizei winkten zu viert die Autos in alle anderen Richtungen weg. Ich dachte mir nichts dabei und genoss die autofreie Gegend - ohne den Lärm der Autos kann so ne Stadt ganz schön entspannend ruhig sein.

Als ich dann nach einer ganzen Strecke vor einer sehr soliden Absperrung mit Zäunen und vielen Polizisten in Rüstung stand, hätte mir vielleicht ein Licht aufgehen können, aber nein, manchmal ist man eben betriebsblind. Und so nahmen sich vier freundliche Herren und eine Dame meiner an und fragten recht neugierig, wo ich denn wohl hin wolle - zum Sport - und was ich da so in meinem Rucksack mit mir herumschleppe - Sportzeug natürlich. Ob ich mich denn auch ausweisen könne. Klar, hier mein Perso und hier, mein Rucksack.

So ganz glauben wollte man mir das wohl nicht und so sah man sich den Inhalt des Rucksacks recht genau an. Und was soll ich sagen? Zur großen Überraschung der Sicherheitskräfte hatte ich keine Atombombe dabei. Nicht mal ein Taschenmesser. Dafür aber Sportzeug. Mit professioneller Enttäuschung nahm man zur Kenntnis, dass ich kein gesuchter Terrorist bin, packte wieder zusammen und ich durfte weitergehen - bis zum nächsten Sperrgürtel um die City, ca. 50 Meter weiter.

Auch hier wurde ich wieder sehr neugierig beäugt. Wo ich denn wohl hin wolle - zum Sport, sagte ich eben schon da vorne - und was ich da im Rucksack hätte - Sportzeug, haben sich die Kollegen gerade schon angesehen. Ich solle doch mal zeigen. Ob ich denn auch einen Ausweis dabei hätte. Ich bin ja freundlich und so gab ich Perso und Rucksack ein zweites Mal her. Wieder keine Atombombe, noch immer keine Schusswaffen oder andere gemeingefährlichen Gegenstände und noch immer nicht als gemeingefährlicher Terrorist auf der Fahndungsliste. Ergo: Wieder einpacken und Rucksack zurückgeben. Ich durfte weitergehen.

Dann kam ich am Grund des Trubels an: Aus meinem Heimatort rückt die Bundeswehr ab. Irgendeine Einheit macht sich hier vom Acker und da wollte man sich mal richtig lieb bedanken und hat für die Leute hier einen Großen Zapfenstreich veranstaltet. Mit allem drum und dran. Richtig großes Kino. Sah wirklich beeindruckend aus. Mit Fackeln und Kapelle und so. Hat richtig was her gemacht - interessierte mich nur nicht, denn ich wollte zum Sport und mittlerweile hatte man mich schon ganz gut aufgehalten.

An der Veranstaltung und weiteren geschätzten 340.000 Polizisten vorbei kam ich an der nächsten Absperrung an. Dieses Mal nur eben von innen. Und was soll ich sagen? Genau. Was haben - Sportzeug. Hier, kannst gucken. Haben Sie einen... - Ja, hier. Freundlich bleiben. Lächeln. Ja, das ist tatsächlich Sportzeug. Davon haben sich die Kollegen an den anderen beiden Absperrungen auch schon überzeugt. Nein, ich bin wirklich kein gesuchter Terrorist. Danke, dass ist sehr freundlich, dass sie das Handtuch nicht in die Pfütze dort gelegt haben. Klamotten dieses Mal selber zusammenpacken, freundlich lächeln und winken, weitergehen.

Was soll ich sagen? Es gab noch eine Sperre. Und ratet mal... Genau! Ich durfte wieder meinen Rucksack rausrücken, wieder wurde mein Perso abgecheckt, wieder war nur Sportzeug drin und wieder war ich kein gesuchter Schwerverbrecher. So ein Ärger aber auch.

Nach nur vier Kontrollen - zwei, weil ich rein wollte und zwei weiteren, weil ich wieder raus wollte - hätte ich eigentlich wissen sollen, dass dieser Abend anders werden würde, als andere Abende beim Sport, aber nun gut, manchmal bin ich eben etwas hartnäckig.

Beim Sport lief eigentlich alles ganz normal, außer, dass mich ungefähr jeder und jede gefragt hat, was denn da draußen los wäre - Großer Zapfenstreich - und ob man denn gleich wieder ohne Probleme nach Hause käme - was weiß denn ich? Ich bin kein Hellseher. Irgendwann hatte auch der und die letzte begriffen, dass da draußen eben gerade etwas viel Polizei etwas sehr nervös war. Ich durfte endlich in Ruhe Sport machen. Dachte ich.

Wir haben eine recht bunte Zusammenstellung von Mitgliedern. So ziemlich jeder Kontinent dürfte inzwischen vertreten sein, wobei ich mir bei der Antarktis und Australien nicht ganz sicher bin, aber das sind Details. Wir haben auch eine Gruppe afrikanischer Herkunft, unter anderem drei Herren aus Togo. Diese drei fallen in erster Linie dadurch auf, dass ihr Geräuschpegel bei ihren Unterhaltungen weit oberhalb des Durchschnitts, nahe bei der Skaleneinteilung "sehr nervig" rangiert. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern die nahezu aller anderen auch.

Vor einiger Zeit fingen die drei dann an, ihre Freundin mitzubringen. Eine Freundin, wohlbemerkt. Nicht jeder eine, sondern alle drei zusammen eine. Nicht dass es mich oder sonst irgendwen etwas anginge oder irgendwie interessierte, wieso sich die drei eine Frau teilen und sogar die zu erwartenden Spötteleien von wegen Aufenthaltsgenehmigung und so weiter unterblieben vollständig. Zum Ausgleich - vermute ich wenigstens - machten die drei um diese eine Frau ein riesiges Tamm-Tamm.

Wenn das Weibsbild nicht da ist, sind die drei "mittelprächtig nervig". Ist das Weibsbild aber dabei, sind die drei unausstehlich und die nerven aller anderen liegen schnell blank. Heute war die Dame dabei. In roten Glitzerpumps. Auf der Trainingsfläche. Lungerte schön auf den Geräten herum. Echt super. Und weil das ja noch nicht reicht, haben unsere Gäste aus Togo nicht nur genervt, waren nicht nur unausstehlich, nein, sie haben dazu auch noch absichtlich den gesamten Betrieb aufgehalten.

Nicht etwa, dass man sich nicht schon mal freundlich bei den Herren bemerkbar gemacht hätte. Natürlich hat man. Und natürlich hat man auch schon mal freundlich darauf hingewiesen, dass die Dame mit ihren Straßenschuhen im Trainingsbereich eher gar nichts verloren hat. Und natürlich hat man auch schon mehrfach angefragt, ob es nicht drei oder vier Stufen leiser ginge. Interessiert es die drei? Nö. Bis heute einem Mitsportler der Kragen platze und der zum Filialleiter ging und sich dort in aller Deutlichkeit beschwerte. Der wiederum sah sich das Ganze an, gab dem Beschwerdeführer Recht und bat die Dame in aller Freundlichkeit, doch bitte vorne im Besucherbereich zu warten.

Sehr zögerlich kam sie dem auch nach, nicht ohne sich ausgiebig von jedem einzelnen der drei zu verabschieden und auch nicht ohne sicherzustellen, dass auch wirklich jeder Anwesende mitbekam, wie grausam es ja sei, eine arme, unschuldige, hilflose Person wie sie jetzt ganz alleine in den Wartebereich zu schicken. Trotzdem: irgendwann war sie weg. Wer jetzt aber glaubt, damit sei das Thema durch, der irrt. Was jetzt begann, war für mich ein Erlebnis der besonderen, der prägenden Art.

Die drei Herren aus Togo bildeten eine Art Versammlung. Will sagen, sie blockierten in erster Linie eine Ecke zentral im Trainingsareal, wo sie möglichst vielen Leuten im Weg waren und mokierten sich darüber, wie FREMDENFEINDLICH(!) man in diesem Sportverein doch sei. Ich wurde hellhörig. Fremdenfeindlich? Weil man die Ische als nervig und störend erkannt und deshalb in den Besucherbereich gesetzt hatte? Hä?

Bei näherem Hinhören - was nicht allzu schwierig war, denn die drei unterhielten sich in Ruflautstärke - fielen dann noch einige Nettigkeiten in Richtung des Beschwerdeführers, der, nach ihrer einhelligen Überzeugung, schwul sein müsse und dem auch was aufs Maul gehöre - meinten jedenfalls die drei. Nach langer, um nicht zu sagen künstlich in die Länge gezogener Zeit zogen die drei sich in die Umkleide zurück, von wo man sie hier und da lauthals lamentieren hörte. Sie warteten eindeutig auf den Beschwerdeführer.

Irgendwann war man halt mit dem Training durch und so ging auch ich mich denn irgendwann duschen und umziehen. Auch der Beschwerdeführer von vorhin. Was soll ich sagen? Die drei warteten tatsächlich auf ihn. In bestem Hochdeutsch wurde die Welt darüber aufgeklärt, wie die Welt aus der Sicht der drei Herren aussieht. "De' is' schwul!" - Intensives Gebrabbel in vollkommen fremder Sprache - "Guck ihn an, de' is' schwul!" - wieder Gebrabbel, Gelächter - "Ey, schwule Sau, meine Freundin raus schmeissen geht nich' kla! Das kanns Du ni' ma'en!" und weil er nicht reagierte, weil er sich nicht provozieren ließ, begannen die drei mit der Schreierei.

Nicht etwa, dass irgendeiner der vielen anderen oder gar der verbal angegangene Beschwerdeführer laut geworden wäre, nein, im Gegenteil. Allen war es hochgradig peinlich, wie die drei sich aufführten. Trotz aller Versuche die Lage zu beruhigen, drohte es massiv zu eskalieren - wären die drei und der Beschwerdeführer alleine in der Umkleide gewesen, es hätte garantiert Verletzte gegeben.

Als die drei anfingen, den Beschwerdeführer, der sich noch immer erstaunlich ruhig verhielt, lauthals als "Nazi" und als "Fascho" zu beschimpfen, war das Maß wohl selbst für das Personal voll. Freundlich, aber bestimmt, wurden die drei Herren gebeten, jetzt doch bitte zu gehen. Das taten sie dann wohl auch, wenn auch unter lautstarkem Protest.

Bemerkenswert waren danach die Reaktionen der übrigen Besucher und Sportler. Keiner, wirklich kein einziger, konnte und wollte nachvollziehen, was diese Show der drei sollte. Niemand hatte Verständnis für Tonfall, Wortwahl oder generell Attitüde dieser drei "Gäste". Was mir dabei am meisten Sorgen macht? Jeder hatte plötzlich ähnliche Geschichten am Start, wo sich "die Afrikaner" vollkommen daneben benommen hätten - zwar nicht diese drei, aber eben auch Afrikaner, und das sei ja dann wohl irgendwie symptomatisch. Mir wurde schlecht. Alle warten jetzt nur darauf, dass dem Beschwerdeführer "was passiert", um sich der drei "in Ruhe" anzunehmen...

Jungs, ihr drei habt allen Asylanten, "Ausländern" oder generell Gästen aus fremden Ländern einen großartigen Dienst erwiesen. Das Ganze wird mit Sicherheit noch ein Nachspiel haben und das wiederum hat dann nichts mehr mit gekränktem Stolz oder verletzter Eitelkeit zu tun, sondern mit "dem Begleichen offener Rechnungen" und mit dem Erfüllen von Klischees. Auf beiden Seiten.

Und wenn ich das nächste Mal so deutlich gezeigt bekomme, doch heute vom Sport wegzubleiben, dann sollte ich vielleicht darauf hören.